Über die Liebe…

Ich denke, darüber, dass die Liebe das Größte und Stärkste in der Welt ist, brauchen wir uns hier nicht unterhalten.

Dass die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern über allem steht, durfte ich vor fünf Jahren lernen. Ein Gefühl so stark und überwältigend, dass ich keine Worte habe, es zu beschreiben! Dieses Gefühl, diese Liebe zu meinen Kindern, trifft mich immer noch regelmäßig mit so einer Wucht. Der Überwältigung vom ersten Tag wurde bis heute kein Abbruch getan. Dann noch diese tiefverwurzelte Liebe zu den eigenen Eltern – für mich ein Fixpunkt in meinem Leben.

Und dann gibt es noch die Liebe zwischen Menschen, die nicht in einer Eltern-Kind-Beziehungen mit einer verbunden sind…

Liebe ist für mich bedingungslos – in vielerlei Hinsicht auch grenzenlos. Wenn ich Liebe, dann tu ich das mit Haut und Haaren.

Ich kann bei jeder Partnerin/jedem Partner noch heute sagen, warum es ausgerechnet diese Person sein musste. Warum sie für mich zu diesem Zeitpunkt so wichtig war und warum mein Herz sich geöffnet hat. Ich weiß aber auch bei jeder, warum sie es heute nicht mehr ist. Teilweise leider auch, weil unverzeihliche Dinge geschehen sind. Und trotzdem, wird jede von ihnen auf ewig einen besonderen Platz in meinem Herzen haben und es wird mir nie egal sein, wie es ihnen geht. Mit jeder von ihnen habe ich eine Zeitlang mein und ihr Leben geteilt. Es liegt in meiner Natur, dass ich mich immer gerne an die schönen Dinge erinnere und diese in meinem Herzen festhalte.

Ein Ex-Freund nannte mich mal die Glücksjägerin – immer auf der Jagd nach schönen Erinnerungen. Ja! Wenn ich irgendwann sehr alt bin, in meinem Schaukelstuhl sitzen und nur noch an gestern denken kann, möchte ich mich nicht langweilen. Ich möchte an ein schönes erfülltes Leben, mit lieben Menschen denken. Es geht dabei nicht um irgendwelche großartigen Aktionen oder Reisen – viel mehr um die ganzen schönen Kleinigkeiten. Ein nettes Wort, ein liebe Geste, eine schöne Zeit, mit Menschen die mir wichtig sind… so vieles, was das Leben schön macht. Ich kann sage, ich habe geliebt und ich liebe. Ich wurde und werde geliebt… und das fühlt sich ziemlich gut an. Denn ohne Liebe ist alles NICHTS!

Manchmal steht man jedoch im Leben an einer Grenze. Auch wenn die Liebe vielleicht stark ist, der Mensch aber nicht mehr oder nicht mehr genug. Wenn alles nur noch Kampf ist. Wenn alles Schöne ständig und immer wieder in den Schatten des geliebten Menschen gestellt wird. Wenn die Kraft nicht mehr reicht, um zu kämpfen und auszuhalten. Wenn man müde ist. Wenn man sich eingestehen muss, dass man verloren hat. Wenn es nur noch um Selbstschutz geht, um nicht mit in die Dunkelheit gezogen zu werden. Aber auch Selbstschutz tut weh… weil man trotzdem liebt. Liebe hört nicht auf, weil der Kopf eine Entscheidung trifft.

Mehr als einmal stand ich schon vor der Entscheidung Kopf gegen Herz … Es waren nie die Kopf-Entscheidungen, die mich glücklich gemacht haben. Manchmal aber braucht es den Kopf, um das Herz zu beschützen und ihm die nötige Zeit zum Heilen zu geben. Und trotzdem fühlen sich die Kopf-Entscheidungen besonders beim Thema Liebe noch viel viel falscher an als sonst…

Bevor sich jetzt jemand Sorgen um mich und mein Herz macht, dieser Text hat keinen besonderen Auslöser. Es ist ein Text, den ich schon ewig mit mir herumtrage, der regelmäßig wieder angefasst, angepasst, verändert wird. Ab und an trifft einen die Erinnerung an bestimmte Dinge unvorbereitet und dann spielen Kopf und Herz mit ihren Argumenten, Erinnerungen und auch der unterschiedlichen Wahrnehmung von Situationen, Äußerungen, Mimik und Gestik der betroffenen Menschen. Immer dann, krame ich diesen Text heraus und überprüfe, ob ich mich wiederfinde, ob ich noch der Mensch bin, der ich stets glaubte zu sein.

So lange ich von ganzem Herzen liebe, so lange meine Liebe bedingungslos ist, bin ich noch ich… und dann hat alles im Leben die Chance gut zu werden <3

Ohne Liebe ist alles nichts!

Ja, manchmal müssen so melancholische Gedanken raus in die Welt!

Übt Nachsicht mit mir und liebt die Liebe und das Leben!

Eure Tanja

Mein Name ist Tanja. Ich bin alleinerziehende, getrennt lebende, berufstätige Mama eines fünfjährigen Zwillingspaares - meine Murmels. Auf Twitter findet Ihr mich unter @Murmelmum und hier im Blog hat die liebe Kerstin mir ein kleines Dauergast-Apartment eingerichtet :-)

6 comments

  1. Ich kenne das nicht, das Kopf und Herz sich streiten. Wenn etwas vorbei war, wussten das immer Kopf und Herz.

    Jetzt frage ich mich, woran das liegt. Wie kann es diesen Widerspruch geben? Kannst du das konkreter beschreiben?

    Vielleicht liegt es nur daran, dass ich nie Partner hatte, die mir weh getan haben. Aber doch, einmal schon. Da hat aber dann auch das Herz gesagt, so geht es nicht, noch vor dem Kopf.

    Es interessiert mich also wirklich, wie das sein kann.

    1. Es ist – denke ich – vom Einzelfall abhängig…
      Ein Freund hat mich geschlagen. Die Polizei hat ihn nachts aus unserer gemeinsamen Wohnung entfernt. Ich habe sofort angefangen zu packen und bin gegangen. Für immer! Da gab es keinerlei Diskussion zwischen Herz und Kopf. Das gehört für mich zu den unverzeihlichen Dingen.
      Ich kenn das aber auch, dass jemand (manchmal) einfach nicht gut für mich ist… z. B. wenn der Murmelpapa wieder eine schwere depressive Phase hat und wir ihn wochenlang nicht sehen, ich dann sowieso der schlimmste Mensch der Welt bin… Dann denke ich manchmal, dass mein Leben mit einem endgültigen Schlussstrich einfacher wäre, als diese permanente emotionale Achterbahn. Für mich selber, aber auch für die Murmels… Nichtsdestotrotz ist und bleibt er meine große Liebe <3
      Wir haben durch seine scheiß Krankheit schon so schlimme Zeiten gehabt, dass ich – trotz Liebe – nicht wusste, wie ich das auch nur noch einen Tag länger aushalten soll.
      Ich empfinde das gar nicht so sehr als Widerspruch – es ist ein abwägen zwischen Verstand und Gefühl.

    2. Danke für die Erklärung.

      Das ist dann doch leicht zu verstehen. Psychische Erkrankungen habe ich einfach ausgeklammert in meinem Gedanken. Ja, du hast natürlich recht, da ist die Gefahr groß, dass die Liebe einem die Augen davor verschließt, wann es für einen selbst und die Kinder zu viel ist.

      Ich habe in meiner (weiteren) Familie viel mit Süchten zu tun, da ist es wohl ähnlich. Menschen, die man liebt, handeln so, dass sie einem Schaden oder Schmerzen zufügen, einfach weil sie nicht anders können.

      Also doch, ich verstehe dich. Viel besser als ich auf den ersten Blick erkannt habe. Jetzt muss ich deinen Text glatt nochmal lesen, unter dem anderen Blickwinkel.

  2. Ich stimme dir uneingeschränkt zu. Ohne Liebe ist alles nichts. Und ich sehe es genau wie du, es hat einen Grund warum ich einen Menschen liebe oder ihn mal geliebt habe und jede Erfahrung die wir machen, macht doch aus uns den Menschen der wir sind.

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