Vielleicht. Alles. Immer.

Es gibt „Phasen“ und es gibt „Phasen“ und auch eine Mama bleibt davon nicht verschont…

Ich weiß nicht, was es ist. Eigentlich läuft alles… nicht besser oder schlechter als sonst auch.

Vielleicht wird etwas mehr rumgeMAMAt als sonst auch – wobei das schwer ist. Vielleicht wurde in letzter Zeit ein bisschen mehr gestritten, als sonst. Vielleicht zerren auch Alltag, Wetter und Job etwas mehr als sonst an mir. Vielleicht laugt es mich aus, dass alle immer gleichzeitig auf mich einreden – Kinder und Erwachsene. Vielleicht schafft es mich, dass alle voraussetzen, wenn die Murmels „Maman“, dass nur ich aufzuspringen habe… kein Papa, kein Opa, keine Oma oder sonst wer. Vielleicht überfordert es mich, dass alle ihre Bedürfnisse, Nöte, Wünsche, Forderungen immer (zumindest gefühlt) bei mir abladen. Vielleicht nervt es mich, dass ich immer alles erklären und rechtfertigen muss, dass ich immer alles wissen muss, ein wandelndes Lexikon, Tageszeitung, Kalender und Gedächtnis. Vielleicht macht es mich mürbe, dass ich bereits 12 Stunden später das Gefühl habe, Gespräche haben gar nicht oder maximal als Selbstgespräche stattgefunden. Vielleicht sind die Dinge, die mich umtreiben, einfach weniger wichtig. Vielleicht bin ich weniger wichtig. Vielleicht habe ich einfach zu funktionieren. Immer. Vielleicht ängstigt es mich, zu merken, dass mein Fell gar nicht so dick ist, dass ich gar nicht immer so belastbar bin, dass ich manchmal einfach auch gereizt und dünnhäutig bin…

Was ist passiert? Eigentlich gar nichts. Nicht mehr als sonst auch. Alltag. Zu wenig Stunden pro Tag. Zu wenig Schlaf. Zu viel Arbeit. Zu wenig Zeit für alles… Alle sind nörgelig und schlecht gelaunt. Laden ihre Päckchen bei mir ab, in dem sie mich anknurren, anmeckern oder sonst was.

Und ich? Ich darf alles brav schultern. Dabei haben die Murmels versorgt und bespaßt zu sein, die Arbeit erledigt, die Wäsche gewaschen, der Kühlschrank gefüllt, die Wohnung sauber, alles für den Kita-Ausflug einkauft, organisiert und vorbereitet, und und und…

Das Wichtigste dabei? Genau! Immer gut gelaunt, freundlich, fröhlich, zugewandt. Niemals gestresst, genervt, verärgert.

Menschen, die sagen:

Aber Du schaffst doch sonst immer alles. Auf mich wirkst Du so, als hast Du immer alles super im Griff. Ich wüsste ja gar nicht, wobei ich Dir helfen könnte. Bei Euch läuft doch alles super.

Sagen auch:

Warum bist Du so genervt? Was hab ich Dir denn jetzt schon wieder getan? Was guckst Du mich denn jetzt „so“ an?

Atmen. Es hilft nur weiteratmen. Und manchmal fällt auch das schwer. Ist anstrengend. Schafft mich.

Ich bin so unendlich müde… und gestresst, genervt, dünnhäutig.

Und dann schüttle ich mich. Stehe auf. Mache weiter. Immer.

So lange, bis es kein „weiter“ mehr gibt.

Tanja

ps. Vermutlich kommt jetzt der Vorschlag eine Mutter-Kind-Kur zu machen… Die möchte ich – wenn möglich – im nächsten Jahr machen, bevor die Murmels eingeschult werden!

pps. Das Beitragsbild habe mit wortwolken.com erstellt.

Mein Name ist Tanja. Ich bin alleinerziehende, getrennt lebende, berufstätige Mama eines fünfjährigen Zwillingspaares - meine Murmels. Auf Twitter findet Ihr mich unter @Murmelmum und hier im Blog hat die liebe Kerstin mir ein kleines Dauergast-Apartment eingerichtet :-)

4 comments

  1. Ich hatte gestern ein Erlebnis in der Bahn. Da ist eine Jugendliche ohne Fahrschein aber mit 50€-Schein, den der Automat nicht nehmen wollte, auf eine schon am Anfang ziemlich genervte Schaffnerin getroffen. Die Schaffnerin hat sie nachlösen lassen, aber nicht verborgen, dass es sie genervt hat, dass das Mädel niemanden gefragt hat, ob er wechseln kann. Und auch sonst.
    Da meldet sich eine Unbeteiligte und beschimpft die Schaffnerin, wie unfreundlich sie ist, dass diese Unfreundlichkeit ihr jetzt den Tag ruiniert hätte und überhaupt.
    Mit tat die Schaffnerin leid. Weil es natürlich netter ist, nett zu sein, aber manchmal geht es halt nicht. Wer weiß was vorher war. Schaffnerin ist glaube ich ein Kackjob.

    Was ich eigentlich sagen will: Ich glaube, es ist nicht verkehrt zu versuchen, nett und freundlich und zugewandt und alles mögliche zu sein. Aber wir sollten auch Verständnis dafür haben, wenn es jemand nicht ist.

    Mein Verständnis hast du.

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