Kategorie: Alltag

Kerstin mit Helm... genervt

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin 09/2018

Heute dann mal wieder mit einem Tag Verspätung, die Antwort auf die brennende Frage, was ich am 5. September 2018 denn so getrieben habe.

Mama, ich will aufstehen.“ Krümel ist eloquenter geworden und mittlerweile drei Jahre alt, aber das macht es für mich Morgenmuffel auch nicht leichter. Er liegt neben mir und ich krame erst einmal nach dem Wecker mit dem leuchtenden Display. 4:30 kann ich entziffern, als ich das Ding an meine Nasenspitze halte. (Ja! Ich bin EXTREM kurzsichtig.) „Schlaf weiter!“ – „Ist es noch Nacht?“ – „Ja!“

Wir führen den Dialog im Fünf-Minuten-Takt und als ich fünf Dialoge später wieder auf die Uhr sehe, müssen wir zwischendurch zwei Stunden geschlafen haben. Diese Info macht mich auch nicht wacher, aber nun gebe ich nach. Wir stehen auf.

Krümel spielt im Wohnzimmer, ich fange an das Frühstück vorzubereiten und Brotdosen zu füllen. Die Zwillinge tauchen kurz nach uns auf. 

Frühstück.

Anziehen will sich Anschluss mal wieder keiner und Sonnenschein hat heute ziemlich doofe Laune. Er ist sehr wütend, dass die Hose Knöpfe hat und dass wir nicht mit dem Fahrrad zum Kindergarten fahren. Sehr wütend. Aber mein Fahrrad steht noch in der Werkstatt und…

Aber dann gehst du halt und wir fahren und dann warten wir an der Straße.“ Theoretisch eine Idee, praktisch funktioniert das bei uns immer semi, weil ich dann zu langsam bin, die Kinder zu ungeduldig und NEIN. Alles ist doof. Trotzdem schaffen wir es ins Auto und bis zum Kindergarten. 

Krümel geht erst die zweite Woche, ist aber schon angekommen und marschiert selbstständig in seine Gruppe. Seit dem Vortag darf er über Mittag bleiben und ich werde ihn erst nach dem Mittagssnack abholen. Kindergarten ist anstrengend, aber er kann immer besser mit seiner Energie haushalten und hat sich erstaunlich schnell umgestellt. Mittagsschlaf macht er keinen mehr und seit einigen Tagen fällt er nachmittags auch in kein großartiges „Loch“ mehr. Dafür schläft er morgens etwas länger (außer heute) und geht abends früh ins Bett. Könnte schlimmer sein.

Zu Hause muss ich mich ziemlich lästiger Arbeit widmen und knalle drei Ordner Steuer-Buchhaltungs-Gedöns auf den Esstisch. Um 10 Uhr taucht mein Papa auf, denn einmal im Jahr gibt es da Dinge zu erledigen, die meinen bescheidenden Horizont bei weitem übersteigen. Praktischerweise Papas aber nicht und netterweise teilt er sein Wissen mit mir.

Ich verstehe es trotzdem nicht, aber egal. Ich verstehe auch die aktuellen politischen Entwicklungen nicht und stehe mit vielen Fragen dort. Wobei? Verstehen? Naja, vieles verstehe ich schon, doch wie wir zu einem guten Diskurs finden können, weiß ich nicht.

Auch da ist Papa ein guter Ansprechpartner und so quatschen wir nicht nur über Abschreibungen sondern vor allem über Kommunikation, Entwicklungshilfe, Flüchtlingsströme und gefühlte Unsicherheit, Wut und Angst. Über Menschen, die sich bedroht fühlen und hinter ausgestreckten rechten Armen herlaufen, über überforderte Behörden und fehlende starke Mitte. Ich genieße das Gespräch, denn mein Vater ist ein extrem kluger Mensch, der gut sortieren und sachlich kommunizieren kann. Der ohne Parolen auskommt und leere Phrasen erkennt, benennt und nie abwertend wird. Mich sortiert dieses Gespräch.

Papa ist kaum aus der Tür, da klingelt mein Telefon: Das Fahrrad sei fertig. Und da ich noch eineinhalb Stunden habe, bis ich den Krümel abholen muss, gehe ich zu Fuß zur Werkstatt.

Wow! Sie haben es wirklich geschafft. Mein Rad ist endlich wieder fahrtüchtig! 

Das war es schon lange nur noch sehr bedingt, doch das war  egal. Wir hatten nie einen Fahrradanhänger und der hätte alleine für drei Kinder auch nicht ausgereicht. So konnte ich nicht mit den Kindern Rad fahren, nutzte zu Fuß den Kinderwagen oder eben das Auto.

Jetzt aber gehen alle drei Kinder in den Kindergarten. Ich muss morgens nicht mehr eine Stunde durch die Dörfer fahren, um alle Kinder wegzubringen. Die Strecke ist zu Fuß etwas weit, aber für das Rad perfekt. Ich freue mich, als ich von der Werkstatt nach Hause radel.

Um halb zwei schlage ich dann (wieder mit dem Auto) im Kindergarten auf. Krümel kommt ausnahmsweise ohne Debatte mit (er findet Kindergarten so toll, dass er meist länger bleiben will), Prinzessin möchte auch mit und zu Hause malen. Sonnenschein bleibt da. Dann muss ich zwar in einer Stunde wiederkommen, aber ich nehme das so hin.

Ich mache daheim dann notdürftig Haushalt. Dazu kam ich noch gar nicht. Prinzessin malt und hört Bibi&Tina, Krümel spielt mit seinen Geburtstagsgeschenken. Doch wir müssen sehr schnell wieder los, um den Sonnenschein noch vor drei aus dem Kindergarten zu holen.

Der hat Laune. (Spoiler: Es wird sich den ganzen Tag nicht mehr ändern.) Ich versuche ihn damit zu ködern, dass ENDLICH mein Rad fertig ist. Und ich zu Hause gleich den Kindersitz montieren werde, damit wir eine Fahrradtour machen können. Das gefällt ihm.

Wir holen zu Hause also gleich alle Räder raus, die Kinder setzen Helme auf und fahren auf dem Hof. Doch Sonnenschein will los! Ich muss aber erstmal das passende Werkzeug finden.

Ich finde es und fange an zu schrauben. Sonnenschein ist sauer, weil es so lange dauert. Krümel fällt hin und weint. Die Nachbarskinder kommen raus, alle fahren Fahrrad. Die blöde Manschette für den Sitz will einfach nicht an meinen Rahmen passen. Ich muss im Minutentakt fürs Trösten, Diskutieren, Wundern pusten, Streit schlichten das Werkzeug fallen lassen und fluche, denn das mit der Sitzmontage, hatte ich mir einfacher vorgestellt.

Man kann mich PINNEN. 😉 Danke.

Der Traummann schlägt am Telefon vor, dass wir ihn vom Bahnhof abholen. Dann könne man gleich auf dem Weg schnell einkaufen für das Abendessen und im Anschluss noch Fahrradfahren. Diese Idee lässt Sonnenschein explodieren. ER WILL JETZT RAD FAHREN! Also richtig. Nicht nur auf dem Hof. Aber ich kriege das Rad nicht fertig und das auch deswegen, weil mich permanent jemand anschreit. Sehr wütend anschreit.

Irgendwann beschließen die Großen zur Nachbarin zum Spielen zu gehen. Krümel ist wütend, weil er auch will. Er ist doch auch groß! Mit wütendem Krümel schraube ich die Manschette zum sechsten Mal an den Rahmen und wieder passt es an einer anderen Stelle nicht. Der Sitz will nicht einrasten. Ich will ausrasten.

Zwischenzeitlich taucht der Traummann auf und landet bedauerlicherweise in unserer miesen Laune. Krümel findet alles doof, ich finde alles doof. Es ist unfassbar, wie sehr es einen stressen kann, wenn man soviel schlechte Laune abfangen muss. Also damit meine ich mich und die Laune des Sonnenscheins. Aber es gilt auch für den Traummann, denn der findet unsere Laune nun auch nicht erhebend.

Da fahre ich dann besser einkaufen, auch wenn ich wütend protestiere, dass ich diese dämliche Manschette höchstpersönlich anschrauben will. Ich gönne dem Kindersitz diesen Triumph nicht. MAN ICH BIN WÜTEND!

Und fahre einkaufen. Wir wollen grillen. Außerdem muss ich noch für Schwiegereltern eine Kleinigkeit hier abholen und dort hinbringen. Mache ich alles und als ich auf dem Rückweg bin, ist es kurz vor sechs.

Der Traummann hat den Grill angemacht, den Kindersitz montiert, der Krümel turnt durch den Garten und die Nachbarin dachte, wir wären ohne Bescheid zu sagen, alle verschwunden. Weil das die Kinder behaupteten, die ihren Vater im Garten einfach übersehen hatten. Tja… 

Ich würde gerne behaupten, dass wir nun endlich entspannt auf der Terrasse den Tag ausklingen lassen, aber irgendwie ist es sehr unentspannt. Krümel fällt vor Müdigkeit fast vom Stuhl und wird weinerlich. Sonnenschein hat überraschenderweise miese Laune wegen es fällt mir einfach nicht mehr ein. Prinzessin will lieber fernsehen.

Um kurz vor sieben sitzen die Großen also bettfein vor der Glotze. Ich beaufsichtige Krümel beim Duschen, räume oben ein wenig auf, der Traummann kämpft in Küche und Garten für Ordnung.

Selbstverständlich gibt es auch wütende Tränen bei der Debatte um die passende Abendlektüre und kein Kind ist müde, trotzdem schlafen sie alle vor 20 Uhr. So richtig hebt sich auch die elterliche Laune nicht. Wir sind einfach erschlagen. Ich vergesse, dass der 5. des Monats ist und denke nicht einmal ans Schreiben oder irgendwie etwas in der Richtung.

Der morgige Tag kann nur bessere Laune bringen und da mittlerweile sogar der morgige Tag ist, kann ich berichten, dass die Aussicht mit dem Rad in den Kindergarten zu fahren, alle heute beflügelt hat. Es hat auch gut geklappt und nun hoffe ich, dass der Dauerregen nachher eine Pause macht, wenn ich die drei wieder abholen fahre. Ich ahne sonst irgendwie was mit Laune und darauf habe ich heute nicht so unbedingt Lust.

Eure Kerstin

Bahnfahrt mit kleinen Kindern

Abenteuerreise: Bahn fahren mit drei kleinen Kindern

Zur Mutter-Kind-Kur ging es für uns mit der Deutschen Bahn hin und zurück. Ich fahre gerne Bahn – zumindest im Fernverkehr – im Nahverkehr meide ich sie eher. Deswegen lag es nahe, zumal der Traummann das Auto daheim auch ganz gut brauchen konnte.

Warum ich gerne weitere Strecken (auch mit Kindern) mit der Bahn fahre?
Keiner muss am Steuer sitzen und sich auf den Verkehr konzentrieren!Man kann lesen, schlafen, arbeiten, entspannten, Hörbuch hören,…

Wenn ich aus beruflichen Gründen (früher) unterwegs war, dann waren die drei Stunden Zugfahrt morgens der Kaffee zum wach werden und ruhiges, konzentriertes Arbeiten. Da habe ich mich auf Meetings vorbereitet, Konzepte überarbeitet, Kleinkram abgearbeitet oder auch ganz entspannt längere Texte verfasst.

Als Mama heute ist so eine Zugfahrt wie zur Blogfamilia dann auch nochmal purer Luxus, dass man drei Stunden ruhig irgendwo sitzen kann. Quatschen, lesen, was auch immer!!! (Damit mir da kein Kegelclub zwischenbrüllt, stehe ich dann übrigens auf Ruhebereich.) Mich stört dann übrigens auch kein Kinder-Chaos. Bin ich dann ja nicht für verantwortlich. Also kein Grund für Stress.

Mit Kindern habe ich dann die Möglichkeit zu spielen, vorzulesen, Streit zu schlichten, alles was mit den Händen am Lenkrad und dem Blick in Verkehr eher nicht so super läuft.

Aber dann bist du ja nicht so flexibel!

Klar, man ist von der Deutschen Bahn abhängig. Aber deren Unpünktlichkeit ist zumindest in der Regel im Nahverkehr schlimmer als im Fernverkehr. Und auch wenn man mit dem Auto ganz flexibel Pinkelstopps und Pausen machen kann:

Im Zug kann ich im Zweifelsfall im Viertelstundentakt mit den Zwillingen im Wechsel zum Klo latschen, OHNE dass ich deswegen Zeit verliere. Die Toiletten auf Raststätten und die Klos im Zug sind eh gleich besch***.


Aber nun zu unserem Abenteuer:

Bahnfahrt mit kleinen Kindern

Hinfahrt zur Mutter-Kind-Kur

Die Ausgangslage:

Die Fahrt: Sechs Stunden mit einem Umstieg

Die Personen: Zwei Erwachsene und drei Kleinkinder, denn auch der Traummann war ja mit dem Krümel eine Woche auf Fehmarn.

Das Gepäck: riesiger Wanderrucksack und Buggy mit Wickelrucksack für den einen Teil der Reisegruppe. Für die Kurenden gab es jeweils einen kleinen Rucksack und dazu zwei Koffer, von denen einer so klein war, dass er auf dem anderen mitrollen konnte. Also theoretisch nur ein Gepäckstück zum Ziehen.

Eigentlich lief alles gut. Der Zug war pünktlich und wir standen auch angemessen aufgeregt am Dortmunder Hauptbahnhof. Die Kinder finden es sowieso jedes Mal spannend, die Zwillinge achten mittlerweile ziemlich zuverlässig darauf, nicht verloren zu gehen und der Krümel war im Buggy festverschnallt. Ausnahmsweise wehrte er sich auch nicht dagegen, weil ja alles so spannend war!

Der erste Teil der Reise und ein 6er-Abteil für uns fünf alleine. Ein bisschen wie ein beengtes Wohnzimmer und zumindest ein klar umrissener Raum für das Gepäck und alle Personen. Das Chaos hatte einen Rahmen. Allerdings verlässt man ja auch hin und wieder das Abteil.

Und ZACK, da kam dann der Zugbegleiter über den Gang, der vorher schon sehr brummelig die Fahrkarten kontrolliert hatte und meinte monieren zu müssen, dass Kinder ja eigentlich nicht in die erste Klasse gehören. Ich war ziemlich baff, wir saßen schließlich nicht im Ruhebereich und die drei benahmen sich auch keinesfalls wie kleine Abrissbirnen.

Ich machte meinem Ärger Luft. Auf Twitter. Und es mag an dem Tweet gelegen haben oder daran, dass der Zugbegleiter nachgedacht hatte: kurz darauf tauchte er – plötzlich freundlich – im Abteil mit Kinderfahrkarten auf.

Den Umstieg hatten wir in Harburg und eine gute Stunde Zeit, die wir für ein Mittagessen im Bahnhof nutzten. Mit zwei Erwachsenen unproblamtisch.

Die restliche Strecke zog sich noch einmal. Die Kinder wurden zwar allseits freundlich empfangen, aber irgendwann wird so eine Reise lang. Unfassbar, wie oft ein Zug dann noch halten kann, bis man endlich sein Ziel erreicht hat!


unterwegs im Zug mit kleinen Kindern

Der Heimweg drei Wochen später

Die Fahrt: Sechs Stunden mit einem Umstieg

Die Personen: Eine Erwachsene und zwei kleine Kindern

Das Gepäck: Das Gepäck hatte sich irgendwie vermehrt. Zu den drei kleinen Rucksäcken für die drei Personen kamen bei den kleinen Personen zwei unhandliche Käscher obendrauf. Ich musste mir ja während der Kur noch eine Tasche kaufen, die nun den Rucksack ergänzte und auch sonst passte das Gepäck sowie der Proviant absolut nicht mehr in die vorherige Anzahl Gepäckstücke. Also noch um ein paar Beutel reicher! YEAH! Ich hatte ziemlich Bammel, dass ich das Gepäck nicht händeln könne.

Los ging es in Puttgarden. Auf dem Bahnsteig waren wir dann zwölf Mütter (mit ziemlich vielen Kindern) im gleichen Zug. Das brachte den unfassbaren Vorteil, dass wir die Kinder wie eine Herde zusammenhalten konnten und im Zug ausreichend Spielkameraden da waren. 

Der Umstieg in Hamburg Hauptbahnhof war meine größte Sorge. Den kenne ich zwar gut, aber er ist eben ziemlich groß. Und dass dann mit Kindern und übermäßig viel Gepäck?

Aber auch das ging gut. Wir hatten fast eine Stunde für den Umstieg, mussten mit sieben Müttern aus der Kur zum gleichen Gleis, fünf warteten auf den gleichen Zug. So konnten wir gemeinsam die Kinder und das Gepäck zusammenhalten, trotzdem in Ruhe Proviant einkaufen und gemeinsam den Zug besteigen. 

Eine Mama rein, die Kinder hinterher, das Gepäck reinreichen und gut. So klappte es.

Im Zug hatten wir dann reserviert und saßen allein im Abteil. Aber ich hatte einige Spiele in der Tasche, Bücher zum Lesen und es gab die Kinderfahrkarten mit entsprechendem Heften, sodass uns die Fahrt nicht zu lang wurde.

Ich würde es immer wieder so machen.

PIN it Baby!

Meine ultimativen Tipps zum Bahnfahren mit Kindern

  • So wenig Umstiege wie möglich. Lieber eine Stunde länger brauchen mit der ausgewählten Verbindung als zwei Umstiege mehr. Umsteigen kostet mit Gepäck und Kindern viele Nerven.
  • So wenig Gepäck wie möglich und idealerweise kompakt bzw handlich. Diese hässlichen Wanderrucksäcke sind super, weil man dann die Hände für die Kinder und sonstiges frei hat. Ansonsten auch einen Rollkoffer (meine Großen halten sich daran fest), aber bedenken, dass man nur eine begrenzte Anzahl Gepäckstücke ziehen, tragen, manövrieren kann.
  • Gerne einen Koffer vorschicken via Paketdienst. Das spart irre Nerven, geht aber nur bei längeren Aufenthalten oder guter Planung, denn das Gepäck braucht ungefähr zwei Tage länger als man selbst und muss daher entweder früher aufgegeben werden oder kommt später an.
  • Proviant und Spiele in einer gesonderten Tasche, an die man gut dran kommt. Proviant braucht man zum einen, weil Kinder schnell noch miesere Laune bekommen, wenn sie hungrig sind, als sie eh schon haben. Außerdem kann so eine Picknickpause auch wieder Zeit schinden. 😉 Im Zug kann man auch prima Reisespiele auspacken, Bücher vorlesen und alles machen, was im Auto gut geht: Malen, Hörbuch hören und sicherlich auch Tablet spielen oder Filme gucken.
  • Zu humanen Zeiten reisen. Ich möchte ungern spätabends noch übermüdete Kinder durch einen großen Bahnhof zerren. Also achte ich darauf, dass wir zu Tageszeiten reisen, in denen die Kinder nicht eh schon bescheidende Laune durch Übermüdung haben. 
  • Unbedingt Reservieren. Es hilft ungemein, wenn man wenigstens schon einmal ein sicheres Ziel und freie Plätze zum Ansteuern hat. In viele Zügen gibt es in der zweiten Klasse ein Kleinkindabteil; Abteile sind in meinen Augen eh praktischer mit Kindern und Chaos, weil begrenzter Raum. Darauf achten, dass man nicht im Ruhebereich bucht. 😉

Habt ihr noch weitere Tipps?

Eure Kersin

Mama, ich habe einen Umfug gemacht!

Kurzgeschichten aus dem chaotischen Alltag

Es fällt mir bekanntlich schwer, wirklich produktiv zu arbeiten, wenn die Kinder um mich herum sind. Ich kann dann vieles nebenbei machen, aber wirklich schreiben kann ich dann zum Beispiel nicht. Auch Buchhaltung ist für mich dann unmöglich.

Jetzt sind Ferien und das ist für mich dieses Jahr ok. Wir verbringen die Ferien recht unaufgeregt. Ich versuche viel mit den Kindern zu unternehmen und mutiere nebenbei zur Vintage-Mutti. Auch das ist ok, denn scheinbar bin ich so.

Doch so ganz ohne an den Schreibtisch zu kommen, der nicht einmal ein echter Schreibtisch im Büro sein muss, sondern nur ein Ort mit einem angemessenen Zeitfenster ohne Kindergeschrei, geht es dann doch nicht. So schwer es mir fällt, geht das nur am Wochenende*. Und zu Lasten der gemeinsamen Zeit.

So packte sich der Traummann samstags alle drei Kinder, um einzukaufen, in den Baumarkt zu fahren und sie vor allem aus dem Haus zu halten. Eine gute Stunde saß ich konzentriert am Rechner, dann waren sie wieder zu Hause. Geplant war wohl, dass sie draußen im Garten und auf dem Hof dieses und jenes spielen, während ihr Papa dort Ordnung schafft. Praktisch rief alle paar Minuten einer nach mir oder klingelte Sturm. So oft ich auch den Traummann rufen hörte „Lasst Mama in Ruhe. Ich – und nur ich – bin gerade euer Ansprechpartner“.

In der Küche hörte ich es vom Dachboden-Büro aus klappern. Irgendjemand räumte da unten. Ich überlegte nachzusehen. Widerstand dem Drang, denn es war so ruhig und niemand rief, das konnte eigentlich nur der Traummann sein, der die Küche aufräumte und Einkäufe verstaute. Mich wunderte allenfalls kein Kind zu hören, das dabei irgendwas kommentierte.

Bis auf einmal der Krümel weinte und mich rief. Ich horchte auf. Krümel weinte. Weinte nicht wütend und auch nicht so, als habe er sich verletzt. Doch er weinte zunehmend bitterlich und rief nach mir. Ich ging runter und sah nach.

Dieses Bild! Ich musste kurz stehen bleiben, um den Abblick auf mich wirken zu lassen.

In der Küche war kein Traummann, sondern nur der Krümel allein.** Vor der Spüle stand er auf seinem Kinderstuhl und weinte. In der Spüle und auf der Spüle türmte sich ein riesiger Berg Schaum. Spülschaum. Daneben lag eine fast leere (vorher nahezu volle) Flasche Spülmittel. Und Krümel weinte. „Der Schaum geht nicht weg!“ Er streckt mir seine Hände und Arme entgegen. Voller Schaum. Der ganze Krümel nass und in Spüli eingeweicht. „Mama, der Schaum geht nicht weg. Ich kriege den Schaum nicht ab.“ Er weint.

Ich habe den Reflex zu fluchen und zu schimpfen, der aber irgendwie schnell durch innerliches Schmunzeln und nun Neugier abgelöst wird. (Dafür bin ich mir fast selbst dankbar.)

„Was hast du denn gemacht?“ –  „Ich habe einen Umfug gemacht, Mama“, schluchzt Krümelchen. Der Schaum ist ein großes Problem. Ein wenig wirkt er wie der Zauberlehrling, der nun von den Massen des Spülschaums erschlagen wird. „Mama, der Schaum geht nicht weg!“
Ich beruhige ihn, nehme ein Tuch, wische den Schaum von Armen und Händen. „Was wolltest du den machen?“

So ganz bekomme ich keine echte Antwort. Es lässt sich aus Spuren am Tatort und Satzfetzen des aufgewühlten Zeugen rekonstruieren, dass mein Baby wohl spülen wollte. Alles in die Spüle warf, was da noch vom Frühstück noch stand und als nicht ganz Dreijähriger daran an irgendeinem sehr schaumigen Punkt scheiterte.

Ja, der Traummann hatte weniger Humor als er kurz darauf in der Szenerie auftauchte. Aber er lies es unkommentiert, zog die Augenbrauen hoch, schnappte sich die drei Chaoten und bugsierte sie zum Auto. „So wir fahren jetzt in den Park auf den Spielplatz.“

Und nun sitze ich hier. Das Haus ist ruhig. Ich fühle mich ein bisschen blöd, denn ich würde nun auch gerne mit den Dreien im Park sein. Ein kleines bisschen fühlt es sich an, als würde Mama sich am Wochenende ständig aus der gemeinsamen Familienzeit herausziehen. Als wolle sie nicht. Dabei würde sie so gerne.

Gleichzeitig schmunzle ich auch über mein fleißiges Helferlein im Haushalt, das die Schaumgeister nicht weggezaubert bekam. Und ich genieße den Luxus, dass ich diese Geschichte gleich und ohne Umwege aufschreiben kann, für mich festhalten kann. Ich lausche in die Stille, höre draußen Kinder weinen, die Mama rufen, weiß dass es nicht meine sind.

Und ich bin ziemlich dankbar um den Traummann, der zwar gerade ein wenig gestresst bis genervt wirkte, aber einfach kommentarlos die Kinder in den Park ausführte. Nein, er hat nicht gesagt „damit du deine Ruhe hast“, aber so war es gemeint. Er weiß, dass ich gerne mitgehen würde. Und ich verstehe, dass eine halb überschwemmte Küche voller Schaum ziemlich unamüsant ist, wenn man gerade seit Stunden permanent versucht hat, das Chaos irgendwie zu bändigen. Ach… ich bin ziemlich emotional gerade.

Aus einem stillen Büro grüßt
Eure Kerstin


*Auch wenn ich früher ein nachtaktiver Mensch war und am produktivsten wurde, am effektivsten gearbeitet habe, wenn andere Menschen schon lange schliefen, habe ich mittlerweile ein Müdigkeitslevel erreicht, dass mir abends kaum Motivation zum Arbeiten übrig lässt. Auch da geht nur Kleinkram, denn meine Augenlider sind schwer, der Krümel wird bald unruhig im Bett allein und beendet die Nächte auch immer sehr zeitig.

**Falls wer brüllen mag, wo der Vater steckte: Der war wenige Meter weiter vor dem Haus und löste ein unaufschiebbares Anliegen des Großen. Krümel war nicht lange aus seinen Augen verschwunden, darf sich aber auch sonst durchaus bei uns am und im Haus auch mal einige Meter allein bewegen, bevor wir anfangen ihn zu suchen.

Waldspielplatz im Sauerlandpark Hemer | Mamablog Kerstin

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 08/2018

Nun was mache ich an so einem Sonntag im August 2018 eigentlich? Nicht bloggen, daran habe ich nicht gedacht und so antworte ich heute verspätet auf die Frage von Frau Brüllen. Ich antworte aber trotzdem, denn diese Rubrik ist mir persönlich eine wertvolle Erinnerung. <3

Ich weiche etwas vom Protokoll-Stil ab, denn der wäre erlogen, ich kenne die tatsächlichen Uhrzeiten nicht wirklich. 😉

NRW in der Sommer-Hitze

Es ist heiß im Ruhrgebiet im Sommer 2018. Ich mag Sommer und die Hitze, aber uff es ist schon sehr heiß gerade. Und sehr trocken. So verbringen wir viel Zeit im abgedunkelten Haus. Doch nicht Sonntag!

Sonntag hatte eine Vorgeschichte, denn ich hatte mich zwei Tage vorher endlich mal wieder – seit sehr vielen Monaten – bei jemandem gemeldet, bei dem ich mich schon immer mal wieder melden wollte. Ihr kennt das. Hoffe ich.

„Was macht ihr denn Sonntag? Habt ihr Zeit?“ Ja, hatten wir und so stand spontan ein Date mit unseren Bekannten aus dem Geburtsvorbereitungskurs.

Morgengrauen

Es war definitiv sehr früh, als der Krümel mal aufstehen wollte. Wie immer zu früh. An diesem Morgen war es mein Job, ihm dabei Gesellschaft zu leisten. Irgendwann tauchten auch die Zwillinge auf und so saßen wir gegen halb neun alle am Frühstückstisch.

Im Anschluss packte ich die Kühltasche mit eigens vom Traummann bestellten Möhren-Muffins (am Vorabend gebacken), belegten Brötchen, hart gekochten Eiern, Äpfelchen, Keksen und ganz viel Wasser.

Kinder anziehen, mit Sonnencreme großflächig rumschmieren, Mutti muss noch duschen, den Rucksack mit Wickelsachen, Ersatzklamotten und Handtüchern packen, Bollerwagen ins Auto, irgendwie wurde es mal wieder – wie immer – chaotisch.

Gefühlt waren wir wieder sehr spät dran, praktisch sahen wir schon bei der Fahrt aus der Stadt heraus das Auto unserer Freunde vor uns. Es ging ins Sauerland, denn das beginnt bei uns knapp hinter der Stadtgrenze.

Ein Tag im Park

Spontan meldete sich noch ein weiteres Paar aus unserem Kurs, dass es später auch folgen werde und pünktlich um 11 Uhr erreichten wir den Sauerlandpark in Hemer (das kann man als Werbung kennzeichnen, denn dort ist es wirklich schön)

Wir schlugen unsere Basis irgendwo zwischen Kleinkind- und Wasserspielplatz auf. Picknickdecken im Schatten, gefüllte Kühltaschen, sechs Erwachsene und 13 kleine Kinder, die entweder zwei oder auch fünf Jahre alt sind. Es lief erstaunlich entspannt. Wir haben also DAS Alter erreicht oder hatten Glück oder der Mond stand günstig oder wir sind einfach alle Supereltern.

Denn über Stunden spielten alle Kinder zufrieden, kamen nur kurz angelaufen, um Nahrung zu sich zu nehmen. Wir konnten da sitzen, zuschauen und uns unterhalten. Herrlich.

Das Wetter war angenehm und die knapp 30° fühlten sich nach der Hitze der letzten Wochen fast kühl an.

Gegen 14 Uhr waren es dann auch eher die Eltern, die mal ein wenig Bewegung in den Tag brachten und entweder mit den Kindern zum Jüberg hochstiegen oder sich mit den Bollerwägen auf den direkten Weg zum Waldspielplatz machten. So schattig. So angenehm.

Da kamen wir dann auch ins Grübeln, dass wir doch den Tag so gar nicht enden lassen wollten. Zusammen essen? Wäre doch schön.

Ein schöner Tag braucht ein schönes Ende

Um 17 Uhr fiel vor den Toren dann die Entscheidung, dass alle kurz zu Hause einsammeln, was an Nahrung im Kühlschrank ist und wir uns spontan bei einer Familie im Garten zum Grillen treffen.

Die Kinder fielen auf der Autofahrt kurz in den Schlaf und ich war ehrlich gesagt auch ziemlich platt. Doch es waren noch wirklich schöne zwei Stunden zusammen.

Unsere Kinder sehen sich selten, spielten aber wirklich ausdauernd miteinander. Wir Erwachsenen haben uns nur zufällig durch den Umstand kennengelernt, dass die Hälfte von uns gerade gleichzeitig schwanger war, die andere bald Vater werden sollte und diese Umstände uns in den gleichen Kurs zur Vorbereitung auf das Elternwerden würfelte. Ich mag bezweifeln, dass diese Vorbereitung im Kurs gelang, aber diese Zeit hat uns verbunden.

Wir sind ganz unterschiedlich, unsere Kinder sind wahnsinnig unterschiedlich, aber wenn wir uns sehen, haben wir eine schöne Zeit zusammen.

Familienausflug in den Sauerlandpark in Hemer

Und sonst so?

Nein, Krümel hat keinen Mittagsschlaf gemacht. Den spart er sich oft und immer öfter. Ja, wir haben Wickelsachen gepackt und brauchten sie auch. Aber das scheint bald zu Ende zu sein, denn jetzt nur zwei Tage später, will Krümel auf gar keinen Fall mehr Windeln tragen.

Die Großen haben jetzt Kindergartenferien und kehren im Anschluss als Maxi-Kinder zurück. Gerade sehnen sie den ersten Wackelzahn sehr herbei. Krümel hat noch drei Wochen mit seiner Tagesmutter, bevor auch er ein Kindergartenkind wird. Die nächsten Wochen werden aufregend.

Und heiß. Heute ist wohl der vorläufige Höhepunkt und ja, ich würde mich über ein wenig Regen sehr freuen. Sommerregen ist schön.

Wie verbringt ihr aktuell den Sommer? Zu Hause? Immer im Freibad? Oder lieben nur in den Abendstunden raus?  Oder seid ihr im Urlaub?

Eure ziemlich müde
Kerstin

leckere kleine Amerikaner

Event-Planung für entspannte Eltern: in 5 Schritten zum (un)perfekten Kindergeburtstag

* kann Werbung enthalten

Heute gibt es für euch hier einen Mega-Beitrag über unseren letzten Kindergeburtstag. Die Zwillinge wurden bereits Anfang des Monats fünf Jahre alt, der Kindergeburtstag ist aber noch gar nicht lange her.

Als Profis haben wir natürlich ein gigantisches Event organisiert.

Schritt 1: Die Rahmenbedingungen klären

Ein oder zwei Kindergeburtstage?

Es gab kurz den Gedanken (meinerseits, und wirklich nur meinerseits, der andere Erziehungsberechtigte erklärte mich aufgrunddessen schon für ziemlich bekloppt), dass wir zwei getrennte Feiern für die Zwillinge machen. Netterweise fanden die beiden das aber einen ziemlich abwegigen Gedanken.

Wieviele Gäste sollen eingeladen werden?

Aufgrund nicht nachvollziehbarer, spontan getätigter Aussagen meinerseits durfte jeder Zwilling drei Gäste einladen. Macht sechs Gäste, macht neun Kinder, abzüglich des dann doch kurzfristig zu Oma ausquartierten Krümels. Acht Kinder sollten doch zu schaffen sein?

Wann feiern wir?

Ursprünglicher Plan war meinerseits der Geburtstag der Zwillinge, um dann am Wochenende darauf, die Familienfeier zu machen. Der Traummann hatte den Freitag der Woche im Kopf. Geworden ist es dann ein Freitag drei Wochen später, weil der wichtigste Gast des Sonnenscheins zwei Wochen im Urlaub war. So hat man auch länger was vom Geburtstag feiern.

Gibt es ein Motto?

Gewünscht war je nach Tag und Laune ein Regenbogen-Einhorn-Feuerwehr-Batman-Piratenprinzessinnen-Monster-Elfen-Geburtstag. Also irgendwas buntes und fröhliches. Aber ganz wichtig, das Party-Set (mit Papptellern und tollen Wimpelchen) aus dem Keller musste zum Einsatz kommen.

Einladung zum Kindergeburtstag selbst gestalten

Schritt 2: Die Einladungen

Einladungen basteln

Die Einladungen wurden selbst gebastelt. Dazu habe ich schlichte Kartenrohlinge genommen und jeder Zwilling durfte sich eine Farbe aussuchen. Die Karten wurden mit Papierschnipseln und Gedöns beklebt, so dass man annähernd behaupten könnte, es habe eine Feuer(wehr)-Variante und eine Regenbogen-Schmetterlings-Variante gegeben. Tatsächlich entstanden sie spontan.

Einladungen beschriften

Ausgefüllt habe die Einladungen ich. Immer schwankend zwischen meiner Abneigung gegenüber übermäßig erklärenden Romanen und dem Wunsch dann doch alle Infos reinzupacken. Also gab es die kurzen Infos, wann die Party wo stattfindet. Dazu unsere Adresse und meine Handynummer, den kleinen Hinweis, dass wir draußen feiern wollen und Wechselkleidung eine gute Idee sei. Ganz wichtig war mir ein kleiner Text zum Thema Geschenke, denn ich schreibe nicht nur über Kinderarmut, sondern es bleibt auch bei mir selbst hängen.

Einladungen verteilen

Die Zwillinge haben sie dann höchst persönlich im Kindergarten an die Gäste verteilt und waren selbstverständlich stolz wie nix. Das wird die Party des Jahrhunderts!

Einladung zum Kindergeburtstag selbst gestalten

Schritt 3: Der Planungsprozess

Welche Nahrungsmittel sollen gereicht werden?

Ich mag ja tolle Motivtorten und sammle solche Ideen ganz begeistert auf Pinterest. Mir war aber klar, dass wir etwas einfaches, nettes, süßes brauchen, wofür ich nicht stundenlang in der Küche stehen wollte. Also Mini-Amerikaner. Die enthalten keine Gelantine (dazu komme ich später), laufen mit Zuckerguß-Deko bei Sommerwetter nicht weg, es mag sie fast jeder und sie sind so klein, dass keine großen angebissenen Stücke auf den Tellern liegen bleiben.

Für den Abend bestellte Sonnenschein nachdrücklich Fischstäbchen, während die Prinzessin nur unbedingt Kuchen wollte. Schien machbar.

Komplizierter war die konkrete Anweisung, dass es auf gar keinen Fall Süßigkeiten geben dürfe, die nicht alle Kinder essen dürfen. Und so zog ich dann doch ziemlich lange suchend durch Süßigkeitenregale, studierte Kleingedrucktes und kaufte schließlich Lollis, Traubenzucker, Zuckerketten und Mini-Smarties. Denn ich brauchte kleinteilig verpacktes ohne Gelantine. Alternativ hätte ich natürlich gelantinefreie Weingummis erwerben können, um sie dann eigenhändig in kleine Beutelchen zu verpacken, aber ähm… nein.

Benötigen wir explizit Material?

Prinzessin schlug vor, dass es irgendwie Einhörner geben sollte. Sonnenschein wollte unbedingt Sackhüpfen machen. Topfschlagen schien auch ein zentraler Programmpunkt zu sein. Theoretisch braucht es für das ein oder andere Material, doch in diesem Fall nur eine Nachbarin, die mir zwei Tage vorher mal eben entsprechendes Equipment und Bastelmaterial aus ihrem reichhaltigen Vorrat rüber reicht.

Obst und Mini-Amerikaner verschönern jede Geburtstagstafel

Schritt 4: Die Vorbereitungen

Abgesehen vom Einkauf der Zutaten/Süßigkeiten, die Sackhüpfsäcke und Bastelgedöns der Nachbarin sowie den verteilten Einladungen begannen die umfangreichen Vorbereitungen am Vormittag des Tages.

Generell stand das Programm unter dem Motto: Lass es laufen… So ein Kindergeburtstag ist wie eine Naturgewalt, eine Sturmflut mit kreischenden Kindern, die einen überrollt. Idealerweise schnappt man sich ein Surfbrett, wehrt sich nicht, sondern lässt sich mit der Welle treiben. Nur gut vorbereitet will das Abenteuer sein.

Also buk ich Mini-Amerikaner mit Zuckerguß, streute reichlich süße Deko drauf, deckte den Tisch mit den essentiellen Party-Artikeln (die von einem Getränkehersteller stammen, für den ich hier damit unfreiwillig Werbung mache, aber eigentlich nie würde und dessen Getränk es gar nicht auf der Party gab). Zum Kindergeburtstag gehört immer eine bunte Deko und viele, viele Luftballons.

Um die elegante Kaffeetafel zu perfektionieren, verteilte ich noch Brause-Ufos für unterzuckerte Kinder auf den Kuchenplatten und stelle Obst-Tellerchen mit Einhorn-Piekser (da die Einhörner!!! Ich habe sie untergekriegt!) zwischen Luftschlangen und Papphüte.

Für das Abendessen schnippelte ich mir schon die Rohkost vor und parkte sie im Kühlschrank.

Dann suchte ich mir alles Material für Sackhüpfen, Topfschlagen, Stelzenlaufen, Wasserschlacht, Eierlaufen, Magnete gestalten, Tischsets bemalen und Kinderschminken (versteckt) hin. Notierte mir außerdem noch, dass man theoretisch ein Bobbycar-Rennen oder eine Verkleidungsaktion machen könnte, vermerkte das Verteilen von Wassereis als denkbaren Programmpunkt und schrieb noch kurz eine Nachricht an die Eltern der Gäste, dass es vielleicht klug sei, Badesachen mitzubringen und man bitte auf Sonnenschutz achten möge. Denn das Planschbecken im Garten wartete.

Obst und Mini-Amerikaner verschönern jede Geburtstagstafel

Schritt 5: Lasset die Spiele beginnen!

Der Geburtstag im Schnelldurchlauf
(in der Realität lief der nicht viel langsamer ab)

  • Ankunft der Gäste und wildes Auspacken der Geschenke, bespielen der Geschenke und fröhliches Durcheinander, erste dringende Programmwünsche
  • Kuchen bzw Mini-Amerikaner essen. Das geht bei den meisten Kindern in unter zwei Minuten, dann stürmen die einen das Kinderzimmer, die anderen naschen noch Obst und wieder andere wünschen endlich Programm
  • Da die meisten plötzlich eh im Garten standen: Umziehen und Wasser marsch! Der Traummann füllte Wasserbomben, bekam 80% davon selber ab und alles sprang kreischend im Garten herum.
  • Kinder trockenlegen, umziehen und auf an den Feldrand zum Sackhüpfen und Eierlaufen. Hier dann auch mal die einzige Gelegenheit meine Süßigkeiten zu verteilen. Gesammelt wurde in von mir liebevoll mit Edding beschrifteten Butterbrotstüten.
  • Nächster Programmpunkt: Eis essen
  • Kurz mal was ruhiges? Vielleicht das Bastelset mit den Magneten. Fanden die einen so eher fad und entschwanden ins Kinderzimmer, die anderen produzierten einen Magneten nach dem anderen.
  • Boah Spielplatz wäre toll! Nagut, dann eben Spielplatz, wenn ihr das wünscht.
  • Und schon ist Zeit zum Abendessen! Kindergeburtstag vorbei. Zack.

Im Endeffekt haben wir – der Traummann und ich – immer spontan entschieden, ob wir sie einfach gerade spielen lassen oder ob wir etwas anbieten sollten, weil die Stimmung sonst kippt. Es war absolut nicht das Ziel, alle der denkbaren Spielchen durchzuziehen.

In 5 Schritten zum (un)perfekten Kindergeburtstag
Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag pinnst.

Meine persönlichen Tipps für einen gelungenen Kindergeburtstag in dem Alter?

  1. Es braucht nicht viel Aufwand und lange Planung, wenn man wichtige Wünsche der Kinder berücksichtigt und ihnen ansonsten Raum lässt, einfach zu feiern/spielen.
  2. Gegessen werden keine Mengen, die Kuchenportionen sollten klein und handlich sein. Getränke und kleine Obstteller/Snacks sollten immer erreichbar sein.
  3. Ein paar Spielchen im Hinterkopf zu haben, deren Material man nicht mühsam noch zusammensuchen muss, hilft bei Leerläufen/Langweile oder auch bis kurz vor der Explosion aufgeladener Stimmung.
  4. Wenn die Kinder gerade super spielen, spielen lassen. Es braucht kein Programm.

Ansonsten werde ich weiterhin Ideen für tolle, bis ins letzte Detail abgestimmte Kindergeburtstage sammeln, denn ich finde die großartig. Doch solange unsere Kinder noch Spaß an dieser Vintage-Variante haben, lass ich die Sturmflut ohne Masterplan auf mich zurollen.

Herzlichste Grüße,
Kerstin