Kategorie: Meinung

Brotboxen für Vorschulkinder

Vorschulkinder: Guten Tag, ich komme vom Gesundheitsamt.

Vor nicht einmal einen Jahr schrieb Tanja an dieser Stelle über ihr Unverständnis über die detaillierten Fragen zur Schuleingangsuntersuchung. Ich las es, so wie ihr es vielleicht gelesen habt.

Ich runzelte die Stirn, konnte sie teilweise verstehen und teilweise war ich auch gar nicht ihrer Meinung. Wir sind nämlich nicht immer einer Meinung, um mal ein Geheimnis zu verraten. 😉

Vor allem war der Text für mich noch sehr weit weg. Meine Zwillinge sind eineinhalb Jahre jünger, gehen ein Jahr später erst zur Schule. Meine Zwillinge werden erst in diesem Sommer Vorschulkinder.

Meine Zwillinge werden sehr bald Vorschulkinder!

Und auf einmal ist alles ganz nah, denn vor wenigen Tagen gab mir eine Erzieherin im Kindergarten ein Schreiben in die Hand. In doppelter Ausfertigung. Das Gesundheitsamt besuche den Kindergarten und wolle alle zukünftigen Vorschulkinder vermessen, betrachten, was auch immer. Ja, was auch immer?!

Wir sollten doch bitte das U-Heft und den Impfausweis, sowie den umseitigen Fragebogen ausgefüllt mitgeben. Inklusive einer Entbindung von der Schweigepflicht.

Und es fühlte sich komisch an. Es wurde auch nicht besser, als wir den Text das zweite oder dritte Mal lasen. Die Formulierungen im Schreiben waren merkwürdig. Unklar. Bei mehrmaligem Lesen verwirrend.

Das Ausfüllen des Fragebogens sei freiwillig, ob der Rest es auch sei, stand dort nicht explizit. Als Service für uns wurde angepriesen, man weise uns dann darauf hin, ob die Impfen und U-Untersuchungen vollständig seien und wann die nächsten Termine anstünden. Man schlage Förderung für das Kind vor, wenn es diese benötigen würde. Um Defizite vielleicht noch im Jahr vor der Schule aufzuholen.

Klingt vielleicht ganz gut oder eben auch nicht.

Für mich fühlte es sich unnötig an, denn ich weiß, dass alle Impfen vollständig sind, wann die nächsten U-Untersuchungen anstehen, ja ich habe sogar schon für alle drei Kinder entsprechende Termine. Und Förderbedarf?

Nun ich gehe davon aus, dass uns die Erzieher im Kindergarten auf möglichen Bedarf eines unserer Kinder in der Vergangenheit angesprochen hätten. Haben sie nicht.

Da das Gesundheitsamt wohl kaum an diesem einen Vormittag alle zukünftigen Vorschulkinder eines Kindergartens besser einschätzen kann, als die Erzieher in den letzten zwei Jahren durch ihre tägliche Beobachtung, fühlt sich da für mich der Mehrwert ziemlich überschaubar an.

Warum sollten wir da mitmachen?

Haben wir nicht. Wir haben diesen Zettel einige viele Male gelesen, es gemeinsam besprochen, uns Gedanken gemacht und die Kinder am besagten Tag normal in den Kindergarten gebracht. Ohne Fragebogen, ohne Impfausweis oder U-Heft.

Ja, ich erahne einen grundsätzlichen Sinn dahinter.

Ich kann durchaus vermuten, dass man die Kinder erreichen möchte, die nicht aufgrund neurotischer Eltern oder tatsächlicher gesundheitlicher Probleme quasi ständig im Wartezimmer des Kinderarztes campen. Die, die vielleicht nicht selbst so genau darauf achten, ob ihr Kind möglicherweise tatsächlich Förderung benötigen. Die, die nicht regelmäßigen im Austausch mit den Erziehern sind.

Aber hilft da diese Untersuchung, dieser Termin, dieses Sichten? Reichen da nicht die verpflichtenden Untersuchungen beim Kinderarzt und das durchaus nicht verpflichtende Gespräch mit den Erziehern im Kindergarten? Würden Eltern, die ein Hinweis der Erzieher auf möglichen Förderbedarf des Kindes nicht interessiert, sich an dieser Stelle etwas davon annehmen?

Ich komme da zu keiner schlüssigen Meinung, ob ein solcher Termin im Kindergarten sinnvoll ist oder ob es reiner Aktionismus ist.

Wie seht ihr das?


Über die Frage, was das Gesundheitsamt es angeht, ob meine Kinder per Kaiserschnitt geboren wurden und was der Sinn dieser Fragen in der Schuleingangsuntersuchung ist, habe ich fest vor in Zukunft noch einmal zu bloggen, wenn das Thema bei uns ansteht.

Ich persönlich finde ja auch spannend, welche Daten dann davon bei der Schule ankommen. Denn eine Klassenliste mit „Peter-Paul Karlson (Zangengeburt)“ oder ähnlichen Einträgen ist eine reichliche absurde Vorstellung.

Mama mit Augenringen und Laptop

Geschichten aus dem Hintergrund des Chaos #DSGVO

Liebe Leserinnen und liebe drei Leser,
lieber verirrter Internetnutzer, der du einem Link auf einer Suchmaschine gefolgt bist, um dich zu einem total hilfreichen Text über irgendwas zu bringen, auch du bist gemeint,

dies hier ist ja ein Blog. Also irgendwie Text und ein bisschen Bild, das die Kerstin meist im Alleingang meint ins Netz schreiben zu müssen. Seit ziemlich genau vier Jahren.

Diese Schreiberei ins Internet ist mein Hobby, eine Passion und tatsächlich sogar auch mein Beruf. Nur nicht hier. Auf dieser Seite. Hier schreibe ich nur für mich, meine Freude am Schreiben und für dich.

Jetzt haben wir heute DSGVO-Tag und alle so YEAH! In den letzten Wochen dürfte jeder Zahnarzthelfer, jede Shopbetreiberin, jeder Friseur und jede Vereinsvorstandsvorsitzende davon etwas mitbekommen haben. Dieses Ding mit den Daten betrifft uns ja alle. Ich verheddere mich auch gleich in Randgeschichten, deswegen kurz zu meinem eigentlichen Anliegen (kurz und Kerstin???):

DSGVO und das Chaos

Ich habe mir in den letzten Wochen schwer Mühe gegeben, die Verordnung zu verstehen. Habe gesucht und gelesen wie eine Besessene. Habe unfassbar viele Checklisten und Meinungen zu Detailfragen durchgeackert und bin dabei ungefähr so ziemlich gar nicht schlauer geworden.

Ich habe am Blog rumgebastelt, um alle diese Punkte, bei denen gar nicht klar ist, ob sie wirklich relevante Punkte sind, zu erfüllen. Kam deswegen kaum zum eigentlichen Schreiben. Aber ich will dir gerne erzählen, wie das mit deinen Daten und diesem Blog nach meinem Wissensstand nun aussieht:

Datenschutz-Gedöns

Fängt ja an mit der Datenschutzerklärung. Die hatte ich schon. Musste nun eine neue her, hab ich mit dem Datenschutzgenerator von Dr. Schwenke gemacht. Dafür herzlichstes Danke, denn so kleine Blogger dürfen dieses Tool kostenlos nutzen und dahinter steckt ganz, ganz sicher eine irre Arbeit. Trotzdem kommt am Ende ein ellenlanges Ungetüm in einer für mein Blog sehr untypischen Sprache raus, das ich selbst kaum lesen kann/mag. Aber ja, habe ich. Boah ist das Ding lang… wer liest das?

Diese Seite setzt Cookies. Das ist quasi Internet-Standard. Ich habe ein hoffentlich gut funktionierendes Plugin gesetzt, dass dir ermöglichen sollte, dieses weitestgehend nach eigenem Ermessen zu begrenzen. Am Ende braucht es aber mindestens nen Cookie, das sagt „hier keine Cookies setzen, bitte“. (Borlabs Cookie)

Statistiken, WordPress & Plugins

Ich erfasse Statistiken auf dieser Seite. Also eigentlich nicht ich, sondern Google Analytics. Dabei sollte die IP-Adresse allerdings anonymisiert werden und du hast auch die Möglichkeit, dich auszutragen.

* Klicke bitte auf diesen Button, um Google Analytics zu deaktivieren.
Opt-out

Du hast dich erfolgreich ausgetragen von Google Analytics.

Meine Formulierung ist defensiv, denn ich kann nur behaupten, dass ich versucht habe, das alles korrekt einzubinden und davon ausgehe, dass es passt. Ich kann es aber nicht garantieren.

Das einfache, weil quasi von WordPress mitgelieferte Statistiktool Jetpack habe ich im Zuge der Vorbereitungen rausgeworfen. Und ich trauere ihm ein wenig nach, denn für meine Bedürfnisse reichte es aus. Da lies sich aber nicht wirklich zB das mit dem Austragen und um Erlaubnis bitten reinbasteln.

Warum erhebe ich Statistiken? Nun ich schreibe, um gelesen zu werden. Alle paar Wochen sehe ich mir dann auch durchaus mal an, was denn so gelesen wird. Für mich ist das (stummes) Feedback, welche meiner Texte interessant oder unterhaltsam sind und welche eher weniger. Manchmal beantworte ich sogar konkrete Suchanfragen.

Ich nutze diverse Plugins, um einige Funktionen der Seite hinzuzufügen oder manches einfacher bearbeiten zu können. Es sind gut ein Duzend. Gut möglich, dass das ein oder andere im Hintergrund dann doch irgendwelche Daten sendet. Bewusst habe ich aber keine Datenmonster installiert.

Google Fonts & Gedöns

Das meine Startseite aktuell etwas merkwürdig aussieht, liegt zum einen daran, dass nach dem Wegfall von Jetpack auch einige nette Widgets  fehlen (ich vermisse zB schmerzhaft die Anzeige der aktuell gern gelesenen Texte). Zum anderen aber auch, weil ich die Google Fonts rausgeworfen habe mit Hilfe eines Plugins. (Remove Google Fonts References) Diese Schriften stellt Google netterweise zur Verfügung und ich habe sie genutzt. Natürlich stellt Google sie deswegen nett zur Verfügung, weil via deren Verwendung ebenfalls Daten gesammelt werden können. Also raus damit.

Man kann das ganze dann lokal einfügen und ich habe das sogar gemacht, dabei mächtig geflucht und wertvolle Lebenszeit verschwendet, aber am Ende sieht das Ergebnis noch ziemlich merkwürdig aus. Ich muss da nochmal ran, wenn ich die Zeit finde. Also wahrscheinlich nie.

Kommentare & Kommunikation

Wenn du meine Blogposts kommentierst, dann musst du Daten in die Felder eintragen. Name und E-Mail-Adresse und zusätzlich wird noch die IP gespeichert. Darauf weise ich nun nochmals hin, auch direkt im Kommentarfeld. (Plugin: WP GDPR Compliance) Du kannst also ganz aufgeklärt, kommentieren oder es auch sein lassen. Was ich schade fände. Aber hey, dann kommentiere eben als PeppaPig und es sollte auch gut sein. Gravatar habe ich deaktiviert (das hätte ein nettes Bildchen neben dem Kommentar angezeigt, wenn du dort registriert bist, aber eben auch die Daten mit Gravatar abgeglichen). Die IP-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht. Das erledigt ebenfalls ein Plugin. (Plugin: Remove Comment IPs)

Wenn du mir aber nun eine E-Mail schreibst, dann habe ich auch deine E-Mail-Adresse. Ich habe damit nichts sonderlich vor, außer deine Mail zu beantworten, aber ich sage das nochmal: Achtung, schreibe nur Mails an mich, wenn du willst, dass ich deine Mail-Adresse kenne. Wenn es hier Verlosungen gibt, frage ich sogar nach den Gewinner nach seiner Post-Adresse, um einen Gewinn zuzusenden. Manchmal gebe ich die sogar weiter, wenn nämlich der Verlag selber die verschickt (sind ja in der Regel Bücher). Darauf versuche ich schon immer sauber hinzuweisen. Aber hier halt nochmal. Danach interessiert mich deine Adresse nicht mehr und wenn du magst, lösche ich dann auch gerne die entsprechende Mail in meinem Postfach. Aber dazu müsstest du mir eine Mail schreiben, denn Rauchzeichen kann ich manchmal von Chemtrails nicht unterscheiden und missverstehe sie möglicherweise. Meine Handynummer wirst du wahrscheinlich nicht haben, die gebe ich nämlich ungern raus.

selbstverständlich freue ich mich, wenn ihr meinen Beitrag auf PINTEREST teilt

Social Media

Jeder weiß ja, dass Facebook und Co die ganz bösen Datenfischer sind im Netz. Aber das fängt schon damit an, wenn du bei denen ein Profil hast. Darauf habe ich nun keinen direkten Einfluss. Aber natürlich sammelt Facebook auch Daten darüber, ob du mit meiner Facebook-Seite interagierst, Instagram zeigt mir Statistiken, ob jemand mein Bilder mag, Twitter weiß sowas auch ganz genau und bei Pinterest sieht es nicht anders aus. Interagierst du dort mit meinen Profilen, dann registrieren die Netzwerke das und auch ich bekomme irgendeine Statistik zu sehen, wenn ich sie mir aufrufe. Das könnte ich nur verhindern, wenn ich da keine Profile hätte, will ich aber.

Nun arbeite ich auch in meinen Texten immer mal wieder mit eingebetteten Inhalten dieser Seiten. Da gibt es dann einen Tweet, auf den ich mit einem Blogpost reagiert habe oder Insta-Bilder, die ich in einen Text einfüge. Ich habe das (leider) sehr viel gemacht in der Vergangenheit, weil es mir als einfacher und unkomplizierter Weg der plattformübergreifenden Kommunikation erschien. So kann man direkt auf den eigebundenen Tweet reagieren oder die Debatte weiterverfolgen. Technisch sind diese eingebetteten Tweets und Co aber kleine Stückchen Twitter und Co auf meiner Seite. Also kann darüber das entsprechende Netzwerk Daten erfassen. So richtig habe ich noch keine praktikable Lösung gefunden, das bei allen alten Beiträgen einfach zu verhindern, außer komplett die Links kaputt zu machen oder alles einzeln zu bearbeiten. Darüber habe ich lange nachgedacht und auch darüber, die ungefähr 300 betroffenen Beiträge zu löschen, weil es mir unmöglich erschien, alle händisch zu bearbeiten. Ich suche weiter nach einer eleganten technischen Lösung, lasse es jetzt aber erstmal so und sage dir:

Achtung, auf meiner Seite sind Inhalte von sozialen Netzwerken eingebunden und wenn du diese aufrufst, könnten diese Netzwerke Daten erfassen. Umso mehr, wenn du dort einen Account hast und angemeldet bist. Wenn du das nicht willst, dann meide diese Seite.

Was lernen wir aus der DSGVO?

Fein, wir haben uns alle einmal genau Gedanken darüber gemacht, an welchen Stellen wir Daten sammeln/erheben und ob wir das wirklich müssen/wollen. Ich fürchte nur, dass es eher die gemacht haben, die da sowieso schon nicht sorglos mit umgegangen sind. Es ist auch wirklich kein Nachteil, dass nun Seiten generell vernünftig verschlüsselt sein sollten und so weiter. ABER!

Aber boah hömma war das viel Arbeit und vor allem viel Verwirrung! Man findet unfassbar viele Informationen dazu im Netz aber gefühlt keine echten konkreten sicheren Sachen. Weil wegen: muss man noch warten, wie das später ausgelegt wird.

Dann kommen da die Hobby-Blogger mit ihrem Halbwissen und versuchen es umzusetzen. „Bloggen kann jeder, einfach irgendwo nen Profil machen, Blog aufsetzen und los.“ Nö. Ich habe von zuvielen gehört, denen die ganze Sache nun zu heikel oder aufwendig wurde, die aus Angst etwas falsch zu machen und Abmahnungen zu riskieren, lieber aufgegeben haben. Die letzten Tage hat das Netz schwer Verluste hinnehmen müssen, Vielfalt ging verloren. Manche veröffentlichen nun nur noch ausschließlich auf Facebook oder Instagram. Weil da ja überhaupt ganz zurückhaltend mit Daten umgegangen wird. Ja neee… aber die eigene Plattform ist halt zu riskant. Das ist verdammt nochmal schade!!!

Man hilft sich

Eine schöne Lehre aus den letzten Wochen ist aber die Gemeinschaft. Mag es theoretisch da draußen diejenigen geben, die nur darauf warten, Opfer zu Abmahnen zu finden, es gibt auch ganz viele hilfsbereite Leute. Das Netz hilft sich.

Die einen schreiben Blogposts über ihre Versuche, alles sauber umzusetzen. Die anderen reagieren auf meine verzweifelten Tweets.

* Klicke bitte auf diesen Button, um den Inhalt von Twitter zu laden.
Inhalt laden

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In meinen Postfach landen konkrete Hinweise und Hilfsangebote, Steffen interviewe ich dann gleich telefonisch, auf Instagram supportet mich @lesulu quasi live in den Stories, als ich dort vor mich hin heule und fluche, weil ich mir nicht sicher bin, welche Code-Zeile ich nun aus dem Header meines Child-Themes umbedingt rauswerfen müsste, damit Pinterest nicht ständig hier nach Daten guckt.

Mein Freund verbringt einen ganzen Samstag damit, immer wortkarger und brummeliger, die total einfach umzusetzende Verschlüsselung dieser Seite wirklich sauber hinzubekommen und am Ende wehren sich immer noch drei Bildchen auf zwei Unterseiten gegen seine Bemühungen. (Ich hoffe übrigens, dass ich das nun sauber alleine hinbekommen habe.) Zu Juli habe ich teilweise eine WhatsAppSprachnachrichtenStandleitung (DATENKRAKE!!!), ob wir nun auch wirklich nix vergessen haben. Und Hannah schickt mir ausführliche Anleitungen.

Nein, das ist kein Gegeneinander. Wir wollen das hier alle vernünftig machen und helfen uns gegenseitig so gut wir können. Danke euch allen <3

Und nun liebe Leserinnen, liebe Leser und Verirrte,

Willkommen im Chaos. Fühlt euch wohl, ich versuche euch zu unterhalten und hier ein kleines bisschen netten Lesestoff zu hinterlassen, haltet eure Daten zusammen, ich will sie gar nicht haben. Habe schon genug eigene.

Eure Kerstin

Einladung mit Washitap zum vierten Geburtstag

Über den Tellerrand: Kinderarmut ist kein Kindergeburtstag

Ich bin ein #Glückskind. Das habe ich neulich auch einmal niedergeschrieben, als mir das (mal wieder) so richtig bewusst wurde. Ich wurde vom Glück reich beschenkt und ich bin privilegiert.

Wir (als Familie) sind auf vielen Ebenen privilegiert, auch finanziell. Wir haben keine großartigen finanziellen Sorgen, auch wenn es sicherlich manchmal hier und da eng wird. Das prägt die eigene Wahrnehmung und da kann ein Blick über den eigenen Tellerrand manchmal wirklich überraschen. So ging es mir die Tage mit einem Tweet von Nina, der mich immer noch beschäftigt.
Das schlimmste an Hartz IV war:
Wir haben wenig Freunde im realen Leben. Damit haben auch die Kinder relativ wenige Spielkameraden. Wenn sie zu einem Kindergeburtstag eingeladen wurden, fragten sie, ob sie dort hin können.
Weil ein Geschenk für 10€ oft nicht möglich war.
9:21 PM – Mar 21, 2018

Kinderarmut hat viele Aspekte

Es ist nicht so, dass ich nie über Kinderarmut nachgedacht hätte, dass ich nicht schon oft über die erdrückenden Sorgen im Alltag und die Probleme schon bei Kleinigkeiten gelesen hätte, dass ich mir einbilden würde, Deutschland habe kein Problem mit Kinderarmut. Es ist dieses greifbare kleine Beispiel, über das ich nie nachgedacht habe.

Nina schreibt in einer Reihe von Tweets darüber, dass sich selbst ihre Kinder darüber bewusst sind/waren, dass eine Einladung zum Kindergeburtstag daran scheitern kann, dass man kein Geschenk kaufen kann. Dass sie von sich aus absagen möchten, weil sie um die finanziellen Hürden bei sooo kleinen Dingen wissen.

Dass sie sich dann nicht einfach freuen können, wenn sie eingeladen werden. Dass die Kinder diesen Druck spüren. Wir in einer Gesellschaft leben, die diesen Kindern diesen Druck spüren lässt. Dass sie selbst nur wenige Kinder zu ihren Geburtstagen einladen können, da mehr Gäste mehr Kosten bedeuten. Dass sie entsprechend weniger Geschenke bekommen werden. Dass sie dann weniger Spielzeug haben. Dass sie weniger attraktive Spielsachen daheim haben und weniger Freunde zu sich nach Hause einladen. Dass sie weniger Freunde haben.

Und da macht man das Fass nicht einmal auf, dass sie auch sonst an weniger Aktivitäten teilnehmen können.

Pinne doch gerne diesen Beitrag weiter. Danke.

Kinder haben manchmal teure Wünsche

Unsere Zwillinge spielen nun Fußball. Zumindest wollen sie das unbedingt. Das bedeutet: zwei Vereinsbeiträge, zwei Trainingsanzüge, zwei Trikots, zwei Paar Stutzen, zwei Paar Schienbeinschoner, zwei Paar Hallenschuhe und zwei Paar Fußballschuhe für den Platz.

Nein, das habe ich nicht alles auf einmal gekauft und sie bekommen sowas auch nicht alles SOFORT, sie würden die Liste aber gerne noch um Sporttaschen und Torwarthandschuhe und wasauchimmer ergänzen. Gekauft habe ich zB die Trainingsanzüge und bei diesem Kauf auch kurz geschluckt bzw gedacht „Autsch, das summiert sich aber…“ Mir war in dem Moment bewusst, dass das was ich da gerade viel finde, sich manche Familien definitiv nicht leisten können. Das waren für mich offensichtlich hohe Ausgaben.* An Probleme bei Einladungen zu einem Kindergeburtstag dachte ich nicht. Bis zu Ninas Tweet.

Kindergeburtstage sind toll

Jedes Kind freut sich, wenn es zu einem eingeladen wird. Oftmals ist es sehr traurig, wenn man nicht eingeladen wird. Für Sonnenschein war es unendlich wichtig, dass er Kinder einladen konnte und dass Kinder diese Einladung einnehmen, da es ihm im Kindergarten letztes Jahr an Spielkameraden mangelte.

Dieses Jahr plant er schon weit im Voraus, wen er alles einladen möchte. Ich möchte nicht, dass irgendein Kind diese Einladung nicht annimmt, weil seine Eltern sich kein Geschenk leisten können. Oder kein zweites in diesem Monat. Nicht (nur) wegen Sonnenschein, sondern vor allem wegen des Eingeladenen. Wen mein Sohn einlädt, der ist mir hier von Herzen willkommen (sage ich jetzt mal noch so naiv, mal schauen, wer da die Jahre über kommen wird… anderes Thema…)

Meine Gedanken habe ich spontan zum Anlass genommen, Nina anzurufen und sie einfach zu fragen:

Liebe Nina, wenn ich den nächsten Kindergeburtstag plane**, kann ich dieses Thema irgendwie im Vorfeld schon „richtig“ angehen? Also vermeiden, dass es zu so einem unangenehmen Druck auf das eingeladene Kind und seine Familie kommt? Oftmals weiß man ja nicht zwingend, dass es gerade finanziell sehr eng aussieht bei der Familie.

Am Ende ergab sich ein wundervolles Gespräch über Gott und die Welt, Familienpolitik, Kinderarmut, Musikinstrumente, soziale Schranken und auch eben Kindergeburtstage. Ein paar Ideen und Gedanken daraus, möchte ich mit euch teilen:

Geschenkekisten im Spielzeugladen bestücken

Wenn man Geschenkekörbchen im Spielzeugladen packt, ist es grundsätzlich eine gute Idee, auch kleine (günstige) Artikel darein zu geben. Nach Ninas Erfahrungen reicht das alleine aber nicht, denn diese bleiben nicht unbedingt für die betroffenen Familien übrig. Da ist nicht einmal Geiz der Grund, sondern auch der Gedanke „Ach, die Kleinigkeit nehmen wir dann auch noch dazu.“ Sie gibt den Tipp, einen Zettel dazuzulegen mit einem Hinweis, den ich zB so formulieren würde: „Liebe Schenkenden, wenn ihr euch ein Geschenk aus dieser Kiste aussucht, so denkt bitte daran, dass wir auch einige Sachen bewusst für den kleineren Geldbeutel ausgesucht haben. Lasst diese Geschenke bitte für diejenigen, bei denen es knapp ist. Danke.“

Geldgeschenke, Gutscheine und große Wünsche

Größere Kinder haben oft größere Wünsche und dann kommen oft die Gutscheine ins Spiel. Aber gerade Gutscheine lösen natürlich einen Druck aus, da dort explizit steht, wieviel man geschenkt hat. Als Alternative bietet sich an, ein Sparschwein aufzustellen, in das jeder Gast nach seinem Geldbeutel etwas einwerfen kann. Das Schweinchen wird gefüttert, sein dicker Bauch kann Wünsche erfüllen, aber niemand wird blosgestellt, weil er nur einen kleinen Betrag eingeworfen hat.

Geschenke für den Kindergeburtstag

 

My2Cents: Es muss generell nicht immer viel Geld kosten

Ich persönlich finde, dass fünf bis maximal sieben Euro im Kindergartenalter generell echt schon für ein Geschenk ausreichen. Das habe ich vor diesem Tweet auch schon so gesehen. Auch ohne dass ich knappe Finanzen dabei im Blick hätte.

Generell schaukelt sich sowas nämlich gerne hoch. Die Kinder erwarten größere Geschenke, der Beschenkte meint später auch soviel schenken zu müssen, andere Gäste orientieren sich daran… am Ende steigt der Erwartungsdruck bzw die Erwartungshaltung.

Dank der Zwillinge kann ich aber auch mal tricksen. So habe ich zu einem Geburtstag, bei dem beide eingeladen wurden, ein ganz tolles Buch ausgesucht, dass aber den Betrag klar überstiegt. Meine Lösung:

Die Zwillingsschwester überreichte ein hübsches Päckchen mit riesiger Schleife voller glitzernder Haarspangen aus der Drogerie für einen klitzekleinen Geldbetrag, der Zwillingsbruder das tolle Buch. Unterm Strich blieb ich in meinem Budget und die Haarspangen waren mindestens genauso toll in den Kinderaugen wie das Buch.

So könnten aber auch zwei Kinder, die keine Geschwister sind, untereinander gemeinsam ein Geschenk aufteilen. Oder man kann daraus lernen, das Haarspangen für manche Kinder ein wundervolles Geschenk sind. In dem Alter sehen die Kinder das noch herrlich wenig in greifbaren Zahlen und ich würde mir wünschen, dass sie das noch eine Weile beibehalten können.

Party mit EVENT-Charakter

Generell bin ich ja nicht vorne weg beim Thema „Mega-Geburtstags-Motto-Party in hipper Location“. Bei unseren eigenen Planungen zum ersten Kindergeburtstag im letzten Sommer kam für mich nur die Frage auf, ob wir auf dem Spielplatz picknicken oder im heimischen Garten bleiben. Planschbecken und ein paar Spielchen, bunten Schokolinsen-Kuchen und fettige Pommes: DAS ist Kindergeburtstag.

Man braucht ja auch noch ein wenig Luft um sich zu steigern. 😉

Nein, mir waren diese aufwendigen Kindergeburtstage schon immer irgendwie suspekt. Aber ich habe nicht darüber nachgedacht, dass es ab einer gewissen Kinderzahl immer ungemütlicher (bis unmöglich) ist, daheim zu feiern, wenn man eine sehr kleine Wohnung hat. Die Kombi Sommer+Haus+Garten macht es uns da leicht.

Auswärts feiern wird dann gerne teurer und da wird das Gedankenspiel richtig kompliziert bzw der Druck bei Familien mit wenig Geld immens. Ich komme also mit meiner Garten-Planschbecken-Pommes-Party nicht nur ziemlich günstig weg, ich kann sie auch nur so feiern, weil wir eben einen Miniatur-Garten hinterm Haus besitzen.*** Sorum hatte ich das bisher nie betrachtet.

Ob es mir nun hilft, nicht mehr unten im Suppenteller zu schwimmen, sondern kurz über den Tellerrand herauszuschauen? Ja, denn es hat meinen Horizont erweitert, ein wenig mehr den Blick geweitet und mich (noch) sensibler für Hürden anderer gemacht. Ob es euch hilft, dass ich das aufgeschrieben habe?

Naja, vermutlich hilft es keinem, aber es schadet auch nicht, denn ihr könnt auch einfach weglesen. Vielleicht denkt aber doch der ein oder andere noch zwei Gedanken über Ninas Tweet nach.

Eure Kerstin


*Natürlich wollen beide auch ein Pferd und Reitstunden. Und Ballettunterricht. Und einen Dinosaurier als Haustier. Wir sind uns wohl alle im Klaren, dass die Wünsche der Kinder manchmal ziemlich grenzenlos und auch wankelmutig sein können. Aber das Fußballding war nun wochenlang konstanter Wunsch beider.

**“Kindergeburtstage planen“, HAHAHA!!! Ich und planen. Ich eskaliere ja eher spontan. Und große Events sind nicht so mein Ding. Aber egal, denn Einladungen muss man mit etwas zeitlichem Vorlauf schreiben. Käme uncool am Tag der Party.

***Selbstverständlich wohnen auch ganz viele Menschen, die sich einen Kindergeburtstag auf dem Ponyhof für 50 Kinder locker leisten könnten, nicht in einem Reihenhaus mit Garten. 

Ich bin gerne Mama, aber ich arbeite auch verdammt gerne. Vollzeit-Mama fällt mir schwer

Das Modell Vollzeit-Mama und ich

Die letzten Wochen zuckte es immer mal wieder durch meinen Kopf: „Eigentlich müsstest du mal deine ganzen „über mich“-Texte ändern auf dem Blog und Co. Von wegen Arbeiten und so…“

Denn man kann an sovielen Stellen über mich lesen, dass ich erstens arbeite und zweitens sehr gerne (und früher auch sehr viel) arbeite. Mir war das immer wichtig. Aktuell arbeite ich aber defacto nicht mehr. Theoretisch müsste ich dort vielleicht sowas wie Hausfrau & Mutter hinschreiben, aber damit hadere ich. Und das liegt nicht an dem Etikett / die Schublade, über das man sinnieren könnte.

Es ist schlicht nicht wahr. Aber was ist wahr?

Kleiner Exkurs in meine Kindheit

Ich wuchs in den 80ern im Westen Deutschlands auf. Also ziemlich tief im Westen. Im Ruhrgebiet. Ich wuchs dort auf, wo ich heute noch wohne.

Statistiken besagen, dass in den 80ern in Westdeutschland die Kinder zumindest in ihren ersten Lebensjahren daheim und in den allermeisten Fällen von ihren Müttern betreut wurden. Anders als in Ostdeutschland gab es hier keine flächendeckende Betreuung für Kleinkinder und das Modell „Hausfrau & Mutter“ galt als normal.

Als Kind denkt man darüber nicht nach, weiß nichts von Statistiken und stellt die IST-Situation nicht in Frage. Die war bei uns damals offensichtlich (zumindest aus heutiger Sicht) nicht der Normalfall.

Meine Mutter war nie die klassische Hausfrau

Meine Mutter hat in meiner Erinnerung immer gearbeitet und ich habe mich nie gefragt, ob das andere Mütter auch tun. Davon ging ich vermutlich einfach aus. Natürlich blieb sie nach meiner Geburt und auch nach der meines jüngeren Bruders eine zeitlang zu Hause. Laut ihren Erzählungen beantragte sie bei mir drei Jahre auszusetzen, kehrte aber nach einem Jahr in Teilzeit zurück. Bei meinem Bruder nach sechs Monaten. Weil sie es so wollte.

Im Westen war keine U3-Betreuung vorgesehen

Die Betreuung für Kinder unter drei Jahren musste privat geregelt und bezahlt werden. Ich kann mich mich noch an unsere Kindermädchen erinnern und zumindest an die letzten beiden (der drei) habe ich sehr gute Erinnerungen. Die erste ist mir nicht im Gedächtnis geblieben.

Mit drei Jahren kam ich in den Kindergarten, später dann in die Schule. Morgens machte uns mein Vater fertig (und ja er kämmte mir auch meine langen Haare und flocht sie gemäß meiner Anweisungen zu Zöpfen). Meine Mutter fuhr sehr früh zur Arbeit, so konnte sie uns mittags wieder von Kindergarten und Schule abholen. Es gab keine OGS und keine Kindergärten, die nachmittags noch geöffnet hatten.

Hatte ich später als zur ersten Stunde Schule oder früher Schluss, ging ich zu meiner Tante. Oft gemeinsam mit meiner großen Cousine, die auf der gleichen Grundschule war.

Ups… es geht auch anders? Echt?

Und genau hier: in der Grundschule merkte ich erstmals, dass es auch andere Mütter gab. Es gab Mütter, die nicht arbeiteten! Das war mir im Kindergarten nicht bewusst.

Diese Vollzeit-Mütter fand ich spannend. Ich beneidete meine Mitschüler nicht, ich haderte nicht mit Mittagessen auf die Schnelle, weil Mama gerade erst mit uns gemeinsam nach Hause kam. Ich haderte nicht mit meinem Schlüssel, den ich dann irgendwann bekam. Ich fand die anderen Mütter spannend. Für mich waren diese Vollzeit-Mütter, die Mütter bei denen es einfach ein bisschen mehr gab. Mehr Zeit, mehr Klimmbimm, mehr geschnitzte Rohkostteller, mehr selbstgebastelte Dekoration an den Fenstern, mehr selbstgebackene Kekse, mehr Schischi.

Es war ein MEHR, dass ich toll fand, aber selber zu Hause nicht vermisste. 

Der Blick zurück

Heute ist mir bewusst, dass meine Eltern einen eher ungewöhnlichen Weg gingen. Das Einkommen meiner Mutter wurde in den ersten Jahren ziemlich aufgefressen durch die Kosten der Kinderbetreuung. Aber sie wollte arbeiten. Nicht weil es ihr absoluter Traumberuf gewesen wäre, sondern weil sie gerne arbeitete, weil sie auch etwas abseits von Haushalt und Kindern sehen wollte, weil es für sie selbstverständlich zu ihrem Leben gehörte, weil sie ihr eigenes Geld verdienen wollte.

Das war bei uns damals so, wurde nicht sonderlich thematisiert oder gar glorifiziert. Mama arbeitet. Fertig.

Und ich?

Warum fällt es mir nur so schwer?

Ich habe immer gerne gearbeitet. Ich habe mich schon in der Schule viel gelangweilt (ok, ja es war möglicherweise die falsche Schule, aber das steht auf einem anderen Blatt), fand das Studium nur Mittel zum Zweck und wollte nach Vollzeit-Praktika am Liebsten gar nicht mehr zurück. Ich wollte arbeiten.

Bevor die Kinder kamen, habe ich ziemliche viele Stunden die Woche gearbeitet, oft nächtelang durchgearbeitet. Weil ich es wollte. Ich wurde schwanger, arbeitete weiter (aber weniger), die Zwillinge wurden geboren, ich hörte nie ganz auf zu arbeiten. Ich wurde wieder schwanger und dann wurde es irgendwann kompliziert. Ich schrieb im Sommer schon, dass es eben nicht die perfekte Lösung für uns war „Mama arbeitet von zu Hause„.

Die Umstände. Es sind immer die Umstände.

2017 machte aus mir eine Freiberuflerin ohne nennenswerte Aufträge. Ich kann immer und überall arbeiten. Theoretisch. Ich kann zeitweise mal ganz wenig arbeiten, ich kann ja später aufholen. Ich kann morgen arbeiten, wenn das Kind heute krank ist. 2017 war immer irgendwer krank, immer war irgendwas und am Ende war mein virtueller Schreibtisch leer. Mir ging es damit nicht gut.

Am Ende wurde ich krank, nicht deswegen, aber eben auch das noch.  Ausgebremst. Ich sollte nun erstmal wieder ganz gesund werden. Mir die Ruhe antun.

Ich habe den Luxus, dass wir uns das im wahrsten Sinne des Wortes leisten können. Hier bricht nicht der totale finanzielle Notstand aus, nur weil ich gerade kein Einkommen habe (auch wenn es natürlich sehr fehlt).

Wir haben ja auch wieder Winter. Auch wenn dieser Winter keinem Vergleich mit dem vorherigen standhält, wissen alle Eltern kleiner Kinder, dass im Winter die Infekthölle brodelt. Irgendwer ist hier immer angeschlagen.

Ruhe und Gelassenheit

Ich versuche mir mit aller Macht die Ruhe anzutun. Dann bin ich eben mal eine zeitlang nur Hausfrau und Mutter. Ich muss mich nicht mit Deadlines stressen, ich kann täglich Kuchen und Kekse backen, kann mit den Kindern lustige Fensterbilder basteln, kann mit Freundinnen (bleiben nur die im akuten Mutterschutz) vormittags Kaffee trinken gehen, kann nähen und stricken, batiken und klöppeln, ich könnte schreiben… ohne Ende schreiben, ist doch wunderbar, oder?

Allein ich merke, wie wenig das zu mir passt. Nein, ich bin nicht mehr frustriert wie noch im Sommer. Mir ist nicht zum Heulen und ich sehe das Glück, dass wir haben. Aber ich habe mich hier ziemlich lustlos in meine Schublade verkrochen.

Ich schreibe kaum noch. Eigentlich gar nicht mehr. Ich mag nicht. Worüber auch? Und wieso? Ich nähe auch nicht. Was hätte ich Zeit zu nähen! Das war doch in den stressigsten Zeiten mein Ausgleich. Jetzt könnte ich ganze Kleiderschränke füllen und ich lasse es.

Die Tage gehen einfach so rum. Ich bin zu Hause, ich räume mal ein wenig auf, ich bin nicht gründlicher dabei als sonst auch. Ich mache nicht all die Dinge, zu denen ich sonst nie kam. Ich trödel so meinen Tag vor mich hin. Es deprimiert mich nicht, aber ich kann keine echte Begeisterung für dieses Leben aufbringen.

Zuviel Ruhe bekommt mir nicht

Ich bewundere die Eltern, die bewusst nicht arbeiten, um ihren Kindern von allem ein wenig MEHR zu bieten. Diese Mütter meiner Kindheit. Die waren doch toll, oder?

Aber so wenig ich damals mir eine Mutter wünschte, die so ist. So wenig kann ich mich heute in diese Rolle einfinden. Ich fühle mich einfach wie in eine Zwangspause versetzt. Meine Motivation ist nicht gerade überschäumend.

Und deswegen ist es einfach nicht wahr: Ich bin keine Vollzeit-Mama. Keine Hausfrau &Mutter. Zumindest keine aus Überzeugung. Ich bin eine derzeit-ausGründen-zwangsweise-nichtarbeitende-nebenbei-auch-sehr-gerne-Mutter-seiende-aktuell-ziemlich-gelangweilte-Frau, die ihre Berufstätigkeit vermisst.

Und jetzt?

Es fehlt das Mega-Fazit des Textes. Da schreibe ich mir 1.300 Wörter zusammen, die wunderbar aufzeigen, dass ich ich vielleicht einfach nicht der Typ für dieses Vollzeit-Mama-Ding bin. Dass vermutlich meine Eltern daran Schuld sind. Dass es mich irgendwie ziemlich langweilt oder zumindest nicht sonderlich begeistert.

Aber das braucht es für mich gar nicht. Ich wollte nur schreiben. Ich habe geschrieben. Und das ist gut wie es ist.

Eure Kerstin

P.S.: Übrigens beruhigt es mich sehr, dass es anderen Müttern genauso geht. Nachzulesen bei nullpunktzwo, die nämlich genau deswegen arbeitet. Als Mutter von vier Kindern.

Was geht die das an? Die Schuleingangsuntersuchung

Wenn Mama am wenigsten Zeit hat, hat sie die meisten Ideen im Kopf… sei es für Näharbeiten – bestellt fleißig Stoffe und Schnittmuster –, Bücher – die unbedingt gelesen werden möchten – UND Blogtexte.

Gerne wollte ich Euch an unserem ersten Urlaub im Zelt Teil haben lassen. Ich habe im Urlaub auch zwischendurch brav ein paar Stichworte und Begebenheiten aufgeschrieben, damit ich nicht alles sofort wieder vergesse, wenn der Alltag startet. Bald starten wir als komplette Murmel-Familie unseren ersten Pauschal-Urlaub mit Flugreise und all in. Ich habe übrigens jetzt zwei Vorschul-Murmels. Dazu wollte ich Euch auch noch ein bisschen was erzählen. Die Entscheidung darüber, welche Schule es denn werden soll, lässt mich schlagartig alt und (noch) grau(er) werden.

Es gibt im Moment vieles, was mich umtreibt und worüber ich schreiben könnte und eigentlich auch will… aber Ihr ahnt es bereits: es kommt ein „aber“ ein ziemlich großes „ABER“ sogar. ZEIT! Meine To-Do-Listen erschlagen mich und ich weiß nicht, was ich zuerst und zuletzt machen soll.

Trotzdem! Manchmal passieren Dinge, die muss ich raushauen. Da müsst Ihr dann leider oder durch. Ihr habt die Wahl: Lesen oder nicht.

SCHULE – an sich schon ein schwieriges Thema für mich, über das ich hoffentlich bald mal separat schreiben werde. Aber bevor die Murmels in die Schule dürfen, gibt es so nette Fragebögen und eine sogenannte „Schuleingangsuntersuchung“.

Von unseren Kita-FreundInnen hat erst eine Bescheid bekommen. Sie hat sich da inhaltlich erst auf mein Nachbohren zu geäußert. Vermutlich findet sie es einfach nicht so diskussions- und hinterfragungswürdig wie ich… Eigentlich pflegen wir nämlich einen recht regen Austausch.

Auslöser für mich, nachzubohren, wie bei uns die Bögen und Untersuchungen aussehen war ein Tweet meiner lieben Blogger- und Twitterfreundin @estheruiuiui vom gleichnamigen Blog.

Tweet von Esther Uiuiui (@estheruiuiui) vom 12. September 2017:

Schuleingangsuntersuchungsfragebogen on board. Neues von: WTF?!

Alles abgedeckt von „keine Ahnung“ bis „watt geht Euch das an?“

Das Uiuiui-Kind ist im gleichen Alter wie die Murmels und wird auch im kommenden Jahr eingeschult. Esther hat vergangene Tage den Fragebogen und den Termin bekommen. Grundsätzlich finde ich ca. 14 Tage Vorlauf recht ambitioniert – mein dienstlicher Kalender hat teilweise schon bis in das nächste Jahr hinein recht volle Tage und nicht alle Termine kann ich absagen oder schieben. Von daher hoffe ich einfach auf das nötige Quäntchen Glück. Die Terminplanung ist hierbei dennoch meine geringste Sorge.

Natürlich ist es richtig, dass vor der Einschulung die Schulreife der Kinder festgestellt oder eben nicht festgestellt wird. Natürlich macht es Sinn, wenn ein besonderer Förderbedarf bereits im Vorfeld festgestellt und entsprechende Maßnahmen initiiert werden können. Es auch absolut ok, den Impfstatus abzufragen und ggf. noch mal über das Impfen aufzuklären.

UND trotzdem:

Die Fragen in dem Bogen gehen für mich in manchen Bereichen eindeutig zu weit!

Meine Schwangerschaft war für mich eine der persönlichsten, intensivsten und vor allem intimsten Phasen meines Lebens. Da ich zwei gesunde und stets „altersgemäß“ entwickelte Kinder zur Welt gebracht habe, empfinde ich Fragen zu meiner Schwangerschaft und zur Geburt der Murmels als übergriffig. Sie stehen für mich in keinem Kontext zu einer 6,5 Jahre später stattfindenden Einschulung meiner Kinder.

Warum ist es für eine Schuleingangsuntersuchung relevant, ob meine Kinder vielleicht schon mal im Krankenhaus waren? So lange es keine Ursache ist, die einer Beschulung entgegensteht oder aus der eine chronische, den Schulalltag tangierenden Erkrankung abzuleiten ist? Ausgerenkter Arm vor 5 Jahren? Platzwunde vor 4 Jahren? Eingequetschter Finger vor 6 Monaten?

Ist es wichtig, ob meine Kinder mit 10 oder 18 Monaten gelaufen sind? Ob sie mit 2 oder erst mit 3 trocken waren?

Was für Schlüsse werden aus solchen Antworten gezogen?

Eine Frage werde ich beantworten. Die Frage, ob meine Kinder regelmäßig Sport machen. Diese Frage werde ich sogar mit einer Erklärung beantworten:

„Leider gibt es bei uns keine Kindersportangebote, die mit einer Vollzeit-Berufstätigkeit vereinbar sind.“

Kinderturnen um 14 Uhr. Fußball 15 Uhr. Tanzen 14.30 Uhr. Shit happens, liebe Murmels. Eure Mama muss arbeiten und kann erst Angebote ab 16/16.30 Uhr mit Euch wahrnehmen.

Die befreundete Kita-Mutter berichtete von einem zusätzlichen Bogen mit Fragen zum „Charakter des Kindes“. WTF…

Wutanfälle, Konzentrationsfähigkeit usw. Trifft „eindeutig zu, teilweise oder gar nicht“!

Das sind rein subjektive Einschätzungen. Der Murmelpapa würde den Fragebogen vermutlich ganz anders ausfüllen als ich – ebenso die Erzieherinnen, Großeltern, Freunde…

Die meisten Menschen kennen die Wut meiner Tochter nicht. Selbst wenn einer schon mal das (zweifelhafte) Vergnügen hatte, richtet sich diese Wut nahezu immer gegen mich. Ich müsste wahrheitsgemäß antworten „eindeutig“, beim Murmelpapa stünde vermutlich „teilweise“ und meine liebe Kerstin würde wahrscheinlich „gar nicht“ antworten.

Da ich in der Schule nicht neben der Maus sitzen werde, ist die Wut, die sie mir gegenüber an den Tag legt für die Schule uninteressant.

Die subjektiv unterschiedlichen Einschätzungen müssen noch nicht mal an den Kindern liegen: mich stressen, nerven, überfordern andere Dinge als z. B. den Murmelpapa. Natürlich wird er dadurch Fragen anders einschätzen, gewichten und beantworten.

Was für eine Relevanz hat daher ein Fragebogen, den wir gar nicht objektiv beantworten können?

Wir sollen die kompletten U-Hefte der Kinder mitbringen zur Untersuchung. Warum? Ist eine Kopie der letzten U nicht ausreichend? Da das Kreuzchen bei „altersgemäß entwickelt“ gesetzt ist, sind die vorherigen Sachen doch überholt. Selbst, wenn ein Kind zwischendurch dieses Kreuzchen einmal nicht bekommen hat, ist das doch durch eine spätere Untersuchung überholt.

Vor 1,5 Jahren schrieb ich über unsere unsägliche und den Murmels unzumutbare U 8 und die Sorge einer daraus resultierenden Stigmatisierung des Sohnes. Ist dieser Zeitpunkt durch die Vorlage des U-Heftes jetzt gekommen? Was für Auswirkungen hat das für den Sohn? Was konstruieren die daraus?

Auf der Homepage unserer Kreisstadt ist übrigens zu lesen, dass die betreffende Schule ein „Entwicklungs- und Gesundheitsgutachten“ der Kinder erhält. Alle Gutachten, die ich in meinem Leben gesehen habe – egal, ob medizinische oder bautechnische – waren sehr detailliert. Für mich bedeutet das, dass der Schule nicht nur die Schulreife und der individuelle Entwicklungsstand mitgeteilt wird…

Der Murmelpapa und ich sind nicht immer einer Meinung. Wir haben auch nicht immer die gleiche Einschätzung unserer Kinder. Wir sind unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Wahrnehmung und Empfindungen. UND WIR WAREN UNS LANGE NICHT SOOOOO EINIG!

Wir werden bei der Schuleingangsuntersuchung ALLE notwendigen Auskünfte erteilen. Ja! ABER: Antworten auf Fragen, die wir als übergriffig und irrelevant (es sei denn, sie erklären uns die Relevanz) empfinden bzw. nur rein subjektiv zu beantworten sind, werden wir verweigern. Sie können den Impfpass einsehen und die letzte U-Untersuchung.

Unsere Kinder haben Persönlichkeitsrechte und eine Privatsphäre – noch ist es unsere Aufgabe, diese zu schützen.

Natürlich stellen sich in diesem Zusammenhang weitere Fragen:

Was konstruiert das Gesundheitsamt aus unserer Teil-Verweigerung. Was und wie wird es der Schule gegenüber kommuniziert? Nimmt die Schule unsere Verweigerung vielleicht persönlich? Fällt das auf unsere Kinder zurück? Müssen sie das in irgendeiner Art und Weise ausbaden?

Fragen, die ich (noch) nicht beantworten kann.

Aber eines kann ich tun: Ich kann meinen Kindern erklären, warum wir so handeln. Ich kann meinen Kindern beibringen, dass sie alleine entscheiden, wem sie was und wie viel Persönliches von sich erzählen. Dass sie nichts erzählen müssen, was sie nicht wollen.

Habt Ihr diesbezüglich bereits Erfahrungen gesammelt? Wie seid Ihr damit umgegangen? Wie hat sich das für Euch angefühlt?

Steht Euch das Thema auch erstmalig bevor? Wusstet Ihr bereits, was da auf Euch zu kommt? Wie geht Ihr damit um bzw. wie fühlt es sich für Euch an?

Ich weiß, Fragen über Fragen… Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Eure Erfahrung bzw. Vorstellungen mit mir teilen würdet.

Ich übe doch noch.

Alles Liebe

Eure Murmelmama oder auch „Mama in Ausbildung!“

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