drei Kinder und das Feld

Wann wird es denn endlich einfacher? Edition #3über3

Wir schreiben Ende August 2018 und damit nähern wir uns in großen Schritten des Krümelchens dritten Geburtstag. Jetzt sinniere ich noch kurz darüber, dass ich heute vor drei Jahren schon in permanentem Fehlalarm sehr breitbeinig durch sehr heißen Spätsommerwochen kämpfte und dann geht es wieder zurück zum Thema.

Wenn Kinder drei Jahre alt werden, dann sind sie aus dem Gröbsten raus. Wir hatten ziemlich lange drei Kinder unter drei Jahren im Haushalt und steckten dementsprechend zehn volle Monate  mitten im Gröbsten. Mit dem Krümelchen wird nun das jüngste Kind drei und ich frage mich, ob wir als Familie aus dem Gröbsten raus sind?

Ja, was ist denn das Gröbste? Sind das die Windeln und die Babyflaschen? Sind es die durchwachten Nächte oder was bitte ist denn so grob in den ersten drei Jahren?

Schlafmangel

Eltern sehr kleiner Kinder tragen Augenringe als Erkennungszeichen und Schmuck. Vermutlich der einzige Schmuck, denn alles andere reißen einem die geschickten Fingerchen der kleinen Hände sonst aus den Ohren und vom Hals. 😉

Unsere Nächte mit den Zwillingen waren schlaflos, der Krümel schlief dafür umso bescheidener. Und ich darf stolz verkünden, dass auch mit nun beinahe drei Jahren die wenigsten Nächte vom Krümel ausschließlich zum Nachtschlaf genutzt werden. Und auf gar keinen Fall alleine.

Wir sind müde. Immer noch. Aber ja, wir waren schon einmal noch müder und im Vergleich, bekommen wir heute fast irre viel Schlaf. Allein ist der noch nicht ausreichend und bis wir den aufgebauten Schlafmangel wieder ausgeglichen haben, sind die Kinder vermutlich schon ausgezogen. Da gibt es noch grob gesagt ein bisschen Grobes.

Tagesablauf

Mit den Zwillingen war unser Tag im Ablauf zementiert. Ich habe höchstens halb scherzhaft gesagt, dass diese Routine mein Überleben als Zwillingsmutter garantiert. Krümelchen hatte nie einen so festen Tagesrythmus, denn das dritte Kind lief so mit bzw wurde mitgetragen, im Sling. Und schlief darin, wenn es denn mal schlief.

Unser Tagesablauf hat heute viel mehr Freiheiten. Niemand braucht hier mehr das Fläschen; und Brei gibt es schon lange nicht mehr. Mittagessen darf auch mal ausfallen und das Abendessen eine Stunde später stattfinden. Mittagsschlaf braucht das Krümelchen nicht mehr unbedingt und im Zweifelsfall reicht ein Powernap zwischendurch. Das macht vieles einfacher, denn man kann endlich wieder spontan sein.

Einen Besuch bei Freunden ausdehnen, kurz irgendwo zwischendurch und auf die Hand was futtern.

Wann wird es denn nun endlich leichter mit 3 Kindern?
Mich kann man PINNEN. 😉 Bitte! Danke!

Noch nicht ganz in trockenen Tüchern

Das Thema mit den Windeln wird vielleicht noch einmal ausführlicher behandelt werden müssen, aber auch da erahne ich ein Ende der regelmäßigen Großeinkäufe. Die Zwillinge wurden im Abstand von einem Jahr windelfrei. Darüber war ich auch recht froh, denn es ist einfacher, wenn nur ein Kind ständig sehr plötzlich PIPIIIII!!!! ruft und man genau drei Sekunden Zeit für eine angemessene Reaktion hat. Krümelchen macht derzeit eine Entwicklung durch, die vielleicht morgen mit trockenem Popo endet oder im nächsten Jahr. Ich vermute aber eher bald.

Und wenn man endlich durch diese Phase zwischen „Ich will keine Windel mehr“ und „Ich habs richtig drauf, auch rechtzeitig zum Klo zu kommen“ durch ist, dann ist es wirklich einfacher. UND man wird noch freier, weil man absolut nun keine Wickelsachen mehr überall dabei haben muss.

Kindergarten

Die Zwillinge starten in ihre letztes Kindergartenjahr. Krümelchen kommt nun auch in den Kindergarten und ich freue mich wie irre auf ein Jahr, in dem alle drei Kinder in die gleiche Einrichtung gehen. Unfassbar! So ein großer Schritt.

Die Eingwöhnungsphase wird nochmal anstrengend. Da mache ich mir nichts vor. Und ja, ich freue mich auf den ersten Winter mit drei Kindern in der Bazillenzuchtanstalt, aber Krümels Immunsystem hat bereits ganz gut von den Geschwistern gelernt. Das wird schon.

So groß! So selbstständig!

Ich bin sehr großer Fan vom selber machen lassen, trotzdem sind unsere Kinder mit Sicherheit da nicht ganz vorne weg. Aber es zeigt langsam echt spürbare Erleichterung für die Erwachsenen.

Wenn der Wille da ist, wird sich selbst angezogen, die ersten Schleifen werden in stundenlanger Kleinarbeit gebunden, Brote selbst geschmiert, Becher selbst aus dem Schrank genommen, im Kleinen sogar den Eltern geholfen. Krümel ist dabei gar nicht weit hinter seinen Geschwistern, denn er ist sehr ehrgeizig mitzuhalten. 😉

Auf dem Spielplatz sitze ich nun wirklich auf der Bank. Keiner muss ständig irgendwo hoch oder runtergehoben werden (außer der Krümel, wenn er mal wieder höher klettert, als er selber wieder runterkann), auf Schaukeln schaffen die Kinder es alleine, sie brauchen keinen Animateur mehr. Und sie wollen es auch nicht mehr.

Die Tage waren sie das aller erste Mal ALLEINE!!! auf dem Spielplatz. Mit großer Nachbarstochter. Ui das war aufregend. Vor allem für mich. Ich habe als übergroße Helikoptermutter auch nur einmal kurz von Weitem geschaut. Ehrlich!

Wenn das jüngste Kind drei wird, sind wir dann raus aus dem Gröbsten?
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Drei Nicht-Schwimmer

Manches ist aber noch immer nicht so einfach. Denn noch haben wir zum Beispiel drei Nicht-Schwimmer. Das bedeutet, dass ich mich nicht mit allen dreien allein ins Freibad traue. Ich freue mich sehr auf die Zeit, wenn das vorbei sein wird. Aktuell versuchen die Zwillinge gerade an dem Status etwas zu ändern. Drückt uns die Daumen! 😉


Übrigens spannend ein aktueller Beitrag einer weiteren „ehemaligen 3unter3-Mama“: Herzlichen Glückwunsch zum Seepferdchen Pia! bzw natürlich auch herzlichste Glückwünsche an Gereon.


Und wird es nun einfacher?

Es wird nie einfacher, nur anders. Blabla. Aber das ja, aber es endet tatsächlich eine Zeit in der alles sich nur und ausschließlich nach den Bedürfnissen der noch sehr hilflosen Kleinen richtete. Es gibt mehr Freiheit. Es gibt Ausflüge ohne Kofferladungen voller Flaschen, Gläschen und Windeln. Es gibt Selbstständigkeit. Für die Kinder. Für die Eltern. Das ist schön und wertvoll. <3

Eure Kerstin

Mama, ich habe einen Umfug gemacht!

Kurzgeschichten aus dem chaotischen Alltag

Es fällt mir bekanntlich schwer, wirklich produktiv zu arbeiten, wenn die Kinder um mich herum sind. Ich kann dann vieles nebenbei machen, aber wirklich schreiben kann ich dann zum Beispiel nicht. Auch Buchhaltung ist für mich dann unmöglich.

Jetzt sind Ferien und das ist für mich dieses Jahr ok. Wir verbringen die Ferien recht unaufgeregt. Ich versuche viel mit den Kindern zu unternehmen und mutiere nebenbei zur Vintage-Mutti. Auch das ist ok, denn scheinbar bin ich so.

Doch so ganz ohne an den Schreibtisch zu kommen, der nicht einmal ein echter Schreibtisch im Büro sein muss, sondern nur ein Ort mit einem angemessenen Zeitfenster ohne Kindergeschrei, geht es dann doch nicht. So schwer es mir fällt, geht das nur am Wochenende*. Und zu Lasten der gemeinsamen Zeit.

So packte sich der Traummann samstags alle drei Kinder, um einzukaufen, in den Baumarkt zu fahren und sie vor allem aus dem Haus zu halten. Eine gute Stunde saß ich konzentriert am Rechner, dann waren sie wieder zu Hause. Geplant war wohl, dass sie draußen im Garten und auf dem Hof dieses und jenes spielen, während ihr Papa dort Ordnung schafft. Praktisch rief alle paar Minuten einer nach mir oder klingelte Sturm. So oft ich auch den Traummann rufen hörte „Lasst Mama in Ruhe. Ich – und nur ich – bin gerade euer Ansprechpartner“.

In der Küche hörte ich es vom Dachboden-Büro aus klappern. Irgendjemand räumte da unten. Ich überlegte nachzusehen. Widerstand dem Drang, denn es war so ruhig und niemand rief, das konnte eigentlich nur der Traummann sein, der die Küche aufräumte und Einkäufe verstaute. Mich wunderte allenfalls kein Kind zu hören, das dabei irgendwas kommentierte.

Bis auf einmal der Krümel weinte und mich rief. Ich horchte auf. Krümel weinte. Weinte nicht wütend und auch nicht so, als habe er sich verletzt. Doch er weinte zunehmend bitterlich und rief nach mir. Ich ging runter und sah nach.

Dieses Bild! Ich musste kurz stehen bleiben, um den Abblick auf mich wirken zu lassen.

In der Küche war kein Traummann, sondern nur der Krümel allein.** Vor der Spüle stand er auf seinem Kinderstuhl und weinte. In der Spüle und auf der Spüle türmte sich ein riesiger Berg Schaum. Spülschaum. Daneben lag eine fast leere (vorher nahezu volle) Flasche Spülmittel. Und Krümel weinte. „Der Schaum geht nicht weg!“ Er streckt mir seine Hände und Arme entgegen. Voller Schaum. Der ganze Krümel nass und in Spüli eingeweicht. „Mama, der Schaum geht nicht weg. Ich kriege den Schaum nicht ab.“ Er weint.

Ich habe den Reflex zu fluchen und zu schimpfen, der aber irgendwie schnell durch innerliches Schmunzeln und nun Neugier abgelöst wird. (Dafür bin ich mir fast selbst dankbar.)

„Was hast du denn gemacht?“ –  „Ich habe einen Umfug gemacht, Mama“, schluchzt Krümelchen. Der Schaum ist ein großes Problem. Ein wenig wirkt er wie der Zauberlehrling, der nun von den Massen des Spülschaums erschlagen wird. „Mama, der Schaum geht nicht weg!“
Ich beruhige ihn, nehme ein Tuch, wische den Schaum von Armen und Händen. „Was wolltest du den machen?“

So ganz bekomme ich keine echte Antwort. Es lässt sich aus Spuren am Tatort und Satzfetzen des aufgewühlten Zeugen rekonstruieren, dass mein Baby wohl spülen wollte. Alles in die Spüle warf, was da noch vom Frühstück noch stand und als nicht ganz Dreijähriger daran an irgendeinem sehr schaumigen Punkt scheiterte.

Ja, der Traummann hatte weniger Humor als er kurz darauf in der Szenerie auftauchte. Aber er lies es unkommentiert, zog die Augenbrauen hoch, schnappte sich die drei Chaoten und bugsierte sie zum Auto. „So wir fahren jetzt in den Park auf den Spielplatz.“

Und nun sitze ich hier. Das Haus ist ruhig. Ich fühle mich ein bisschen blöd, denn ich würde nun auch gerne mit den Dreien im Park sein. Ein kleines bisschen fühlt es sich an, als würde Mama sich am Wochenende ständig aus der gemeinsamen Familienzeit herausziehen. Als wolle sie nicht. Dabei würde sie so gerne.

Gleichzeitig schmunzle ich auch über mein fleißiges Helferlein im Haushalt, das die Schaumgeister nicht weggezaubert bekam. Und ich genieße den Luxus, dass ich diese Geschichte gleich und ohne Umwege aufschreiben kann, für mich festhalten kann. Ich lausche in die Stille, höre draußen Kinder weinen, die Mama rufen, weiß dass es nicht meine sind.

Und ich bin ziemlich dankbar um den Traummann, der zwar gerade ein wenig gestresst bis genervt wirkte, aber einfach kommentarlos die Kinder in den Park ausführte. Nein, er hat nicht gesagt „damit du deine Ruhe hast“, aber so war es gemeint. Er weiß, dass ich gerne mitgehen würde. Und ich verstehe, dass eine halb überschwemmte Küche voller Schaum ziemlich unamüsant ist, wenn man gerade seit Stunden permanent versucht hat, das Chaos irgendwie zu bändigen. Ach… ich bin ziemlich emotional gerade.

Aus einem stillen Büro grüßt
Eure Kerstin


*Auch wenn ich früher ein nachtaktiver Mensch war und am produktivsten wurde, am effektivsten gearbeitet habe, wenn andere Menschen schon lange schliefen, habe ich mittlerweile ein Müdigkeitslevel erreicht, dass mir abends kaum Motivation zum Arbeiten übrig lässt. Auch da geht nur Kleinkram, denn meine Augenlider sind schwer, der Krümel wird bald unruhig im Bett allein und beendet die Nächte auch immer sehr zeitig.

**Falls wer brüllen mag, wo der Vater steckte: Der war wenige Meter weiter vor dem Haus und löste ein unaufschiebbares Anliegen des Großen. Krümel war nicht lange aus seinen Augen verschwunden, darf sich aber auch sonst durchaus bei uns am und im Haus auch mal einige Meter allein bewegen, bevor wir anfangen ihn zu suchen.

Milchreiskuchen mit Kirschen

Milchreis-Kuchen aus dem Backbuch einer perfekten Vintage-Mutti

Die Kinder haben Ferien.
FERIEN ein Wort mit so unterschiedlichen Assoziationen.

Ferien klingen nach Freibad und Ausschlafen, nach Urlaub und Freunden, nach Übernachtungen bei Oma und langen Abenden. Ferien klingen aber auch nach Problemen mit der Vereinbarkeit, an Herausforderungen für die Eltern, nach ausgedehnter Langeweile der Kinder, nach der Sehnsucht nach Alltag.

Für mich sind Ferien keine sonderliche berufliche Herausforderung. Ich bin ja flexibel. Und eigentlich arbeite ich eh auf Sparflamme.
Für mich klingen Ferien nach durchgedrehter Kerstin.
Warum?

Kerstin im Ferien-Modus

Die Zwillinge haben Ferien und nachdem ich letztes Jahr zu dieser Zeit vor Frust beinahe implodiert wäre, hatte ich mir vorgenommen gar keinen Frust aufkommen zu lassen. Es gibt doch keinen Grund dazu.

Ich bin darin auch ziemlich erfolgreich. Also im nicht frustriert oder gestresst sein. Ich bin fast tiefenentspannt, aber auch ein wenig sonderbar. Immer wenn ich eine Zeit lang die totale Kinderbelustigungsmaschine abfahre, mich im Vollzeit-Mutti-Modus befinde, mutiere zu einer Vintage-Mutti und übererfülle Rollenklischees. Wir können das gerne mal psychologisch analysieren lassen und vermutlich habe ich tatsächlich einen amtlichen Dachschaden, aber belassen wir es hier bei den Fakten:

Sind die Kinder längere Zeit Vollzeit daheim (weil kränklich oder Ferien oder sonst ein Betreuungsausfall) zeige ich genau zwei Verhaltensmuster:

Entweder versuche ich wie wild und meist mäßig erfolgreich einen Alltag mit „Arbeit“ aufrecht zu erhalten, beiße vor Frust recht zügig in die Schreibtischplatte und verfluche mein Home-Office.

Oder ich bin die perfekte Hausfrau und Mutti-Maschine. Denke mir ein angemessenes Unterhaltungsprogramm für die Kinder aus, das bloß nicht zu viel werden darf, damit noch heilsame Langweile aufkommen kann. Ich plane Ausflüge, lade Besuch ein und bastle Gedöns aus Klopapierrollen. Fange an nebenbei auszumisten und aufzuhübschen, möchte endlich das Kinderzimmer umgestalten, alte Möbel neu lasieren, halte den Haushalt sauberer als sonst schon (da habe ich ja auch gewöhnlich einen Fimmel), backe Kekse und koche feines Essen…

Ich kann dieses uralte Rollenklischee echt perfekt leben. Allein fühle ich mich darin auf Dauer nicht wohl. Täte ich das, wäre es super. So bleibt es temporär ok, denn es fühlt sich besser an einfach eine Ferien-Vintage-Mutti zu sein, als eine Möchtegern-Working-Mom, die an dem Versuch der Vereinbarkeit während der Ferien fluchend scheitert. Für euch springen in diesen Phasen aber dann Rezepte raus. Wie dieses:

Rezept für Milchreiskuchen mit Kirschen
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Milchreis-Kirsch-Kuchen

Zutaten:
  • 1 Glas Kirschen
  • 400ml Milch (sie darf fettarm sein, muss es aber nicht)
  • 1 EL Vanille-Zucker oder ein praktisches Tütchen desselbigen
  • 100g Milchreis
  • 50g weiche Butter oder Margarine
  • 120g Zucker
  • 3 Eier
  • 50g Speisestärke oder ein Tütchen Vanillepudding-Pulver
  • 1 TL Backpulver
  • 500g Magerquark, den man super teilweise durch Naturjoghurt ersetzen kann, wenn man ein wenig sommerliche Frische mag
  • Zitronenabrieb (sollte dann wirklich von einer Bio-Zitrone kommen)
  • 1 EL Mandelblättchen
Zubereitung

Den Milchreis müsst ihr erst vorbereiten. Dazu lasst ihr die Milch kurz mit dem Vanille-Zucker aufkochen, gebt den Milchreis zu und lasst alles bei ganz schwacher Hitze und geschlossenem Topfdeckel für eine Viertelstunde quellen.

Anschließend muss der halbgare Milchreis etwas abkühlen. In dieser Zeit gießt ihr die Kirschen in ein Sieb und lasst sie abtropfen. Rührt erst die Butter mit dem Zucker schaumig, gebt die Zitronenschale und drei Eigelb drunter, um anschließend die Speisestärke und das Backpulver dazuzugeben. Jetzt kommt der Milchreis und Quark unter die Masse und wird gut verrührt. Ich nehme gerne etwas weniger Quark und stattdessen noch Naturjoghurt. Beides schmeckt uns.

Wer aufgepasst hat, dem ist aufgefallen, dass noch drei Eiweiß über sind, die nun steif geschlagen werden und unter die Masse gehoben werden. Zuletzt vorsichtig die abgetropften Kirschen dazu.

Eine Springform einfetten und den Boden mit Mandelblättchen ausstreuen. Darauf die Masse geben, ein wenig glattstreichen und für ungefähr 70 Minuten bei 160° C Umluft (nicht vorheizen) backen. Damit der Kuchen nicht zu dunkel wird, decke ich ihn nach 2/3 der Backzeit mit Alufolie ab.

Der Kuchen schmeckt warm oder kalt. Verbindet Milchreis und Käsekuchen und ist damit einfach unschlagbar lecker.

Viel Spaß beim Nachbacken!

Eure Super-Vintage-Mama
Kerstin

Waldspielplatz im Sauerlandpark Hemer | Mamablog Kerstin

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 08/2018

Nun was mache ich an so einem Sonntag im August 2018 eigentlich? Nicht bloggen, daran habe ich nicht gedacht und so antworte ich heute verspätet auf die Frage von Frau Brüllen. Ich antworte aber trotzdem, denn diese Rubrik ist mir persönlich eine wertvolle Erinnerung. <3

Ich weiche etwas vom Protokoll-Stil ab, denn der wäre erlogen, ich kenne die tatsächlichen Uhrzeiten nicht wirklich. 😉

NRW in der Sommer-Hitze

Es ist heiß im Ruhrgebiet im Sommer 2018. Ich mag Sommer und die Hitze, aber uff es ist schon sehr heiß gerade. Und sehr trocken. So verbringen wir viel Zeit im abgedunkelten Haus. Doch nicht Sonntag!

Sonntag hatte eine Vorgeschichte, denn ich hatte mich zwei Tage vorher endlich mal wieder – seit sehr vielen Monaten – bei jemandem gemeldet, bei dem ich mich schon immer mal wieder melden wollte. Ihr kennt das. Hoffe ich.

„Was macht ihr denn Sonntag? Habt ihr Zeit?“ Ja, hatten wir und so stand spontan ein Date mit unseren Bekannten aus dem Geburtsvorbereitungskurs.

Morgengrauen

Es war definitiv sehr früh, als der Krümel mal aufstehen wollte. Wie immer zu früh. An diesem Morgen war es mein Job, ihm dabei Gesellschaft zu leisten. Irgendwann tauchten auch die Zwillinge auf und so saßen wir gegen halb neun alle am Frühstückstisch.

Im Anschluss packte ich die Kühltasche mit eigens vom Traummann bestellten Möhren-Muffins (am Vorabend gebacken), belegten Brötchen, hart gekochten Eiern, Äpfelchen, Keksen und ganz viel Wasser.

Kinder anziehen, mit Sonnencreme großflächig rumschmieren, Mutti muss noch duschen, den Rucksack mit Wickelsachen, Ersatzklamotten und Handtüchern packen, Bollerwagen ins Auto, irgendwie wurde es mal wieder – wie immer – chaotisch.

Gefühlt waren wir wieder sehr spät dran, praktisch sahen wir schon bei der Fahrt aus der Stadt heraus das Auto unserer Freunde vor uns. Es ging ins Sauerland, denn das beginnt bei uns knapp hinter der Stadtgrenze.

Ein Tag im Park

Spontan meldete sich noch ein weiteres Paar aus unserem Kurs, dass es später auch folgen werde und pünktlich um 11 Uhr erreichten wir den Sauerlandpark in Hemer (das kann man als Werbung kennzeichnen, denn dort ist es wirklich schön)

Wir schlugen unsere Basis irgendwo zwischen Kleinkind- und Wasserspielplatz auf. Picknickdecken im Schatten, gefüllte Kühltaschen, sechs Erwachsene und 13 kleine Kinder, die entweder zwei oder auch fünf Jahre alt sind. Es lief erstaunlich entspannt. Wir haben also DAS Alter erreicht oder hatten Glück oder der Mond stand günstig oder wir sind einfach alle Supereltern.

Denn über Stunden spielten alle Kinder zufrieden, kamen nur kurz angelaufen, um Nahrung zu sich zu nehmen. Wir konnten da sitzen, zuschauen und uns unterhalten. Herrlich.

Das Wetter war angenehm und die knapp 30° fühlten sich nach der Hitze der letzten Wochen fast kühl an.

Gegen 14 Uhr waren es dann auch eher die Eltern, die mal ein wenig Bewegung in den Tag brachten und entweder mit den Kindern zum Jüberg hochstiegen oder sich mit den Bollerwägen auf den direkten Weg zum Waldspielplatz machten. So schattig. So angenehm.

Da kamen wir dann auch ins Grübeln, dass wir doch den Tag so gar nicht enden lassen wollten. Zusammen essen? Wäre doch schön.

Ein schöner Tag braucht ein schönes Ende

Um 17 Uhr fiel vor den Toren dann die Entscheidung, dass alle kurz zu Hause einsammeln, was an Nahrung im Kühlschrank ist und wir uns spontan bei einer Familie im Garten zum Grillen treffen.

Die Kinder fielen auf der Autofahrt kurz in den Schlaf und ich war ehrlich gesagt auch ziemlich platt. Doch es waren noch wirklich schöne zwei Stunden zusammen.

Unsere Kinder sehen sich selten, spielten aber wirklich ausdauernd miteinander. Wir Erwachsenen haben uns nur zufällig durch den Umstand kennengelernt, dass die Hälfte von uns gerade gleichzeitig schwanger war, die andere bald Vater werden sollte und diese Umstände uns in den gleichen Kurs zur Vorbereitung auf das Elternwerden würfelte. Ich mag bezweifeln, dass diese Vorbereitung im Kurs gelang, aber diese Zeit hat uns verbunden.

Wir sind ganz unterschiedlich, unsere Kinder sind wahnsinnig unterschiedlich, aber wenn wir uns sehen, haben wir eine schöne Zeit zusammen.

Familienausflug in den Sauerlandpark in Hemer

Und sonst so?

Nein, Krümel hat keinen Mittagsschlaf gemacht. Den spart er sich oft und immer öfter. Ja, wir haben Wickelsachen gepackt und brauchten sie auch. Aber das scheint bald zu Ende zu sein, denn jetzt nur zwei Tage später, will Krümel auf gar keinen Fall mehr Windeln tragen.

Die Großen haben jetzt Kindergartenferien und kehren im Anschluss als Maxi-Kinder zurück. Gerade sehnen sie den ersten Wackelzahn sehr herbei. Krümel hat noch drei Wochen mit seiner Tagesmutter, bevor auch er ein Kindergartenkind wird. Die nächsten Wochen werden aufregend.

Und heiß. Heute ist wohl der vorläufige Höhepunkt und ja, ich würde mich über ein wenig Regen sehr freuen. Sommerregen ist schön.

Wie verbringt ihr aktuell den Sommer? Zu Hause? Immer im Freibad? Oder lieben nur in den Abendstunden raus?  Oder seid ihr im Urlaub?

Eure ziemlich müde
Kerstin

Kerstin mit Kaffeetasse im Fokus

Mama im Fokus: Warum es so wichtig ist, auf sich selbst zu achten

Mütter* sind ganz besondere Wesen. Mütter sind selbstlos und rotieren um den Nachwuchs. Sie widmen ihnen ihr ganzes Tun, dem Wohle und Glück ihren Kindern. Oder so ähnlich. Blah… Es gibt herrlich verklärte Bilder von der perfekten, fürsorgenden Mutter.

Aber das funktioniert so nicht. Zumindest nicht auf Dauer. Irgendwann geht das nicht mehr gut, wenn Mutti nur an andere denkt, deswegen:

Liebe Mama,
du gehörst in den Fokus. In den Fokus deiner Aufmerksamkeit. Deine Bedürfnisse sind wichtig. Sehr.
Achte auf dich, sorge für dich. Nur wenn du gut für dich sorgst, kannst du gut für andere sorgen. Ich bin mir das sicher, denn ich habe es selbst ausgiebig ausprobiert.
Deine Kerstin

Ich im Fokus

Ich habe mich in den Fokus gerückt. Da war ich viel zu lange nicht mehr und das hat keinem geholfen. Da war die Mutter-Kind-Kur nur ein kleiner Schritt auf dem Wege.

Ich setze den Fokus:

Fokus auf all das, was meinem Körper gut tut. Schlaf wäre da ein gutes Beispiel und bei uns geht der Schlaf des einen, dann gerne zu Lasten anderer. Denn ausreichend Schlaf gibt es hier nur, wenn Krümel auswärts schläft (sehr selten) oder eben einer der beiden Elternteile seinen Schlaf zugunsten des anderen „opfert“. Aber wir wissen alle, dass dazu noch mehr gehört: Die Ernährung, die Bewegung, das achten auf Signale, rechtzeitige Ruhepausen und soviel mehr.

Nur wenn mein Körper gesund ist, wenn mein Körper Kraft hat, kann ich mit ganzer Kraft für meine Kinder und meine Familie da sein. Wenn ich permanent am Rande der körperlichen Erschöpfung stehe, wenn ich einfach immer weiter funktioniere, weil ich ja vermeintlich muss, dann kann das nicht nur im totalen Zusammenbruch enden. Schon weit vorher macht die Erschöpfung mürbe.

Fokus auf all das, was glücklich macht und die Seele schmeichelt. Und wenn das Ruhe bedeutet oder Aktivitäten ohne Familie. Bei mir ist es das Schreiben, manchmal ist es das Nähen. Es kann ein Kaffee mit mir allein am Strand sein, wie ich es oft während der Kur gemacht habe. Es kann der Kaffeeklatsch mit Freunden sein und bei anderen ist es der Abend mit Tanz und Musik. Es kann super leckeres Essen sein (das die Kinder vielleicht nicht sooo gerne mögen.) Was auch immer es ist, was kleine Glücksmomente beschert, es bringt Ausgeglichenheit. Es motiviert, macht gute Laune.

Fokus auf all das, was meinem guten Körpergefühl dient. Ich muss mich in meinem Körper wohlfühlen. Ich muss mein Spiegelbild mögen. Das gelingt niemals wirklich allumfassend (zumindest kenne ich niemandem persönlich, der das ernsthaft in allen Aspekten bejahen kann), aber einiges hilft dann doch. Ich bin nicht gerade Beauty-verrückt und hasse diese ewig langen Friseurbesuche. Aber es gibt Zeiten, da mag ich mich mehr mit Make-Up. Es gibt Zeiten, da muss ich dringend zum Friseur, weil ich mein Spiegelbild gruselig finde. Ich nehme mir die Zeit für Maniküre und Pediküre, weil ich mich sonst echt unwohl fühle. Es mögen Äußerlichkeiten sein und bei anderen würde vielleicht noch viel mehr dazu gehören, aber es hilft, sich zu mögen.

Und nur wer sich wirklich selbst mag und wohlfühlt, kann glücklich sein. Ich habe sogar einmal gelesen, dass man sich selbst lieben können muss, um andere lieben zu können. Ob das wahr ist, weiß ich nicht. Aber ich kann von mir selbst behaupten, dass ich ziemlich übel drauf bin, wenn ich mich selbst gerade furchtbar finde. Das hilft dann nicht beim gern haben.

Warum es als Mama ganz wichtig ist, auf dich selbst zu achten!
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Achte auf dich, damit du auf andere achten kannst

Wenn ich nicht auf mich achte, dann kann ich keine geduldige, lustige, fröhliche, energiegeladene Mutter für meine Kinder sein. Dann bin ich erschöpft, reizbar, müde, frustriert. Dann bin ich die BLÖDE MAMA! Für mich ergibt sich daraus die ganz logische Konsequenz, dass gerade Eltern ganz bewusst auf sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse achten müssen, auch wenn sie scheinbar das ein oder andere Mal sehr egoistisch wirken. Am Ende ist diese Selbstfürsorge auch ein Gewinn für die ganze Familie. Im doppelten Sinne:

Wir geben unseren Kindern die gut gelaunten und gesunden Eltern, die wir ihnen doch auch wünschen würden. Wir zeigen ihnen aber auch ganz nebenbei, dass es gut und richtig ist, auf sich selbst zu achten. Sie können von uns lernen, auf sich selbst zu achten, die eigenen Grenzen zu kennen, sich bewusst etwas Gutes zu tun und dass das nicht im Gegensatz zum Wohl der anderen stehen muss.

Übrigens gehört für mich zum Fokus auf meine Bedürfnisse auch der Fokus auf die Partnerschaft. <3 Ich brauche auch niemandem dazu lange Vorträge halten, wie wichtig die Beziehung der Eltern untereinander ist für das Glück der Familie. Dummerweise ist ja auch so eine Ehe/Beziehung/Partnerschaft, etwas was an Lieblosigkeit und Missachtung eingehen kann.

Also Fokus auf die Liebe. <3
Fokus auf euch!

Eure total fokussierte Kerstin


*Liebe Väter, ihr seid mitgemeint. Aber ich habe mir herausgenommen, ganz plakativ nur über Mütter zu schreiben. Achtet trotzdem auf euch! Ihr seid wichtig und verdient Beachtung und Zuwendung von euch.