Tag: Alleinerziehend

Da kommen weder Schlaf noch Kaffee hin… Der Preis der Vereinbarkeit.

Müdigkeit ist wohl ein Dauerthema für Eltern… Alu vom Blog Grossekoepfe schrieb kürzlich über Watte im Hirn und Kerstin grub – vermutlich aus gegebenem Anlass – einen älteren Artikel über die Anzeichen der elterlichen Müdigkeit aus.

Und auch ich bin müde. Ich bin so unendlich müde. Schlaf alleine scheint nicht mehr zu reichen, um diese Müdigkeit zu vertreiben. Diese Müdigkeit sitzt an Stellen, da kommen weder Schlaf noch Kaffee hin.

Eigentlich läuft es super

Die Murmels sind mittlerweile 6 Jahre alt und kommen in diesem Jahr in die Schule. Ich darf eigentlich (fast) immer durchschlafen. Sie fahren teilweise alleine mit dem Roller zur Kita oder kommen alleine nach der Kita nach Hause, was mich nach Feierabend viel weniger abgehetzt sein lässt. Dadurch habe ich ein (kleines) zusätzliches Zeitpolster. Der Murmelpapa kümmert sich mehr denn je. Ich kann mich um Dinge kümmern, die seit Jahren auf Erledigung warten. Ich kann meine Gewerkschaftsmandate pflegen und für meine neue Chefin findet Vereinbarkeit nicht nur auf dem Papier statt. Sie hat eine saubere Regelung gefunden, dass ich auch mal mehr zu Hause arbeiten kann, ohne dass es immer eine „Ausnahme“ sein muss. Das gibt mir Sicherheit und ein starkes Gefühl von Akzeptanz.

Und trotzdem bin ich müder denn je.

Warum ist das so? Warum jetzt?

Ich lebe seit fast 5 1/2 Jahren alleine mit den Murmels. Teilweise waren verdammt harte Zeiten dabei. In der Rückschau frage ich mich gelegentlich, wie ich das nur aus- und vor allem durchgehalten habe. Die einzige Antwort, die mir dazu einfällt: Ich hatte keine Alternative. Ich musste. Es wäre niemand anderes da gewesen.

Eigentlich könnte ich mich jetzt entspannen… Die Murmels sind auch wochenends regelmäßig bei ihrem Papa. Was hindert mich?

Tja: das Chaos, der Haushalt, die Wäscheberge, die Gartenpflege… all das bleibt zu Hause und will trotzdem erledigt werden. Dann sind noch all die hunderttausend Baustellen, die seit Jahren auf mich warten.

An den Wochenenden, an denen die Murmels bei ihrem Papa sind, schlafe ich weniger, als wenn sie da wären. Meine Tage sind viel voller und anstrengender. Zum Ausschlafen habe ich keine Zeit, weil ich muss ja die Steuererklärung noch machen, habe ich alle Unterlagen für die BeKo-Abrechnung zusammen, die letzte Gewerkschaftssitzung muss noch protokolliert werden, ich muss noch das Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag besorgen… eigentlich müssten auch die Kleiderschränke mal wieder aufgeräumt und ausgemistet werden, neue Klamotten brauchen die beiden auch noch, wo finde ich Hosen, die der Maus passen oder muss ich selber nähen, was muss an Termine organisiert und vereinbart werden, arbeiten muss ich ja auch noch und und und…

Ordnung, Struktur und Zeit

Ja, mein Leben ist ordentlicher und strukturierter, als es noch vor einem Jahr war. Als die „gute Zeit“ anfing dachte ich, ich kneif noch mal ein paar Wochen die Pobacken zusammen, um einige Brände zu löschen und ein wenig Struktur zu schaffen. Ich dachte ernsthaft, wenn ich das mache, habe ich danach echt mal Wochenenden zum Ausschlafen und Bücher lesen. Verarscht! Zeit, mich mal um mich selber zu kümmern. Freunde treffen. Arbeiten.

Habe ich überhaupt noch Freunde? Was ist nach 5 1/2 Jahre Vereinbarkeit übrig geblieben? Nicht viel. Die Beste. Der Beste. Die ein oder andere Kita-Mama. Diese wundervollen Menschen aus diesem schrecklichen fremden Internet – die alle so verdammt weit weg wohnen. Wenn ich das lese, drängt sich der Gedanke nach Einsamkeit auf. Bin ich einsam? Ich weiß es nicht. Ich habe keine Zeit darüber nachzudenken.

Ich bin Mama. Ich bin Tochter. Ich bin Arbeitnehmerin.

Alles andere bleibt dahinter zurück.

Ich habe mir –auch hier und auf Twitter – schon öfter die Frage gestellt, ob ich selber noch existiere, ob ich in meinem eigenen Leben noch eine Rolle spiele. Wann war ich zum letzten Mal auf einem Konzert? Wann bin ich zum letzten Mal mit Freunden um die Häuser gezogen? Wann saß ich zum letzten Mal mit einer Flasche Wein nachts am Strand?

Ich habe zwei wundervolle Kinder mit einem (mittlerweile) sehr engagierten und liebevollen Papa – den Mann, den ich liebe. Ich habe tolle Freunde und Bekannte. Ich habe meinen Traumjob. Ich habe so wahnsinnig viel.

Die Müdigkeit macht mich undankbar.

Ich bin ein mürrisches knurriges Etwas.

Warum ist das so? Ich zerbreche mir den Kopf darüber, warum ich mich nicht entspannen kann, warum ich nicht genießen kann, dass es gut läuft. Warum ich trotz Schlaf und Kaffee (literweise) so unfassbar müde bin.

Dieses Grübeln macht mich noch müder, noch nörgeliger, noch unzufriedener.

Ich bin zu müde, um die liebevolle, geduldige, zugewandte Mama zu sein, die ich gerne wäre. Was mich unzufriedener mit mir und der Gesamtsituation macht. Ich habe das Gefühl in einer Nörgel-Dauerschleife zu hängen, aus der nicht rauskomme. Diese Dauerschleife erschöpft mich noch mehr und macht mich noch unzufriedener…

Natürlich könnte ich mal alle Fünfe gerade sein lassen, alles stehen und liegen lassen und einfach mal nur Dinge tun, die mir gut tun – ganz bewusst Selbstfürsorge betreiben.

Den ganzen Kram macht aber kein anderer. Ein Wochenende nichts machen, bedeutet in der Konsequenz, dass ich danach noch viel mehr zu tun habe und wieder vor schier endlosen Bergen stehe, von denen ich nicht weiß, wie ich sie im Alltag alleine mit zwei Kindern bewältigen soll. Wie ich es auch drehe und wende, ich finde den Stein der Weisen nicht, um aus diesem Teufelskreis rauszukommen. Ich weiß nicht, wie ich meine innere Ruhe und Gelassenheit wiederfinden soll. Ich weiß nicht, wann und wie ich Selbstfürsorge betreiben soll, ohne das andere Dinge auf der Strecke bleiben oder sich zu riesigen Gebirgen auftürmen.

So lange ich planlos in diesem Hamsterrad rum renne, werde ich auch nicht Herr über die Müdigkeit.

Ich habe Angst vor dieser lähmenden Müdigkeit. Ich habe Angst, alledem nicht mehr lange gewachsen zu sein. Ich habe Angst, auf dem Weg zur Arbeit, zum Termin, nach Hause, zum Schwimmkurs am Steuer einzuschlafen. Ich mache im Auto keine Heizung mehr an, weil die Kälte mich wach hält.

Wo ist die Pause-Taste für mein Leben?

Und immer wieder die Frage, warum jetzt? Es ist der Preis für 6 aufreibende Jahre. Eine Müdigkeit, die sich so massiv über einen so langen Zeitraum aufbaut, verflüchtigt sich nicht durch etwas mehr Schlaf und Kaffee. Ich gehe seit Jahren regelmäßig über meine Grenzen und noch weiter. Genau das fordert gerade seinen Tribut. 6 Jahre Raubbau an Schlaf und Belastbarkeit lassen sich nicht durch ein entspanntes Wochenende reparieren… Das ganze braucht Zeit – Zeit, die ich nicht habe.

Ich habe 5,5 Jahre alles vereinbart… nur mich nicht.

Sorry, Ihr Lieben, das musste raus. <3

Passt auf Euch auf!

Liebe Grüße

Eure Tanja

Vertrauen

Ihr Lieben, es war wieder einmal lange still um mich, still um uns.

Im Kopf schreibe ich ganz viele Texte. Wenn ich dann tatsächlich mal die Gelegenheit habe, diese auch zu tippen, ist mein Kopf wie Brei und ich bekommen keinen geraden Satz zustande. Was mir vorher wichtig war, erscheint nun belanglos. Was mich amüsiert hat, erscheint langweilig. Ist das das, was man Schreibblockade nennt?

Ich weiß es nicht. Vermutlich ist es nur eine „Phase“. Als Mutter habe ich Erfahrung mit Phasen…

Trotz dieser „Phase“ muss ich heute etwas los werden. Ein Text, der so klassisch chaotisch und unstrukturiert ist, wie Ihr es von mir gewohnt seid – vielleicht darf ich ja deswegen auf dem Chaosblog mitschreiben?

Getrennt und doch ein Paar

Wer mich schon länger liest, weiß um meine etwas andere Lebensweise – getrennt und doch ein Paar. Unsere Art, Familien zu leben, ist kompliziert, anstrengend, für viele nicht nachvollziehbar – aber vor allem eines: meine Familie, mein Leben und meine Liebe.

Wir leben seit mehr als 5 Jahren getrennt. Teilweise waren es sehr harte Jahre mit gegenseitigen Verletzungen – bewusst und unbewusst. Das Gefühl im Stich gelassen zu werden. Alleine „in der Scheiße“ sitzen und als einzige nicht weglaufen können. Und trotz allem, haben wir nie aufgehört zu lieben und zu hoffen, auch wenn wir es vor Wut und Schmerz nicht immer gesehen haben. Oft war ich unglücklich, traurig, ratlos und auch verzweifelt. Das Gefühl, durch alle schwierigen Phasen und Situationen alleine durch zu müssen. Oft dachte ich, dass genau jetzt die Grenze überschritten ist, an der ich nicht mehr verzeihen kann, an der ich mich – aus Selbstschutz – ganz ganz dringend „entlieben“ muss. Und dennoch habe ich immer den Menschen vermisst, den ich seit nun mehr 11 Jahren liebe. Es war von Anfang an nicht einfach. Vermutlich wird es nie einfach, weil wir nicht einfach sind.

Es hat sich was verändert

Es hat sich was verändert… Er hat sich verändert… Ich habe mich verändert.

Zu Hause ist es gerade sehr schlimm. Wer mir auf Twitter folgt, hat es mitbekommen – zumindest ansatzweise. Alles kann ich auch dort nicht schreiben. Vielleicht, wenn alles wieder gut ist, kann ich es hier irgendwann verarbeiten. Jetzt noch nicht. Jetzt muss ich da erstmal durch.

Wo Schatten ist, ist auch Licht.

Ja, ich muss da durch, ABER ich muss da nicht allein durch. Zum ersten Mal, seit wir getrennt leben, steht er neben mir, hinter mir und auch schützend vor mir. Zum ersten Mal seit Jahren, gehen wir gemeinsam durch eine schlimme Zeit. Wir halten uns, wir trösten uns und versuchen uns gegenseitig wieder aufzurichten und stark zu machen. Wir geben uns Kraft, Mut und auch ein Lachen oder Lächeln. Eine Umarmung.

Egal, wie dunkel und verzweifelt sich gerade alles anfühlt… Ich bin NICHT ALLEINE.

Klingt erstmal ganz toll, oder?

Aber auch hier gibt es ein Kehrseite:

Vertrauen.

Das Vertrauen hat in den letzten Jahren gelitten – mehr als das sogar. Es ist nahezu aufgebraucht. Es ist den immer wiederkehrenden Enttäuschungen zum Opfer gefallen. Jetzt, wo ich es am dringendsten bräuchte, ist es (fast ganz) weg.

Ich fühle mich mies dabei. Gemein. Unfair. Er bemüht sich so sehr. So vieles, was gerade passiert, ist für ihn noch viel schlimmer als für mich und trotzdem ist er da. Er läuft nicht weg. Er lässt mich nicht im Stich.

Und ich? Ich zweifle. Ich habe Angst. Kann phasenweise seine Unterstützung und sein „Da sein“ nur schwer zu lassen. Ich muss erst lernen. Ich muss lernen, wieder zu vertrauen. Ich muss lernen, dass ich nicht alles alleine tragen und ertragen muss.

Ich wurde die letzten Jahre dahingehend konditioniert, im Zweifelsfall immer alles alleine schaffen zu müssen. Ich muss erst wieder lernen, dass ich nicht mehr alleine bin, dass er jetzt die Kraft hat, unser Päckchen mit mir gemeinsam zu tragen.

Es wird Zeit brauchen. Das Vertrauen ist Stück für Stück immer mehr kaputt gegangen und nun muss es wieder wachsen. Das Tempo kann ich nicht vorgeben oder beeinflussen, aber ich will es von ganzen Herzen.

„Wie früher“

…wird es nie werden. Dafür ist zu viel passiert, dafür haben wir zu viel erlebt, was uns geprägt und verändert hat. ABER wir können gemeinsam gestärkt aus den letzten Jahren hervor gehen.

Es wird Rückschläge geben. Es wird Auseinandersetzungen geben. Es wird nicht einfach – weil wir nicht einfach sind.

Ich habe nie den Glauben daran verloren, dass wir gemeinsam alles schaffen können. Ich habe nie aufgehört zu lieben <3

Eure Tanja

ps. Heute vor 11 Jahren hatten wir unser erstes Date <3 und ich bereue nichts!

Sie schreit…

Es ist Sonntag Abend… Die Murmels liegen im Bett. Der Schlaf scheint allerdings noch weit entfernt. Ich bin müde. Ich mag nicht mehr.

Viele andere Blogger – so auch Kerstin – sitzen gerade vor dem Rechner und lassen ihr Familienwochenende als #wib „Wochenende in Bildern“ Revue passieren. Ich sitze hier und versuche die letzten Tage wegzuatmen.

Ich schrieb des Öfteren darüber, dass es mit der Maus nicht immer einfach ist. Sie schreit. Seit ihrer Geburt.  Anfangs redete ich mir ein, sie kann sich nicht anders bemerkbar machen. Wenn sie erst mal spricht. Wenn sie erst mal besser spricht. Sie spricht. Sie hat, wie ich finde, einen unglaublich Wortschatz und ist sehr schlagfertig – wenn sie nicht vorher anfängt zu schreien. Sie schreit immer noch. Mittlerweile habe ich den Glauben daran verloren, dass es jemals aufhören wird. Read more

#48stundenalleinerziehend

Die liebe Anette vom Blog Mutterseelesonnig hat dazu aufgerufen, unter dem Hashtag #48stundenalleinerziehend unseren Alltag zu schildern.

Auslöser hierfür war eine Einladung aus der Politik an Anette, für zwei Tage nach Berlin zu kommen. Anette ist alleinerziehende Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern. So sehr sie sich über diese Einladung gefreut, so sehr stellt sie vor eine organisatorische Mammutaufgabe.

Da sie ihren Aufruf bis zum 9. Mai befristet hat, muss ich mich langsam sputen, wenn ich noch teilnehmen will.

Heute ist Sonntag, der 7. Mai. Es ist bereits nach 21 Uhr. Der Tatort läuft, ebenso wie die Waschmaschine und die Spülmaschine. Read more

Jammern und die Mamis die alles falsch machen… Ein Rant!

Bevor die liebe Kerstin und ich wieder für Verwirrung sorgen: Der Text ist von mir: Tanja, die Murmelmama!

Dann beginne ich das neue Jahr mal direkt mit einem Rant… mit meinem ersten Rant! Und WARUM?

In letzter Zeit habe ich im Netz wieder einige – nach meinem Dafürhalten – ziemlich verquere Dinge gelesen… z. B. ging es darum, dass Mütter zu viel Jammern bzw. ob man als Mama auch mal Jammern darf oder nicht oder ob es an mir liegt, dass mein Kind schreit oder nicht. Read more