Tag: Alltag

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 07/2018

Alltag ist unspektakulär und fad. Ich bin großer Fan des Alltags. Deswegen erzähle ich heute euch und Frau Brüllen, was ich so am 5. des Monats Juli getrieben habe.


05:45 Uhr // Krümel will aufstehen. Er hat nicht in unserem Bett geschlafen. Ein Umstand, der vor allem darin begründet ist, dass sein Bett mittlerweile direkt neben unserem steht. 😉

Ich überrede ihn noch kurz mit mir zu kuscheln, denn aus mir wird niemals nie eine Frühaufsteherin werden.

06:05 Uhr // Ich gebe endlich (ENDLICH!!!) dem Drängen des Jüngsten nach und gehe mit ihn runter. Auf das Sofa. Krümel spielt mit den TipToi-Büchern seiner Geschwister und ich brummel vor mich hin.

06:30 Uhr // Wir machen uns ans Frühstück. Bestücken die Kaffeemaschine, schmieren Brote für den Kindergarten, waschen Obst, füllen Brotdosen, stellen Joghurt für das Frühstück hin und Krümel klaut hier eine Erdbeere und dort ein fertiges Butterbrot.

07:00 Uhr // Ich starte die Kaffeemaschine und während die Kaffeemühle unter Höllenlärm noch mahlt, gehe ich hoch, die Großen wecken. Krümel folgt mir nicht.

Sonnenschein kommt mir auf der Treppe entgegen. Prinzessin will nicht aufstehen. Ich husche ins Bad, um mich zumindest ein wenig frisch zu machen und anzuziehen.

Ruf von unten: „Mamaaaaa! Der Krümel isst Joghurt!“

Ich gehe runter (bei der vermutlich sechsten Wiederholung… es ist halt noch früh und ich gerade vorwiegend unbekleidet) und tatsächlich hat sich Krümel einen Teigschaber organisiert und macht sich über einen 500g  Becher Naturjoghurt her. Ich stelle den Joghurt zur Seite, wische auf und bitte den Krümel mitzukommen. Er bleibt unten, ich versuche Prinzessin aus dem Bett zu holen und mich fertig anzuziehen.

„Mamaaaaaa! Der Krümel isst Joghurt!“ Gleiches Bild wie zuvor, nur auf der anderen Seite der Küche. Mäh. Ich rufe Prinzessin und fülle Joghurt in drei Schüsseln, Alibi-Erdbeere, Schokostreusel und Haferkissen drauf, reiche Krümel einen Löffel und bitte ihn, es dann doch mal im Sitzen am Tisch zu versuchen. Sogar Prinzessin taucht dann auf, um zu frühstücken.

07:30 Uhr // Wir gehen wieder hoch. Kinder in Klamotte quatschen. Prinzessin macht das meist am ehesten, doch Sonnenschein will spielen und Krümel toben. So schminke ich mich in Etappen, versuche Kinder zum Selber-Anziehen zu motivieren, biete meine Hilfe an und muss sie am Ende dann doch recht deutlich überzeugen.

Zähne putzen, Gesicht waschen, Schuhe anziehen – Krümel ist weg. Barfuß aus dem Haus gerannt. Also Krümel einfangen, Schuhe anziehen, Sachen zusammenraffen, ab zum Auto.

08:06 Uhr // Theoretisch sind wir dreimal Krümel einsammeln später im Auto, praktisch muss ich nochmal zurück, weil etwas vergessen wurde. heute die Käppi der Tochter.

08:15 Uhr // Kindergarten. Die Zwillinge sind nun endlich soweit, dass sie sich vollständig selbst ausziehen bzw Schläppchen anziehen und in die Gruppe gehen. Nur Krümel kriege ich da jedes Mal schwerer weg. Er will auch. Er will hier bleiben. Er will hier spielen.

Noch 2 Monate!

08:35 Uhr // Ankunft Tagesmutter. Krümel hat nun anderes zu tun, als sich mit Mama zu befassen. Außer rauswerfen, das muss er immer persönlich machen.

08:40 Uhr // Ich sehe kurz bei meinem Papa rein, der ganz frisch in Rente ist. Kurzes Gespräch. Weiter.

09:30 Uhr // Arzttermin.

10:30 Uhr // Endlich zu Hause und ab an den PC. Ich arbeite meine ToDo-Liste ab, die in weiten Teilen mühsam und nervig ist, heute keine Höhepunkte für mich verspricht. Aber drücken ist nicht.

Ja, ich bin heute nicht motiviert, muss Dinge machen, die mir schwer fallen und darf mich am Ende nicht über Erfolge freuen, aber über den Umstand, dass ich sie erledigt habe. Weiter.

13:30 Uhr // Jetzt wenigstens noch ein Mindestmaß an Haushalt. Spülmaschine ausräumen und einräumen, Wäsche abhängen und aufhängen,… Einkaufen schaffe ich nicht mehr. Was denn auch? Ich habe mal wieder keine Idee, was wir heute essen und verwerfe den Gedanken erstmal.

14:30 Uhr // Ich muss los zum Kindergarten.

14:45 Uhr // „Mama, weißt du, was der Ben heute gemacht hat?“ „Mama, können wir heute Nachmittag im Garten von Karl spielen?“ „Mama, weißt du, ich…“ Währenddessen sammle ich die Taschen und Frühstücksdosen ein, lotse vorsichtig zum Auto.

15:00 Uhr // Wir treffen uns in der Stadt mit meiner Mama auf ein Eis. Die bringt netterweise den Krümel direkt von der Tagesmutter mit. 😉

15:30 Uhr // Wir haben uns einige Mal umentschieden (also nicht wir, eher die Kinder), bei welchem Eisdealer und definitiv nur bei diesem und niemals nie bei einem anderen, wir heute essen. Jetzt brüllen die drei sich am Tisch nieder zur Frage, was sie heute essen wollen:

„Pinocchio! Raupe Nimmersatt! Stracciatella! Ohne Sahne!  Das was der da hat!“

Der eine Tisch neben uns grinst, der andere verdreht die Augen. Ich versuche das Thema abzukürzen, denn am Ende bestellt Krümel immer Erdbeere und die Zwillinge Schokolade – jeweils gerne mit Streuseln drauf. Eisbecher lohnen wegen „Sahne ist ekelig“ „Die Waffeln sind doof, kannse selber essen, Mama!“ eher überhaupt nicht. Aber es gehört zum Ritual sich erstmal auszumalen, was man alles bestellen KÖNNTE, wenn man wollte und es dann entweder nicht zu machen (und bewährtes nehmen) oder Mama am Ende das Eis essen zu lassen. Mir ist nicht nach Eis heute, also… bitte bewährtes…

16:00 Uhr // Eis alle! Sitzen unmöglich! (Kindergesetz)

Oma braucht noch was aus dem Kaffee-Geschäft. (Keinen Kaffee!)

Wir kommen mit und bekommen für die niedlich lächelnden Kinder kleine Geschenke. (Keinen Kaffee!!!) Und somit sind meine drei nun im Besitz von drei Saugnäpfen für den optimalen Halt des Handys in der Hand beim Selfie knipsen.

16:30 Uhr // Fußweg zum Auto, auf dem das Saugnapfding an wirklich alles auf dem Weg einmal drangeknallt werden muss. Autofahrt nach Hause, auf dem festgestellt wird, dass das Ding an Autoscheiben richtig Spaß macht.

17:00 Uhr // Zu Hause! Prinzessin muss ohne Umwege Alexa gebieten, ihr Bibi und Tina abzuspielen. Sonnenschein muss nun dringend das neue TipToi-Buch mit den neuen Kopfhörern  auf den Ohren ausprobieren. Krümel hat es eilig mit dem neuen Playmobil (es grüßt der 5. Geburtstag) zu spielen, solange seine Geschwister abgelenkt sind.

Ein kurzer Moment der Idylle, der kurz darauf im Versuch ein Gesellschaftsspiel mit dem nicht gesellschafts(spiel)fähigen Krümel im Raum zu spielen etwas eskaliert. Der Traummann kehr um 18 Uhr nach Hause, als drei Brettspiele in Einzelteilen im Wohnzimmer verstreut liegen und drei von vier anwesenden Personen kreischen.

18:30 Uhr // Ich habe nicht eingekauft und so gibt es Nudeln. YEAH! Zum zwanzigsten Mal in den letzten zwei Wochen nehme ich mir vor, mir mal einen Plan zu machen und mich ausnahmsweise daran zu halten. Also zum Essen.

18:45 Uhr // Die Kinder dürfen Sandmann gucken, der Traummann muss einkaufen fahren, denn auch Mineralwasser ist alle.

19:30 Uhr // Zähne putzen und völlig unnötigerweise die krallenartigen Fingernägel von sechs Händen kürzen. Da kann man sich schon einmal zum einen über die nervige Mama aufregen und zum anderen sich gegenseitig durch die Betten jagen.

1955 Uhr // Ich darf Conni vorlesen. Die geht heute zur Schule. Haben die Zwillinge so beschlossen, der Krümel muss den zehnten Abend die Geschichte von Jakob und der nassen Hose hören. (Keine Werbung! Aber Erwähnung, weils die Kinder eben so vorgelesen haben wollten.)

20:00 Uhr // Seit Krümels Bett in unserem Zimmer steht und er sich sicher ist, dass wir da auch schlafen, klappt das einschlafen erstaunlich fix. Ruhe. Einer von uns macht Haushalt und die andere schreibt an ihrem Laptop einen Text. Was sie da wohl schreibt?

Eure Kerstin

Kur-Tagebuch: Und jetzt? Alltag nach der Mutter-Kind-Kur

PLATSCH! Alltag. Wieder zurück! *wumms*

So eine Mutter-Kind-Kur hat ja eine begrenzte Dauer. Irgendwann ist sie zu Ende. Und im Idealfall sollte man aus dieser Kur etwas mitnehmen in den Alltag. Wie gut hat das denn bei uns geklappt?

Der Alltag kommt mit Vorschlaghammer

Mittwoch. Der Tag nach der Kur. Die Kinder sind im Kindergarten und bei der Tagesmutter und ich? Ich bin wieder zu Hause!

Frisch erholt und entspannt. Ich habe unfassbar viele optimistische Pläne. Vor allem will ich so viele Dinge jetzt sofort angehen und sehr viele Dinge müssten nun dringend, weil sie liegen geblieben sind. Aber ich sage mir mantra-artig: Nicht alles gleich am ersten Tag!

Setze Prioritäten und hab Mut zur Lücke. Ich überlege mir tatsächlich, was mir wichtig ist und was ich wann erledigen möchte, beschließe die Wäsche heute am Tag eins danach zu ignorieren und mich auch sonst nicht zu überschlagen. Ja, ich bin produktiv, denn ich bin total moviert und habe Power. YEAH!

Und dann kommt die Keule. Es fühlt sich für mich zumindest so an, als am Donnerstagmorgen auf meinem Handy die Nachricht erscheint, dass die Tagesmutter ausfällt. Für eventuell Wochen. Sie ist gestürzt.

Es fühlt sich an wie eine Strafe für mein sorgloses und optimistisches Denken am Vortag. Es fühlt sich an wie die Bestätigung dafür, dass ich niemals nie einen Tag langsam machen kann, denn es könnte der letzte Tage für die nächsten Wochen sein, an dem ich produktiv sein kann. Ich heule, ich fluche, ich stammel, ich bin neben der Spur und kriege mich den ganzen Tag nicht mehr ein.

Ich sei pessimistisch, höre ich. Ich sähe alles so negativ. Und vermutlich ist es bezogen auf die schlichte Tatsache, dass die Betreuung des Krümels für eine unbestimmte Zeit ausfällt, eine absolute Überreaktion. Ich werde da ja nicht völlig allein durch müssen. Aber für mich fühlt es sich an dem Tag einfach furchtbar an. Alle meine Pläne sind über den Haufen geworfen. Der ganze Schwung ausgebremst. Die Hoffnung auf fröhlich, chaotischen ALLTAG, in dem ich mir meine Insel schaffen kann: mit einem Schlag weg.

Selbstverständlich arrangiere ich mich dann damit und da ich ein #Glückskind bin, bekomme ich viel Hilfe, damit ich zumindest ein bisschen was von meiner Agenda schaffe. Am Ende wird die Tagesmutter auch nicht mehr als zwei Wochen ausfallen, ich verweile nicht als heulendes Elend, aber ganz viel positive Energie war am Tag zwei nach der Kur mit einem Knall verraucht. *peng*

Die guten und sportlichen Vorsätze

Tja, der Plan war: Ich gehe laufen – also nicht dieses sportliche Gerenne und auch nicht das mit den albernen Stöcken – aber ich wollte schauen, dass ich zweimal die Woche durchaus eine Strecke laufe. Oder walke – wie man jetzt hochdeutsch sagt.

Ich wollte mich mal nach einer Yoga-Butze umsehen, denn ich fand das ja wirklich nett. Und ich kenne mich: alleine mit mir auf einer Matte wird das nichts. Denn da hat mein Schweinehündchen ein Wort mitzureden. Und der ist laut.

Ganz rein theoretisch, aber bei dem Gedanken habe ich mich schon selbst ausgelacht, würde ich auch hin und wieder ein paar Übungen für meine kaputte Bauchmuskulatur oder ramponierte Schulter machen.

Das Resultat bzw die Praxis der theoretischen Überlegungen könnte ich jetzt auf den Vorschlaghammer schieben. Kann ich auch zum Teil. Denn ganz viel Motivation war einfach ab Tag zwei bei mir weg und für das Ding mit dem Sport bräuchte ich sehr viel Motivation. Innerlich steht das bei den Prioritäten auf „du solltest“ oder auch irgendwo auf minus 10.

Wer jetzt nicht Intervallläufe macht sondern nur so ein bisschen was strammer spazieren gehen wollte, der sollte nicht nur zehn Minuten gehen. Und die Stunde, die ich dafür eingeplant hatte (SIE STAND TATSÄCHLICH IM KALENDER!!!!), war einfach echt nimma über. Die paar Stündchen, die ich mit Omas und Traummanns Hilfe mir für meine Dinge freischaufelte, reichten nicht für Sachen, die unterhalb der allerobersten Priorität standen. Klar tät mir das gut. Ja, wäre wirklich fein den Kopf eine Stunde frei zubekommen und ohne Handy durch die Felder zustapfen. Aber dann muss man mehr als sechs Stunden auf eine Woche für irgendwas Zeit haben oder die ToDo mit extrem dringenden Sachen vielleicht weniger als 20 Punkte beinhalten.

Bei den restlichen Vorsätzen denkt euch Augenrollen. Ich habe gerade (leider) andere Probleme. Ich bin voll damit ausgelastet, trotzdem noch ein paar meiner Wünsche/Pläne umzusetzen und versuche verzweifelt mir meinen Optimismus zu bewahren oder ihn mir wenigsten einzureden. Für sowas abwegiges wie Sport oder Beauty oder Gedöns habe ich keine Zeit.

Das Krümelchen

Wie hat es eigentlich das kleine Krümelchen verkraftet, dass die Rabenmutter ihn alleingelassen hat? ALLEINE! Bei seinem Papa, den Omas, Patentante,… zu Hause in seiner gewohnten Umgebung.

Tja nun, wenn ich Ahnung von so Zeugs hätte, könnte ich irgendwas von sicher gebundenes Kind schreiben. Aber das habe ich nicht. Tatsache ist: Er hat es gut verkraftet und Mama vermutlich weniger schmerzhaft vermisst als sie ihn.

Ja, während der Kur hat er nach mir gefragt. Auch immer wieder und auch täglich. Aber nicht weinend. „Wo ist meine Mama? Meine Mama ist in Kur. Mama kommt wieder.“ Er hat sich riesig gefreut, mich wieder zusehen und seine Geschwister, klebte aber nicht einmal am ersten Abend an mir. Dabei hatte ich so Nachholbedarf in Sachen Krümelknuddeln.

Schon am nächsten Morgen hat er mich bei der Tagesmutter nach zwei Minuten rausgeworfen. „Mama, geh!“ Dabei hatten wir uns noch über die Kur unterhalten wollen. Doch bei der Tagesmutter ist Mama nicht vorgesehen, die hat zu gehen. Zügig bitte.

Aber es ist nicht, als wäre nichts gewesen. Mir ist mit Erschrecken aufgefallen, was für einen Sprachsprung er gemacht hat, Plötzlich sind alle Pronomen da und die ganze Palette Hilfsverben wird gerne und korrekt angewendet. Das wäre mir so nie aufgefallen. Wie lang so zwei Wochen in der Entwicklung eines Kleindkinds sind (WEHMUT!)

Ich darf aktuell auch nicht ohne ihn das Haus verlassen. Zum Einkaufen oder was auch immer: Niemals nie ohne Krümel. Dann weint er bitterlich. Mama darf nicht ohne Krümel gehen. Ihn bei Oma lassen. Bei der Tagesmutter. Alles kein Ding. Aber nicht ohne ihn das Haus verlassen. Auf gar keinen Fall.

Naja, außer die Patentante ist da und macht Babysitter. Das ist dann halt cooler als Mama daheim. 😉

Freundschaft: Die anderen Mütter

Der Punkt hinterlässt bei mir Wehmut. Während der Kur habe ich es einfach genossen, dass da viele nette Frauen waren, um eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Ein Kaffee und ein Plausch. Gemeinsam auf der Bank am Spielplatz sitzen. Bei manchen auch echt ganz plötzlich aus dem Nichts sehr tiefgehende, ehrliche Gespräche.

Das ganze für mich immer mit dem Gefühl, dass man nur eine kurze Zeit gemeinsam verbringt. Eine schöne Zeit. Eine Zeit des Luftholens von den ganzen Problemen, die zu Hause auf uns alle warteten. Und das waren viele, viele unterschiedliche und oft sehr heftige. Die Gespräche ergaben sich, man musste sich nicht vollständig erklären und mir eicht es für gute Gespräche, wenn man das Gespräch gut führt. Es gab so wunderbare Momente, in denen es um tiefe Gefühle ging, es aber unwichtig war, wo man herkommt, welche Geschichte diese Gefühle haben, denn keiner teilte die eigene Vergangenheit. Die muss man übrigens auch nicht erklären, um im JETZT ein Gefühl zu verstehen. Und am Ende teilen wir auch alle nicht die Zukunft. Es ging um das JETZT. Um das Gespräch jetzt und die gemeinsame Zeit jetzt.

Mich hat das eigentlich auch sehr befreit, doch nun denke ich oft an diese Frauen, mit denen ich diese Zeit geteilt habe. Ich habe von mir aus nicht wild meine Telefonnummer verteilt, sie nur gegeben, wenn mich jemand danach fragte. Jetzt habe ich bei der ein oder anderen eine theoretische Kontaktmöglichkeit, bei sehr vielen nicht. Das ist schade.

Doch auch bei denen, bei denen ich mich melden könnte (also rein technisch, weil ich die Nummer habe), habe ich mich noch nicht gemeldet. Wir sind alle zurück in unserem Alltag. Mit unseren Sorgen. Problemen. Kindern. Glück. Alltag. Freunden und Familie. Wir sind weit weg voneinander und unsere Leben weit weg.

Zudem fällt es mir teilweise sowieso schon schwer, Bekanntschaften ausreichend zu pflegen. Das klingt komisch, aber mittlerweile habe ich das Glück sehr, sehr viele liebe Menschen zu kenne, von denen ich erstaunlich viele Freunde nennen würde. Aber all diesen lieben Menschen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen würden, fällt mir bei begrenzter Zeit und Energie schwer. So viele bei denen ich seit Wochen oder gar Monaten denke, du solltest mal wieder anrufen, schreiben, vorbeischauen. Bei so vielen bedauere ich es, sie so lange nicht gesehen zu haben.

Jetzt sind es einige mehr. Einige mehr, bei denen ich es schade finde, dass unsere gemeinsame intensive Zeit vorbei ist. Ja, da ist vermissen.

Hat es dir denn gut getan?

Ja. Ja, es tat gut raus zu sein. Es tat gut von den vielen Aufgaben des Alltags befreit zu sein. Es ist erstaunlich wieviel es dann doch ausmacht, dass man eben nicht täglich mehrere Mahlzeiten einkaufen, zubereiten und die Küche im Anschluss wieder saubermachen muss. Es ist irre, welch Unterschied es macht, dass man nur abends mal eben den Sand zusammenfegt oder mal eine Maschine Wäsche wäscht (Nein, ich hatte nicht genug Kleidung für drei Wochen mit und habe es auch gar nicht versucht, sondern gewaschen.) Das bisschen Haushalt ist ganz schön viel.

Es tut gut, aus dem Alltag raus zu sein, auch über den Haushalt hinaus. Es tut gut, wenn sich ein ganzes Programm um dich bzw dein Wohlbefinden dreht. Ob es nun Massagen und Gespräche oder lustiges Spazieren gehen mit albernen Stöcken am Strand ist. Es hilft tatsächlich, wenn einem jemand immer wieder die Selbstverständlichkeiten predigt, dass man auf sich achten solle und sich selbst was Gutes tun muss. Wenn die Möglichkeiten dafür auch einfach da sind. Und die Zeit.

Es tut gut, am Meer zu sein. Am Strand. Sich es einfach nur gut gehen zu lassen. Einfach im Moment zu sein. Eine schöne Zeit zu verbringen.

Ich habe anfangs in einem Gruppengespräch gesagt, dass mir meine Gelassenheit in den letzten Jahren abhanden gekommen ist. Gelassenheit im Umgang mit den Kindern. Meine Geduld und meine Ruhe. Auch wenn viele da dann irritiert aufschauten, weil sie mich auch in der Kur für so entspannt im Umgang mit den Kindern empfanden. Ich selbst weiß, wie sehr ich das eben nicht mehr bin/war. Bzw wie es noch vor zwei Jahren aussah. Wieviel schneller ich nun laut werde oder ungeduldig, barsche Dinge sage, die ich nicht sagen will, den Lärm einfach nicht ertrage gerade. Wie sehr mir das oft leid tut.

Diese Gelassenheit kam nicht auf Knopfdruck zurück, aber mich hat die Kur dort ein großes Stück wieder hingebracht. Ich bin nicht die Kerstin oder die Mutter, die ich vor zwei Jahren war. Denn es sind zwei Jahre vergangen. Die schwer waren. Aber ich habe gespürt, dass diese Kerstin heute, noch die Gelassenheit haben kann. Zumindest ein gutes Stück davon. Nicht immer. Unbedingt. Aber es geht noch und ich kann dahin zurückfinden. WENN ich auch viel auf mich selbst achte, denn da liegt der Schlüssel. Bewusste Zeit für mich bringt die Ruhe im Umgang mit den drei Chaoten.

(Auch einer der Punkte, warum mich der Vorschlaghammer an Tag zwei danach so heftig traf.)

Ansonsten hat es mir aber bezogen auf meine tatsächlich ja immer noch präsenten gesundheitlichen Phänomene bzw Symptome nicht geholfen. Die hat es schlicht nicht tangiert. Mag der Stress nachlassen, die Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen nehmen sich davon nichts an. Mein rechtes Auge will auch ganz entspannt immer noch nicht wieder wirklich so wie es sollte. Es hat mir nur geholfen, dass ich aktuell weder panisch bin, noch es krampfhaft versuche einfach wegzuignorieren. Ich werde einfach weiter versuchen herauszufinden, was da bei mir nicht stimmt.

Eure Kerstin

IPINTEREST: ch freue mich, wenn ihr diesen Beitrag pinnt. 🙂

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 02/2018

Neues Jahr, neues Glück!!!, schreit die Schnellstarterin im Februar. Rein theoretisch wäre ein Jahr mit vollen zwölf Tagebuch-Beiträgen vom 5. eines Monats ganz sicher einer meiner guten Vorsätze gewesen, hätte ich irgendwie die Ruhe gehabt, Vorsätze zu fassen und wäre ich der Typ für ebensolche. Ist aber nun nicht so gewesen.

Wäre trotzdem fein, wenn meine Lieblingsrubrik das Jahr lückenlos dokumentieren würde. Nun habe ich aber den 5. Januar eh schon verpasst, da ich spontan mir den ganzen kompletten langen Januar lang ein Blogverbot auferlegt hatte. Und nun fast vergessen, dass heute der 5. Februar ist.

Aber nur fast. Und so sage ich:

Wir haben den 5. Februar und wie jeden 5. interessiert sich Frau Brüllen brennend dafür, was man denn eigentlich so den ganzen Tag treibt. Ich bin bemüht, dies zu beantworten.


Protokoll eines Tages im Chaos

6:20 Uhr // Ich muss gar nicht geweckt werden und sitze sofort wach auf dem Sofa, als der Traummann mir den Krümel bringt. Irritierend spät!

Derzeit penne ich meistens im Wohnzimmer, da der Krümel mit seinem Papa das Bett teilt und ich den Job habe, auf das Rufen der Zwillinge zu reagieren. „Wer Krümel nachts hat, hat morgens krümelfrei,“ lautet eine ungeschriebene Regel, die normalerweise nur am Wochenende zieht.

7:00 Uhr // Krümel und ich haben genug gekuschelt. Ich bin immer noch überrascht, dass mein kleines Kind so extrem lange geschlafen hat und bewundere nun vom Sofa seine Aktivitäten. Ich bin eher noch nicht aktiv.

7:15 Uhr // Die Großen werden wach. Heute sind wir fast im Wochendmodus, denn der Traummann ist krank zu Hause, der Kindergarten der Zwillinge hat geschlossen und Krümel hat eh immer nur eine 4-Tage-Woche.

7:45 Uhr // Frühstück. Prinzessin hat heute kein Interesse an Nahrungsaufnahme und will lieber malen. Der Rest isst, schüttet Kaffee oder Milch in sich hinein. Im Garten hat noch jemand Hunger.

9:00 Uhr // Der Frühstücktisch ist abgeräumt, ich versuche ganz kurz mal eben ein paar Dinge zu erledigen. Es bleibt bei einem Versuch. Aber zumindest einen Fuß hatte ich im Büro.

***

10:00 Uhr // Der Traummann ist unterwegs zum Arzt und die Kinder spielen ziemlich idyllisch miteinander. Irritiert von dieser Ruhe und gelangweilt ob der fehlenden Aufgaben, backe ich einen Kuchen. Die drei schrumpeligen Äpfel müssen schließlich auch irgendwann weg.

10:30 Uhr // Das Wohnzimmer durftet nach Apfel und Zimt, ich tagträume wie es wäre, eine richtig, gute Klischee-Vollzeit-Mama zu sein, so wie ich sie mir früher immer vorgestellt habe: mit täglich nach frischen Keksen/Kuchen duftetem Haus, hübschen selbstgebastelten Fensterbildern, immer dekorativen Rohkostschnitzerein auf dem Kindertischchen neben den spielenden Kindern, mit denen sie gleich Origami falten wird.

11:20 Uhr // Ich verwerfe den Gedanken als absurd. Die Jungs kloppen sich die Holzbausteine mit Schwung über den Kopf, Prinzessin kreischt ihre Brüder in Grund und Boden, der Traummann kehrt mit rot unterlaufenden Augen heim und der köstlich duftende Kuchen fällt nach zehn Minuten an der Raumluft zu einem schrumpelig, kleinen Häufchen zusammen.

13:00 Uhr // Der verschnupfte Kerl mit der Männergrippe geht dann mal einkaufen. Frische Luft soll ja gut tun. (bei Erkältung und bei quasi allem, sagte Oma)

***

14:00 Uhr // Die große Virenschleuder (aka der Mann) kehrt mit einer kleinen Rotznase (aka der Krümel) heim. Letzterer ist im Auto dann doch eingeschlafen und ich freue mich – während ich ihn in sein Bettchen trage – auf einen interessanten Abend.

14:10 Uhr // Krümel schläft, der Traummann ruht auf dem Sofa und damit ich ne Chance habe an den PC zu kommen, dürfen die Zwillinge netflixen.

15:00 Uhr // Überraschend steht mein Bruder samt meiner Mutter vor der Tür. Irgendwer hat von dem Kuchen geplaudert. Der ist wirklich nicht sonderlich ansehnlich, schmeckt auch eher so halbgar, aber mit viel Kaffee geht es. Außerdem riecht er gut!!!

15:30 Uhr // Der Nachmittag passiert so vor sich hin. Die Kinder spielen und malen, räumen sämtliche Schränke in fast jedem Raum des Hauses leer, schneiden Konfetti aus Papier und streuen es dekorativ über das Chaos, aber sie spielen. Es fließt kein Blut.

Wir Erwachsenen plaudern. Oder schweigen.

17:00 Uhr // Mama und Bruderherzchen sind wieder weg, die Kinder im Streitmodus, die Wäsche muss noch aufgehangen werden, das Abendessen vorbereitet. Ich will am liebsten ins Bett mit Buch. Oder noch lieber mit einem Glas Rotwein und einem trivialen Film auf das Sofa.

18:00 Uhr // Es gibt Kartoffelsuppe. Das wärmt im frostigen Winter und kann sicher auch Männergrippe kurieren. Zwei von drei Kindern löffeln begeistert, eines findet Suppe doof. Ein guter Schnitt!

18:50 Uhr // Sandmännchen!!! Der verschnupfte Ehemann macht die Küche sauber.

19:00 Uhr // Fertig machen fürs Bett! Schlafanzug anziehen, Zähne putzen. inhalieren, Geschichte vorlesen, kurz noch was trinken, vergesse die wo die Puppe sich versteckt hat, nochmal kurz bitte ein Lied vorsingen, wo ist denn mein Kuschel-Einhorn,…

„Mama, du bleibst aber heute Abend bei uns im Zimmer!“
vs
„Mama, Krümel Zimmer dehn. Mama bleib da!“

19:45 Uhr // Ich sitze seufzend vor den offenen Zimmertüren der beiden Kinderzimmer und darf mich nicht bewegen, damit man mich ganz bestimmt aus beiden Zimmern gut sehen kann.

20:15 Uhr // Endlich dringt aus allen drei Betten das beruhigende Geräusch gleichmäßiger Atemzüge, die Feierabend bedeuten.

Ich gehe ins Wohnzimmer, die Tagesschau ist vorbei, der Traummann eingeschlafen. Ich schicke ihn ins Bett sich auskurieren, suche vergebens nach einem Rotwein im Keller und setze mich dann mit Apfelsaft auf das Sofa. Ich bin halt ne ganz Wilde.

Eure Kerstin


Anmerkung zur Männergrippe: Ich nehme diese durchaus sehr ernst. Ich habe auch im SPIEGEL neulich gelesen, dass Männer in der Tat schlimmer leiden als Frauen. Nur leidet der Traummann eigentlich nicht wirklich, wohingegen ich ja finde, dass es fast nichts schlimmeres gibt als Schnupfen. Oder Magen-Darm. Oder Läuse. Ach alles kacke… Will ich nicht haben!

 

12 Bilder im November 2017 | #12von12

Dunkel, kalt und viel zu früh. Morgens zweifel ich täglich aufs neue daran, dass dieses Kind wirklich von mir abstammt. Entsprechend der Uhrzeit beschäftige ich es pädagogisch sinnvoll.
Das Krümelkind hat der schlafenden Mutter das Telefon entwendet und dokumentiert sein „outfit of the day“. Ihr seht die Anfänge eines neuen Influencerstars.
Ich glaube da ja eher an Influenza denn Influencer. Frühstücke aber erstmal.
Topflappen. Eindeutig Topflappen. Das hat man davon, wenn man versucht sich voll entspannt mit häkeln zu entspannen, weil man das ja unbedingt soll und nicht kann. Also das Entspannen. Und das Häkeln.
Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber kein Kuchen ist halt auch keine Lösung.
Mittagsschlaf…
Bilder aus einer anderen Zeit. Die Kinder sind fasziniert. Vor allem, dass eine Zeitrechnung VOR ihnen existierte. „Was habt ihr denn da gemacht ohne uns?“…
Die Wäsche. Der Sonntag. Die Realität.
Käsekuchen. Wir können wohl nur Käsekuchen. Die Gäste verzeihen es.
Gute Blogger fotografieren Mahlzeiten, bevor sie vernichtet werden. Gute Gäste futtern gutes Essen weg, bevor irgendwer das Wort „Foto“ aussprechen könnte.
„Mama. was machst du da?“ – „Ich häkle rückwärts.“ *ribbel auf*
Irgendwer muss 12 Bilder hochladen, während wir eigentlich hier noch gemütlich quatschen. Immer diese Blogger…

Mehr Bilder dieses Tages von Bloggern aller Richtungen findet ihr bei Draußen nur Kännchen.

Wendepailletten von alles-fuer-selbermacher

zuckersüße Kekse und glitzernde Pailletten #WiB 45/2017

Wir hatten dieses Wochenende keine aufregenden Pläne und haben uns alle ein wenig treiben lassen. Wobei: Das stimmt nicht ganz! Die Zwillinge hatten sogar sehr große Pläne, denn sie hatten eine Einladung zum Kindergeburtstag.

Und ich muss euch sagen, es scheint keine wichtigeren Events im Veranstaltungskalender Vierjähriger zu geben.

Bügeln und Haushalt müssen sein

Der Samstagvormittag plätschert nach dem Frühstück so vor sich hin. Wir machen langsam. Ich bügel ganz meditativ ein wenig, der Traummann schwingt den Putzlappen.

Während ich bügel, malt die Tochter. „Ich male alle schönen Farben auf ein Blatt, ok Mama?“ Ja, das ist mehr als ok“

Beim Leeren des Briefkasten findet sich neben Arztrechnungen auch wieder richtig liebe Post. <3 Die Zwillinge versuchen ihren Anteil gleich zu stibitzen.

Ich habe Lust auf Kekse backen und mache das dann auch. Die Kinder ziehen es aber nach der zweiten Fuhre doch vor, mit ihrem Papa einkaufen zu gehen. Auch gut.

Die Zwillinge sind auf einen Kindergeburtstag eingeladen. Krümel will mit! Darf er aber nicht.

Dafür darf er mit Mama und Papa ins Gartencenter. Bei uns ja ein Wochend-Klassiker. Der Weihnachtsmann aka „Opa!!!“ ist dort auch schon zu sehen.

Zu Hause klettert Krümel erstmal auf die Arbeitsplatte, klaut sich eine Mandarine und versucht dann doch noch einen Keks. Vor dem Abendessen natürlich!

Bei dem sind dann auch die Großen wieder da und erzählen begeistert vom Kindergeburtstag.

Sonntagmorgen gehe ich nach dem Frühstück an die Nähmaschine und zaubere ein wenig mit Pailletten.

Sonnenschein hat nun endlich einen Wendepailletten-Pulli! Und ich schreibe euch die Tage sicher nochmal etwas zu meiner kleinen Aktion, denn am Ende waren es vier schicke Pailletten-Pullis.

Eine Anleitung könnt ihr hier nachlesen. 😉

Opa hat Geburtstag und Prinzessin meint, das gehe nicht ohne Marmorkuchen. So kann man nicht feiern!

Wir backen also schnell einen und bringen ihn mit.

Familienfeier… Wir futtern Kuchen in rauen Mengen, die Kinder verschwinden mit ihren Cousins und der Nachmittag ist wirklich gemütlich.

Mein Gesichtsausdruck spiegelt die Stimmung auf der Feier nicht wieder. 😉 Eher bin ich mürrisch, dass wir schon nach Hause müssen. Aber Krümel hat selbst seine Wechselgarnitur schon geschafft (fragt nicht!) und läuft nur im T-Shirt und Windel herum. Wir müssen… ist ja auch schon spät. Die Kinder, das Bett,…

Nächste Woche steht bei uns dar Laternenumzug und St. Martin an. Auch so ein Highlight im Familienkalender. Vor allem nachdem ich das Laternenbasteln verpasst habe, freue ich mich darauf sehr.

Euch wünsche ich ebenfalls allen eine schöne Woche! Ihr marschiert doch sicher dann auch alle mit der Laterne um die Häuser, oder?

Eure Kerstin


Mehr Wochenende in Bildern findet ihr wie immer geborgen-wachsen.