Tag: Erinnerungen

Waldspielplatz im Sauerlandpark Hemer | Mamablog Kerstin

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 08/2018

Nun was mache ich an so einem Sonntag im August 2018 eigentlich? Nicht bloggen, daran habe ich nicht gedacht und so antworte ich heute verspätet auf die Frage von Frau Brüllen. Ich antworte aber trotzdem, denn diese Rubrik ist mir persönlich eine wertvolle Erinnerung. <3

Ich weiche etwas vom Protokoll-Stil ab, denn der wäre erlogen, ich kenne die tatsächlichen Uhrzeiten nicht wirklich. 😉

NRW in der Sommer-Hitze

Es ist heiß im Ruhrgebiet im Sommer 2018. Ich mag Sommer und die Hitze, aber uff es ist schon sehr heiß gerade. Und sehr trocken. So verbringen wir viel Zeit im abgedunkelten Haus. Doch nicht Sonntag!

Sonntag hatte eine Vorgeschichte, denn ich hatte mich zwei Tage vorher endlich mal wieder – seit sehr vielen Monaten – bei jemandem gemeldet, bei dem ich mich schon immer mal wieder melden wollte. Ihr kennt das. Hoffe ich.

„Was macht ihr denn Sonntag? Habt ihr Zeit?“ Ja, hatten wir und so stand spontan ein Date mit unseren Bekannten aus dem Geburtsvorbereitungskurs.

Morgengrauen

Es war definitiv sehr früh, als der Krümel mal aufstehen wollte. Wie immer zu früh. An diesem Morgen war es mein Job, ihm dabei Gesellschaft zu leisten. Irgendwann tauchten auch die Zwillinge auf und so saßen wir gegen halb neun alle am Frühstückstisch.

Im Anschluss packte ich die Kühltasche mit eigens vom Traummann bestellten Möhren-Muffins (am Vorabend gebacken), belegten Brötchen, hart gekochten Eiern, Äpfelchen, Keksen und ganz viel Wasser.

Kinder anziehen, mit Sonnencreme großflächig rumschmieren, Mutti muss noch duschen, den Rucksack mit Wickelsachen, Ersatzklamotten und Handtüchern packen, Bollerwagen ins Auto, irgendwie wurde es mal wieder – wie immer – chaotisch.

Gefühlt waren wir wieder sehr spät dran, praktisch sahen wir schon bei der Fahrt aus der Stadt heraus das Auto unserer Freunde vor uns. Es ging ins Sauerland, denn das beginnt bei uns knapp hinter der Stadtgrenze.

Ein Tag im Park

Spontan meldete sich noch ein weiteres Paar aus unserem Kurs, dass es später auch folgen werde und pünktlich um 11 Uhr erreichten wir den Sauerlandpark in Hemer (das kann man als Werbung kennzeichnen, denn dort ist es wirklich schön)

Wir schlugen unsere Basis irgendwo zwischen Kleinkind- und Wasserspielplatz auf. Picknickdecken im Schatten, gefüllte Kühltaschen, sechs Erwachsene und 13 kleine Kinder, die entweder zwei oder auch fünf Jahre alt sind. Es lief erstaunlich entspannt. Wir haben also DAS Alter erreicht oder hatten Glück oder der Mond stand günstig oder wir sind einfach alle Supereltern.

Denn über Stunden spielten alle Kinder zufrieden, kamen nur kurz angelaufen, um Nahrung zu sich zu nehmen. Wir konnten da sitzen, zuschauen und uns unterhalten. Herrlich.

Das Wetter war angenehm und die knapp 30° fühlten sich nach der Hitze der letzten Wochen fast kühl an.

Gegen 14 Uhr waren es dann auch eher die Eltern, die mal ein wenig Bewegung in den Tag brachten und entweder mit den Kindern zum Jüberg hochstiegen oder sich mit den Bollerwägen auf den direkten Weg zum Waldspielplatz machten. So schattig. So angenehm.

Da kamen wir dann auch ins Grübeln, dass wir doch den Tag so gar nicht enden lassen wollten. Zusammen essen? Wäre doch schön.

Ein schöner Tag braucht ein schönes Ende

Um 17 Uhr fiel vor den Toren dann die Entscheidung, dass alle kurz zu Hause einsammeln, was an Nahrung im Kühlschrank ist und wir uns spontan bei einer Familie im Garten zum Grillen treffen.

Die Kinder fielen auf der Autofahrt kurz in den Schlaf und ich war ehrlich gesagt auch ziemlich platt. Doch es waren noch wirklich schöne zwei Stunden zusammen.

Unsere Kinder sehen sich selten, spielten aber wirklich ausdauernd miteinander. Wir Erwachsenen haben uns nur zufällig durch den Umstand kennengelernt, dass die Hälfte von uns gerade gleichzeitig schwanger war, die andere bald Vater werden sollte und diese Umstände uns in den gleichen Kurs zur Vorbereitung auf das Elternwerden würfelte. Ich mag bezweifeln, dass diese Vorbereitung im Kurs gelang, aber diese Zeit hat uns verbunden.

Wir sind ganz unterschiedlich, unsere Kinder sind wahnsinnig unterschiedlich, aber wenn wir uns sehen, haben wir eine schöne Zeit zusammen.

Familienausflug in den Sauerlandpark in Hemer

Und sonst so?

Nein, Krümel hat keinen Mittagsschlaf gemacht. Den spart er sich oft und immer öfter. Ja, wir haben Wickelsachen gepackt und brauchten sie auch. Aber das scheint bald zu Ende zu sein, denn jetzt nur zwei Tage später, will Krümel auf gar keinen Fall mehr Windeln tragen.

Die Großen haben jetzt Kindergartenferien und kehren im Anschluss als Maxi-Kinder zurück. Gerade sehnen sie den ersten Wackelzahn sehr herbei. Krümel hat noch drei Wochen mit seiner Tagesmutter, bevor auch er ein Kindergartenkind wird. Die nächsten Wochen werden aufregend.

Und heiß. Heute ist wohl der vorläufige Höhepunkt und ja, ich würde mich über ein wenig Regen sehr freuen. Sommerregen ist schön.

Wie verbringt ihr aktuell den Sommer? Zu Hause? Immer im Freibad? Oder lieben nur in den Abendstunden raus?  Oder seid ihr im Urlaub?

Eure ziemlich müde
Kerstin

Marmorkuchen nach Familienrezept

Kuchen-Klassiker aus Omas Küche: Der Marmorkuchen

Früher, also in diesem Leben vorher, diesem Leben als Kinderlose, damals eben, damals habe ich ständig gebacken. Ich liebe Kuchen. Ich esse ihn verdammt gerne und ich backe verdammt gerne.

Ich habe das mit den Fertigkuchen und Backmischungen, den Tiefkühltorten und Gedöns nie verstanden!

Ist doch kein Ding auch mal gleich vier Torten fix selbst zu produzieren und macht doch auch noch Spaß! (Ich lache gerade ziemlich hysterisch, während ich das tippe.) Da braucht zum Geburtstag niemand einen Kuchen mitbringen, das mache ich alleine. Ehrensache!

Wie sich die Zeiten doch ändern! 😉

Ich vermute, es gab hier Phasen in den letzten vier Jahren, in denen ich monatelang keinen Kuchen selbst gebacken habe, keine Kekse und erst recht keine Torte. Das erwacht erst wieder so langsam.

Und da blitzte neulich in meinem Kopf dieses Kuchenrezept auf. Marmorkuchen. Ich mag mich früher bevorzugt an Torten ausgetobt haben, aber Marmorkuchen ist einfach ein Klassiker. So klassisch, dass das Rezept meiner Oma in meinem Kopf gespeichert blieb über all die Jahre.

Ich habe meinen ersten Marmorkuchen seit Jahren richtig zelebriert. In Omas alter Backform gebacken – glasiertes Steingut. Und muss euch nun das Rezept einmal aufschreiben, denn Marmorkuchen bleibt einfach genial und bringt sofort dieses Gefühl familiärer Wärme. Da werde ich selbst schon ziemlich hachz bei.

Marmorkuchen

von der Kerstin ihre Omma das Rezept

MarmorkuchenZutaten:
  • 250 g Margarine
  • 250 g Zucker
  • 1 El Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 5 Eier
  • 375 g Mehl
  • 125 g Speisestärke
  • 1 Päckchen Backpulver
  • knapp 1/4 l Milch
  • 3 EL Backkakao
  • 1 EL Vanillezucker
  • eine Handvoll Schokotropfen oder gehackte Schokolade
Zubereitung:

Man nehme: Margarine (hier braucht es bei diesem Kuchen wirklich keine Butter, obwohl Omma ja immer auf Butter schwor) und Zucker (damit ist auch der Vanillezucker gemeint) und rühre das ganze kräftig.


Rühren darf übrigens auch der Thermomix. Der macht das bei mir ganz prima. Stufe 5 oder so. 😉


Anschließend kommen die 5 Eier nacheinander (oder für Faule auch alle auf einmal) rein, Salz druff und wieder rühren. Kräftig rühren!

Nun folgt das Mehl. Wie ich mir das übrigens gemerkt habe? Ganz einfach, es ist ein Pfund Mehl in diesem Kuchen. Aber damit er schön locker und fein wird, ersetze ich ein Viertel durch Speisestärke. Das macht dann 375 g Mehl und 125 g Speisestärke. Es geht aber auch mit einem Pfund Mehl pur. Das wird dann mit dem Backpulver gemischt, theoretisch alles gesiebt und in den Teig gegeben. Bei der anschließenden Rührerei kommt die Milch dazu.

Bitte nur soviel Milch, dass der Teig anschließend schwer reißend vom Teigschaber tropft. Zuviel Milch hinterlässt im Kuchen Schlieren.

Ungefähr die Hälfte des Teigs kommt in die gut gefettete und gemehlte Gugelhupfform. Die verbleibende Hälfte wird nun mit Kakao und Schoko-Tropfen, einem kleinen zusätzlichen Schuss Milch und Vanillezucker zum dunklen Teig vermischt.

Dann die dunkle Teighälfte auf die helle Teighälfte in die Form geben. Mit dem Stil eines langen Löffels das Marmormuster in den Kuchen ziehen. Dann darf das Ding in den vorgeheizten Backofen bei 160° C Umluft. Mein Ofen braucht 80 Minuten, bis der Kuchen dann perfekt ist. Aber bitte testet einfach selber mit der Stäbchenprobe.


Holzstäbchen rein in den Kuchen, rausziehen und wenn kein Teig mehr dran klebt: FERTIG!


Anschließend lasse ich den Kuchen mindestens eine Viertelstunde in der Form auskühlen, bevor ich ihn stürze.

Marmorkuchen kann mit Schokoguß verziert werden, muss aber absolut nicht. Puderzucker ist mit Kindern etwas weniger schmierig. 😉

Viel Spaß beim Nachbacken!
Eure Kerstin

Familienrezept: Marmorkuchen wie von Oma

 

 

#freitagslieblinge … am Samstag!

Wer mir auf Twitter folgt, hat mitbekommen, dass in letzter Zeit wieder einige Dinge nicht so gut für mich laufen. Krank, Stress, Ärger, Chaos… das Übliche und ein Schüppchen drauf. Dies soll aber jetzt kein Jammer-Beitrag werden, im Gegenteil.

Kennt Ihr Anna? Anna ist eine wahnsinnig tolle Frau und Mutter. Ich folge ihr schon sehr lange auf Twitter und lese regelmäßig ihren Blog. Absolute Empfehlung meinerseits.

Anna sammelt auf ihrem Blog ihre #freitagslieblinge. Viele Blogger machen mit. Unter Annas Beitrag gibt es dann die Möglichkeit, seinen eigenen Beitrag zu verlinken und auf kurzem Wege sich die #freitagslieblinge anderer Blogger anzusehen.

In den #freitagslieblingen lassen Anna und die anderen Blogger uns an fünf schöne Momenten aus der vergangenen Woche teilhaben. <3 Ich mag diese Serie so wahnsinnig gerne. Man startet irgendwie ein wenig flauschiger und mit viel Liebe und Optimismus in das Wochenende – vor allem aber erinnert man sich an die schönen Momente und daran, dass ja eigentlich doch nicht alles nur Stress und Ärger war. Man macht sich das Schöne bewusst! Das finde ich toll! Danke, liebe Anna! Read more

Das Leben mit Zwillingen

Die ersten 12 Monate mit unseren Zwillingen

Das erste Jahr mit Zwillingen und dem Glück im Doppelpack bringt sovieles mit sich:

Viel Neues. Viel Tolles. Viel Verstörendes. Was waren eure Erfahrungen? Was hat euch geprägt? Was hat euch überfordert? Was hat euch zu Tränen gerührt? Welche Erlebnisse bleiben im Gedächtnis hängen? Was sind die besten Bilder?

Einerschreitimmer hat dieser besonderen Zeit gerade eine ganze Blogparade gewidmet und auf dem letzten Drücker versinke ich denn auch mal in Erinnerungen. So kurz vor dem dritten Geburtstag unserer Zwillinge. <3

Was bleibt vom ersten Jahr mit den Zwillingen in Erinnerung?

noch keine 12 Wochen alt

Stolz, Glück und Müdigkeit

Mein erster Gedanke war Stolz. Stolz auf meine beiden wunderbaren Kinder, auf diese kleinen perfekten Wesen. Der Stolz der Eltern. Stolz Zwillingseltern zu sein. Ja, da war tatsächlich ganz viel Stolz den Zwillingswagen durch die Straßen zu schieben. Zwillinge sind eben etwas besonderes und als Zwillingseltern haben wir uns auch ein kleines bisschen wie etwas besonderes gefühlt. Ganz besonders gesegnet.

Und da ist dann auch das zweite Gefühl des ersten Jahres: Das Glück. Das doppelte Glück oder vielleicht schon eine hormonumnebelte Glückseligkeit. Kurz dahinter oder auch gleich auf mit diesem Glück lag über allen Dingen diese unfassbare Müdigkeit. Augenringe tief wie der Marianengraben schob ich grenzdebil grinsend stolz meinen Zwillingskinderwagen vor mich her. So ungefähr muss das gewesen sein.

Aber das kann doch nicht alles gewesen sein. Es war ein so unfassbar intensives und besonderes Jahr. Read more

Von strengen Männern, fehlenden Tomaten und einem fremden Land

Es war einmal in diesem Land ein kleines Mädchen mit großen Augen und fröhlichem Lachen. Das kleine Mädchen war ein glückliches Mädchen. Sie hatte fast alles, was sie sich wünschte – abgesehen vielleicht von dem großen, rosa Prinzessinnen-Schloss mit dem Glitzerballsaal und der weißen Kutsche. Aber wenn sie nur genug bettelte, konnte das vielleicht eines Tages auch noch der Fall sein.

Das kleine Mädchen hatte eine Freundin in einer großen, weit entfernten Stadt. Eigentlich war es nicht direkt ihre Freundin, sondern die Tochter von Mamas Freundin, aber es klang um sovieles cooler, wenn das kleine Mädchen behauptete „Meine Freundin wohnt in Berlin“ als zu sagen „Mama hat eine Freundin und die wohnt in Berlin„. Im Kindergarten konnte sie auftrumpfen. Wenn die anderen sagten „Ich hole meinen großen Bruder„, sagte das kleine Mädchen „Dann hole ich meine Freundin aus Berlin. Die ist schon viel größer!

Zum Glück wusste im Kindergarten niemand, dass die Freundin aus Berlin niemals würde kommen können. Diese große Stadt Berlin war schon eine komische Stadt. Read more