Tag: Partnerschaft

Vertrauen

Ihr Lieben, es war wieder einmal lange still um mich, still um uns.

Im Kopf schreibe ich ganz viele Texte. Wenn ich dann tatsächlich mal die Gelegenheit habe, diese auch zu tippen, ist mein Kopf wie Brei und ich bekommen keinen geraden Satz zustande. Was mir vorher wichtig war, erscheint nun belanglos. Was mich amüsiert hat, erscheint langweilig. Ist das das, was man Schreibblockade nennt?

Ich weiß es nicht. Vermutlich ist es nur eine „Phase“. Als Mutter habe ich Erfahrung mit Phasen…

Trotz dieser „Phase“ muss ich heute etwas los werden. Ein Text, der so klassisch chaotisch und unstrukturiert ist, wie Ihr es von mir gewohnt seid – vielleicht darf ich ja deswegen auf dem Chaosblog mitschreiben?

Getrennt und doch ein Paar

Wer mich schon länger liest, weiß um meine etwas andere Lebensweise – getrennt und doch ein Paar. Unsere Art, Familien zu leben, ist kompliziert, anstrengend, für viele nicht nachvollziehbar – aber vor allem eines: meine Familie, mein Leben und meine Liebe.

Wir leben seit mehr als 5 Jahren getrennt. Teilweise waren es sehr harte Jahre mit gegenseitigen Verletzungen – bewusst und unbewusst. Das Gefühl im Stich gelassen zu werden. Alleine „in der Scheiße“ sitzen und als einzige nicht weglaufen können. Und trotz allem, haben wir nie aufgehört zu lieben und zu hoffen, auch wenn wir es vor Wut und Schmerz nicht immer gesehen haben. Oft war ich unglücklich, traurig, ratlos und auch verzweifelt. Das Gefühl, durch alle schwierigen Phasen und Situationen alleine durch zu müssen. Oft dachte ich, dass genau jetzt die Grenze überschritten ist, an der ich nicht mehr verzeihen kann, an der ich mich – aus Selbstschutz – ganz ganz dringend „entlieben“ muss. Und dennoch habe ich immer den Menschen vermisst, den ich seit nun mehr 11 Jahren liebe. Es war von Anfang an nicht einfach. Vermutlich wird es nie einfach, weil wir nicht einfach sind.

Es hat sich was verändert

Es hat sich was verändert… Er hat sich verändert… Ich habe mich verändert.

Zu Hause ist es gerade sehr schlimm. Wer mir auf Twitter folgt, hat es mitbekommen – zumindest ansatzweise. Alles kann ich auch dort nicht schreiben. Vielleicht, wenn alles wieder gut ist, kann ich es hier irgendwann verarbeiten. Jetzt noch nicht. Jetzt muss ich da erstmal durch.

Wo Schatten ist, ist auch Licht.

Ja, ich muss da durch, ABER ich muss da nicht allein durch. Zum ersten Mal, seit wir getrennt leben, steht er neben mir, hinter mir und auch schützend vor mir. Zum ersten Mal seit Jahren, gehen wir gemeinsam durch eine schlimme Zeit. Wir halten uns, wir trösten uns und versuchen uns gegenseitig wieder aufzurichten und stark zu machen. Wir geben uns Kraft, Mut und auch ein Lachen oder Lächeln. Eine Umarmung.

Egal, wie dunkel und verzweifelt sich gerade alles anfühlt… Ich bin NICHT ALLEINE.

Klingt erstmal ganz toll, oder?

Aber auch hier gibt es ein Kehrseite:

Vertrauen.

Das Vertrauen hat in den letzten Jahren gelitten – mehr als das sogar. Es ist nahezu aufgebraucht. Es ist den immer wiederkehrenden Enttäuschungen zum Opfer gefallen. Jetzt, wo ich es am dringendsten bräuchte, ist es (fast ganz) weg.

Ich fühle mich mies dabei. Gemein. Unfair. Er bemüht sich so sehr. So vieles, was gerade passiert, ist für ihn noch viel schlimmer als für mich und trotzdem ist er da. Er läuft nicht weg. Er lässt mich nicht im Stich.

Und ich? Ich zweifle. Ich habe Angst. Kann phasenweise seine Unterstützung und sein „Da sein“ nur schwer zu lassen. Ich muss erst lernen. Ich muss lernen, wieder zu vertrauen. Ich muss lernen, dass ich nicht alles alleine tragen und ertragen muss.

Ich wurde die letzten Jahre dahingehend konditioniert, im Zweifelsfall immer alles alleine schaffen zu müssen. Ich muss erst wieder lernen, dass ich nicht mehr alleine bin, dass er jetzt die Kraft hat, unser Päckchen mit mir gemeinsam zu tragen.

Es wird Zeit brauchen. Das Vertrauen ist Stück für Stück immer mehr kaputt gegangen und nun muss es wieder wachsen. Das Tempo kann ich nicht vorgeben oder beeinflussen, aber ich will es von ganzen Herzen.

„Wie früher“

…wird es nie werden. Dafür ist zu viel passiert, dafür haben wir zu viel erlebt, was uns geprägt und verändert hat. ABER wir können gemeinsam gestärkt aus den letzten Jahren hervor gehen.

Es wird Rückschläge geben. Es wird Auseinandersetzungen geben. Es wird nicht einfach – weil wir nicht einfach sind.

Ich habe nie den Glauben daran verloren, dass wir gemeinsam alles schaffen können. Ich habe nie aufgehört zu lieben <3

Eure Tanja

ps. Heute vor 11 Jahren hatten wir unser erstes Date <3 und ich bereue nichts!

Über die Liebe…

Ich denke, darüber, dass die Liebe das Größte und Stärkste in der Welt ist, brauchen wir uns hier nicht unterhalten.

Dass die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern über allem steht, durfte ich vor fünf Jahren lernen. Ein Gefühl so stark und überwältigend, dass ich keine Worte habe, es zu beschreiben! Dieses Gefühl, diese Liebe zu meinen Kindern, trifft mich immer noch regelmäßig mit so einer Wucht. Der Überwältigung vom ersten Tag wurde bis heute kein Abbruch getan. Dann noch diese tiefverwurzelte Liebe zu den eigenen Eltern – für mich ein Fixpunkt in meinem Leben.

Und dann gibt es noch die Liebe zwischen Menschen, die nicht in einer Eltern-Kind-Beziehungen mit einer verbunden sind…

Liebe ist für mich bedingungslos – in vielerlei Hinsicht auch grenzenlos. Wenn ich Liebe, dann tu ich das mit Haut und Haaren. Read more

Was bleibt von einem SELBST?

Kinder sind etwas wundervolles, Muttersein ist der Wahnsinn, Elternwerden ein Abenteuer.

Wir hatten sogar doppeltes Glück und ich bin seit nunmehr einem guten Jahr stolze Mutter von Zwillingen! Um nichts in der Welt würde ich es anders, niemals würde ich meine Zwillinge missen wollen und das Leben wäre ohne sie kein Leben, das ich Leben wollte.

Aber Kinder verändern das Leben. Sie drehen es auf den Kopf. Das war mir vorher durchaus bewusst und ist einer der Gründe, warum ich immer Kinder wollte, es aber nie eilig hatte. Einiges bleibt schlicht auf der Strecke und man muss aufpassen, dass man es nicht selber ist – oder die Partnerschaft.

Read more