Tag: Unterwegs mit Kindern

Bahnfahrt mit kleinen Kindern

Abenteuerreise: Bahn fahren mit drei kleinen Kindern

Zur Mutter-Kind-Kur ging es für uns mit der Deutschen Bahn hin und zurück. Ich fahre gerne Bahn – zumindest im Fernverkehr – im Nahverkehr meide ich sie eher. Deswegen lag es nahe, zumal der Traummann das Auto daheim auch ganz gut brauchen konnte.

Warum ich gerne weitere Strecken (auch mit Kindern) mit der Bahn fahre?
Keiner muss am Steuer sitzen und sich auf den Verkehr konzentrieren!Man kann lesen, schlafen, arbeiten, entspannten, Hörbuch hören,…

Wenn ich aus beruflichen Gründen (früher) unterwegs war, dann waren die drei Stunden Zugfahrt morgens der Kaffee zum wach werden und ruhiges, konzentriertes Arbeiten. Da habe ich mich auf Meetings vorbereitet, Konzepte überarbeitet, Kleinkram abgearbeitet oder auch ganz entspannt längere Texte verfasst.

Als Mama heute ist so eine Zugfahrt wie zur Blogfamilia dann auch nochmal purer Luxus, dass man drei Stunden ruhig irgendwo sitzen kann. Quatschen, lesen, was auch immer!!! (Damit mir da kein Kegelclub zwischenbrüllt, stehe ich dann übrigens auf Ruhebereich.) Mich stört dann übrigens auch kein Kinder-Chaos. Bin ich dann ja nicht für verantwortlich. Also kein Grund für Stress.

Mit Kindern habe ich dann die Möglichkeit zu spielen, vorzulesen, Streit zu schlichten, alles was mit den Händen am Lenkrad und dem Blick in Verkehr eher nicht so super läuft.

Aber dann bist du ja nicht so flexibel!

Klar, man ist von der Deutschen Bahn abhängig. Aber deren Unpünktlichkeit ist zumindest in der Regel im Nahverkehr schlimmer als im Fernverkehr. Und auch wenn man mit dem Auto ganz flexibel Pinkelstopps und Pausen machen kann:

Im Zug kann ich im Zweifelsfall im Viertelstundentakt mit den Zwillingen im Wechsel zum Klo latschen, OHNE dass ich deswegen Zeit verliere. Die Toiletten auf Raststätten und die Klos im Zug sind eh gleich besch***.


Aber nun zu unserem Abenteuer:

Bahnfahrt mit kleinen Kindern

Hinfahrt zur Mutter-Kind-Kur

Die Ausgangslage:

Die Fahrt: Sechs Stunden mit einem Umstieg

Die Personen: Zwei Erwachsene und drei Kleinkinder, denn auch der Traummann war ja mit dem Krümel eine Woche auf Fehmarn.

Das Gepäck: riesiger Wanderrucksack und Buggy mit Wickelrucksack für den einen Teil der Reisegruppe. Für die Kurenden gab es jeweils einen kleinen Rucksack und dazu zwei Koffer, von denen einer so klein war, dass er auf dem anderen mitrollen konnte. Also theoretisch nur ein Gepäckstück zum Ziehen.

Eigentlich lief alles gut. Der Zug war pünktlich und wir standen auch angemessen aufgeregt am Dortmunder Hauptbahnhof. Die Kinder finden es sowieso jedes Mal spannend, die Zwillinge achten mittlerweile ziemlich zuverlässig darauf, nicht verloren zu gehen und der Krümel war im Buggy festverschnallt. Ausnahmsweise wehrte er sich auch nicht dagegen, weil ja alles so spannend war!

Der erste Teil der Reise und ein 6er-Abteil für uns fünf alleine. Ein bisschen wie ein beengtes Wohnzimmer und zumindest ein klar umrissener Raum für das Gepäck und alle Personen. Das Chaos hatte einen Rahmen. Allerdings verlässt man ja auch hin und wieder das Abteil.

Und ZACK, da kam dann der Zugbegleiter über den Gang, der vorher schon sehr brummelig die Fahrkarten kontrolliert hatte und meinte monieren zu müssen, dass Kinder ja eigentlich nicht in die erste Klasse gehören. Ich war ziemlich baff, wir saßen schließlich nicht im Ruhebereich und die drei benahmen sich auch keinesfalls wie kleine Abrissbirnen.

Ich machte meinem Ärger Luft. Auf Twitter. Und es mag an dem Tweet gelegen haben oder daran, dass der Zugbegleiter nachgedacht hatte: kurz darauf tauchte er – plötzlich freundlich – im Abteil mit Kinderfahrkarten auf.

Den Umstieg hatten wir in Harburg und eine gute Stunde Zeit, die wir für ein Mittagessen im Bahnhof nutzten. Mit zwei Erwachsenen unproblamtisch.

Die restliche Strecke zog sich noch einmal. Die Kinder wurden zwar allseits freundlich empfangen, aber irgendwann wird so eine Reise lang. Unfassbar, wie oft ein Zug dann noch halten kann, bis man endlich sein Ziel erreicht hat!


unterwegs im Zug mit kleinen Kindern

Der Heimweg drei Wochen später

Die Fahrt: Sechs Stunden mit einem Umstieg

Die Personen: Eine Erwachsene und zwei kleine Kindern

Das Gepäck: Das Gepäck hatte sich irgendwie vermehrt. Zu den drei kleinen Rucksäcken für die drei Personen kamen bei den kleinen Personen zwei unhandliche Käscher obendrauf. Ich musste mir ja während der Kur noch eine Tasche kaufen, die nun den Rucksack ergänzte und auch sonst passte das Gepäck sowie der Proviant absolut nicht mehr in die vorherige Anzahl Gepäckstücke. Also noch um ein paar Beutel reicher! YEAH! Ich hatte ziemlich Bammel, dass ich das Gepäck nicht händeln könne.

Los ging es in Puttgarden. Auf dem Bahnsteig waren wir dann zwölf Mütter (mit ziemlich vielen Kindern) im gleichen Zug. Das brachte den unfassbaren Vorteil, dass wir die Kinder wie eine Herde zusammenhalten konnten und im Zug ausreichend Spielkameraden da waren. 

Der Umstieg in Hamburg Hauptbahnhof war meine größte Sorge. Den kenne ich zwar gut, aber er ist eben ziemlich groß. Und dass dann mit Kindern und übermäßig viel Gepäck?

Aber auch das ging gut. Wir hatten fast eine Stunde für den Umstieg, mussten mit sieben Müttern aus der Kur zum gleichen Gleis, fünf warteten auf den gleichen Zug. So konnten wir gemeinsam die Kinder und das Gepäck zusammenhalten, trotzdem in Ruhe Proviant einkaufen und gemeinsam den Zug besteigen. 

Eine Mama rein, die Kinder hinterher, das Gepäck reinreichen und gut. So klappte es.

Im Zug hatten wir dann reserviert und saßen allein im Abteil. Aber ich hatte einige Spiele in der Tasche, Bücher zum Lesen und es gab die Kinderfahrkarten mit entsprechendem Heften, sodass uns die Fahrt nicht zu lang wurde.

Ich würde es immer wieder so machen.

PIN it Baby!

Meine ultimativen Tipps zum Bahnfahren mit Kindern

  • So wenig Umstiege wie möglich. Lieber eine Stunde länger brauchen mit der ausgewählten Verbindung als zwei Umstiege mehr. Umsteigen kostet mit Gepäck und Kindern viele Nerven.
  • So wenig Gepäck wie möglich und idealerweise kompakt bzw handlich. Diese hässlichen Wanderrucksäcke sind super, weil man dann die Hände für die Kinder und sonstiges frei hat. Ansonsten auch einen Rollkoffer (meine Großen halten sich daran fest), aber bedenken, dass man nur eine begrenzte Anzahl Gepäckstücke ziehen, tragen, manövrieren kann.
  • Gerne einen Koffer vorschicken via Paketdienst. Das spart irre Nerven, geht aber nur bei längeren Aufenthalten oder guter Planung, denn das Gepäck braucht ungefähr zwei Tage länger als man selbst und muss daher entweder früher aufgegeben werden oder kommt später an.
  • Proviant und Spiele in einer gesonderten Tasche, an die man gut dran kommt. Proviant braucht man zum einen, weil Kinder schnell noch miesere Laune bekommen, wenn sie hungrig sind, als sie eh schon haben. Außerdem kann so eine Picknickpause auch wieder Zeit schinden. 😉 Im Zug kann man auch prima Reisespiele auspacken, Bücher vorlesen und alles machen, was im Auto gut geht: Malen, Hörbuch hören und sicherlich auch Tablet spielen oder Filme gucken.
  • Zu humanen Zeiten reisen. Ich möchte ungern spätabends noch übermüdete Kinder durch einen großen Bahnhof zerren. Also achte ich darauf, dass wir zu Tageszeiten reisen, in denen die Kinder nicht eh schon bescheidende Laune durch Übermüdung haben. 
  • Unbedingt Reservieren. Es hilft ungemein, wenn man wenigstens schon einmal ein sicheres Ziel und freie Plätze zum Ansteuern hat. In viele Zügen gibt es in der zweiten Klasse ein Kleinkindabteil; Abteile sind in meinen Augen eh praktischer mit Kindern und Chaos, weil begrenzter Raum. Darauf achten, dass man nicht im Ruhebereich bucht. 😉

Habt ihr noch weitere Tipps?

Eure Kersin

Vor einem Strandcafé auf Fehmarn

Kur-Tagebuch: Die dritte Woche

Nachdem mich die ersten Tage der Mutter-Kind-Kur fast erschlagen haben und wir uns zu dritt dann in der zweiten Woche akklimatisiert haben, folgte natürlich auch noch eine dritte Woche in der Südstrandklinik auf Fehmarn.

Sonnenuntergang auf Fehmarn - Mutter Kind Kur

Sommer, Sonne, Strand

Eine Kur ist kein Urlaub! Aber wenn sich das Wetter alle Mühe gibt und der Strand direkt vor der Kliniktür liegt, kann es sich doch ein wenig so anfühlen. Wir haben in Woche drei richtig Glück mit dem Wetter.

Ok, der Rest der Republik hat Hochsommer im April, aber wir haben immerhin Sonne! Und der Wind hat nachgelassen. Jeden Nachmittag spuckt die Kurklinik ihre Bewohner aus und eine lustige Schar Kinder mit Sandspielzeug ergießt sich an den Strand. Meine beiden natürlich ganz vorne weg.

Am liebsten würden sich die beiden im Badeanzug in die Ostsee stürzen, aber während ich ihnen so in Sweatjacke am Strand folge, finde ich die Idee nur so semi-super. Es ist frisch. Nicht kalt, aber eben auch nicht warm.

Strand auf Fehmarn

Unsere Strandausflüge sind für mich auch eher Strandspaziergänge. Während der eine Trupp Mamas mit Picknickdecken bewaffnet direkt vor der Tür der Klinik am Strand positioniert ist und der andere Teil ein Stückchen weiter an der Strandbar in Liegestühlen oder Strandkörben fläzt, bin ich permanent in Bewegung.

Erste Amtshandlung ist jeden Nachmittag der Marsch zur Strandbar: EIS! Und dann fliegen die Schuhe von den Füßen, die Socken hinterher und ab dem dritten Nachmittag bin ich dann so klug, den Zwillingen gleich kurze Hosen anzuziehen, denn es geht rein ins Wasser!


Natürlich hatte ich keine kurzen Hosen eingepackt und so rennen beide eine ganze Woche lang nachmittags mit ihren Trikothosen rum, denn Sportsachen hatte ich dabei.


Dann kneipen die Zwillinge ausgiebig: rennen unentwegt den Strand mit den Beinen in der Ostsee von links nach rechts und wieder von rechts nach links. Ich folge ihnen die nächsten zwei Stunden parallel mit dem Rucksack auf dem Rücken auf dem Trockenen und mache Strandspaziergang.

Dadurch wechseln meine Gesprächspartner im 5-Minutentakt, denn überall sind die anderen aus der Klinik und ja, irgendwie ist immer einer da für einen Smalltalk, aber der bleibt bei mir immer sehr small. Ich muss den Zwillingen folgen. Ich stehe also hier am Strandkorb für zehn Minuten und dort neben der Picknickdecke und laufe den Strand hoch und wieder runter. Immer den Zwillingen hinterher.

Vor einem Strandcafé auf Fehmarn

Freundschaften & Kindergarten

Die fühle sich pudelwohl am Meer. Sei besser als zu Hause. Weil eben wegen Meer. Und überall sind Freunde. Sonnenschein lädt die halbe Kur-Klinik zu seinem Geburtstag im Juli ein.

Nur Kindergarten findet er dann trotzdem zunehmend blöder. Während die Prinzessin jeden Morgen sich richtig darauf freut, mag Sonnenschein nicht. Es gibt keine Tränen, aber jeden Morgen kommt ein klares „Ich will nicht in den Kindergarten. Der ist blöd.“

Warum genau er blöd sein soll, erfahre ich nicht. Wenn wir da vor der Tür stehen, ist auch wieder alles gut. Aber eines Tages mache ich einen kapitalen Fehler:

Ich kann mein Glück kaum fassen, dass bei der Wasser-Gymnastik für Kinder, für die Prinzessin eh eingetragen ist, ein weiterer Platz an diesem Tag frei ist. Sonnenschein kann mit! Super!

Also hole ich nach meinen ersten Terminen des Tages beide zusammen vom Kindergarten und wir gehen Schwimmen. Sie finden den Kurs klasse und haben richtig Spaß. Wir gehen noch gemeinsam Mittagessen und dann sollen beide wieder in ihre Gruppe. Mama hat noch eine Anwendung. Sonnenschein will nicht. So richtig absolut gar nicht. So richtig super dolle nicht.

Und ich merke mir, dass ich die Kinder kein weiteres Mal vorzeitig aus dem Kindergarten hole, wenn ich im Anschluss noch Anwendungen habe. Bei anderen klappt es super, die Kinder zwischendurch zu holen und wieder zu bringen. Mit Sonnenschein geht das nicht. Er ist nachhaltig sauer auf mich.

Also die Kinder nur noch für freiwillige Sportangebote eintragen, wenn ich danach keine eigenen Anwendungen mehr habe! *notiert* Man lernt ja nie aus.

Kaffee am Strand mit mir - Mutter Kind Kur

sportlich, sportlich

Überhaupt wachse ich über mich selbst sportlich hinaus. Amüsanterweise kann ich sogar ganz gut mithalten und bin gar nicht so unfassbar unsportlich, wie ich dachte.

Ich trage mich fast jeden Morgen für die frühe Runde Nordic Walking ein und es tut gut! Allerdings stellen wir auch gemeinsam (andere Mutti und ich) fest, dass das einen Haken hat. Ich kann mir ums Verrecken nicht vorstellen, zu Hause mit solchen Stöcken durch die Landschaft zu latschen. Echt nicht. Auf gar keinen Fall.

Yoga kann ich mir dafür eher vorstellen. Das gefällt mir tatsächlich. Ich bin selbst ein wenig von mir überrascht. Aber da kann man ja auch ohne Publikum albern aussehen. Mal schauen, ob sich davon was in den Alltag zu Hause retten lässt.

Die anderen

Ich würde gar nicht behaupten, dass tiefe Freundschaften entstehen, aber manche Mamas sind mir echt sehr sympathisch. Eine wächst mir sogar sehr ans Herz.

Viele sind einfach super nett, man teilt Sorgen oder einfach eine schöne Zeit bei einem Kaffee, ohne dass man das Gefühl hat, man müsse sich für immer verbrüdern. Es geht gemeinsam an den Strand, auf den Spielplatz und abends sogar zum Sonnenuntergang mit Kindern und Bollerwagen in eine wunderhübsche Bar am Binnensee. Herrlich. <3

Erstaunlicherweise bekomme ich sogar meine Zwillinge nach Sonnenuntergang die lange Strecke zur Kurklinik ohne Heulen und Jammern zurück. Sind ja genug andere da.

Meereszentrum Fehmarn

Ein Ende auf Raten

Das Ende der Kur wirft die Schatten schon weit vor das Wochenende. Listen hängen aus, in die man eintragen muss, zu welchem Bahnhof man gebracht werden muss und wann. Man muss die Koffer anmelden, die verschickt werden sollen und es tauchen immer mehr Väter auf, die wohl das letzte Wochenende mit ihren Familien gemeinsam hier verbringen werden.

Der Speisesaal wird aber nicht voller, denn zum Abschlussbuffet, was gar nicht am letzten Abend, sondern am letzten Freitag der Kur stattfindet und unter dem Motto „50 Sorten Fast Food in Häppchengröße“ steht, sind die ersten schon abgereist. Wir bleiben und freuen uns auf das Wochenende. Zumindest ein bisschen, denn ich habe Angst vor dem Krümelweh. Das nimmt stetig zu.

Wir versuchen viel zu unternehmen. Ich trage uns für Bastelangebote und einen Ausflug ins Meereszentrum ein, wir fahren von Puttgarden mit der Fähre nach Rødby und dann ist da ja auch noch der Strand. Die nette Gesellschaft der anderen macht es leichter. Ich werde fast wehmütig, sie alle bald so gar nicht mehr zu sehen.

Ja, es gibt hier auch Personen, mit denen ich vermutlich nicht wirklich gut klar käme, aber es bleibt bei einer Ahnung meinerseits, denn diesen Menschen begegne ich nur manchmal im Aufzug oder ähnlichen zeitlich sehr begrenzten Momenten. Die sind alle kurz genug, dass es bei einer Ahnung von Antipathie bleiben kann. Ich bin dankbar.

Hin und wieder spricht mich jemand aufs Blog an. Vor allen den ersten Beitrag. Und nachdem ich beim ersten Mal völlig irritiert und unhöflich geflüchtet bin, versuche ich mir eine Reaktion für „Scheiße, das liest tatsächlich jemand, der dir im realen Leben begegnen kann“ bereitzulegen. Die Reaktionen sind nämlich durchaus sehr positiv. Der Beitrag sei treffend und gut gewesen. Vermutlich sagt einem im realen Leben auch weit seltener jemand direkt ins Gesicht, dass man Bullshit geschrieben hat. Aber ich freue mich.

Final Countdown

Sonntagabend habe ich noch nichts gepackt und beginne langsam nervös zu werden. Als ich Montag zwischen den Abschlussgesprächen versuche zu packen, werde ich leicht panisch. Das Gepäck hat sich dramatisch vermehrt! Ob es an den zwanzig Kilo Sand liegt, der sich in jeder Falte jedes Kleidungsstücks angesammelt hat?

Da gehe ich lieber Kaffee trinken mit meiner wundervollen Kur-Bekanntschaft, die ich vermutlich wirklich sehr vermissen werde. Es gibt auch noch ein tränenreiches Abschieds-Kaffee-Trinken im Speisesaal, bei denen die einzelnen Kinder-Gruppen irgendwas vorführen oder singen, was keiner versteht und zwischen den ganzen Handykameras und Tränenschleiern auch niemand sieht. Aber alle sind gerührt. Ich heule Rotz und Wasser, während ich Sonnenschein auf den Schultern und Prinzessin auf der Hüfte trage, zu den Klängen von „Geiles Leben“, das der Kids-Club (die Gruppe der ältesten Kindern) vorträgt.

Zum Abendessen ist der Speisesaal dann wirklich ziemlich leer. Viele sind nun aber so wirklich los! Ich packe, als die Zwillinge schlafen. Und jetzt werde ich richtig panisch!

Einen riesigen Koffer stelle ich vor die Tür, damit die Haustechnik diesen verschicken möge, aber es bleibt viel zu viel über. Ich stehe da mit zwei überfüllten Koffern, einer Tasche und drei Rucksäcken und muss den nächsten Beutel klar machen. Die beiden Käscher, die die Zwillinge unbedingt ihr eigen nennen wollten, passen in KEIN Gepäckstück.

Das kann heiter werden. Denn auch wenn die Zwillis Rucksäcke und Käscher selber tragen müssen, sind das rein rechnerisch echt mehr Gepäckstücke als ich Arme, Schulter oder Rücken habe!!! UND DAS MIT DER BAHN UND AM HAUPTBAHNHOF EINER MILLIONENSTADT!!! *aaaaaaaaghhhhhhh*

Aber das ist dann eine andere Geschichte. Die Rückfahrt…

Erstmal darf ich euch den Umstand verraten, dass wir heile und vollzählig daheim angekommen sind.

Eure total erholte Kerstin

PIN IT BABY! 😉
Südstrandklinik Burg auf Fehmarn vom Strand aus gesehen

Kur-Tagebuch: Die erste Woche

Nun machen wir also eine Mutter-Kind-Kur. Genaugenommen sind wir schon mittendrin in diesem Kurding und ich dachte mir, man könnte mal ein Update schreiben.

Aber das dachte ich mir schon die ganze Zeit; und auch während einer Kur, denke ich sowas erst einmal und dann zehn Mal, bevor es dazu kommt. Wir haben nämlich hier viel zu viel anderes zu tun.

Wir müssen uns zum Beispiel erholen. Darauf bestehen die Zwillinge bei jeder ihrer diktierten Postkarten, dass sie Kur machen und sich erholen. Ganz wichtig.

Aber fangen wir mal vorne an bei den

Erwartungen an eine Mutter-Kind-Kur

Da hört man vorher immer von allen Seiten „Nimm dir nicht zuviel vor!“ „Habe bloß keine großen Erwartungen!“ Hatte ich nicht. Ich muss schwer überlegen, was ich überhaupt an Erwartungen vorher hatte, nachdem ich mich endlich dazu durchgerungen hatte.

  • „Ruhe und Bewegung“ habe ich als meine beiden Kurziele hochoffiziell auf den diversen Fragebögen notiert. Der erste Wunsch ist ein nettes Ziel. Mehr Ruhe als zu Hause. Nicht unbedingt mehr Schlaf (so naiv bin selbst ich nicht), aber so ein wenig hochmoderne Entschleunigung. Das zweite Ziel ist recht einfach zu erreichen. Mein Sportpensum lag vorher zwischen Null und minus Zehn. Meine einzige Bewegung resulierte aus dem ständigen hinter den Kindern herrennen oder den Kindern etwas hinterhertragen. Jede Bewegung mehr ist also schon mehr Bewegung.
  • „Zeit für mich“ wäre noch eine Möglichkeit, die ich hätte ergänzen können. Aber ich bin da bei einer Kur, die schon etwas mit Mutter-Kind im Titel trägt nicht zwingend von ausgegangen. Aber ich habe mal Strickzeug eingepackt. Wer weiß… vor allem weiß man ja sicher nicht, was man abends auf dem Zimmer mit den schlafenden Kindern anfangen soll.
  • An die Klinik hatte ich wenig konkrete Erwartungen. Ich wusste, dass es eine große Klinik ist und hoffte daher, auf viele unterschiedliche Angebote. Ich rechnete mit hohem Lautstärkenpegel im Speisesaal und einem Essen zwischen Krankenhausfraß und Kantinenbrei. Aber das ganze bitte mit Meerblick!

Mutter Kind Kur auf Fehmarn


Wir sind zur Mutter-Kind-Kur
in der Südstrandklinik Fehmarn


Wie war denn nun die erste Woche?

Wir kamen dienstags an.* Alle kamen dienstags an. Mit einem Koffer und zwei Kindern landete ich im Anreisechaos einer recht großen Klinik mit sehr schmalen, verwinkelten Gängen und ganz vielen anderen anreisenden Müttern** mit Koffern und kleinen Kindern. War sehr… ähm… irgendwas zwischen interessant und unentspannt.

Wir hatten zwar ganz fix unseren Apartmentschlüssel und die ersten 200 Informationen in Zettelform, aber der zweite (große-riesige-überdimensionale!!!) Koffer mit all unseren Badesachen, Sportzeugs, Regenklamotten, Daunenwesten, Gummistiefeln, Sportschuhen… war nicht da. Laut meiner freundlichen Hermes-App sollte er aber schon ein paar Tage auf uns hier warten. Tat er aber nicht.

Südstrandklinik Burg auf Fehmarn vom Strand aus gesehen

Fluchtreflexe an Tag 1

Das Zimmer bzw unsere zwei Zimmer mit viel Flur und Mini-Bad befanden – und befinden sich noch immer – im 13. Stock. Tolle Aussicht aus einer charmanten Beton-Bau-Sünde der sehr frühen 70er. Zimmer und Möblierung waren auf dem ersten Blick gerade neu bzw frischrenoviert, im Kleiderschrank der Zwillinge fand ich aber weder Kleiderstange noch Einlegeböden. War wohl wer nicht fertig geworden. Ohne den zweiten Koffer reichten die eineinhalb anderen Kleiderschränke auch.

Richtig durch war ich, als ich beim zweiten Blick Schokokrümel auf dem Boden und Seifen-Zahnpasta-Reste im Bad fand. Ich reagiere auf das Thema „Sauberkeit“ eh ziemlich sensibel (mein Mann tendiert vermutlich eher zu einer Bewertung wie völlig-hysterisch-überzogen). Mein Refelex waren Fluchtgedanken. SO KANN ICH NICHT ENTSPANNEN!!!

Aber man ist ja erwachsen oder soll das zumindest sein und so schlug ich erst in der Verwaltung auf, die verspach unseren Koffer zu finden, und dann nochmal beim Empfang, um freundlich nach der Reinigung zu fragen. Vielleicht hatte man unser Zimmer vergessen?

Ersteinmal eine Hausführung mitmachen und damit den ersten Programmpunkt abhaken, durchatmen und dann ein neuer Versuch: Zimmer riecht nach Reinungsmiteln, Schokokrümel weg, Seifenreste im Waschbecken offensichtlich mit einem Lappen ein wenig verteilt worden. Mein Fluchtreflex kochte über. Heulend erklärte ich dem Traummann, dass ich nur nach Hause will!!! JETZT!

Der schlug aber den Erwerb von Reinungsmitteln und Lappen vor, was ich ziemlich unentspannt fand und so beschloss ich am ersten Tag noch mehr zur Nervensäge zu werden. Die zweite freundliche Beschwerde brachte mir einen Besuch von der obersten Zimmersauberkeitsbeauftragten und die Erkenntnis, dass neben Staub auf den Ablagen im Badezimmer auch noch eine rosa Haarspange der Vorbewohner lag.

Es gab noch eine Zimmerreinigung. Die Haarspange kam weg und abends tauchte der Koffer auf. Ich gab mich geschlagen und fühlte mich sowieso erschlagen.

Kind auf Steg am Meer

Das Kurding läuft langsam an

So eine Kur läuft langsam an. Die ersten Tage gibt es vor allem unfassbar viele Infos und erste Termine. Anwendungen und die Stelldicheins mit der medizinischen und der ichhabdennamenvergessensozialesundphsychezeugs-Abteilung. Also ging ich mit Stöcken bewaffnet zum Nordic Walking und besprach meine Kurziele mit den einzelnen (beiden) Abteilungen, aus denen dann ein PLAN werden soll. Mein Behandlungsplan.

Die Zwillinge schnupperten am ersten Tag nur kurz beim Kindergarten rein und das Wetter gab sich Mühe. Der Traummann war mit Krümel vor Ort und hatte sich in einer kleinen Ferienwohnung eingemietet. So machten wir nebenbei ein bisschen Familienurlaub. Halb getrennt. Aber trotzdem schön.

Tag 3 und 4

Donnerstag und Freitag hatte ich dann meine ersten Termine, die Zwillinge gingen in den Kindergarten, den sie auch spontan zumindest nicht schlechter als den daheim bewerteten. Nein, es gab keine Dramen morgens und nur der Sonnenschein empfindet wie zu Hause auch hier jede Trennung von Mama als abslout überflüssig.

Unser Zimmer wurde nicht unbedingt sauberer. Aber ich habe irgendwie beschlossen, mich damit abzufinden. Auch wenn das mit dem Wohlfühlen schwierig ist, wenn man schmutzige Kinderhandabdrücke oberhalb der Badewanne an den Fliesen entdeckt, BEVOR man das erste Mal ein Kind dort gebadet hat. Aber ich soll mich ja entspannen. Und erholen. Und nicht aufregen.***

Den richtigen, echten, auf uns abgestimmten Behandlungsplan erhielten wir dann alle am Freitag für die kommende Woche. Ich habe tatsächlich vor allem Sport/Bewegung ausgesucht, denn das fehlt in meinem Alltag nun wirklich. Dafür stehen keine Massagen und Entspannungsbäder auf dem Plan, ich mache keine Traumreisen und keine progressive Muskelentspannung. Das machen andere. Mein Ding ist es nicht.

Zusätzlich hängen täglich viele, viele Listen aus – auf mehr unterschiedlichen schwarzen (blauen) Brettern, als zu analogen Zeiten an der Uni. Da kann man sich oder die Kinder für die unterschiedlichsten Sport oder Bastelangebote zusätzlich eintragen. Wenn man denn so eine Liste schnell genug erwischt, bevor sie voll ist.

Da gab es auch eine Liste mit wahnsinnig tollen Ausflügen am Wochenende. Die habe ich ignoriert und mir die Dinge für die kommenden Wochenenden gespart, denn dieses Mal:

Ein Wochenende Familienzeit

Dieses Wochenende waren Krümel und Traummann noch beide vor Ort. Krümel nahm es erstaunlich gelassen hin, dass er mit Papa abends getrennt davon zog, während ich hier mit den Zwillingen residiere. Samstag und Sonntag waren aber ganz unsere Tage. Wir fuhren mit dem Bus nach Burg, machten einen Stadtbummel, gingen in das große Freizeitbad nebenan und verbrachten dank des wundervollen Wetters viel Zeit am Strand.

Kinder spielen in der Meeresbrandung

Nun geht es so richtig los

Die Familienzeit endete Montag entgültig mit dem Abschied von meinem Baby… meinem kleinen Krümelchen… und dem Papa. *schnief*

Dafür stand ab Montagmorgen für die Zwillinge wieder Kindergarten an, für mich und in wesentlich geringerem Umfang auch für die Prinzessin diverse „Anwendungen“. Ich mache also seit Montag jeden Tag im Schnitt zweimal etwas mehr oder weniger sportliches wie Krankengymnastik, Nordic Walking, Yoga oder Wassergymnastik. Dazu begleite ich die Prinzessin bei einem Teil ihrer Anwendungen und habe Seminare für die Eltern von Asthma/Bronchitis-Kindern. Sonnenschein habe ich dann auch noch zusätzlich für Schwimmen eingetragen, damit auch er was alleine mit Mama macht. Und so ist mein Plan ziemlich voll.

Die Zeit reicht einmal am Tag schon für einen Kaffee ganz mit mir alleine oder einer anderen Mutter, wahlweise auch einem kleinen Strandspaziergang. Aber bisher hatte ich noch keine Muße zu Stricken und auch das Schreiben habe ich mir immer nur vorgenommen.

Seeluft macht ja auch müde und so spiele ich abends noch ein wenig mit den Zwillingen, lese vor und bin dann selbst kurze Zeit später podcast-höhrend im Bett. Ich werde meine Schwiegermutter enttäuschen müssen, die sich eine Mutter-Kind-Kur-Klinik mit abends fröhlich im Aufenthaltsraum Wein trinkenden Muttis vorstellte. (Wobei ich ja nichts über die Aufenthaltsräume weiß, da ich abends eben genau dort nicht bin. ABER ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sehr leer sind.)

Füße am Strand

Und die Kurziele?

Ruhe habe ich hier sicher auf eine Art schon gefunden. Es gibt viele Dinge, die ich hier nicht machen muss: kochen oder putzen (wobei letzteres täte ich trotzdem gerne… mich juckt es weiter in den Fingern). Es fallen aber auch die ganzen anderen theoretischen Verpflichtungen und Termine des Alltags weg. Dafür muss ich halt meinen Behandlungsplan abarbeiten, der tut aber erstaunlich gut und bringt mich in Bewegung: was ja ein Kurziel war.

Ich habe interessanterweise erstaunlich wenig Drang ständig mit irgendwem von daheim zu kommunizieren und nutze auch nicht jede freie Minute meine Social Media Kanäle des Blogs zu fluten. Im Gegenteil. Da geht nun alles seinen sehr gemütlichen Gang. 😉

Das Essen ist übrigens ganz passabel. Ja, es ist Großküchenessen, dafür aber echt ok. Das Frühstücksbuffet ist immer ziemlich breit gefächert und es kann jeder etwas finden. Abends und mittags gibt es auch immer ein Salatbuffet, was mir sehr entgegen kommt. Der erhoffte Meerblick ist vorhanden und der Lärmpegel erstaunlich gering. Nur der Kaffee ist halt… naja… dafür gibt es Strandbars mit Kaffeeausschank, die werden an mir gut verdienen.

Ich schicke euch sandige Grüße vom Südstrand der gerade sehr stürmischen Insel Fehmarn!

Eure Kerstin

Ich freue mich, wenn du meinen Beitrag auf PINTEREST teilst.

*Ich habe rein theoretiosch fest vor, über unsere Anreise mit der Bahn noch getrennt zu schreiben. Aber das mit meinen Vorhaben und deren Umsetzung ist immer so eine Sache…

**Es gibt auch Väter hier. Aber deutlich weniger als Mütter. Daher sind die Väter der einfachheit im folgenden Text ganz lieb mitgemeint.

***Dieses Sauberkeitsding hängt bei mir aber sehr mit dem Wohlfühlen zusammen und Wohlfühlen muss man sich schon zum Entspannen.


Anmerkung: Mittlerweile habe ich das Thema SAUBERKEIT nochmals angesprochen und habe das Gefühl, dass man ernsthaft an Feedback interessiert ist und etwas ändern möchte.

Ein Wochenende in Bildern mit Zoobesuch

Haben wir schon Dienstag? Echt? Seid ihr euch da sicher?

Egal. Wer sagt denn, dass man ein Wochenende in Bildern nicht auch am Donnerstag veröffentlichen könnte? Da bin ich ziemlich früh dran!

Wenn ich mir sowas schon vorgenommen habe, dann mache ich das jetzt auch. PUNKT!


Samstag zu Hause

So langsam geht es bergauf!

Tatsächlich ist Samstag der erste Tag seit über drei Wochen, an dem ich mich nicht absolut hundeelend fühle. Wir lassen es aber ganz langsam angehen und versuchen auch gar nicht, die ganzen überfälligen Dinge, die liegen bleiben mussten, alle zu erledigen. Der Berg ist eh unübersichtlich geworden. Read more

Prinzessin in der Hängematte des 25hours Bikini Berlin

Blogger, Bilder, Bikini, Berlin – unser #WIB Oktober 2016

Dieses Wochenende war ganz besonders, denn nach einem durchaus durchschnittlichen Samstag folgte am Sonntag ein Ausflug nach Berlin. Nur die Zwillinge und ich.

Diese Momente ganz allein mit meinen Großen sind rar geworden, seit der Krümel da ist und so genieße ich sie ganz besonders. Auch wenn ich platt wie nen schimmeliges Toastbrot bin. Aber fangen wa mal vorne an:

Samstag

Bunte Mützen

Sonnenschein und Prinzessin wünschen sich schon länger neue Mützen. Einmal Eule, einmal Sterne lauten die Anweisungen. Für ein herbstliches Berlin muss ich Samstagvormittag ran. Unfassbar, aber mir reißt kein Faden, die Maschine spurt und die Nadel surrt. Da nix zickt und ich auf Schnickschnack verzichte, brauche ich keine Stunde vom Raussuchen des Schnitts bis zu den fertigen Kopfbedeckungen. Read more

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