Mein Tag hat zu wenig Stunden. Von je her. Seit ich Mutter bin, sind es noch viel viel weniger.

Mich frustriert es, dass ich es kaum noch schaffe ein Buch zu lesen. Ich habe so viele wundervolle Geschichten, die nur darauf warten, von mir gelesen zu werden. Die Bücherstapel wachsen, weil ich trotz der mangelnden Zeit an keiner guten Geschichte vorbei gehen kann.

Meine Nähmaschinen stauben ein – obwohl die Reparaturstapel wachsen und mein Kopf vor Ideen übersprudelt.

Früher habe ich mal gemalt. Nie wirklich gut, aber wahnsinnig gerne und leidenschaftlich. Ich habe aufgehört, als meine Schwester starb. Ich konnte keinen Pinsel mehr halten. Sie war mein größter Fan und hatte total viele Bilder von mir in ihrem Haus hängen. Mit ihr ist meine Malerei gestorben. Allein die Vorstellung zu malen, hat so wahnsinnig getriggert. Zumindest für eine Weile. Heute kribbelt es wieder in den Fingern. Ich würde gerne wieder malen. Ich habe auch noch meine Staffelei, ohne Ende Farben und Leinwände. Ich könnte sofort loslegen, wenn ich denn Zeit hätte.

Ich hatte von je her mehr Ideen, Interessen, Neigungen als der Tag Stunden hatte. Langeweile war schon immer ein Fremdwort in meinem Leben. Wenn ich mal gar nichts gemacht haben, dann war das ganz bewusst und vorsätzlich: „intensives Nichts-Tun“. Das gab es selten, aber wenn dann mit Genuss. Wobei auch das eigentlich kein Nichts-Tun war. Ich habe auch dann etwas getan. Ich habe nachgedacht, über neue Ideen und mögliche Umsetzungen sinniert. Deswegen habe ich in der Regel auch immer Schreibzeug bei mir. Mich kann jederzeit und ohne Vorwarnung ein Geistesblitz treffen, den ich SOFORT aufschreiben bzw. skizzieren muss.

Es gibt wenig Dinge, in denen ich wirklich gut bin. Das ist aber auch nicht wichtig. Für mich stand nie Perfektion im Vordergrund, sondern immer die Freude. Freude, an dem, was ich tue.

Eine weitere Leidenschaft von mir ist die Musik. Etwas das stets an Geld, Zeit und vielleicht Talent gescheitert ist. Ich habe mal Gitarre gelernt. Klassisch, mit Noten und so. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Dann hat meine Mutter (angeblich versehentlich) meine Gitarre kaputt gemacht. Ich war wahnsinnig unglücklich und habe nie wieder eine Gitarre angefasst. Klarinette und Saxophon haben mich immer gereizt. Instrumente, die aufgrund ihres Anschaffungspreises leider am Geld gescheitert sind. Außerdem gab es bei uns im Ort keine Lehrer dafür.

Manche Flöhe lassen einen nie ganz los…

Es gibt da dieses eine Instrument, dass mich seit über 30 Jahren in seinen Bann zieht. Ich war schon immer ein Freund der tiefen Töne. Ein Instrument, dass in unserer örtlichen Band-Landschaft merkwürdigerweise immer sehr rar war. Gitarristen gab es wie Sand am Meer. Auch Schlagzeuger hatten wir einige. Es fehlte stets an Bassisten. Viele Bassisten haben in mehreren Bands gespielt, weil der Bedarf so hoch war. Ich habe es nie verstanden… Vielleicht weil die Teenies alle von einer Rockstar Karriere geträumt haben? Keine Ahnung. Ich hatte leider weder das Geld für das Instrument noch für den Unterricht und leider keine Eltern, die eine derartige Investition wichtig oder notwendig gefunden hätten.

Ich liebe den tiefen warmen Klang dieses Instrumentes. ❤ Ich schmelze dahin und kriege weiche Knie, wenn jemand richtig gut spielt… Sabber!

Meinen besten Freund kenne ich mittlerweile knapp 27 Jahre. Er hat zu Teenie-Zeiten mit meiner Jugendliebe in einer Band gespielt – Schlagzeug. Außerdem komme ich halt aus einem Ort, wo nahezu jeder jeden kennt.

Kürzlich saßen wir lange bei mir im Garten und haben u. a. über Musik gequatscht. Wenn alles klappt, hat er bald auf einer alten Schachtanlage bei uns einen neuen Proberaum und kann endlich wieder sein Schlagzeug aufbauen. Gerne hätte ich, dass er den Murmels (falls sie Interesse haben) Unterricht gibt. Ich freue mich selber schon tierisch darauf, ihn mal wieder spielen zu hören.

Irgendwann im Laufe der Unterhaltung sind wir dann bei meinem alten und (eigentlich) tief verbuddelten Traum gelandet… Dem Bass. Und irgendwie spuken da jetzt Flöhe in meinem Kopf. Dieser Traum hat sich über Nacht komplett frei gebuddelt. Alle logischen Gegenargumente von gestern fühlen sich zwar nicht nichtig aber doch irgendwie nebensächlich an. Es dominiert: „Wenn ich es nur genug will, dann schaffe ich das auch!“

Der Beste ist sich sicher, dass ich einen Lehrer finde, der auch zu mir nach Hause kommt. Dass ich mir Grundlagen (mit seiner Hilfe) auch über YouTube selber beibringen kann. Und und und…

Hach… und nun? Ich bin schon ganz strubbelig vom ganzen Grübeln.

Was tut man, wenn so alte Träume sich an die Oberfläche kämpfen? Ignorieren? Mit Logik erschlagen? Es einfach darauf ankommen lassen?

Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Traum vs. Vernunft.

Wenn ein Traum nach so viele Jahren wieder so schnell den Weg nach oben findet, kann er nie ganz weg gewesen sein. Er hat nur geschlafen und still auf seine Chance gewartet. Wäre es vielleicht eine Torheit, ihn mir wieder einmal durch die Lappen gehen zu lassen? Mache ich mir einfach nur zu viele Gedanken? Ich weiß es doch auch nicht.

Der Murmelpapa spielt übrigens Didgeridoo. Ein Instrument, dass m. E. sehr gut mit einem Bass harmoniert. 😉 Er traut es mir übrigens auch zu, dass ich es schaffe… sieht aber – wie ich – den Faktor Zeit sehr kritisch!

So rätsle und grüble ich also weiter…

Alles Liebe

Eure Tanja

 

Mein eigentlicher Text endet hier… Allerdings gibt es noch einen kleinen Nachtrag:

Das Beitragsbild ist von einem lieben und langjährigen Freund. Ich kenne kaum jemanden, der so phantastisch – im wahrsten Sinne des Wortes – zeichnet und zu dem auch noch Bass spielt ❤ auch wenn er in letzter Zeit eher zur Gitarre als zum Bass greift. Das Bild ist, wie ich finde, untypisch für Markus und doch beschreibt es ihn (außerhalb seiner Fantasy- und Mittelalter-Aktivitäten), wie kaum ein zweites. Markus ist Fantasy-Künstler! Ich bin (seit vielen Jahren) stolze Eigentümerin eines Bildes, das er von meiner Mittelalterfigur gezeichnet hat. Würde ich es Euch hier zeigen, wäre meine Anonymität dahin. Wer einen Faible für Fantasy-Kunst hat, sollte unbedingt auf seiner Posterlounge-Seite vorbeischauen. NEIN, das ist keine Werbung! Das ist die große Liebe für das Talent und das Können eines lieben Freundes.

Das Beitragsbild soll übrigens mein nächstes Tattoo werden ❤ Markus hat mir zu meinem (ich glaube) 29. Geburtstag einen Gutschein für mein nächstes Tattoo (die Vorlage) geschenkt. Das ich knapp 13 Jahre später unter seinen fertigen Kunstwerken MEIN Motiv finde, hatten wir wohl beide so nicht erwartet 🙂

Wegen der Überlegungen, doch noch Bass zu lernen, konfrontierte Markus mich übrigens mit der Frage, ob ich in der „Midlife-Crisis“ sei… NEIN! Ich habe nur die Möglichkeit einen Traum zu verwirklich. Vielleicht. Oder auch nicht. Hach.

 

 

Wähle die Überschrift möglicherweise zu provokant. Gehe davon aus, den darin angekündigten brisanten Content im Verlaufe des Blogpostes nicht liefern zu können. Beschließe, dies total schnurzpiepegal zu finden. Wäre schon glücklich, wenn diese Rezension überhaupt noch jemand liest.*

Denn ja, dies soll eine Rezension werden. Von Christians kleinem Büchlein. Seinem zarten Baby, das letzten Spätherbst vom Storch Postboten gebracht wurde. „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“ heißt das rote Erstlingswerk und geht in die Geschichte ein als erstes Buch, dass ich in meinem Leben NACH der ersten Entbindung in unter 6 Wochen vollständig gelesen habe. So von Anfang bis Ende und mit jedem Wort und ohne dabei einzuschlafen.

(Ich kam dann aber ewig nicht dazu, dieses Großereignis gebührend zu verbloggen. Asche auf mein Haupt!

Das müsste als Fazit fast schon reichen und gilt als Lob, dringende Kaufempfehlung und Vorschlag für den Nobelpreis der Literatur in einem. Denn als Mama von drei Minis bin ich nicht nur chronisch übermüdet, ich habe unter normalen Umständen schlicht keine Zeit, mich mit so profanen Dingen, wie Büchern zu befassen!!! 

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Die Zwillinge werden nun bald 4 Jahre alt. Uff.

Das lassen wir erstmal sacken. Krass.

Das bedeutet neben vielen anderen Dingen aber auch, dass dieses Jahr der erste Kindergeburtstag ansteht. Bisher fuhren wir auch ohne ganz gut. Seit die beiden vor einem dreiviertel Jahr in den Kindergarten kamen, wollen sie Einladungen verteilen. Unbedingt.

Jetzt ist es bald soweit und mein Herz wird schwer. Vor diesem Geburtstagsding mache ich mich eigentlich nicht bange. Ich bin da ganz naiv und plane irgendwas entspanntes, unkompliziertes. Bisher wurde als Rahmenbedingung nur ausgegeben, dass jeder zwei Freunde einladen darf. Das erste richtig große Problem.

Kindergartenfreunde

Pinnzesschen, die skeptische, kam in den Kindergarten und jeden Tag sprudelten Geschichten von ihren Freundinnen aus ihr heraus beim Abholen. Ich hörte schon nach wenigen Wochen von mehreren Erzieherinnen, dass unsere Tochter sich aber extrem schnell und gut integriert habe. Sie sei so eine beliebte Spielpartnerin. Den Nachsatz „Die Zwillinge sind sehr unterschiedlich.“ versuchte ich dabei zu überhören. Weiterlesen…

Sie schreit…

Murmelmama —  13. Juni 2017 — 20 Kommentare

Es ist Sonntag Abend… Die Murmels liegen im Bett. Der Schlaf scheint allerdings noch weit entfernt. Ich bin müde. Ich mag nicht mehr.

Viele andere Blogger – so auch Kerstin – sitzen gerade vor dem Rechner und lassen ihr Familienwochenende als #wib „Wochenende in Bildern“ Revue passieren. Ich sitze hier und versuche die letzten Tage wegzuatmen.

Ich schrieb des Öfteren darüber, dass es mit der Maus nicht immer einfach ist. Sie schreit. Seit ihrer Geburt.  Anfangs redete ich mir ein, sie kann sich nicht anders bemerkbar machen. Wenn sie erst mal spricht. Wenn sie erst mal besser spricht. Sie spricht. Sie hat, wie ich finde, einen unglaublich Wortschatz und ist sehr schlagfertig – wenn sie nicht vorher anfängt zu schreien. Sie schreit immer noch. Mittlerweile habe ich den Glauben daran verloren, dass es jemals aufhören wird. Weiterlesen…

Ich kann den meisten Jahreszeiten etwas abgewinnen, aber der Sommer ist fast meine liebste. ❤ Wenn sich das Leben draußen abspielt, wirkt alles viel leichter.

Wochenende_Elternblog_Krümel-turnt-im-Reisebett

Ich kam auch schon immer leichter aus den Federn, wenn die Sonne durchs Fenster scheint, aber nach so unruhigen Nächten mit Krümel, brauche ich etwas.
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Jedes Kind ist anders. Und jedes Kind fordert seine Eltern ganz anders. Blabla… Kennen wir den Kram. Jetzt habe ich drei Exemplare im heimischen Haushalt versammelt und kann das selbstverständlich bestätigen.

Klar, die ersten beiden sind Zwillinge. Aber davon ab, dass es ein zweieiiges Zwillingspärchen ist, sind sie selbstverständlich total unterschiedlich. Und waren es schon immer. Auch und vor allem im Naturell.

Da ist der fröhliche, temperamentvolle Sonnenschein. Der früh viel lachte und ein echt angenehmes Baby war. So zufrieden. Außer nachts. Da brauchte er viel Nähe. Seine Zwillingsschwester war da ganz anders und forderte immer angemessenes Unterhaltungsprogramm, hatte dafür aber nachts gerne ihre Ruhe.

Zwei Anfängerbabys. Nicht, dass sie früh durchschliefen oder wir den ganzen Tag total entspannt chillten. Aber unterm Strich, waren die beiden entspannt. Ich habe nicht nur einmal gehört, ob ich denn wohl so entspannt sei, weil meine Babys es seien oder ob die es wären, weil wir so sind. Wayne. Wir waren es eben.

Und es gibt diese High-Need-Babys aka Schreibabys (Vermutlich packe ich da jetzt unwissend zwei nicht zusammengehörende Dinge in einen Topf? Oder passt das?), von denen ich immer gelesen habe. Die muss es wohl geben. Die haben dann ziemlich unentspannte Eltern. Wobei die Kausalkette hier eindeutiger anmutet. Kann ich aber keine Details zu liefern. High Need Babys kenne ich nicht. Habe ich nicht.

Denn auch der Krümel ist ein total zufriedenes kleines Kerlchen. Trotzdem wurde ich neulich als überspannte Helikoptermutter bezeichnet. Wie konnte es dazu kommen? 😮 Beim dritten Kind!

Anfängereltern beim dritten Anfängerbaby

Wir sind keine unerfahrenden Eltern mehr. Wir haben sogar zwei Kindchen gleichzeitig schon geschaukelt und das selig, entspannt grinsend gewuppt. Voll gechillt und so. Weiterlesen…

Durch die sozialen Netzwerke ging kürzlich ein offener Brief  der Bloggerin Zesyra an die Barmer Krankenkasse und eigentlich auch an alle anderen Krankenkassen. Unter dem Hashtag #eb4nina (Elternblogger für Nina) ist dieser Brief x-fach geteilt und kommentiert worden.

Auslöser hierfür ist Nina – auch bekannt als Frau Papa. Die Natur ist manchmal launenhaft und weiß wohl auch nicht immer so genau, was sie tut. Bei Nina ist ihr nämlich ein ganz fataler Fehler unterlaufen: Nina ist eine Frau – wurde aber in dem Körper eines Jungen/Mannes geboren. Nina leidet sehr darunter und hat lange gebraucht, um der Welt entgegen zu schreien, dass sie eine Frau ist. Nina und ihre Familie kämpfen ständig gegen Unverständnis und Anfeindungen. Das alleine ist alles schon sehr sehr schlimm und macht es auch nachvollziehbar, das viele Menschen, denen es geht wie Nina, sich nicht in die Öffentlichkeit trauen. Es gibt Möglichkeiten, die Nina und anderen das Leben massiv erleichtern würden. Juhuuu! Es kann geholfen werden! Halt… Stopp… so einfach ist das nicht. Weil, da gibt es ein krankes Gesundheitssystem und Krankenkassen, die lieber Symptome und Folgeerkrankungen behandeln, als Ursachen bekämpfen. In Ninas Fall bezahlt man lieber Therapien und Klinikaufenthalte, als das man ihr die wesentlich günstigere Entfernung der (leider sehr männlichen) Körperbehaarung gestattet.

Menschen, die eh schon unter einem sehr hohen psychischen und sozialem Druck stehen, müssen um jede noch so geringe Leistung kämpfen.

Nina kämpft um ihr Recht! Weiterlesen…