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Das große Staunen – Die Welt mit 12 Monaten

Meine Zwillinge sind nun 12 Monate alt und entdecken die Welt.

Sie bestaunen Fußleisten und Bagger, bewundern Teppichflusen und Grashalme. Und ich staune. Staune und bewundere jeden einzelnen Tag. Die Zeit ist richtig aufregend für mich und meine Kinder.

Sonnenschein öffnet und schließt für sein Leben gerne Schubladen, Schränke, Kisten, Klappen, Schachteln,… Regelmäßig wird die Kommode im Kinderzimmer ausgeräumt. Sobald die Schubladen offen sind, beteiligt sich Prinzessin am Durchwühlen der Fundstücke. Sie setzen sich selber oder gegenseitig Mützen auf und versuchen sich anzuziehen. „Anziehen“ bedeutet, dass sie die Kleidungsstücke auf die entsprechenden Körperteile legen. Mama staunt mit offenen Mund, dass sie genau wissen, was wohin gehört.

Prinzessin lief mir einen ganzen Tag mit der Mütze hinterher und verlangte, dass ich sie ihr aufsetze. Erst dann war sie zufrieden. Schnappte sie die Mütze vom Sonnenschein und düste ihm jammernd mit der Mütze wedelnd hinterher. Den ganzen Tag gab sie keine Ruhe, denn natürlich hat Sonnenschein die Mütze sofort immer wieder abgesetzt. Ausziehen ist eine seiner Königsdisziplinen.

Mamas HandtascheAls Oma gestern zu Besuch war, trugen die beiden ihre Sandalen aus dem Flur heran und legten sie ihr zu Füßen. Wild gestikulierend und jammernd wurde eindeutig klar gemacht: „Die gehören an deine Füße! Anziehen!“

Dass mir aber nun auch die Prinzessin meine Handtasche quer durch die Wohnung  anschleppt und völlig unzufrieden ist, wenn sie nicht an mir baumelt, gibt mir schon zu denken. Ich fühle mich in den eigenen 4 Wänden tatsächlich auch ohne Tasche komplett. Töchterchen ist da abweichender Meinung.

Ich finde es faszinierend, dass sie all das schon zuordnen können. Sie räumen mit mir zusammen auf und werfen Spielzeug in die Kisten, suchen verstreute Ringe des Steckspiels zusammen. Sie suchen das Auto, wenn ich danach frage, und bringen mir Bücher zum Ansehen. „Mäh!“ Bücher heißen bei uns nach dem Laut der Schafe aus einem der Bücher.

Überhaupt die Sprache!

Prinzessin hat mit 8 Monaten begonnen „Mama“ zu sagen. Damals grundsätzlich elendig wimmernd. Es war eine böse Zeit mit viel Krankheit und wochenlang hörte ich den ganzen Tag von früh bis spät nur „MAMAAAAAAA“. Mittlerweile gibt es auch „Papa“ und „heyda!“ für Dinge, die sie mir zeigen will. Wenn sie mir etwas reicht, wird das mit „da“ kommentiert.

Sonnenschein quasselt ununterbrochen. Er quatscht wie ein kleiner Wasserfall und versucht ständig nachzusprechen. Er spricht immer mal wieder Worte nach, die er dann im Anschluss nie wieder verwendet. Daher ist es schwer, seinen aktuellen Wortschatz zu beziffern. Was er aber auf jeden Fall kann und oft nutzt:

  • Mama, Baba
  • Atto (Auto)
  • Tette (Kette)
  • Ditte (Bitte)
  • Gagga (Bagger)
  • Dädi (Teddy)
  • Mäh (Schaf oder auch Buch)
  • Gackgack (Huhn)
  • Hma (Oma)
  • Hba (Opa)
  • Tiss (Tisch)
  • Nane (Banane)
  • Aljie, aljie (alle – irgendwas ist leer)

Mamas herzt hüpft aber ganz besonders, wenn die beiden miteinander reden. Das machen sie fast den ganzen Tag. Meist quasselt der Sonnenschein und die beiden lachen sich kaputt. Ich fühle mich etwas ausgeschlossen, weil ich die Pointen immer verpasse. Wenn sie nach Aufmerksamkeit des anderen verlangen oder den anderen suchen, dann rufen sie sich. „Ahaaa?“ schallt es durch die Wohnung und aus dem Nebenzimmer kommt die Antwort „Ahaaa!“.

Sie kommunizieren miteinander und mit uns. Ganz großartig. Besuch wird mit Winken verabschiedet, Begeisterung mit Klatschen quittiert, Gewünschtes mit Fingerzeig unterstrichen, deutliches Kopfschütteln macht unmissverständlich klar „will ich nicht“.

Autositze sind zum Klettern da!
Autositze sind zum Klettern da!

Ihr Aktionsradius vergrößert sich ständig in der Weite und der Höhe. Klettern ist ein großes Hobby und freut mich nur bedingt, denn es ist nicht so entspannt, wenn Prinzessin im Wohnzimmer auf dem Sofa herumklettert, während ich den Sonnenschein gerade dringend sauber machen muss. Aber auch das passt schon und gehört einfach dazu.

Die Kommentare, dass es ja alles sehr anstrengend sei oder wahlweise erst richtig anstrengend würde, wenn erst einmal…, sind seit der Schwangerschaft zum ständigen Hintergrundrauschen geworden. Wildfremde Menschen kommentieren damit die Tatsache, dass ich einen Zwillingswagen schiebe und Mütter vor allem älterer Kinder kündigen das Vergnügen an.

Eltern sein ist anstrengend. Ja, oft. Sicher fast in jeder Lebensphase und in jedem Alter. Nur immer auf andere Art. Aber das das Doppelpack macht es nicht zwingend anstrengender. Sie spielen so schön miteinander und können sich sehr lange mit den Wundern dieser Welt beschäftigen. Und ich habe Zeit, ihnen staunend dabei zuzusehen. Ich habe jetzt Kleinkinder!

Wie war oder ist das bei euch? Welche Entwicklungsschritte lösen bei euch Begeisterung aus?

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

0 comments

  1. Toll, was deine Kinder schon sprechen!!!
    Meine Zwillinge sind nun schon zweieinhalb Jahre alt. Ich freue mich über jeden Entwicklungsschritt, ist er noch so klein. Die größte Begeisterung aber löste mein Zweitgeborener aus, als er seine ersten Schritte machte. Er war motorisch etwas später dran (vermutlich aufgrund der Frühgeburt), deshalb die große Freude. Nicht nur bei mir, sondern auch bei ihm. Dieses Lachen vergesse ich nicht. Mittlerweile ist er topfit und einer meiner besten Wanderkameraden (unglaublich, wie weit er in seinem Alter schon gehen kann).
    LG Paula

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