Ich klammere mich an die Vorfreude!

Kerstin —  30. Juli 2014 — 2 Kommentare

Ich hasse Umzüge!

Zum einen kann ich keine Leute sehen, die sperrige, schwere Möbelstücke durch enge, steile Treppenhäuser wuchten. Vor meinem geistigen Auge gerät der heißgeliebte Esstisch ins Rutschen, schrammt an der Wand entlang, bekommt Macken und zerquetscht auf seinem Weg hinunter noch den ein oder anderen nichtmindergeliebten Umzugshelfer. Ich kann einfach nicht bei sowas zusehen. (Anbei fällt auf, dass dies eine hervorragende Eigenschaft für eine Mutter zweier sehr kletterbegeisterter und abenteuerlustiger Kinder ist.)

Zum anderen hasse ich nahezu jede Form der Unordnung. Sie macht mich nervös. Ich muss sofort dagegen an aufräumen. (Interessanterweise ist davon umherfliegendes Kinderspielzeug ausgenommen. Das gehört schlicht zur gemütlichen Dekoration meines Umfelds.) Umzüge verursachen Unordnung! In der Regel verursachen sie sogar Chaos! Und das über Wochen! 

Hier stapelt sich ja jetzt schon alles und es wird immer schlimmer. So langsam bekomme ich nervöse Ticks, wenn ich daran denke, wie lange sich dieser Zustand noch ziehen wird, bis alles wieder ausgepackt und ordentlich verstaut ist. Übrigens weiß mein Umfeld sehr genau über meine Umzugsinkompetenz und findet aus Gründen des Selbstschutzes (niemand will eine hysterische Kerstin erleben) immer Wege, mich auszutricksen.

Dieses Mal werden mich vermutlich die Zwillinge vom Umzug fernhalten. Das Argument, dass zwei Einjährige am Tatort eventuell hinderlich sein könnten, kann ich schwer entkräften. Irgendjemand wird also babysitten müssen an einem ausreichend weit entfernten Ort. Selbst ohne meine lädierte Schulter würde es mir zudem schwerfallen, mich als die bessere Besetzung für die Möbelpackerei und Umzugsleitung zu verkaufen. Der Job geht an meinen Mann und mir bleibt das Kinderhüten.

Ich halte mich an der Vorfreude fest

Doch bei allem Schrecken, den der nahende Umzug auf mich ausübt, steigt die Vorfreude stetig an. Raus aus der Enge! Wir haben eine ganz tolle Wohnung für zwei Personen, aber unsere Familie ist ihr entwachsen. Ich freue mich auf mehr Platz. Endlich wieder mehr Ordnung, weil jedes Teil eine Chance hat, seinen Platz zu finden.

Endlich Möglichkeiten für uns, sich zurückzuziehen. Selbst wenn man sich hier den Luxus gönnen wollen würde, ist man maximal eine Zimmertür vom Chaos entfernt und unweigerlich weiter mittendrin. Ich höre jedes Wort und jedes Jammern, wenn Oma auf die Kinder aufpasst, damit ich arbeiten kann. Meine Konzentration ist nur mit viel Willen aufrecht zu erhalten.

Ich freue mich auf mehr Platz zum Spielen. Auf ein riesiges Kinderzimmer zum Toben, Träumen, Vorlesen, Bauen und sicher auch Streiten. Ganz besonders freue ich mich dort auf die Kuschelecke, die uns abends einen Ort bieten soll, die Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen und gemütlich den Tag ausklingen zu lassen.

Die Handabdrücke der Zwillinge entstanden in der Krabbelgruppe und sollen im neuen Zimmer endlich an die Wand!

Die Handabdrücke der Zwillinge entstanden in der Krabbelgruppe und sollen im neuen Zimmer endlich an die Wand!

Ich freue mich wahnsinnig auf den kleinen Garten. Ein kleines Stück Paradies nur für uns! Einfach raus, ohne die große Tasche zu packen. Abends noch eine halbe Stunde draußen toben, statt sich bei Verwandten für den ganzen Nachmittag einzuladen, damit die Kinder Sandkasten und Planschbecken haben. Bestimmt werden die Omas unsere Besuche vermissen, die sich aus eben diesen Gründen in den letzten Wochen gehäuft haben, aber ich bin froh.

Ich freue mich auf die große, offene Küche, in der gekocht und gespielt werden kann. Eine großer Raum, in dem die Familie gemeinsam essen, feiern und LEBEN kann. Ich sehe mich schon dort kleine Leckerein vorbereiten, während die Kinder unter meinen Augen im Wohnbereich Unfug treiben.

Ich wünsche mir ein offenes Haus, in dem viele Gäste, Freunde und Verwandte ein- und ausgehen und vor allem fast immer willkommen sind. Ich wünsche mir ein Haus für unsere gar nicht mehr so kleine Familie. Ein ZUHAUSE.

Ich freue mich drauf!

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Kerstin

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Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

2 Antworten zu Ich klammere mich an die Vorfreude!

  1. 

    Liebe Kerstin!
    Für den bevorstehenden Chaostag hoch 3 wünsch ich dir viel Ablenkung; und dass im neuen Heim bald die heißgeliebte Ordnung einzieht! Der Rest kommt von alleine. Um deinen kleinen Garten beneide ich dich schon jetzt… die Gründe hast du ja genannt. LG Janine

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