Unterschätze nie eine Mama (-bloggerin)!

Kerstin —  12. Januar 2015 — 11 Kommentare

Es gibt sie immer mal wieder – auch in der Elternbloggerwelt – die heißen Themen, die durch die Blogs rauschen, die Wellen schlagen. Es gibt Themen, die beinhalten einfach Sprengstoff, sind reiner Sprengstoff und es gibt Themen, die man einfach zu Sprengstoff machen kann.

Gerade die Welt der Mamis ist so emotional. Mamis sind emotional. Die Hormon-Keule der Schwangerschaft macht aus uns Wesen, die erst fühlen, dann nochmals fühlen und ganz später erst nochmal fühlen, bevor sie anfangen können zu denken. Andrea Harmonika bescheinigte sich gar emotionale Inkontinenz. Wenn jetzt so eine Mama bloggt und dabei die heiligen Gefühle anderer Mamas und Mama-Blogger mit Füßen tritt, dann rauscht es im Twitterwald, dann bebt es auf Facebook, dann fliegen die Kommentare.

Und Top-Elternblogs fragt sich, ob da manche nicht doch zu krawallig sind für gespannte Mütternerven. Sollten Mamablogger schreiben, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, wie ihnen die Finger über die Tastatur flattern oder sollten sie tolerant sein? Rücksicht walten lassen mit Blick auf die zarten Nerven ihrer meist weiblichen Leserinnen?

Dabei ist es egal, welches Thema man anpackt, in der Kindererziehung gibt es fast nur heiße Themen, die oft wie Religionen gehandelt werden. Stillen, füttern, wickeln,… das macht man nicht einfach so. Oft steckt dahinter eine echte Überzeugung. Darf man diese für falsch erklären? Den eigenen Weg als den einzig richtigen darstellen?

Bloggen kann jeder. So ein Blog ist fix aufgesetzt. Schreiben kann nicht jeder wirklich, aber es machen viele. So gibt es viele bunte Blogs aller Art, vielfältig bunt wie das Leben. Und es gibt Mama-Blogs von ganz unterschiedlichen Mamas mit ganz unterschiedlichen Lebensweisen und Erziehungsstilen.

Und in meinen Augen darf auch jeder seine Meinung vertreten. Es wäre freundlich,wenn man anderen dabei nicht allzu sehr vor den Latz kloppt, aber das ist eine Frage der eigenen Erziehung und vielleicht auch des Stils. Ich persönlich halte es für dumm, wenn man meint, als einziger die Wahrheit gepachtet zu haben, aber auch das ist nur eine Meinung – meine Meinung.

Aber bei all diesen Dingen macht nie den Fehler Mama-Bloggerinnen zu unterschätzen. 😉 Unter diesen vielen, vielen schreibenden Mamis im Netz, diesen tippenden Muttis sind verdammt viele, die wissen, was sie tun, wenn sie mit dem Feuer spielen.

Nicht wenige sind im Leben abseits des Blogs beruflich aus dem Marketing, der Werbung, der PR, dem Journalismus, sind Autorinnen und Redakteurinnen. Kurz: sie verdienen ihr Geld mit professioneller öffentlicher Kommunikation und kennen deren Gesetze. Und da mag der ein oder andere (ich meine hier wirklich niemand konkreten) auch gerne mal bewusst Staub aufwirbeln, kontrovers sein, eine Duftmarke setzen.

Macht nicht den Fehler, Mama-Blogger zu unterschätzen. Das sind keine naiven Muttis, die ein wenig vor sich hintippen. Manch eine hat es faustdick hinter der Tastatur. 😉 Bei all der Freude am Spiel mit dem Feuer oder auch unbewusstem Zündeln, muss dann aber auch jeder mit den Reaktionen leben können. Willst du mit den Geistern Kommentaren leben, die du riefst?

Und an die lieben Geister in den Kommentarfeldern geht immer der gute Rat: erst Luft holen, nachdenken, nochmal Luft holen, nachdenken, dann schreiben. Eure Wut ist vielleicht total berechtigt, aber egal wie verdammt angepisst man gerade ist, auch im Netz sollte man nicht ausfallender werden, als man es im direkten Gespräch wäre.


Mein Gewissen treibt mich zu zwei Anmerkungen: 

1. Der Beitrag ist mit heißen Fingern fix getippt, während die Zwillinge schlummern. Er ist nicht ausgewogen, abgewägt und ganz sicher nicht sachlich. Nehmt mich nicht zu ernst.

2. Ja, es heißt korrekt Eltern-Blogger und nicht nur Mamas bloggen. Aber ich habe die Väter unterschlagen, da es wesentlich polemischer war, einfach auf den emotionalen Mamis rum zu reiten. Die Papas sind zu vernünftig und eignen sich daher nicht als Protagonisten für diesen Krawall-Post. 

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Kerstin

Beiträge

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

11 Antworten zu Unterschätze nie eine Mama (-bloggerin)!

  1. 

    Ich finde, für einen mit heißen Fingern fix getippten Blog-Post liest er sich sehr flüssig.

    Meiner Meinung nach sollte es bei Kindererziehung tolerant zugehen: „Leben und leben lassen“. So lange meine Kinder nicht („übermäßig) beeinträchtigt werden und keine Gewalt angewandt wird, ist es mir ziemlich egal, wie andere Eltern ihre Kinder erziehen.

    Was die Väter angeht: Die sind wahrscheinlich auch nicht vernünftiger, aber da sieht die Konkurrenz anders aus. ‚Papaleaks‘ hat mal sehr gut über die „Vergleicheritis“ geschrieben: https://www.papaleaks.de/2014/07/29/vergleicheritis/

    LG, Christian

    Gefällt 2 Personen

    • 

      Papaleaks isn kluger Kerl. 😉

      Und der klügste Weg? Den kennt in Sachen Erziehung eh niemand. Sollte jeder auf seine Art das Beste geben. Dann ist das (Extremfälle blende ich gerade auf meinem Ponyhof aus) schon sicher nicht schlecht.
      Wenn man dann nicht gleich über den Weg anderer herfällt, lässt sich sogar entspannt damit leben.

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  2. 

    Unterschreibe ich so. Vielen Dank für diesen heiß-getippten Blogpost. Super!

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  3. 

    Ein Bisschen Medienkompetenz kann man doch auch der werten Leserschaft zumuten: Für mich ist es selbstverständlich, dass ein Blog immer das ist, was man in Printmedien „Kommentar“ nennt (oder manchmal auch „Glosse“). Es ist auf jeden Fall fast ausschliesslich subjektiv, die persönliche Meinung der Autorin. Auch wenn sie nicht dreimal pro Satz „ich denke“, „ich meine“, oder „das ist nur meine eigene Ansicht“ schreibt.
    Mehr Mühe habe ich mit genau so subjektiven, aber sich pseudowissenschaftlich-objektiv wollenden Postings und Artikeln, die mehr auf Vorurteilen beruhen denn auf Fakten. Das ist dann aber kein Blog mehr, sondern schlechter Journalismus.

    Gefällt 1 Person

  4. 

    ..so schön nebenbeihergetippt.. ja, sehe ich auch so oder ähnlich! Gefallen hat mir deine Aussage, dass es verschiedenste Blogs gibt – ebenso bunt wie das Leben und die Leute selbst 🙂
    Liebste Grüße – Linda

    Gefällt 1 Person

  5. 
    sarah597sarah 13. Januar 2015 um 11:22

    Ich verstehe die Diskussion gar nicht. Ich finde, jeder darf auf seinem Blog schreiben, was und wie er möchte. Man muss es ja nicht lesen.
    Gibt nur nicht so tolle Klickzahlen, wenn man nichts Aufregendes schreibt…

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  6. 

    Sehr fein geschrieben 🙂

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  7. 

    An dieser Debatte beteiligen sich in der Tat kaum Männer. Vielleicht bündeln sie ihre Energien für die wahrhaft relevanten Themen.

    Denn hättest du vermutet, dass ein m.E. harmloser Blogpost über das Familienbett ein solcher Aufreger wird? –Ich nicht. Insofern bezweifle ich auch, dass es sich bei diesem Post um reine Aufmerksamkeitsheischerei handelt. Klar, ein wenig berechnend ist die Bloggerin vorgegangen. Sie gibt ja offen in ihrer Einleitung zu, dass sie um die Kontroverse des Themas weiß. Und wir alle wissen: nur wenn das Thema halbwegs umstritten ist, wird viel kommentiert – und somit auch der Blog besucht.

    Wobei gerade unter Elternbloggern auch genau das Gegenteil auftritt: Man sucht den Schulterschluss und bekräftigt sich gegenseitig, wie sehr man doch einer Meinung ist. Ob man das nun besser finden soll, sei mal dahingestellt.

    Ich für meinen Teil bin entsetzt, dass dieser Artikel übers Familienbett teilweise wirklich rüde Reaktionen ausgelöst hat, die gar nicht mehr im Verhältnis zum Post standen. Das erinnerte mich irgendwie an einen wütenden Mob, der brandschatzend durchs Dorf läuft, weil er ein Gerücht aufgeschnappt hat.

    Und so perfide das klingt, es waren danach genau diese Brandstifter, die auf ihren eigenen Blogs und sozialen Netzwerken Toleranz und Meinungsvielfalt predigten.
    Ich wünschte, es gäbe mehr Medienfuzzis unter den Mamabloggern, die über das, was sie schreiben, vorher ein wenig nachdenken.

    Gefällt 3 Personen

    • 

      Leider gehört das Wütender-Mob-Feeling irgendwie wohl zur Debatten-Kultur (Achtung Wortwitz) des Netzes. Es regt sich online leichter auf.
      Viele ranten ganz fix mal los aus teils nicht nachvollziehbaren Gründen.

      Warum hab ich das eigentlich geschrieben?

      Vielleicht wollte ich einfach nur sagen: Etwas mehr Gelassenheit täte allen gut. Tolerant und Höflichkeit setze ich übrigens auch im Netz voraus und versuche es zumindest für mich selber einzuhalten. 😉

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    • 

      An Deinem Kommentar gefällt mir vor allem, dass Du die Widersprüchlichkeit der Mamablogs (global betrachtet) anreißt: Einerseits diese riesige Schulterklopferei, andererseits die unerbittliche Streitbarkeit. Exakt so nehme ich es wahr. Es fühlte sich für mich besser/angenehmer an, wenn es eine MIschung gäbe. So unterschiedlich, wie es im Leben eben auch ist. Ich werde mal intensiver darüber nachdenken.

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  8. 

    Ich finde, dass du das toll geschrieben hast. Und in dem Beitrag ist sehr viel Wahrheit drin. Das ist ja aber oft der Fall, wenn Beiträge mit heißen Fingern getippt werden. Und ich kann dir ebenfalls nur sagen, wie recht du damit hast.

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