Das 2. Wochenbett

Heute im Chaos-Mutterschutz ein Gast-Beitrag vom Fräulein Null.Zwo. Das Fräulein ist eigentlich eine gestandene Frau und Mutter einer fünfköpfigen Patchworkfamilie, die auf ihrem Blog eine wirklich spannende Vielfalt rund um das Leben mit Baby, Kind und Kegel abbildet. „Irgendwo zwischen perfektionistisch & praktisch, zwischen Bio und Convenience und immer zwischen Termin und Trödelei.“ Einfach immer liebenswert und echt. 😉


Babybauch

Liebe Kerstin,

die letzten Wochen waren nicht einfach für Dich: Ein 2-jähriges Zwillingspärchen plus Kugelbauch sind ganz schön anstrengend! Daher freue ich mich sehr, Dir hier auf dem Blog ein wenig auszuhelfen und etwas zum Wochenbett bei der 2. Schwangerschaft zu schreiben <3

Ich selbst erinnere mich gerne an diese letzten Wochen meiner Schwangerschaften und die erste Zeit mit Baby zurück, auch wenn sich in der Erinnerung einiges leichter anfühlt als es tatsächlich war. Umgekehrt fokussierten mich „meine Umstände“ immer darauf, was wirklich wichtig ist: einen Gang beziehungsweise mehrere Gänge zurückzuschalten, absolut Notwendiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden und sich auf mich selbst und dieses kleine Wesen im Bauch zu konzentrieren.

In der ersten Schwangerschaft war ich einfach nur neugierig und gespannt auf mein Baby und die Veränderungen, die es für mich und unser Leben bringen würde – ich betrat absolutes Neuland und fühlte mich wie auf einer Reise, deren Ziel ich nicht kannte. Wie sich das als Zwillingsmutter anfühlen muss, kann ich mir nur bedingt vorstellen!

Was wir beide aber bei unserer zweiten Schwangerschaft gemerkt haben werden:

So vieles kommt einem bekannt vor und so vieles ist trotzdem neu!

Viele Fragen stellten sich mir gar nicht mehr, deren Antworten ich ein paar Jahre zuvor erst finden musste. Um die anstehenden körperlichen Veränderungen machten ich mir auch viel weniger Gedanken, da ich Geburtsverletzungen, Wochenfluss, Milcheinschuss und diese wabbelige Körpermitte schon einmal kennen gelernt hatte. Auch um das Thema Babypflege machte mir kaum Gedanken.

Dafür tauchten neue Fragen auf, die mich oft beschäftigten: „Wird die Geburt ähnlich verlaufen? Was ist mit der älteren Schwester wenn es losgeht? Wie wird sie auf das neue Geschwisterchen reagieren? Wie fit werde ich dann sein?…“

Dennoch war mir klar, dass sich auch das alles finden würde und ich im Vorfeld wenig Einfluss darauf nehmen kann.

Vorbereitung und Begleitung taten mir gut

Ich wusste also ungefähr, was nach der Geburt auf mich zukommt, zumal ich das zweite Kind ambulant entbinden und das Frühwochenbett im eigenen Zuhause verbringen wollte.

Ich wollte Stress so gut wie möglich vermeiden und bereitete mich dieses Mal also etwas mehr auf die Zeit nach der Geburt vor: das Bett wurde mit der Lieblingsbettwäsche bezogen, ich legte bequeme Anziehsachen bereit, besorgte im Vorfeld Salbeitee, Quark und Kühlpads für den Milcheinschuss und hatte auch ein paar Schmerzmittel daheim.

Mindestens genauso wichtig war für mich aber meine Hebamme, die mich in den letzten Wochen der Schwangerschaft und auch während der Geburt intensiv begleitet hat: Mit ihr konnte ich alle meine Sorgen teilen und fühlte mich einfach nur Bestens aufgehoben – auch als das Hormonchaos (der sogenannte Babyblues) zuschlug.

Organisatorische Tipps:

Da in der ersten Zeit mit dem Neugeborenen ganz andere Dinge in den Fokus rücken, hatte ich schon im Mutterschutz sämtliche Anträge (Elternzeit, Elterngeld, Kindergeld) mit dem werdenden Vater durchgesprochen, notwenige Kopien besorgt und so weit wie möglich ausgefüllt und abgegeben. Auch die Geburtskarte lag abgespeichert auf dem PC und musste nur noch mit Foto und Daten ergänzt werden.

Im Gegensatz zur Geburt des ersten Kindes mussten wir uns aber auch Gedanken um die Betreuung der älteren Schwester machen und hatten unser familiäres Netzwerk im Vorfeld stark mit einbezogen, so dass ich der Ankunft des kleinen Bruders sehr gelassen entgegensehen konnte. Auch für die Zeit des Wochenbetts hatte ich mich mit meinem Lebensgefährten abgesprochen – wir haben eine „Besuchspolitik“ abgestimmt und nach außen kommuniziert, um die ersten Tage und Wochen zu Viert (und später dann zu Fünft) möglichst stressfrei verbringen zu können.

Bewährt hat sich bei uns (auch bei Baby Nummer 3) ein Kurzbesuch innerhalb der ersten 24 Stunden: da war ich immer noch total high von der Entbindung und das Baby noch relativ entspannt. Die Omas waren glücklich, das neue Enkelkind begrüßen zu dürfen und konnten ein paar Fotos machen, aber nach nur einer halben Stunde hatten wir unser Nest wieder für uns alleine und konnten uns in den anschließenden Tagen auf meinen Milcheinschuss und das unruhigere weil hungrige Baby konzentrieren. Bei späteren Besuchen haben wir dann darum gebeten, doch etwas zu Essen für uns und Zeit für das/ die ältere/n Geschwister mitzubringen, denn die konnte den ganzen Trubel um das Baby nicht so richtig einschätzen und fühlte/n sich manchmal etwas zurückgesetzt.

Die Elternzeit des Mannes ab Geburt war Gold wert: Er versorgte mich auf meinen Still- Inseln im Schlaf- und im Wohnzimmer, kümmerte sich um das bzw. die großen Kinder und hielt den Haushalt am Laufen. So konnte ich mich in Ruhe erholen und nur so viel machen, wie ich wollte bzw. konnte. Meine persönlichen Bedürfnisse habe ich deutlich formuliert und dadurch die ersten Tage und Wochen wesentlich angenehmer empfunden.

Alles braucht seine Zeit!

Eines hatte ich aus dem Wochenbett bei der Ältesten erst im Nachhinein gelernt: Wochenbett heißt Wochenbett, weil es Wochen und nicht nur Tage dauert!

Auch die Familie braucht Zeit, um sich in dieser aufregenden Phase neu zu finden. Das ältere Geschwisterkind reagiert meist stark auf die Veränderungen durch das neue Familienmitglied und auch ich als Mutter musste mich erst daran gewöhnen, nicht immer beiden (bzw. später den drei) Kindern gleich gerecht werden zu können. Das Baby bringt den Familienrhythmus gehörig durcheinander und alles muss sich erst neu einspielen – das dauerte bei uns meist über das reguläre Wochenbett von 6 bis 8 Wochen hinaus.

Und doch hat dieser Zauber der ersten Zeit für mich nichts von seiner Magie verloren <3

Liebe Kerstin,

ich wünsche Euch nun einen wundervollen Start in Euer neues Familienleben zu fünft und vor allem Dir ein ruhiges und erholsames Wochenbett!


Ich (Kerstin) nehme mir derzeit eine Auszeit vom Bloggen, denn der Krümel kommt. <3 Während dieser Zeit werden einige ganz, ganz liebe Blogger-Kollegen werden euch mit spannenden Beiträgen unterhalten. Ich freue wahnsinnig über diese Geschenke zur Geburt. 😉 Alle Beiträge des chaotischen Mutterschutzes könnt ihr hier nachlesen.

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

0 comments

  1. Ein besseres Timing für diesen tollen Beitrag hätte es gar nicht geben können! 🙂

    Auch hier noch mal <3 lichen Glückwunsch den glücklichen Eltern und Geschwistern und eine tolle Kennenlernzeit <3 <3

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