Mein Leben in Lönneberga

Kerstin —  24. September 2015 — 3 Kommentare

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Nein, der Sonnenschein heißt nicht Michel. Auch wenn er ein kleiner blonder Strubbelkopf ist. Michel heißt nur seine Puppe. Und Ida ist auch nicht seine Schwester, hätte es aber gut werden können. Ich mag den Namen.

Vermutlich muss man es aber als Omen ansehen, dass ich nach Oles kleiner Schwester aus Bullerbü benannt wurde, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass man ständig auf sie aufpassen muss, damit sie nicht sich und ihr Umfeld mit schwarzer Schuhcreme behandelt.

Man sollte den Sonnenschein niemals nie unbeaufsichtigt lassen. Niemals nie. Auch nicht ganz, ganz kurz.

Dummerweise spielen die Zwillinge mittlerweile schon immer mal wieder so wunderbar alleine oder gemeinsam, dass man dazu regelrecht verführt wird, doch mal eben kurz… die Wäsche aufzuhängen, eine Tasse Kaffee im Nebenraum zu trinken, irgendwas aufzuräumen, wegzuspülen, abzuwaschen, den kleinen Baby-Krümel zu wickeln, eben auf Toilette zu gehen,…

Erfahrene Eltern erkennen an dieser Stelle, dass ich maßlos übertreibe. Niemals könnte ein Elternteil jemals alleine auf Toilette gehen. Auch ich nicht. Ich darf auch nicht alleine den Krümel wickeln. Aber ich denke, das Prinzip ist trotz meines Wunschdenkens klar geworden, oder? Man kann sekunden- manchmal auch minutenlang irgendetwas „allein“ machen. Und das verlockt nach 2 Jahren, in denen man schon vergessen hatte, dass die Kinder eigene Organismen sind, die nicht unbedingt fest mit dem eigenen Körper verwachsen sind.

Also lasse ich ab und an die Zwillinge kurz aus den Augen und verlasse mich darauf, dass es reichen müsste, in Hörweite zu bleiben. Und dann passiert es halt zwangsläufig, dass ich mich auf einem idyllischen Gehöft in Lönneberga wiederfinde.

Aktuelle Sonnenschein-Michel-Highlights

Ihr kennt die legendäre Suppenschüssel, die Michel sich über den Kopf gestülpt hat, weil er den letzten Rest Suppe ausschlecken wollte? Gut. Ich hoffe, dass Sonnenschein nichts schlecken wollte, denn bei uns war es ein Toilettensitz. Wie eine äußerst dekorative Halskrause saß er bombenfest um den Hals des kleinen Blondschopfs, als er panisch kreischend damit angelaufen kam. Panisch war er, weil er anscheinend sowohl vergebens als auch sehr energisch bereits selber versucht hatte, den Halsschmuck wieder loszuwerden. Seine Ohren bezeugten dies mit schillernden Farben. Leider konnten auch wir keine andere Lösung finden als die Kombination aus Haushaltsschere und Zange gegen das Hartplastik des Sitzes.

Wenn es still wird, sollte man aufhorchen. Dann hat man auch die Chance, das Geräusch reißenden Papiers noch ein Stockwerk höher zu hören. Das ist hilfreich, wenn unser kleiner, großer Sohn gerade Verschönerungsarbeiten am Hausflur vornimmt und fein säuberlich die Tapete von den Wänden reißt. Wenn Papa im Anschluss dann die schadhafte Stelle flicken muss, spornt das fast noch an. Heimwerken ist nämlich super!

Möglicherweise fischt der Sonnenschein auch im Trüben und dann wird mir so ganz anders. Kürzlich war ich so fahrlässig und ließ die Zwillinge Duplo spielend im Kinderzimmer allein. Wenige Minuten später fand ich nur noch die Prinzessin im Kinderzimmer vor, während der Sonnenschein mit einer Angel aus Schnürsenkeln ein wenig im Klo gefischt hat. Die Kampfspuren rund um den Ort des Geschehens ließen darauf schließen, dass er recht erfolgreich dicke Fische an Land gezogen haben musste.

Heute Nacht habe ich am Strand geschlafen. So fühlte es sich zumindest an. Leider konnte ich, als ich um Mitternacht endlich ins Bett kroch, nicht mehr herausfinden,wie genau ich zu diesem Vergnügen gekommen bin. Aber ich vermute einen Zusammenhang mit den Zwillingen, die am Tag ziemlich lange im Schlafzimmer gespielt hatten. An welcher Stelle da genau der Sand ins Bett kam, kann ich aber nicht mehr nachvollziehen.

Jetzt will Opa dem Sonnenschein eine Hütte in den Garten bauen, damit er dort später sitzen und kleine Figuren schnitzen kann. Denn ich werde vermutlich auch in Zukunft den Sonnenschein nicht nonstop überwachen (wollen). Und eigentlich ist es doch in Lönneberga wirklich schön. ❤

Eure Kerstin

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Kerstin

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Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

3 Antworten zu Mein Leben in Lönneberga

  1. 

    Bullerbü und Lönneberga sind doch nur so schön, weil die Kinder da doch so viel unbeaufsichtigt machen dürfen. Also aus Kindersicht (!) ware Paradiese :o)

    Noch ein kleiner Tipp für feststeckende Körperteile: Öl oder Wasser mit Seife. Dann rutscht es besser… Wobei ich bei Klositz um den Hals wohl auch eher zur Schere gegriffen hätte.

    Alles Liebe ♥ und immer schön die eingelegten Kirschen verstecken ;o)
    Nadine

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    • 

      😀 Stimmt. Als Kind wollte ich immer gerne in Bullerbü leben. Theoretisch hätte ich da heute als Erwachsene auch nichts gegen, aber vermutlich würde mir da am AdW einiges fehlen. 😉
      Trotzdem kann man sich einiges dort angucken.
      Herzliche Grüße
      Kerstin, die gar keine Kirschen eingelegt hat (GsD)

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Trackbacks und Pingbacks:

  1. Mama, ich hab dich so doll lieb! « Chaos² – Familienwahnsinn im Doppelpack - März 24, 2016

    […] stellen ganz viel Unfug an und sind oft richtig trotzig. Kinder sind sehr laut. Unsere sind das zumindest. Laut und wild. Mir […]

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