Mama kannse echt nicht alleine lassen!

Kerstin —  29. September 2015 — 1 Kommentar

ChaosFrüher – also damals bevor ich Mama war – da bedeutete Zeit für mich alleine, dass ich meist am Rechner saß und arbeitete oder mich auch mal prokastinierend im Netz verlor. Ich stand nur für das Nötigste auf und wenn ich tatsächlich etwas gegessen habe, dann am Rechner. Ab und an kam es vor, dass ich mich so in einem Buch verlieren konnte, das mich dann ebenso fesseln konnte. Ich legte es nicht ab, wenn ich mir Essen machte und ich legte es nicht weg, wenn ich auf Toilette musste, ich wechselte vielleicht mal lesend vom Tisch zum Sofa, aber ich räumte garantiert nicht auf oder sortierte irgendwelche Wäsche.

Auch als Mutter genießt man es manchmal durchaus, ein wenig Zeit für sich allein zu haben. Gerade wenn man in einem so lauten und chaotischen zu Hause lebt wie ich; dann ist diese laute Stille, die die Abwesenheit der Familie auslöst, eine wahre Wohltat. Es ist dann so himmlisch still und man könnte Dinge tun! Sachen machen! Da träumt man sonst nur von.

Aber mich kannse echt nicht mehr allein lassen.

Nee, kannse echt nimma. Seit ich Mutter geworden bin, komme ich mit dem Allein-Sein und diesem Überangebot an Freizeit echt nicht mehr klar. Wenn ich ein kleines bisschen Zeit derzeit für mich allein (aktuell eher für mich allein mit hoffentlich schlafendem Krümel dabei) habe, dann erledige ich zwangsläufiges:

  • schnell mal eben duschen
  • fix noch ein, zwei, drei, vier Maschinen Wäsche sortieren, waschen, aufhängen oder wahlweise auch zusammenlegen
  • eben ein paar wartende E-Mails beantworten
  • im Schnelldurchlauf aufräumen und die verirrten Gegenstände des Haushalts grob wieder ihren ursprünglichen Räumen zuordnen

Was man halt so macht, wenn man sonst niemals Ruhe findet – im Zweifelsfall schlafe ich. Schlafen und vielleicht auch noch die etwas ausführlichere Dusche könnte man eventuell als Freizeit verkaufen, aber eigentlich erledige ich nur immer ganz schnell irgendwas notwendiges. Sollte es dann wieder einmal vorkommen, dass ich mehr Zeit allein für mich haben sollte (ich wage es mir nicht auszumalen), dann neige ich dazu, damit überfordert zu sein.

Ja, normalerweise (was das angeht ist hier nichts mehr normal) gehen die Zwillinge vier Tage die Woche zur Tagesmutter für ein paar Stunden und ich sollte entsprechend „Zeit für mich“ haben, aber in der Regel ist diese Zeit mehr als verplant mit je ein wenig Arbeit, Haushalt und Einkauf/Erledigungen. Mama allein zu Haus spult dann einfach ihr Pflichtprogramm ab, von dem sie niemals alles auf einmal schafft.

Sollte ich mal irgendwann einfach so allein sein, dann werde ich überfordert durchs Haus laufen und nicht mehr wissen, womit ich beginnen soll. Klug wäre, ich kochte mir erst einmal einen Kaffee und setzte mich ganz allein auf das Sofa. Dann würde ich ganz ohne es verheimlichen zu müssen ein paar Schokokekse naschen und den Geräuschen im Haus lauschen.

Aber wenn ich ehrlich bin, dann wird das vermutlich anders laufen und ich werde wie ein durchgeknalltes Duracell-Häschen durchs Haus rasen, dieses und jenes erledigen, reparieren, umräumen, aufräumen, abwaschen, zurechtrücken und am Ende dann glückselig auf dem Sofa zusammensinken, ein paar Kekskrümel eigenhändig auf dem Sofa verteilen und in die Stille lauschend meinen Kaffee schlürfen. Ungefähr fünf Minuten lang, denn dann wäre meine Zeit allein bereits wieder abgelaufen.

Mama kannse halt echt nicht mehr alleine lassen.

Alu von Große Köpfe hat das schon viel besser drauf als ich. Ihren Beitrag über Mutter allein zu Haus lege ich euch schwer ans Herz. ❤


Um „runterzukommen“ oder um mich ein wenig zu entspannen, die Gedanken frei zu bekommen, nähe ich übrigens aktuell gerne. Dabei ist nähen austauschbar und war auch schon mal eine Zeit lang stricken, häkeln, backen, malen,… Hauptsache ich muss meinen Kopf nicht anstrengen. Nichts tun kann ich absolut nicht, denn dann rattern die Gedanken und ich bin schier rastlos.

Advertisements

Kerstin

Beiträge

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

Eine Antwort zu Mama kannse echt nicht alleine lassen!

  1. 

    Hey du,
    ich bin gerade auf deinen tollen Blog gestossen und bin begeistert! Deshalb bin ich auch gleich mal Leserin bei dir geworden! Liebe Grüße, Petra von Papuer und Tintenwelten

    PS. Wenn du nur was für die Großen suchst klick mal HIER

    Gefällt mir

Hinterlasst euren Kommentar hier:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s