Zwei Zweijährige sind (nicht immer) Chaos pur

Ich habe euch ja schon einmal von unserer Mini-Pubertät im Doppelpack berichtet und kurz danach brach bei uns auch noch prompt das Vollchaos aus, weil die Tagesmutter krank wurde. Das heißt, die Zwillinge waren nun fast drei Wochen ohne ihre Lieblings-Animateurin, denn sie lieben ihre Tagesmutter heiß und innig. Dort wird geknetet und gebastelt, getobt und gebaut, gefördert und musiziert… wird einfach ganz anderes Programm geboten  geboten als hier daheim Alltag.

Drei Wochen Urlaub zu Hause für die Zwillinge also – da musste Mutti schon was bieten, damit nicht die totale Langeweile ausbricht.

Ja, ich backe tatsächlich Kekse allein mit meinem Dreierpack. Ich bin auch nicht wahnsinnig geworden. Wenn sie gute Laune haben, klappt das echt ganz gut.

Kinder beim Backen

Wenn allerdings die Laune kippt, dann…

Ich habe in den letzten Wochen auch zwei Mal mit den Zwillingen Fingerfarben gemalt. Das erste Mal lief es ganz toll und die Ergebnisse waren super süß. Sie hatten riesig Spaß und die Sauerei war echt überschaubar.

Zwei Wochen später kommt aber die dusselige Mutti wieder auf die gleiche Idee. Hat ja so gut geklappt das letzte Mal. Autsch! Anfängerfehler!

Sonnenschein kriegte ohne Voranmeldung einen seiner „mir fällt nur noch Unsinn ein“-Anfälle und schmierte die Farbe überall hin, nur nicht auf das Blatt. Sobald ich ihn daran erinnerte, flogen erst die Pinsel, dann die Blätter, dann stürmte das Kind los, um mit den bunten Fingern… genau DAS zu machen, von dem Mama ihn gerade abhalten wollte.

Irgendwie fängt sowas relativ harmlos an und eskaliert dann gerne. Ich war froh, dass die Prinzessin sitzen blieb. Denn wäre auch sie zeitgleich gestürmt, sähe das Farbkonzept unseres Wohnzimmers jetzt anders / kreativer aus. Zwei Mini-Maler gleichzeitig fängt man nicht so fix ein.

Und dann lässt man es halt…

Ich erwische mich immer mal wieder, dass ich etwas scheue, aus Sorge, dass es eskaliert. Gegen Ende der Schwangerschaft bin ich mit den Zwillingen nicht mehr alleine zum wenige hundert Meter entfernten Spielplatz gegangen. Dabei war das normalerweise kein Problem. Den Weg laufen sie locker alleine oder fahren mit dem Laufrad.

Aber seit diesem Sommer kann immer ganz plötzlich die Stimmung kippen und dann will einer der beiden plötzlich nicht mehr nach Hause oder unbedingt woanders hin oder zwingend nochmal rutschen (und Mama kann nicht mehr) oder das Rutschauto haben, was zu Hause geblieben war, aber auf keinen Fall will er nach Hause und es holen… „Nein! Mama soll das holen!!!“ Ähja… und meine Zweijährigen allein auf dem Spielplatz lassen. Gute Idee!

Streikt erst einmal ein Kind, dann macht bei den Zwillingen sicher auch noch ein zweites Kind mit. Und da ich die Notlösung „links ein Kind unter den Arm, rechts ein Kind unter den Arm, zack nach Hause“ nicht mehr hinbekommen habe im neunten Schwangerschaftsmonat und auch nicht unendlich weitertoben und hinterherklettern konnte, habe ich diese Ausflüge gestrichen.

Ich weiß gar nicht, was du hast…

Sagte der Zwillingspapa und ging jeden Nachmittag entspannt mit seinen zwei Kindern eine große Runde Laufrad fahren. „Die hören doch auf mich. Die fahren nicht auf die Straße. Die bleiben stehen, wenn ich sie rufe.“ Und da hat er vermutlich nicht einmal geflunkert. Mir waren sie aber schon einmal abgehauen. In zwei gegensätzliche Richtungen. (Und so Laufräder sind schnell!!!)

Der Zwillingspapa lies die beiden beim Einkaufen auch immer so durch den Laden spazieren mit eigenem Wägelchen. „Die bleiben doch hier. Was soll denn passieren?“ Mir graute immer vor auf die Straße bzw den Parkplatz stürmenden Minis und der Entscheidung, bei welchem Kind ich bleibe bzw welchem ich nachrenne.

ZACK! Zeitsprung!

Aber es blieb nicht so. Wenige Wochen später liefen sie auch mal dem Papa davon. An der Hauptstraße. Viel befahren. Prinzessin auf den Ruf „Stehen bleiben!“ mit Lachen im Gesicht Richtung Fahrbahn.

Sie stürmten dem an der Kasse wartenden Papa im Supermarkt davon, um in der Getränkeabteilung Fangen zu spielen und im Drogeriemarkt gleich ganz raus in die Fußgängerzone.

An den allermeisten Tagen macht es trotzdem unheimlich Spaß mit zwei begeisterten Kindern etwas zu unternehmen; zum Beispiel Plätzchen backen. An allen anderen Tagen wird es halt komplizierter, weil erst einer und dann beide andere Pläne haben als Mama und Papa.

Aber beim Plätzchen backen endet das höchstens mit tieffliegenden Teigkugeln. 😉 Das riskiere ich gerne.

Eure Kerstin


 

Emmas Zwillingsmädels sind ebenfalls zwei Jahre alt. Ihre Berichte über die Mini-Pubertät im Doppelpack findet ihr hier: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

0 comments

  1. Huhu,

    Und ich dachte schon, wir wären die einzigen mit plötzlichen Stimmungsschwankungen. 🙂 Der Text kommt mir ziemlich bekannt vor, nur das ich Fingerfarbe noch nicht ausprobiert habe und es jetzt auch erstmal lassen werde. 😉
    Liebe grüße aus Ostfriesland

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