Ostern. Ein Familienfest. Mit ohne nicht viele Bilderkes.

Das dritte Jahr Ostern als Eltern. Und wie war es?

Das erste Jahr mit den Zwillingen verbrachte ich Karfreitag in einem putzigen kleinen Krankenhaus an der deutschen Nordseeküste. Die Zwillinge waren neun Monate alt; wir wollten uns an der See von den Strapazen des ersten Jahres und den Erkältungskrankheiten des Winters erholen. Ich brach mir in der ersten Nacht im Ferienhaus die Schulter bei dem Versuch eine Treppe eher unorthodox herunterzukommen, die ich gar nicht herunter gewollt oder gemusst hätte. Aber das Kind schrie und es war dunkel und die Wege ungewohnt und ich verschlafen und naja… Der Urlaub war trotzdem schön. Ich hätte ihn gerne ohne die volle Dröhnung Schmerzmittel erlebt, aber er war schön.Sonderlich österlich war es aber nicht. Die Zwillinge tangierte das nicht.

Letztes Jahr – unser zweites Jahr als Zwillingseltern – waren wir wieder über Ostern an der See. Wieder gemeinsam mit Oma und Opa. Ich war schwanger. Die Zwillinge waren eineinhalb Jahre alt und durften zum allerersten Mal Ostereier suchen. Fanden sie toll. Es waren ihre ersten Süßigkeiten. „Osta“ hieß Schokolade von da an lange bei uns. „Mama, ein Osta?“ Mama teilte die Ostersüßigkeiten nämlich auf und rationierte sie. 😉

Dieses Jahr blieben wir zu Hause und die Zwillinge waren schon genau vorbereitet. Sie wussten exakt Bescheid. Der Hase und so. Eier. Ostern. Super Sache! Hattense alles schon gelesen. Connie-Bücher bilden.*

Karfreitag

 

Ich würde ja gerne zauberhafte Bilder eines besinnlichen Feiertags präsentieren, aber ich steckte im Keller zwischen Waschmaschine und Trockner fest. Vermutlich war es nicht ganz so schlimm, aber ich habe nichts fotografiert und meine eigenen Erinnerungen sind auch schon wieder ziemlich blass. Irgendwas mit backen, kochen, putzen, waschen, spielen, vorlesen, erledigen, machen, spielen, kuscheln, backen, vorbereiten, zusammensuchen oder so. Eventuell in einer anderen Reihenfolge. Aber so inner Art.

Krümelchen will Krabbeln


Samstag

 

Samstag ist herrlichstes Frühlingswetter und wir stürmen ganz motiviert los, um weiter zu erledigen. Gartencenter, Drogeriemarkt, Supermarkt, wir lassen nichts aus und mache eine lustige Familienrundfahrt durch das österliche Einzelhandelschaos. Der Traummann will Steine kaufen für die Terrassenbegrenzung, ich will Blumen fürs Gemüt und die leeren Blumenpötte, die Zwillinge wollen Fische gucken und rutschen; der Krümel braucht neues Milchpulver, ich eine neue Tagescreme, die Zwillinge Windeln; unser Kühlschrank ist gut gefüllt, aber es gibt ja immer die zwei vergessenen Teile und das noch frisch einzukaufende. Das füllt einen kompletten Vormittag locker aus.

Zu Hause müssen noch Eier gefärbt werden, der Hefezopf wandert vorbreitet in den Kühlschrank und die Kinder spielen. Dann dürfen wir endlich alle raus in den Garten! Großer Jubel!!! Ernsthaft, ich hatte so langsam richtig Winterblues und freue mich wie irre über jeden Sonnenstrahl. Wir wurschteln so vor uns hin, pflanzen den Frühling in Pötte, buddeln im Sand und sitzen auf der Picknick-Decke. Der Grill wird zum Finale angefeuert und am Ende bekommen wir sogar noch kurz ungeplanten Besuch. Ach schön war es!

Laufrad und Roller im Garten


Oster-Sonntag

 

Nachdem der Krümel die Nacht zuvor nach Definition durchgeschlafen hatte – zumindest bis 3 Uhr – hatten wir nun ein kleines Durchfallproblem. Das hat uns dann auch noch den Rest der Feiertage beschäftigt, muss hier aber nicht ausgebreitet werden. Letzteres sind schon die Wäscheberge zu Hause und das reicht. 😉

Die Zeit wurde ja auch noch umgestellt, was bei uns aber derzeit irgendwie eh nichts macht. Wir sind da quasi dauerhaft ausm Takt. Die Zwillinge suchen nach dem Frühstück im strömenden Regen draußen Eier. Macht Conni im Buch auch so. Also ohne Regen. Aber halt draußen. Unser Osterhase hantierte wegen dieses ausdrücklichen Wunsches mit Gefrierbeuteln.

Am Nachmittag klart es aber auf und so können alle nach dem Kaffeetrinken mit Oma und Opa raus an die frische Luft. Die restlichen Verwandten sind eh derzeit verhindert, müssen arbeiten oder renovieren wild das Eigenheim. Reicht auch so, man muss ja nicht immer gleich übertreiben mit der Familienfeierei.

Frühlingsblumen auf der Terrasse


Oster-Montag

"Meine Haare feiern nachts Party ohne mich" war immer so ein Spruch, den ich nicht nachvollziehen konnte. Ich hatte immer extrem glattes, schweres Haar. Was hat mich das genervt in meiner Jugend. Volumen?! Was ist das? Mit großer Mühe mal ein Hauch von Welle, für wenige Stunden. Und dann kam der Sleeklook in Mode und alle Welt kaufte Glätteisen. Ich stand morgens so auf. Yeah. #trendsetterin Und nun? 😂 Seit Krümels Schwangerschaft habe ich plötzlich Locken. Vor allem am Hinterkopf. Ich! Die mit dem extrem glatten Haar. Und meine Frisur überrascht mich jeden Tag aufs Neue mit einem neuen Look. 😂 Irgendwie sieht die immer anders aus. Ich bin fasziniert. Echt. #woherkommendieaufeinmal #partyhaare #wuschelkopp #ichfindslustig #abernochschwerungewohnt #germanblogger #selfie

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Montag sind wir immer noch voll im Wurschtelmodus. Ich wurschtel mich mit frischer Haarfarbe durch Wäscheberge, die Zwillinge wurschteln mit dem Traummann durch den rumpeligen Keller beim vergeblichen Versuch den aufzuräumen und der Krümel wurschtelt krabbelnderweise auf dem Boden zwischen den Wäschebergen rum. Das mit dem Krabbeln hat er nämlich nun drauf und er entwickelt erstaunliches Tempo, wenn er irgendwas nicht krümelgeeignetes auf dem Fußboden liegen sieht. Es wird aufregend.

Am Nachmittag mache ich spontan, was eine gute Mutter so an Feiertagen macht. Ich packe meinen Rechner ein und verlasse meine Familie. Bei meinem Freund bekomme ich Kaffee und einen Platz am Schreibtisch. Irgendwie tut es einfach gut, mal rauszukommen und woanders zu sein. Ich bleibe fast drei Stunden, wir quatschen und ich schaffe sogar das ein oder andere. Unter anderem wollen wir nächstes Wochenende tatsächlich dieses Blog hier anfangen umzurüsten. Also jetzt wirklich. Ernsthaft… bestimmt.

Auswärts arbeiten

Mittlerweile kuscheln sich drei der fünf Familienmitglieder schon in ihre Betten und auch die restlichen zwei werden es gleich ihnen nachmachen. Ich wünsche euch derweil eine stressfreie kurze Woche.

Eure Kerstin


*Was Ostern wirklich bedeutet, das wissen sie nicht. Die Weihnachtsgeschichte habe ich ja versucht ihnen ein wenig zu vermitteln, aber Ostern fand ich jetzt etwas sperrig für so kleine Kinder. Also musste Conni dran glauben.

 

 

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

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