Eltern werden nicht krank.

Es war irgendwann im Advent 2013, die Zwillinge waren kein halbes Jahr alt, da erwischte uns ein fieser kleiner Virus. Von jetzt auf gleich lag ich krümmend, wimmernd und fluchend danieder. Mein Lebtag hatte ich noch nicht so einen Magen-Darm-Infekt gehabt, wie damals. Da war ich mir sicher!

Mein Inneres drehte sich nach außen und mir fiel es schwer, aufrecht zu sitzen. Und ganz nebenbei war ich Mama von zwei Babys. Und stillte. Aus der Nummer kommt man nicht so fix raus. Da hilft kein Krankenschein. Notfalls wird Tadem gestillt mit Eimer vor der Nase.

Wir naiven, frischen Neueltern lernten auf die harte Tour, was es bedeuten kann, dass Elternschaft keine Pausen vorsieht. Denn kaum konnte ich mich mühsam wieder aufrecht halten, legte der Zwillingspapa los. Begleitend waren dann noch die nacheinander verdammt undichten Zwillingsbabys als zusätzliche Herausforderung zu versorgen.

Früher war alles besser

Bevor ich Kinder hatte, da habe ich mich halt hingelegt, wenn es mir nicht gut ging. (Naja, zumindest, wenn es mir wirklich so richtig nicht gut ging.) Wer krank ist, schaltet ein oder zwei Gänge zurück. Schläft sich vielleicht gesund (Lieblingsheilmittel des Traummanns gegen quasi jedes Leiden) und lässt sich ein wenig pflegen.

Diese Option hatte ich auch dieses Mal nicht. Dieses Mal war der Virus eigentlich harmlos. Der Krümel und ich fingen Ostern an. Einen knappen Tag und alles war wieder gut. Dann ging der Virus durch die ganze Familie, jedes Familienmitglied hatte einen Tag lang das Vergnügen. Wir wechselten nicht nur im Akkord Windeln (und die komplette Kleidung nach einer leider notwendigen Dusche), ich machte auch mit jedem einzelnen den kompletten Tag einfach mit. Nicht unbedingt freiwillig.

Mama fällt aus

Schnell waren alle wieder fit. Nur ich irgendwie nicht. Irgendwann streikt der Körper, wenn man so gar keine Nahrung mehr bei sich behält. Und das bedeutet Ausnahmezustand.

Normalerweise bin ich für die Basisversorgung in Sachen Kinder, Küche, Haushalt und Chaos zuständig. Ich halte das System am kacken. (was einfach hier so ein schönes niveauloses Wortspiel ist) Ich fiel aus. Total. Da war auch nichts mehr zu holen.

Klar, bleibt der Zwillingspapa zu Hause. Immer wieder noch einen Tag, weil ich einfach nicht auf die Beine komme. Der hat den Basiskram der Familienorganisation schließlich genauso gut drauf. (Und löst damit Begeisterung im Büro aus.) Da kommen die Omas und passen auf die Enkel auf, da bieten Nachbarn Hilfe an, denn einfach so hinlegen und gesund werden, kann man als Elternteil nicht. Es braucht Ersatz.

Snapchat Selfie Frühlingsblumenfilter

Erkenntnisse der letzten drei Wochen?!

  • Es klappt auch ohne mich.
  • Es kostet trotzdem ganz viele Nerven und wertvolle Urlaubstage.
  • Mein Sonnenschein ist ein unheimlich empathischer kleiner Mensch, der sich rührend kümmert. „Ist es dir nicht gut, Mama? Soll ich mal streicheln?“
  • Was lange wert, wird endlich gut. Ich bin durch mit dem Scheiß. Nach fast drei Wochen.
  • Gut, dass Snapchat fröhliche Filter für Selfies anbietet, da sieht selbst ein mageres Totenkopfäffchen frühlingsfrisch aus. 😉

Eure Kerstin

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

4 comments

  1. Oh man, du siehst ja wirklich so richtig mitgenommen aus. 😯
    Ich hoffe, es geht jetzt wieder bergauf.
    Liebe Grüße!
    Janine

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