Besinnung auf das Wesentliche

Kerstin —  28. Juli 2016 — 2 Kommentare

Ich war ungewohnt schweigsam in den letzten Tagen. Eigentlich habe ich am Wochenende jede Menge Fotos gemacht und ja, ich wollte euch auch direkt von der Taufe des Krümels berichten. Aber dann war mir nicht danach.

Vom Innen und Außen

Wir leben in unruhigen Zeiten und täglich ploppen auf dem Smartphone neue schreckliche Eilmeldungen auf. Mich bewegen diese Nachrichten, wie sie uns alle beunruhigen. Noch mehr beunruhigen mich aber oftmals die Reaktionen darauf, die möglicherweise aus Unsicherheit und Angst resultieren, aber doch erschreckend sind. Dieser Populismus und stellenweise vor allem im Netz echter Hass bereiten mir ziemlich Sorgen.

Gleichzeitig habe ich unfassbares Glück eine wundervolle Familie zu haben. Wir sind gesund und können ziemlich sorgenfrei leben. Dieses Leben ist einfach nur schön und das zeigt sich besonders an Tagen wie dem letzten Sonntag. Es geht uns gut. Es geht uns sogar sehr gut. Der Kontrast zwischen innen und außen könnte manches Mal nicht größer sein.

Und dann knallt in so eine Zeit auch noch eine Nachricht, die mich persönlich wahnsinnig getroffen hat. Zum Tod von Hannes fehlen mir die Worte, die haben andere schon gefunden und so bin ich ihnen dafür dankbar und belasse es dabei. Ich habe für mich in diesem Moment beschlossen, dass ich etwas ändern muss. Zumindest zeitweise.

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Urlaubsgrüße von der Murmelfamilie ❤ gehören zu den schönen Nachrichten

Von dosierter Aufmerksamkeit

Ich muss mich fokussieren. Ich will nicht die Augen verschließen, vor dem was draußen geschieht, aber es soll mich nicht mehr den ganzen Tag über jeder Zeit erreichen. Unser perfekt chaotisches Familienleben braucht Aufmerksamkeit genug. Der Krümel kämpft übel mit seinen Backenzähnen (das kann nicht wahr sein!!! welches 10 Monate alte Baby hat schon 12 Zähne??? will der sein Gebiss noch vor dem ersten Geburtstag voll haben?) und schläft extrem unruhig. Er leidet und schlägt sich die Nächte um die Ohren. Wir (die beiden Erwachsenen in diesem Haushalt) sind zum Umfallen müde.

Tagsüber könnte es so entspannt sein, denn die Zwillinge scheinen aktuell tatsächlich „aus dem Gröbsten raus“ zu sein. Die emotionalen Krisen der Zweijährigen, die man umgangssprachlich Trotzphase schimpft, sind abgekühlt. Sie werden immer selbstständiger und sind nach eigener Aussage schon groß. Schließlich gehen sie bald in den Kindergarten!

Auch der Krümel ist mit sich selbst im Reinen, wenn ihn nicht gerade seine Zähne oder die normale Anhänglichkeit auf Mamas Arm treibt. Er ist den ganzen Tag fröhlich auf nackten Füßen patschend auf Entdeckungsreise. Und genau diese unbeschwerte Neugier sorgt dafür, dass ich derzeit keine einzige Minute Ruhe habe. Er öffnet alle Schränke und Schubladen, klettert auf Hocker und Tischchen, erklimmt Treppen und stürzt sich jauchzend eigenhändig in das Planschbecken. Er ist unfassbar schnell unterwegs und am allerliebsten draußen. Ständig versucht er mir durch einen Türspalt zu entwischen, schimpft wenn ich ihm die Terrassentür vor der Nase zu mache. Es ist eine unendlich tolle Phase, wenn man ihn dabei beobachtet, wie er seine Umwelt entdeckt und auch ausdrucksstark mit ihr kommuniziert. Aber sie ist eben auch anstrengend. Kaum sehe ich weg, klaut sich der kleine Kerl einen Apfel aus meinem Korb oder zieht sich irgendwas total spannendes vom Tisch herunter. Spannend ist dabei nicht selten gefährlich oder zumindest wenig baby-tauglich.

Digitale Diät

Ich habe von meinem Telefon nun alle Nachrichten-Apps entfernt. Nachrichten aus der Welt da draußen konsumiere ich bewusst, wenn ich abends auf dem Sofa sitze oder zwischendurch unerwarteter Weise doch Zeit für einen Kaffee allein finde. Dadurch spare ich mir die ganzen wilden Spekulationen der Live-Berichterstattungen. Es hat nur Vorteile.

Nahezu alle anderen Apps habe ich untersagt, mich zu benachrichtigen. Ich sehe durchaus regelmäßig nach und ich lese E-Mails, Tweets und Nachrichten, aber halt dann, wenn ich dazu Zeit habe. Nicht zwischendurch mit Krümel auf dem Arm auf dem Spielplatz mit seinen großen Geschwistern.

Das ist vielleicht für andere normal, aber ich bin ein Nachrichten-Junkie und völlig digitaler Mensch. Dieses Blog ist am Ende ja auch nur logische Konsequenz meiner Netzaffinität. Schon lange vorher habe ich meine Passion für die digitale Kommunikation zum Beruf gemacht. Ich verdiene mein Geld mit diesen Dingen.

Ich will dem Ganzen auch nicht entsagen. Aber ein paar Tage Ruhe taten mir jetzt gut. Und ich werde auch in nächster Zeit bewusster online sein. Ich bin erreichbar und ich bin online. Nur nicht permanent.

Und Blogposts?! Blogposts habe ich mehr als ich schreiben könnte im Kopf! Allein es fehlt oft die Zeit und in den letzten Tagen halt auch die Muße. Also könnt ihr euch unbesorgt auf viele neue wilde Geschichten aus unserem chaotischen Haushalt freuen. 😉

Eure Kerstin

P.S.: Ich bitte die Gewinnerin der Babauba-Verlosung Noemi sich doch auf meine Mail hin zu melden. 😦 Sonst lose ich in zwei Tagen einen neuen Gewinner aus. Danke.

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Kerstin

Beiträge

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

2 Antworten zu Besinnung auf das Wesentliche

  1. 

    Richtig so!

    Mich persönlich nervt diese Panikmache – ob nun im Kleinen (Wie du fährts im 8. Monat schwanger noch täglich 70km Arbeitsweg – was da alles passieren kann!) oder im Großen. Es bringt doch nix. Ich bin dankbar dafür, was ich habe und genieße es. ich sorge dafür, dass meine Kids einigermaßen behütet und glücklich aufwachsen. Ich versuche in meinem kleinen Rahmen Gutes zu tun und hoffe, dass es weitere Kreise zieht :o)

    Alles Liebe ♥
    Nadine

    Gefällt 1 Person

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