Unser Kleinkind findet keinen Schlaf

Jetzt schlaf doch endlich, mein kleines Krümelkind!

Schlaf mein Kindlein, schlaf. Bitte, bitte, liebes Kind, schlafe ein! Du bist müde. Es ist spät. Es ist dunkel. Du bist müde. Ich bin müde. SCHLAF!

Jetzt Schlaf doch endlich, mein kleiner Krümel!

VERDAMMTEHACKE!!! PENN ENDLICH!

Der Krümel & das Schlafen

Krümel und schlafen? Ach das war schon immer eine bescheidene Kombination. Und ich habe unfassbar viele Geschichten auf diesem Blog darüber verzapft, wie unendlich müde ich bin.

Ja, die Zwillinge waren schon die schlechtschlafensten Kinder aller Zeiten. Dachten wir. War auch phasenweise echt furchtbar. Aber irgendwann schliefen sie dann ja doch „durch“. Mit gut eineinhalb Jahren (20 Monate oder so?).

Heute gibt es zwar auch in zwei von drei Nächten irgendwann einen Ruf aus dem Zimmer der Großen wegen blöder Träume, verloren gegangener Bettdecken oder was auch immer, aber sie schlafen. Ich will nicht klagen.

Ihr kleiner Bruder dagegen? AUTSCH!

Mit einem halben Jahr nannten wir ihn Das-Baby-das-nie-schläft. Denn Krümel schlief nicht nur nachts sehr wenig und unruhig, er verzichtete auch tagsüber auf angemessene Nickerchen. Mal pennte er etwas länger in der Trage, meist blieb es aber bei zehn bis zwanzig Minuten Powernap. Wenn überhaupt. Ein, zwei Mal am Tag und ausgeschlafen war das Duracell-Häschen auf Speed.

Es dauerte sicher ein Jahr, bis man bei ihm ernsthaft von sowas wie Mittagsschlaf reden konnte. Das arme Kind hatte möglicherweise auch keine faire Chance, denn er musste immer irgendwie einfach mitlaufen (was er dann ja auch mit 9 Monaten wörtlich nahm), sich an den Rhythmus seiner Geschwister anpassen.

Die schliefen aber immerhin bis sie gut drei Jahre alt waren mittags noch drei Stunden!!! So lang schlief Krümel selbst nachts nicht an einem Stück, geschweige denn tagsüber.

Schlafen ist was für Anfänger, Krümel hatte immer wichtigeres vor.

Es ist eine Phase, mein Hase!

Krümel hat gerade Phase. Kinder haben ja immer Phase und wenn es nur die Phase zwischen den Phasen ist. Aber Krümel macht gerade offensichtlich wieder einmal einige große Schritte – Entwicklungsschritte.

In welche Richtung auch immer. Vermutlich drei vor, zwei zurück, einen auf der Stelle und sieben im Kreis. Seine Sprachentwicklung läuft im Eiltempo. Dazu kommt die wunderbar nervige Angewohnheit, plötzlich beim Essen alles doof zu finden, was vorher super war. Nebenbei hat ihn die Kleinkind-Pubertät fest im Griff, er macht alles alleine und selbst und auf jeden Fall sehr selbstbestimmt IRGENDWIEMUSSDASDOCHGEHENNOTFALLSSCHREIEICH!

Die Toilette ist auch super. Super spannend. Und er freute sich die Tage wie ein Schneekrümelkönig, dass er darauf Pipi machen kann. So ganz mit Absicht. YEAH!

Da kann man dann auch mal drei Stunden vor lauter Freude permanent auf dem Pott sitzen. Macht Mama alles mit, denn wer will denn ein so kompetenter Kleindkind ausbremsen. Soll mir ja recht sein, wenn er sich nur dann hin und wieder doch ne Windel anziehen ließe.

Mimimi – Mittagsschlaf – Mama müde!

Es blitzten in den letzten Wochen sogar Miniatur-Hoffnungsfunken bei den übermüdeten Eltern auf, als er einzelne Nächte (sogar drei am Stück!) durchschlief! Bis fünf Uhr. Aber immerhin! Er schlief. Wie so ein vorbildliches Kind.

Dafür passiert es immer mal wieder, dass er kein Bock auf Mittagsschlaf hat. Nicht einmal ein bisschen. Dazu ist er ja auch mit nun 26 Monaten eindeutig zu alt. Ja, neee, is klar, Baby.

Wäre ja ok für mich, wenn er dafür nachts schliefe. Er hält tagsüber bei unterhaltsamem Programm auch ganz gut ohne durch. Aber eigentlich mag ich diese Pausen am Tag. Uff. Krümels Tempo und Energie können nämlich anstrengend sein. (Hatte ich das schon einmal erwähnt?)

Jetzt hat er aber beschlossen, dass er abends auch nicht müde ist. Er will nies lafen! Auf gar keinen Fall! Bett ist doof. Arm wäre noch ok. Lieber: unna dehn, Sofa lafen. Oder noch besser: Arm lafen!

Wohl gemerkt im Stehen auf Mamas Arm schlafen. Diese 15 kg zarte Elfe in den Schlaf tragen. Ist ja auch nicht anstrengend.

Wir sind gerade ziemlich frustriert. Ziemlich sehr. Wir sind müde und gerade abends mangelt es an Geduld.

Ich überlege immer mal wieder, ob er vielleicht schlicht den Mittagsschlaf nicht mehr braucht. Immerhin hat er sonst mittags oder auch abends durchaus gesagt, dass er müde sei und ins Bett wolle.

Vielleicht ist es aber auch gerade einfach echt viel für ihn und die ganzen neuen Fähigkeiten halten ihm vom ruhigen Schlaf ab. Wäre es dann nicht falsch, wenn wir versuchen würden, den Tagesablauf zu verschieben?

Schreiben sortiert Gedanken

Und während ich so schreibe, werden mir einige Dinge klar:

  1. Krümel scheint tatsächlich mittags und abends nicht so müde, dass er ins Bett wollen würde. Zumindest nicht so müde wie sonst, denn er sonst hörte man von ihm oft „Müde. Bett.“ (Was ein krass kompetentes Kind.)
  2. Man muss den Mittagsschlaf ja nicht abschaffen, wir können einfach phasenweise vielleicht mit einem Buch über die Mittagszeit im Bett kuscheln. Runterkommen kann er nämlich – man glaubt es kaum – durchaus. Er liebt Bücher und Kuscheln.
  3. Wir brauchen trotzdem eine Lösung für abends.

Anfänger bei Einschlafdramen

Wir sind zwar Profis in durchwachten Nächten, aber wir haben wenig Erfahrung mit dem Thema „Einschlafen“. Die Zwillinge ließen sich in der überwiegenden Zeit immer problemlos ins Bett bringen. Es gab Rituale und feste Uhrzeiten und bis auf wenige Phasen schliefen sie zu zweit allein ein.

Seit der Krankheitswelle im Winter, als die Zwillingsschwester und ich viel in der Klinik waren, besteht Sonnenschein abends auf meine Anwesenheit im Raum, bis er einschläft, und das ist völlig ok für mich. „Mama, bleibst du bei mir, bis ich schlafe?“ Es war zwischendurch wieder weniger, aber seit dem Herbst wieder mehr. Er braucht es eben. Er kann es formulieren. Ich kann es ihm geben, auch wenn ich da nicht immer abends Lust drauf habe.

So mies und wenig Krümel immer schlief, eingeschlafen ist er abends idR gut. Früher stillte ich ihn in den Schlaf, dann gab es die Milchflasche und später die Wasserflasche. Meist brachte ihn in den letzten Monaten sein Papa zu Bett, da ich bei den Großen im Zimmer blieb.

Jetzt geht das aber gar nicht mehr. Er schreit nach Mama und Papa, will auf den Arm, nicht schlafen, nicht ins Bett. Daneben sitzen, auch mit Körperkontakt beruhigt ihn nicht. Ein wenig Licht im Zimmer (vorher war es immer dunkel) brachte auch noch keine Erleichterung.

Habt ihr Tipps? Oder aufmunternde Worte?
Eure Kerstin

Das Kleinkind, das nie schlafen will...

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

9 comments

  1. Tipps habe ich keine, meine eigene letzte Nacht bestand aus 3x einer Stunde Schlaf – und wie du ja auch selbst schreibst, sind schon deine eigenen Kinder so unterschiedlich, dass ich kaum daran glaube, dass irgendjemand Tipps hat, die für deinen Krümel (oder für mein Knöpfchen) passen würden.

    Was mir aber wieder mal auffällt, ist dass der Krümel, von allem was man so liest, ein ziemlich nah am High-Need-Kind zu sein scheint (auch wenn du das in der Vergangenheit mal verneint hast). Uns hat die Beschäftigung mit dem Thema einige Erkenntnisse gebracht, die uns und dem High-Need-Knöpfchen das Leben etwas erleichtert haben.

    Schlafen ist aber trotzdem nach wie vor ein schwieriges Thema.

    1. Uff, ich weiß nicht, ob er HIGH NEED ist. Ich tue mich mit solchen Kategorien immer sehr schwer. Ansich ist er ja ein ausgeglichenes Kind und ließe man ihn den ganzen Tag machen, was er mag, dann wäre er auch selten unzufrieden. Er hat nur eine unfassbare Energie und einen irren Tatendrang, was ihn ziemlich „betreuungsintensiv“ macht. 😉
      Vielleicht muss ich mich mal in solche Themen dann doch einlesen.

  2. Ich habe leider auch keine Tipps. Nur schlichte aufmunternde Worte: es wird besser. Nicht gut, aber besser.
    N ist bei uns ja auch so eine Kandidatin. Mittagschlaf war bei unseren Mädels auch schon mit 2 Jahren Geschichte (auch wenn es F noch hätte gebrauchen können). Aber jetzt mit 4,5 Jahren ist es abends zumindest verhältnismäßig ruhig im Mädelszimmer. Und ab 21 Uhr schläft N dann meist auch (um gegen 6 wieder aufzustehen…)

  3. Tips habe ich leider auch keine. Meine kleine schläft nur, wenn ich sie im Arm halte oder direkt neben ihr liege, allein klappt das ganz und gar nicht. Aber das ist ok Zeiten ändern sich und die kleinen brauchen uns irgendwann nicht mehr, also übe ich mich in Geduld und genieße die zeit so lange sie so ist. Dir alles gute ♡

  4. Hallo Kerstin! Meine Kinder sind auch keine Durchschläfer. Außer die 11 jährige. Die vierjährige schläft jede dritte Nacht bei uns und die Zwillinge sind fast zwei und schlafen zur Zeit weder mittags richtig noch durch. 3 Mal steh ich schon auf pro Nacht. Sie essen ah schlecht und wollen dann nachts wieder ne Milch. Wir haben die Milch schon öfter abgewöhnt nachts, aber immer wieder kommen Phasen. Ich weiß nicht was man da machen kann, ausser hoffen, dass es besser wird. Meine große hat immer durchgeschlafen. Rund um den 2. Geburtstag ist doch auch wieder Phase..vielleicht geht die ja rumm?? Irgendwann? Mit 3? Oder 4?

  5. Hallo Kerstin, erst mal ein paar aufmunternde Wort, mein Großer war beim Schlafen dem Krümmel sehr ähnlich und schläft Mitlerweile mit fast 4 sehr gut durch.
    Bei uns hat zum Schluss nur Konsequenz geholfen. Ich habe die Regel aufgestellt, dass ich ihn gerne zum Einschlafen begleite, indem ich mich neben ihn lege. Wenn er Quatscht macht, habe ich ihm immer erklärt, dass ich darauf keine Lust mehr habe, er gerne noch alleine spielen darf aber ohne mich und bin rausgegangen. Bei Weinen natürlich sofort wieder rein. Anfangs gerne mal 40x an einem Abend, aber es wurde schnell besser. Dann hat er nach dem ins Bett bringen noch fröhlich gespielt, bis er wirklich müde war (auch mal 22:00) und dann habe ich ihn in den Schlag gekuschelt bzw. seit er 3 ist macht er auch oft abends selbst das Licht aus und legt sich hin, wenn er müde ist. Und seitdem klappt auch das durchschlafen.
    Mittagsschlaf haben wir übrigens schon mit 18 Monaten abgeschafft, weil er partout nicht wollte 😉
    Halte durch, es kann doch nur besser werden 👍🏻

  6. Liebe Kerstin,
    Unsere vier Kids brauchten zum Glück nie eine Hand bzw. das Warten am Bett, bis sie eingeschlafen sind, harte Nächte kennen wir dennoch auch. Nun ist die jüngste schon 5,5 Jahre, aber ich kenne es fast nicht anders, als dass die Kids natürlich nach Vorlesen oder Reden noch wach sind, wenn wir den Raum verlassen. Meist hören sie dann noch eine CD und schlafen darüber ein. Gerade dieses Betonung, „du musst jetzt nicht schlafen, nur ein bisschen kuscheln und hören….“ nimmt vielleicht schon Druck auf beiden Seiten raus. Oder auch: „Mama erledigt in der Zeit noch was in der Küche (oder macht schon mal den Wein auf); du spielst ein bisschen in deinem Bett, bis Papa gleich da ist, der möchte noch zu dir, aber nicht einschlafen!“ Dieses Gefühl, schon so groß zu sein, hat zumindest unsere Kids immer ganz happy und entspannt gemacht. Und nach einem harten Tag war es mir tatsächlich auch egal, wenn es noch eine halbe Stunde lang Getrappel zu hören gab. Das ab ca. 20:00 Uhr meine Zeit anfing, habe ich wohl recht deutlich gemacht.
    Alles Gute Euch,
    Claudia

  7. Ich kenne es zu gut ich habe zwar nur 2 Kinder aber mein Sohne ( 2tes Kind) Schlief erst mit 2 1/2 Jahren durch und bei jeden Schub hat er noch immer eine Nacht dabei wo ich durch mache. Wir haben jedes Abend das gleiche Ritual und auch immer die gleichen Zeiten. Ich schau das meine Kinder fast jeden Tag raus kommen, was am Land einfach ist. Was auch noch gut geht wenn ich selber müde bin aber mal ein Kind nicht in den Schalf findet sind Gedankenreisen oder Entspannugns Cd. Die Cd von Dorothée Kreusch-Jacob finde ich sehr gut. Versuch die unter Tags auch kleine Auszeiten zu nehmen.

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