drei Kinder und das Feld

Wann wird es denn endlich einfacher? Edition #3über3

Wir schreiben Ende August 2018 und damit nähern wir uns in großen Schritten des Krümelchens dritten Geburtstag. Jetzt sinniere ich noch kurz darüber, dass ich heute vor drei Jahren schon in permanentem Fehlalarm sehr breitbeinig durch sehr heißen Spätsommerwochen kämpfte und dann geht es wieder zurück zum Thema.

Wenn Kinder drei Jahre alt werden, dann sind sie aus dem Gröbsten raus. Wir hatten ziemlich lange drei Kinder unter drei Jahren im Haushalt und steckten dementsprechend zehn volle Monate  mitten im Gröbsten. Mit dem Krümelchen wird nun das jüngste Kind drei und ich frage mich, ob wir als Familie aus dem Gröbsten raus sind?

Ja, was ist denn das Gröbste? Sind das die Windeln und die Babyflaschen? Sind es die durchwachten Nächte oder was bitte ist denn so grob in den ersten drei Jahren?

Schlafmangel

Eltern sehr kleiner Kinder tragen Augenringe als Erkennungszeichen und Schmuck. Vermutlich der einzige Schmuck, denn alles andere reißen einem die geschickten Fingerchen der kleinen Hände sonst aus den Ohren und vom Hals. 😉

Unsere Nächte mit den Zwillingen waren schlaflos, der Krümel schlief dafür umso bescheidener. Und ich darf stolz verkünden, dass auch mit nun beinahe drei Jahren die wenigsten Nächte vom Krümel ausschließlich zum Nachtschlaf genutzt werden. Und auf gar keinen Fall alleine.

Wir sind müde. Immer noch. Aber ja, wir waren schon einmal noch müder und im Vergleich, bekommen wir heute fast irre viel Schlaf. Allein ist der noch nicht ausreichend und bis wir den aufgebauten Schlafmangel wieder ausgeglichen haben, sind die Kinder vermutlich schon ausgezogen. Da gibt es noch grob gesagt ein bisschen Grobes.

Tagesablauf

Mit den Zwillingen war unser Tag im Ablauf zementiert. Ich habe höchstens halb scherzhaft gesagt, dass diese Routine mein Überleben als Zwillingsmutter garantiert. Krümelchen hatte nie einen so festen Tagesrythmus, denn das dritte Kind lief so mit bzw wurde mitgetragen, im Sling. Und schlief darin, wenn es denn mal schlief.

Unser Tagesablauf hat heute viel mehr Freiheiten. Niemand braucht hier mehr das Fläschen; und Brei gibt es schon lange nicht mehr. Mittagessen darf auch mal ausfallen und das Abendessen eine Stunde später stattfinden. Mittagsschlaf braucht das Krümelchen nicht mehr unbedingt und im Zweifelsfall reicht ein Powernap zwischendurch. Das macht vieles einfacher, denn man kann endlich wieder spontan sein.

Einen Besuch bei Freunden ausdehnen, kurz irgendwo zwischendurch und auf die Hand was futtern.

Wann wird es denn nun endlich leichter mit 3 Kindern?
Mich kann man PINNEN. 😉 Bitte! Danke!

Noch nicht ganz in trockenen Tüchern

Das Thema mit den Windeln wird vielleicht noch einmal ausführlicher behandelt werden müssen, aber auch da erahne ich ein Ende der regelmäßigen Großeinkäufe. Die Zwillinge wurden im Abstand von einem Jahr windelfrei. Darüber war ich auch recht froh, denn es ist einfacher, wenn nur ein Kind ständig sehr plötzlich PIPIIIII!!!! ruft und man genau drei Sekunden Zeit für eine angemessene Reaktion hat. Krümelchen macht derzeit eine Entwicklung durch, die vielleicht morgen mit trockenem Popo endet oder im nächsten Jahr. Ich vermute aber eher bald.

Und wenn man endlich durch diese Phase zwischen „Ich will keine Windel mehr“ und „Ich habs richtig drauf, auch rechtzeitig zum Klo zu kommen“ durch ist, dann ist es wirklich einfacher. UND man wird noch freier, weil man absolut nun keine Wickelsachen mehr überall dabei haben muss.

Kindergarten

Die Zwillinge starten in ihre letztes Kindergartenjahr. Krümelchen kommt nun auch in den Kindergarten und ich freue mich wie irre auf ein Jahr, in dem alle drei Kinder in die gleiche Einrichtung gehen. Unfassbar! So ein großer Schritt.

Die Eingwöhnungsphase wird nochmal anstrengend. Da mache ich mir nichts vor. Und ja, ich freue mich auf den ersten Winter mit drei Kindern in der Bazillenzuchtanstalt, aber Krümels Immunsystem hat bereits ganz gut von den Geschwistern gelernt. Das wird schon.

So groß! So selbstständig!

Ich bin sehr großer Fan vom selber machen lassen, trotzdem sind unsere Kinder mit Sicherheit da nicht ganz vorne weg. Aber es zeigt langsam echt spürbare Erleichterung für die Erwachsenen.

Wenn der Wille da ist, wird sich selbst angezogen, die ersten Schleifen werden in stundenlanger Kleinarbeit gebunden, Brote selbst geschmiert, Becher selbst aus dem Schrank genommen, im Kleinen sogar den Eltern geholfen. Krümel ist dabei gar nicht weit hinter seinen Geschwistern, denn er ist sehr ehrgeizig mitzuhalten. 😉

Auf dem Spielplatz sitze ich nun wirklich auf der Bank. Keiner muss ständig irgendwo hoch oder runtergehoben werden (außer der Krümel, wenn er mal wieder höher klettert, als er selber wieder runterkann), auf Schaukeln schaffen die Kinder es alleine, sie brauchen keinen Animateur mehr. Und sie wollen es auch nicht mehr.

Die Tage waren sie das aller erste Mal ALLEINE!!! auf dem Spielplatz. Mit großer Nachbarstochter. Ui das war aufregend. Vor allem für mich. Ich habe als übergroße Helikoptermutter auch nur einmal kurz von Weitem geschaut. Ehrlich!

Wenn das jüngste Kind drei wird, sind wir dann raus aus dem Gröbsten?
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Drei Nicht-Schwimmer

Manches ist aber noch immer nicht so einfach. Denn noch haben wir zum Beispiel drei Nicht-Schwimmer. Das bedeutet, dass ich mich nicht mit allen dreien allein ins Freibad traue. Ich freue mich sehr auf die Zeit, wenn das vorbei sein wird. Aktuell versuchen die Zwillinge gerade an dem Status etwas zu ändern. Drückt uns die Daumen! 😉


Übrigens spannend ein aktueller Beitrag einer weiteren „ehemaligen 3unter3-Mama“: Herzlichen Glückwunsch zum Seepferdchen Pia! bzw natürlich auch herzlichste Glückwünsche an Gereon.


Und wird es nun einfacher?

Es wird nie einfacher, nur anders. Blabla. Aber das ja, aber es endet tatsächlich eine Zeit in der alles sich nur und ausschließlich nach den Bedürfnissen der noch sehr hilflosen Kleinen richtete. Es gibt mehr Freiheit. Es gibt Ausflüge ohne Kofferladungen voller Flaschen, Gläschen und Windeln. Es gibt Selbstständigkeit. Für die Kinder. Für die Eltern. Das ist schön und wertvoll. <3

Eure Kerstin

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

4 comments

  1. Ach ja – unsere Große ist gerade 3 geworden und geht seit gestern auch in den Kindergarten. Ein Glück, dass unser Krümel Nr. 3 erst Ende Oktober kommt, und der Bub im November schon 2 wird – so sehe ich auch langsam den Silberstreif am Horizont. LG Karen

  2. Unsere Große macht nächstes Jahr, für die nächste Dame geht morgen die 2. Klasse los und unsere Zwillinge sind im letzen Kindergartenjahr.
    Ich habe oft nicht das Gefühl, dass es einfacher wird…….es wird nur anders 😏.
    Die Grundschule stellt uns zeitlich schon manchmal vor echte Herausforderungen……ein Kind muss Hausaufgaben machen während zwei andere sich langweiligen…..gaaaanz schlecht.
    Daher gehen die Zwillinge jetzt bis 14.30Uhr in den Kita. Auch wenn ich das als persönliches Versagen betrachtet habe……
    Mein Grundschulkind ist zum Glück schon sehr selbständig und geht alleine zur Schule und auch wieder nach Hause.
    Ich bin froh, wenn ab nächste Woche alles wieder in einigermaßen geregelten Bahnen läuft, so geregelt es eben laufen kann mit den vielen Mäusen…..

  3. Ohja, auf den Alltag freue ich mich auch sehr. Aber du hast ganz sicher recht, es warten immer neue Herausforderungen auf uns. Das Thema Schule beginnt erst nächstes Jahr für uns, aber das wird sicher verdammt aufregend.
    LG

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