Prioritäten

Ich sprach heute mit einer Freundin über dies und jenes. Es tat so gut. Wie selten habe ich Zeit dafür?

Wir sprachen auch darüber, warum ich kaum noch blogge (nicht schreiben, denn das tue ich). Und es hat viele Gründe, keiner davon spricht am Ende gegen das Bloggen, ich bin es nicht leid. Es ist am Ende eine Frage der Prioritäten.

Ich mache so viel jeden Tag. Ich schaffe so vieles nicht. Ich habe Familie. Drei Kinder. Einen Mann. Die Zeit mit ihnen ist mir wichtig. Ich arbeite 30 Stunden theoretisch die Woche. Meist mehr. Ich habe Freunde, die ich sehr mag und gerne sehe. Ich suche nach einem Zeitfenster für Sport. Ich nähe gerne, denn das ist für mich unendlich entspannend. Ich würde gerne mehr lesen, ich schaue manchmal gerne Serien. Ich muss mal wieder zum Friseur und ganz viele Kleinigkeiten für die Einschulung der Zwillinge organisieren. Da freue ich mich schon drauf. Wir kochen nahezu jeden Tag frisch. Und und und… es ist dafür erstaunlich entspannt bei uns.

Nur in der Relation natürlich gesehen. In Teilen ist der Stresspegel innerfamiliär permanent am Anschlag. Doch ich mache einfach nicht alles, was ich tun will und möchte. Ich setze Prioritäten, um eben jenen Stresspegel nicht zusätzlich zu pushen. Und realistisch gesehen, schaffe ich am Tag nur die Dinge mit der höchsten oder zweithöchsten Priorität. Dann ist der Tag vorbei und die Ruhe hat Priorität.

Ja, ich schreibe gerne und auch das Blog tut mir gut. Tagsüber arbeite ich, dann freue ich mich auf die Kinder, habe viel kleines und großes zu erledigen, ein bisschen Haushalt. Und abends, wenn es hier ruhig im Haus wird, dann ist das Blog oft in meinem Kopf, es rangiert nur nicht an erster Stelle. Meist gewinnt das Gespräch mit dem Mann oder das schweigende, zweisame Seriengucken. Ich finde das gut so. Genauso wie ich es gut fände, würde ich mehr schreiben. Oder meine Freunde häufiger zu sehen. Für so schöne Gespräche.

Mal sehen.

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

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