fertige Pads

Kleine Schritte zur Nachhaltigkeit: Kosmetikpads aus Stoffresten

Kurz nach der Blogfamilia schrieb ich einen langen Beitrag über Nachhaltigkeit, wo wir als Familie bei dem Thema aktuell stehen und wo ich darüberhinaus ansetzen möchte. Dem Beitrag erging es wie vielen hier in den letzten Monaten und er schlummert noch irgendwo im Backend. Sei es drum: Heute verrate ich euch eine kleine unperfekte Anleitung um waschbare Kosmetikpads fix selbst zu nähen:

Material: Woraus könnt ihr die Kosmetikpads nähen?

Ihr benötigt als Material ein paar Stoffreste. Die habe ich quasi immer. 😉 Da jedes Pad nur ein klitzekleines Stückchen Stoff braucht, können das wirklich kleinste Fetzen sein. Welche Stoffqualität bzw -art ihr wählt ist ein wenig Geschmackssache. Ich kombiniere immer einen dickere/rauere und eine dünnere/glatte Seite. Grundsätzlich gilt:

  • Frottee und Co sind rauer und ergeben Kosmetikpads mit einem leichten Peelingeffekt, sind aber nicht unbedingt mit jeder Nähmaschine so ganz einfach zu nähen, da sie sehr dick sind.
  • Jersey und Sweat sind sehr einfach zu verarbeiten, saugen aber nicht so gut wie Frottee und sind sehr zart, weich auf der Haut.
Kosmetikpads aus Stoffresten und Handtüchern nähen
Ein altes Handtuch kann wunderbares Material für selbstgenähte Kosmetikpads sein

Kosmetikpads könnt ihr auch super aus alten T-Shirts, ausgedienten (oder einfach hässlichen) Handtüchern oder anderen Fundstücken nähen. Das hat auch den unfassbaren Vorteil, dass nicht nun alle Schadstoffe bereits aus den Stoffen ausgewaschen sind, sie sind nun auch maximal saugfähig und laufen garantiert nicht mehr ein bzw verziehen sich. Die letzten Pads habe ich aus kleinsten Jersey-Resten und einen weißen Handtuch, das wohl irgendwann mal ein Werbegeschenk war, genäht. Außerdem benötigt ihr:

  • eine Schablone – rund oder oval (ich nehme einen Schraubdeckel)
  • Schneiderkreide oder Trickmarker
  • Stoffschere
  • Stecknadeln
  • Nähmaschine oder Overlock
  • Nähgarn (ob es farblich passt oder nicht , ist dabei ziemlich egal)
  • evtl. Stopfnadel

Anleitung: Waschbare Kosmetikpads einfach selbst nähen

Auf der rechten Seite des dünneren Stoffes mit Hilfe der Schablone die Pads im Abstand von ungefähr drei Zentimetern aufzeichnen.

aufgezeichnete Kreis um Kosmetikpads selber zu nähen aus Stoffresten
auf der rechten Stoffseite Kreise aufzeichnen mit einer Schablone

Beide Stoffe links auf links aufeinanderlegen und mit Stecknadeln fixieren. Dabei sollte tatsächlich jedes Kosmetikpad ein bis zwei Nadeln abbekommen.

vorbereitete Stoffe für selbsgenähte Kosmetikpaads
Die Stofflagen dürfen beim Nähen nicht verrutschen, deswegen unbedingt gut mit Stecknadeln fixieren

Variante 1: Die Kosmetikpads mit der Nähmaschine nähen

Wenn ihr mit der Nähmaschine nähen wollt, dann solltet ihr nun jeden Kreis mit einem engen Zickzackstich umnähen (eventuell sogar doppelt). Anschließend entfernt ihr die Stecknadeln und schneidet die Kosmatikpads vorsichtig außen entlang der jeweiligen Naht aus.

Variante 2: Die Kosmetikpads mit der Overlock nähen

Bevor ihr die Pads mit der Overlock näht, schneidet sie sehr grob aus bzw schlicht auseinander. Anschließend näht ihr mit der Overlock an der aufgemalten Kante entlang und schneidet sie quasi mit dem Overlockmesser aus.

Anleitung um Kosmetipads zu nähen
Das Messer der Overlock schneidet uns die Kosmetikpads aus und versäubert gleichzeitig den Rand.

Zuletzt zieht das kleine Nahtwürmchen mit einer Stoffnadel in das Pad hinein.

Auf Instagram könnt ihr euch die Anleitung auch in den Stories ansehen.

fertige Pads

Ein paar Hinweise zum Schluss: Verwenden und Waschen

Die Kosmetikpads ersetzen bei uns die handelsüblichen Wattepads vollständig und werden von mir genauso verwendet. Wobei ich mein Gesicht seit Jahren mit Microfaserwaschlappen reinige/wasche und sie entsprechend nur für gelegentliche Verwendung von Gesichtswasser und zum Entfernen von Nagellack brauche.

Die Pads liegen in einem kleinen Körbchen im Bad. Benutzte Kosmetikpads sammel ich in einem kleinen Wäschesäckchen, das dann einmal in der Woche in der 60°-Wäsche landet.

Ohne Wäschesäckchen wäre es nicht nur unpraktischer: Die Kosmetikpads sind so klein, dass sie in der Dichtung verschwinden und manche Materialien wie zB Frottee flusen anfangs am Rand durchaus stark.

Die Wäsche schafft Make-Up-Reste eigentlich immer, bei Nagellack möchte ich euch aber keine Illusionen machen. Solche Pads bleiben eigentlich immer verfärbt. Ich sehe darin aber keinen Widerspruch, selbstgenähte oder generell waschbare Pads zum Nagellack entfernen zu verwenden. Mir ist es total egal, ob das Komsetikpad vor dem Ablackieren bereits Spuren von Lack trägt oder blütenweiß ist. Auch wenn es noch pink ist nach dem Waschen, entfernt es blauen Nagellack problemlos. Sieht vielleicht doof aus danach: Aber es ist doch keine Deko?!

Absolut kein Grund deswegen Einweg-Pads zu verwenden. Ich habe einfach zwei Sorten im Schrank: Pads für das Gesicht und Pads für Nagellack. Fertig.

Eure Kerstin

P.S.: Wenn ihr Pads nach dieser Anleitung näht, verlinkt mich doch gerne auf Instagram oder macht mich sonstwie aufmerksam darauf. Danke <3

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

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