Blumengrüße

Na fröhliche Feiertage dann auch…

“Es ist so gemein! Und unfair! Und ich will richtige Weihachten haben,” ich möchte mit dem Kind mitweinen, verspreche aber, dass wir Weihnachten nachholen. “Wir feiern zweimal. Wir haben ja uns, um morgen zu feiern und dann einfach nochmal mit allen zusammen. Wir holen das nach, weißt du noch wie damals?”

“Ich will nicht nachholen! Ich will richtiges Weihnachten. An Weihnachten. Mit Oma und Opa und allen! Ich kann mich an kein richtiges Weihnachten erinnern. Das ist so unfair. Ich erinnere mich nur noch an ausgefallene, nachgeholte Weihnachten, an Geburtstage, die wir nicht richtig feiern können und alles sollen wir nachholen!” Das Kind ist unfassbar wütend. Und traurig. Ich auch.

Ich liebe Weihnachten. Und ich liebe Familienfeiern. Ich mag es, wenn wir ein volles Haus haben. Ich mag Freunde und Verwandte um mich herum, laute chaotische Familienfeiern.

Ganz so wäre es jetzt sowieso nicht geworden. Aber jetzt hat heute früh eine sehr enge Kontaktperson einen positiven Test und… fröhliche Feiertage dann auch.

Ich rufe Personen an, die wir die nächsten Tage gesehen hätten, um Bescheid zu sagen. Ich fluche über den unpassenden Moment und dass ich davon erfahren habe, dass ich nicht so tun kann, als wisse ich es nicht, ich verfluche alles am Tag vor Weihnachten. Und höre mir so empathische Kommentare an, dass es vielleicht ganz gut wäre, man sähe sich nicht, um dem Gegenüber nicht einen Weihnachtsurlaub in Quarantäne zuzumuten. Ja, neee sicher nich. War zwar nicht mein erstes Anliegen, aber ich rufe ja an, um abzusagen.

Ich fluche und bringe den Kindern neue Schimpfwörter bei, heule halt mit. Weil es unfair ist. Weil das Kind recht hat, dass es doch alles gemacht hat, damit die Scheißdreckskackpandemie vorbei ist, aber schon wieder kein richtiges Weihnachten kommen wird.

Wir werden trotzdem alles für ein schönes Weihnachtsfest geben. Und hoffe, dass es uns am Ende nicht erwischt und nicht die ganzen Weihnachtsferien in Isolation enden.

Und es wird schön werden, auf seine Art irgendwie. Ein Geschwisterkind hat schon FaceTime als Lösung vorgeschlagen, Konferenz mit allen unterm Baum. Ganz einfach!

Ich versuche, nicht allzu gequält zu lächeln. Es ist halt echt unfair.

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

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