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Werbung

Ich fange dieser Beitrag gleich mit einer Erklärung an: Über dem Text steht „Werbung„, denn es handelt sich um eine bezahlte Kooperation. Den Urlaub haben wir allerdings unabhängig davon gebucht (und bevor wir überhaupt wussten, dass ich darüber schreiben werde). Die Schwiegereltern fahren eh schon Jahrzehnte ganz unkooperativ auf diesen Platz ohne darüber zu bloggen. Und viel wichtiger:

Auch wenn unsere Anreise bekanntlich eher ein Höllenritt war, hatten wir einen ganz tollen und vor allem entspannten Urlaub mit der Familie. Das lag nicht zuletzt an dem schönen Platz und seiner familiären Atmosphäre. Ich kann euch also ruhigen Gewissens und von Herzen einen Urlaub auf diesem Campingplatz empfehlen:

Urlaub unter Palmen. Mit Sonne. Strand. Und Meer! Ein traumhafter Familienurlaub!

Camping Las Palmeras an der Costa Brava

Der Platz

Ich bin – ich wiederhole mich – kein erfahrener Camper; ich mag Camping nicht einmal sonderlich und habe wenig Erfahrung wie so ein durchschnittlicher Campingplatz aussieht, aber hier habe ich mich direkt wohl gefühlt und nicht wie auf einem überdimensionalen Parkplatz zwischen Kolonnen von Wohnwägen mit ihren Vorzelten.

Las Palmeras ist überschaubar, ruhig und familiär. Der Platz ist nicht sonderlich groß und als nach Ostern viele Gäste abreisten, hätte man von einem Ende zum anderen sehen können, wenn die Wege denn schnurgerade liefen. Laufen sie aber nicht. Und das mag ich persönlich.

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Du hast es einfach! Du kannst ja von zu Hause arbeiten!

Und alle so YEAH!

Mutti macht auf Home Office. Das ist total praktisch, wenn man Kinder hat. Quasi traumhaft. Man spart sich die Arbeitswege, es bleibt mehr Zeit für die Familie. Man ist im Notfall zu Hause, wenn das Kind einen braucht. Man ist immer erreichbar und nie weit weg. Man kann in Joggingbuchse arbeiten und hat die Kaffeemaschine gleich nebenan.

Möglicherweise ist das aber nicht immer ganz so einseitig wundervoll. Ich habe da so meine Erfahrungen machen dürfen…

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„Wir fahren Ostern nach Spanien! Mit der ganzen Familie! Auf den Camping-Platz!“ verkündete der Traummann vor einigen Monaten ziemlich unvermittelt.

Meine erste spontane Reaktion lag irgendwo zwischen Notarzt rufen – seinen Geisteszustand überprüfen lassen – und höflichen „Du hast wohl den Schuss nicht gehört? Mit mir? Niemals!“

Camping? In Reihe kacken und zum Duschen anstellen? In Jogginghosen auf dem Gaskocher Ravioli erwärmen?

Ich mag Frühstücksbuffets mit frischem Obstsalat und Rühreiern. Ich gehe gerne essen, mache mich dafür liebend gerne schick. Ich genieße es, wenn ich meine Betten nicht selber machen muss und jemand mein dreckiges Geschirr abräumt. Camping?

Camping für Anfänger – Ein Drama in drei Akten

Prolog

Ich habe vor Jahren in eine Camping-Dynastie eingeheiratet. Ich!

Jeder Zweig meiner verzweigten Schwiegerfamilie besaß oder besitzt einen Wohnwagen oder Wohnmobil, der/das fuhr oder auch permanent stand. Es gab sogar Zelte, die außerhalb des eigenen Gartens verwendet wurden. Schockierend! Weiterlesen…

Es war ein ganz durchschnittlicher Tag in den letzten Wochen. Wir fahren Auto. Die ganze Familie. Ein Schrei! von der Rückbank: „Daaaaa! Papa! Daaaaa! Da ist die Hanne LOREKraft!“

Der Traummann reißt die Augen auf, das Bein zuckt kurz über der Bremse, er hebt irritiert die Augenbraue. „Wie bitte?“ fragt er seine wild mit den Armen wedelnde Tochter.

„Da ist die Hanne Lorekraft! Da!“

Jetzt gilt der Blick und die hochgezogene Augenbraue des Fahrers seiner Beifahrerin. Mir. Woanders kann sie das herhaben. Tja, also das war so:

Ein weiterer durchnschnittlicher Tag auf der Rückfahrt vom Kindergarten. Die Zwillinge erzählen überschreien sich gegenseitig mit den Erlebnissen aus dem Kindergarten. Doch das hält nicht lange an. Die beiden sind schließlich neugierige, aufmerksame Dreijährige und seit einiger Zeit ist unsere Fahrtstrecke vollgepflastert mit lustigen Bildern.

„Mama, wer ist das?“ Diese Frage kenne ich. Zu gut. Ich muss die Namen aller Personen auf Fotos, in Kinderbüchern, auf Zeitungen und auch in Katalogen und Prospekten herausrücken. Immer. Einzig bin ich kurz irritiert, um wen es gerade geht. „Wen meinst du, Sonnenschein?“

„Den da!“ Er meint das Wahlplakat. „Das ist Armin Laschet.“

„Und wer ist das?“ will nun seine Zwillingsschwester wissen. „Das ist Hannelore Kraft.“ 

„Und warum hängt die Hannelore da?“ Ähm… ja… gute Frage: „Es ist Wahlkampf. Das ist ein Wahlplakat.“

„Was ist Wahlkampf?“ Warum? Warum treffen mich solche Diskurse immer so unvorbereitet? Uff.

„Also das ist so,“ beginne ich mich unbeholfen um Kopf und Kragen zu reden: „die Erwachsenen haben Bestimmer und Chefs. Die Hannelore Kraft ist gerade Chef hier gemeinsam mit anderen.“ Ich werde in meinem sehr kruden Versuch den Begriff einer Regierung zu erklären zum Glück unterbrochen. Solange kann ein Dreijähriger eben nicht ohne neue W-Frage zuhören: „Was bestimmt die Hannelore denn?“ 

Ich habe die volle Aufmerksamkeit meiner beiden Erstgeborenen und komme ins Schwitzen. Darauf bereitet einen ja auch keiner vor! Wie erklärt man das?

„Also die Regierung und das Parlament – so heißen die Bestimmer – legen die Regeln fest. Sie machen Gesetze und schaffen den Rahmen für unser Zusammenleben.“ Ok, das war vielleicht zu wild? Aber im Rückspiegel sehe ich die Prinzessin bedächtig nicken. Sie denkt auf meinen Worten rum.

„Mama, warum hängt die Hallore denn jetzt da?“ findet Sonnenschein die nächste W-Frage. „Es sind Wahlen. Die Erwachsenen dürfen bestimmen, wer demnächst Chef sein darf. Die Hannelore und der Armin wollen wie viele andere, dass wir sie aussuchen.“ Das leuchtet ein. Die Zwillinge wollen auch gerne Bestimmer sein. 

„Wer ist denn das?“, kurz bin ich erleichtert, dass wir von den grundsätzlichen Fragen über die parlamentarische Demokratie hinweg sind (abgefragte Namen widergeben ist klar die einfachere Aufgabe für eine unvorbereitete Mutter), als ich den letzten Blick auf das Plakat erhasche, um das es geht: „Ähm das ist… äh? Bianca?“… „Bianca? Wie heißt die Bianca genau?“… „Das weiß ich nicht. Das steht da nicht.“ Wer bitte denkt sich orangene Plakate mit orangener Schrift aus und lässt Bianca auch noch eine orange Bluse tragen? Das einzige, was ich im Vorbeifahren lesen kann ist das höhnische „Besser Bianca!“ und der spontane Gedanke meinerseits: „Besser eine neue Agentur beauftragen?“

Bianca bleibt namenlos, ich sehne da Ende der Fahrt herbei und erkläre nebenbei, warum der Pirat auf dem Plakat so böse guckt, wer ihn geärgert hat und warum ich denn von dem auch schon wieder den Namen nicht weiß.

Zeit, die Bestimmer mitzubestimmen

Wir sind mitten in einem dieser sogenannten Superwahljahre. An diesem Wochenende sind hier in NRW Landtagswahlen. In Zeiten, in denen sich nicht nur Europa scheinbar politisch neu orgientiert, je nach Sichtweise revolutioniert oder verliert. Die Kräftegefüge in der Parteienlandschaft werden durchgerüttelt und selten waren Wahlprognosen so wenig wert wie aktuell.

Ich gehe morgen wählen. Wir alle werden zusammen wählen gehen. Die komplette Familie. Denn nicht nur die Zwillinge wissen, dass man es ausnutzen muss, wenn man den Bestimmer bestimmen kann. 

Die Zwillinge sind noch zu klein, um mit ihnen wirklich über Politik zu reden. Wir bleiben auf dem Niveau der Plakat-WerIstDas?-Fragen. Das große Weltgeschehen darf und soll noch ohne sie stattfinden. Aber wir bestimmen/wählen für sie mit. Als Eltern geben wir auch ihren Bedürfnissen eine Stimme, denn es geht um ihre ganz konkrete Gegenwart (Familienpolitik!) und die Gestaltung ihrer Zukunft.

Ich habe fest vor, ihnen alle Fragen, die sie im Laufe ihres Lebens haben werden, nach meinem Vermögen und für ihr Alter angemessen zu erklären. Auch wenn sie mich damit JETZT schon so übel ins schwitzen bringen. Ich erinnere mich an unzählige Abende, an denen ich mit meinem Vater die Tagespolitik diskutiert habe. Da war ich schon deutlich älter als meine eigenen Kinder heute, aber es bleibt mir im Kopf als Vorbild.

Ich wünsche mir Kinder, die auch als Jugendliche und Erwachsene weiter neugierig bleiben und nachfragen. Ich möchte meine Kinder zu politischen Menschen mit eigener Meinung erziehen. Menschen, die eine Stimme haben, sie nutzen und auch bei Wahlen abgeben. Ich werde mich bemühen, ein Vorbild zu sein.

Ich gehe wählen.

Eure Kerstin

Alle Jubeljahre überkommt es mich wie im Fieberwahn und ich schreibe Meta-Texte, blogge über das Bloggen, twischter über Twitter, poste über Social Media Themen oder verrenne mich sonstwie in der Metakommunikation. Immer wieder nehme ich mir danach vor, das zukünftig nicht mehr (hier) zu machen.

Denn eigentlich halte ich doch recht viel von genauer Zielgruppenansprache und unterstelle jetzt mal, dass die meisten von euch hier nicht zwingend hinklicken, um Texte über Kommunikation in all ihren Facetten zu lesen.

Aber da ich gerade keinen anderen Blog zum Posten habe, grundsätzlich auf dem Chaos-Blog eh total inkonsequent mit meinen eigenen Vorgaben umgehe und es mir einfach gerade in den Fingerspitzen zuckt, müsst ihr dadurch oder ganz, ganz schnell diesen Link* klicken.

Online wütet der Mob im Hexenkessel

Erstaunlicherweise kommunizieren die meisten Menschen online oft sehr viel offener und direkter. Das zeigt sich täglich ganz gruselig exemplarisch bei den vielen kleinen und großen Scheißestürmchen auf den sozialen Plattformen. Da wird beleidigt und diffamiert, mit Worten umsich geworfen wie wild. Weiterlesen…

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Das Geständnis vorweg: Ich bin selbst extrem medienaffin. Ich nutze die analogen und digitalen Medien sehr intensiv und auch sehr oft. Manchmal vielleicht sogar zu oft.

Unsere Kinder wachsen in einem Zeitalter auf, das ihnen eine hohe Medienkompetenz abverlangt. Medien sind allgegenwärtig und Teil unseres Alltags. Auch hier in unserer Familie. Ich bin damit aufgewachsen, dass meine Eltern morgens die Tageszeitung durchgeblättert und am Wochenende sogar ausführlich gelesen haben. Abends lief die Tagesschau.

Wir haben keine Tageszeitung mehr abonniert und ich komme morgens früh auch nur zu einem ganz kurzen Blick auf das Handy, ob eine ganz wichtige private Nachricht eingegangen ist. Alles andere lassen unsere morgendlichen Szenarien nicht zu. 😉 Weiterlesen…

Manchmal muss ich stehen bleiben und mir selber bewusst machen:

Hey! Dir geht es gut! Uns allen geht es gut!

Es ist stressig, ja. Du bist übermüdet, aber total! Ja, an der Tapete kleben Erdbeerreste (wie kommen die dahin?) und von der Unterseite des Tisches wirst du diese Spachtelmasse aus angetrocknetem Frühstücksbrei (noch so ein Mysterium des Haushalts mit Kindern) vermutlich nie wieder abgekommen.

Die Wäscheberge wachsen dir über den Kopf und der Morgen beginnt unausgeschlafen mit faszinierend ausgeschlafenen und mitteilungsbedürftigen Kindern, die keine sauberen Socken/Unterhosen/Hosen/Pullis (Liste bitte unendlich erweitern) mehr finden zum Anziehen. Alle schreien durcheinander und das Kleinstkind wirft deine neue Sonnenbrille durch das Treppengitter in die Abgründe (wie kam es daran? wo ist es hochgeklettert?). Die Rotznase des Kleinen läuft grünlich schillernd, kein Taschentuch zu finden. Weiterlesen…