Kategorie: Blogosphäre

Werbung auf Instagram

Instagram: Werbung, Werbung, Werbung!

Ich habe mir vor vielen Monaten einmal vorgenommen, auf diesem Blog keine Beiträge über das Bloggen oder über Social Media oder Netzpolitik oder was weiß ich zu schreiben, da es die Kernzielgruppe meines Blogs nicht interessiert/betrifft.

Ich wollte mir beizeiten an kleines, feines Zweitblog aufsetzen, auf dem ich sowas schreibe. Denn ja, da schreibe ich gerne drüber und diskutiere für mein Leben gerne Entwicklungen im Netz durch. Für diejenigen unter euch, denen das bisher nicht aufgefallen sein sollte (online) Kommunikation ist meine Passion und mein Beruf.

Leider existiert noch kein Zweitblog und ich muss trotzdem schreiben. Sorry.

Dieser Beitrag enthält Werbung für zum Beispiel VW oder #kommakaffee oder adidias oder anderes


Nur noch Werbung auf Instagram!

Wenn man als Blogger, Instagramer, YouTuber, Influencer von Firmen Geld bekommt, um für sie zu werben, dann muss man diese werbenden Beiträge kennzeichnen. Wissen wir alle schon lange, machen wir alle schon lange, es dient der Transparenz und niemand will Schleichwerbung machen. Alles fein.

In den letzten Wochen wurde es aber immer ungemütlicher und unklarer. Eine Bloggerin wurde wegen mangelnder Kennzeichnung auf Instagram abgemahnt. Es ging bei Vreni Frost um nicht als Werbung gekennzeichnete Markierungen von Firmen bei selbstgekaufter Kleidung. Sie ging gerichtlich gegen die Abmahnung vor und verlor.

Ab sofort markiert sie jeden ihrer Insta-Posts als WERBUNG. Aus Prinzip. Kann man als bockige Reaktion lesen, ist aber mehr als das.

Denn nach diesem Urteil ist jede Verlinkung oder Erwähnung einer Marke Werbung. Kann oder will man darauf nicht verzichten, muss man das Wörtchen „WERBUNG“ oder alternativ „Anzeige“ dazuschreiben. (Und zwar nicht irgendwo, sondern vorne weg bzw so dass man es sofort sieht.)

Eine andere betroffene Instagramerin – Vanessa Blumenthal – markiert aus ähnlichen Gründen nun prinzipiell nicht mehr. (In den Story-Highlights ansehen)

Was ist denn dann keine Werbung?

Ich frage mich dann allerdings auch, warum dann in Zeitungsartikeln eine Firma erwähnt werden darf oder ein Markenname – ohne es als Werbung zu kennzeichnen. Richtig: Weil es redaktionelle Berichterstattung ist. Wenn in der Rundfunknachrichten VW erwähnt wird (Diesel-Skandal-Oh-Yeah), dann ist das eine Markennennung, dann ist das Werbung?

Nein, es ist der redaktionelle Rahmen, der natürlich auch dazu da ist, Reichweite zu genieren, Hörer zu binden und Werbung zu verkaufen.

Was bedeutet Werbung dann noch?

Auf Instagram schreiben immer mehr Nutzer vor ihre Beiträge WERBUNG. Aus Angst vor Abmahnungen. Das Café, in dem frau ihren Kaffee trank und den Ort markierte: WERBUNG

Ist es ja auch rein theoretisch: Ein positiv werbender Beitrag für diese Lokalität.

Der Pool im Urlaubsresort von der Liege aus fotografiert mit Ortsmarkierung: WERBUNG

Die Kaffeetasse kunstvoll neben dem Apfel-Laptop fotografiert: WERBUNG

Die Kaffeetasse vom dänischen Hersteller, das Regal aus dem schwedischen Möbelhaus, kann man selber kaufen, wenn ich aber die Marke erkenne oder sogar markiere: WERBUNG

Unser Bollerwagen auf einigen Bildern mit deutlichem Schriftzug: WERBUNG

Aber was ist, wenn ich eine andere Bloggerin erwähne, weil sie mit mir auf dem Bild ist, weil ich sie bei einem Event traf, weil sie mich zu einem Text inspirierte?

WERBUNG – nach meinem Verständnis dieser Logik, denn ich zB habe mir chaoshoch2 als Marke schützen lassen. Ich bin eine Marke oder zumindest dieses Blog und seine zugehörigen Accounts. Ich bin freiberuflich tätig und damit eine Ein-Frau-Firma. Ich habe auf allen Kanälen Business-Accounts. Es ist unerheblich, ob ich damit direkt Geld verdiene oder verdienen möchte: Ich bin eine Marke, ein Unternehmen. Wer mich erwähnt oder verlinkt, der verweist werbend auf mich.

Oder seht ihr das anders?

Und was mache ich jetzt?

Ich gehe jetzt erstmal alle Beiträge auf Instagram durch und entferne Ortsmarkierungen und kennzeichne Beiträge mit befreundeten Bloggern als WERBUNG. Sicher ist sicher.


Anmerkung nach Kontrolle meines Feeds:
Wo fängt das an und wo hört das auf. Teilweise habe ich nicht Lokale oder Hotels markiert, sondern Museen und Zoos: Unternehmen!
Aber auch Städte betreiben Stadtmarketing und Regionen laden zu Pressereisen, was wenn ich Berlin oder Grömitz in meinen Beiträgen markiert habe?
Mir raucht der Kopf!


Denn rund um diese Möglichkeiten der Abmahnung hat sich mittlerweile  eine kleiner Geschäftszweig entwickelt, der gefühlt prächtig davon lebt, Fehler zu finden und abzumahnen. Ich habe gerade kein Geld und keine Energie übrig, mich mit sowas zu befassen. Zumal ich mir aktuell nicht einmal sicher bin, ob es dann zu meinen Gunsten ausgehen würde, nur weil ich mich immer um möglichst gute Transparenz bemüht habe.

Was ist denn mit meinem kleinen neuen Projekt? Ja, ich werbe für #kommakaffee, weil ich auf das neue Podcast-Projekt von mir und Juli hinweisen möchte, ich möchte es bekannt machen. Ich bin da auch stolz drauf.

Ich will damit kein Geld verdienen, aber es ist das gemeinsame Projekt zweiter Bloggerinnen, die obige Kriterien erfüllen (Marke/Firma) und man könnte damit Geld verdienen. Also WERBUNGANFANG seid gespannt auf den Kaffeeklatsch WERBUNGENDE.

Oder wie muss ich das nun handhaben?

Meine Meinung?

Ich finde es ganz essentiell, dass Werbung klar und deutlich gekennzeichnet wird. Leider rennt die Rechtssprechung und vor allem die Gesetzgebung den tatsächlichen Entwicklungen immer deutlich hinterher. Es fehlt der klare Rahmen.

Djure schreibt schon ganz richtig auf Facebook, dass klare Regeln geben muss und dass weiche Grenzen/Regelungen oftmals leider dann ausgenutzt werden.

„Ich folge zwar einerseits der Argumentation der Bloggerin, dass ein Post, der auf eine Marke vertaggt nicht unbedingt Werbung sein muss. Andererseits wäre die kennzeichnungsfreie Zulässigkeit der hier abgemahnten Beiträge ein Türöffner für das nächste Schlupfloch. Bspw. in dem Sinne, dass ein Post über ein beworbenes Sofa im Wohnzimmer einmalig bezahlt wird, das Sofa dann aber über Wochen und Monate teil der Einrichtung bleibt und regelmäßig vertaggt wird. Wer soll bitte schön prüfen und abgrenzen, was davon bezahlt und was nicht?
Und leider leider zeigt die Erfahrung, dass Schlupflöcher gnadenlos ausgenutzt werden. Von Influencern und von ihren Auftraggebern.“

Bedeutet zum Beispiel bei uns Mamabloggern, dass man eine Kindermodemarke bewirbt – korrekt gekennzeichnet in einem Insta-Beitrag, aber auch auf folgenden Beiträgen immer mal wieder die Kinder diese Klamotte tragen und bei der ein oder anderen Marke würde ich das sogar für so offensichtlich halten, dass man nicht einmal vertaggen müsste. Jeder sieht: Ah die Zwerge von der Kerstin tragen Adidas (Marke hier beliebig ausgesucht – wüsste nicht einmal, ob wir was entsprechendes in den Kleiderschränken der Kinder finden würden) oder was auch immer.

In dem Fall würde ich mich als PRler freuen, wenn ich es geschafft hätte, eine erfolgreiche Mamafluencerin so gut auszustatten, dass auf jedem zweiten Bild deutlich zu erkennen ist, von wem die Kinderklamotte stammt. Denn das wäre dann Werbung für mein Unternehmen.

Aufweichung des Begriffs

Wenn wir als Blogger, Influencer nun aber grundsätzlich jeden unserer Beiträge als Werbung kennzeichnen, was passiert dann mit dem Begriff WERBUNG? Wenn wir alle zu einer reinen Dauer-Werbesendung werden, dann verschwinden die bezahlten Kooperationen und die „echte“ Werbung im Sinne von „das Unternehmen hat zwei Instablogposts, drei Story-Erwähnungen und einen Blogpost gebucht“ unter dieser Kennzeichnung. Was ist das Wort WERBUNG dann noch wert?

Klar kann ich (und mache ich) immer noch im Anschluss an dieses Wort oder unter dem Posting genauer beschreiben, warum ich es als Werbung kennzeichne. Kann erklären, dass dies unbezahlte Werbung ist, weil ich meinen traumhaften Rock selbst gekauft habe, weil mir einfach meine (bloggende) Freundin (mit Web-Shop) das Armband geschenkt hat, weil mich in diesem Fall tatsächlich das Unternehmen für das, was ich mache, bezahlt hat.

Aber ist es dann auf den ersten Blick ersichtlich? 

Transparenz ist wichtig, aber sie kann nicht nur mit irre langen Erklärungen hergestellt werden. Eigentlich sollte sie auf den ersten Blick klar erkennbar sein.

Ich komme bei diesem Thema zu keinem klaren Schluss, außer dass dringend weiter gedacht werden muss. Dass es klare Regeln braucht und vor allem anwendbare Regeln.

Eure Kerstin


Einer der besten Texte zum Thema ist von Moritz Meyer.

Ansonsten für alle Interessierten der Hinweis, dass BLOGST mit Dr. Thomas Schwenke auf Instagram am 25.06. um 21 Uhr live geht.

idyllisches Familienleben auf Mamablogs

Sie sollte 55 Fragen ehrlich beantworten, doch was diese authentische Mamabbloggerin dann schrieb, wird dich weinen lassen!

Regine war auf der Blogfamilia. Ich auch. Wir trafen uns sogar. Auf dem Klo. Vor dem Spiegel. Den Lippenstift in der Hand.

Aber das ist hier kein eleganter Einstieg in den Text. Eigentlich wollte ich nur einleitend darauf verweisen, dass sie im Anschluss eine lange Liste an Hausaufgaben aufgegeben hat. Ich habe das Arbeitsblatt nun durch.

Es geht um bloggende Eltern, schreibende Muttis, um Erfolg und Neid, um Netzwerke, Freundschaft und Lästern.


1. Sind Elternblogs politisch?

Aktuell gilt vermutlich bubble-intern die Antwort: „Selbstverständlich, denn das Private ist politisch!“

Ich würde es aber nicht unbedingt ganz so allgemein formulieren. Es gibt sicherlich Texte mit mehr politischem Gewicht oder mehr Brisanz und andere mit völlig unpolitischem Inhalt. So wie es Blogs gibt, die sehr klare Kanten zeigen, laute Stimmen haben und andere, bei denen familienpolitische Fragen eher weniger markant auftauchen.

Ein Rezept für einen Marmorkuchen ist nicht politisch. Möglicherweise könnten wir da noch ein rückwertsgewanntes Frauenbild hineininterpretieren, wenn ich Ommas Kuchen verblogge. Aber da kennt ihr meine Omma schlecht. Darum geht es im Text auch nicht. Es ist nur ein Rezept.

Ein Text über Schwierigkeiten mit den Familienrollen ist dagegen ziemlich brisant.

2. Wenn ja, welcher deiner letzten Posts hatte politische Relevanz?

Mein Text über Kinderarmut.

3. Muss jeder Elternblog politisch sein?

Nein. Ein Rezept für ein Marmorkuchen oder ein Näh-Tutorial, eine Kinderbuch-Vorstellung oder Bastelideen für den Sommer dürfen gerne absolut unpolitisch sein. Sie müssen auch gar nicht mehr sein oder mehr Aussage haben.

Aber es wird darüberhinaus kaum gelingen Familie zu erzählen, ohne politisch relevante Themen anzufassen. Das muss dann ja nicht das Label Politik tragen, um eben genau das zu sein.

4. Wie wichtig ist es dir persönlich, gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen?

Für mich wird es immer relevanter, meinen Blog eben auch ganz bewusst dazu zu nutzen, Öffentlichkeit herzustellen. Ich wünsche mir nicht direkt Einfluss, sondern einfach Wahrnehmung der Themen, Aufmerksamkeit und damit vermutlich indirekten Einfluss. Das Blog ist für mich ein Platz für meine Themen. Die sind gerne unterhaltsam, aber eben oftmals nicht unpolitisch, denn mich bewegen viele Fragen.

5. Hast du jemals eine Kooperation im Nachhinein bereut?

Nein. Aber ich habe auch wenige gemacht bis heute. Absolut toll war nicht jede, aber keine die ich bereue.

6. Welches Unternehmen wäre dein Traumpartner für eine Kooperation?

Kein konkretes. Aber ich träume heimlich von festen Sponsoren, die das Blog ein wenig finanzieren. Unternehmen mit denen man sich gerne dauerhaft in Verbindung bringt, weil es einfach passt. Dummerweise suche ich selbst aktiv überhaupt nicht danach und so wird sich das höchstwahrscheinlich niemals rein zufällig ergeben.

Falls das der perfekte Kooperationspartner für das Chaos hier liest, darf er mich anschreiben. 😉

7. Liest du selbst gerne Werbung auf Blogs?

Gerne ist ein schwieriges Wort in dem Zusammenhang. Mich stört die Werbung auf den Blogs nicht, aber es ist nicht unbedingt jede Werbung auch unterhaltsamer Content, den ich gerne lese. Der berühmte Mehrwert für den Leser geht oftmals völlig ab. Manchmal ärgert es mich auch tatsächlich ein wenig, wenn die Werbung so beliebig wirkt. Heute die Windelmarke, morgen die. Diesen Monat ist diese Pflegemarke der Hit, nächsten Monat jene. Einmal wird in Texten behauptet auf Nachhaltigkeit zu achten und im nächsten Moment erscheint Werbung für Kindergetränke in Einweg-Plastik-Flaschen. Da leidet dann die Glaubwürdigkeit massiv und ich bleibe dann als Leser auch gerne mal weg. Aber das machen ja selbstverständlich kaum Blogger so.

8. Was macht deinen Blog besonders?

Einzigartig ist das Chaos-Blog nicht, aber ich denke, dass meine meist ellenlangen, oft doch angemessen unterhaltsamen Texte recht markant sind. Das Chaos hat einen sehr fröhlich-optimistischen und eher entspannten Tenor. Ich maße mir an, dass meine Schreibe relativ eigen ist. Das macht das Blog weniger massentauglich, aber eben besonders. Ich mags, wie es ist.

9. Was kannst du besonders gut?

Schreiben. Ja, ich glaube tatsächlich, dass ich gut schreiben kann. Und Social Media habe ich drauf, auch wenn man es nicht unbedingt allen meinen Accounts hier ansieht. 😉 Tatsächlich hüte ich zwischen meinen Ohren ein ziemlich umfangreiches Wissen, dass sich netterweise auch ganz praktisch abrufen und umsetzen lässt.

Dafür bin ich ein Vollpfosten in Sachen Bildbearbeitung.

55 ehrliche Antworten rund um Mamablogs
Du kannst dir diesen Beitrag auf PINTEREST merken.

10. Wem würdest du gerne entfolgen, traust dich aber nicht?

Ich folge niemandem, weil ich mich nicht traue, ihm zu entfolgen. Ich sortiere tatsächlich immer mal wieder aktiv aus. Aber auf Twitter zB mute ich oftmals statt zu entfolgen, wenn ich zu den Personen einen direkten Bezug habe. Ich bin zwar ehrlich und sage durchaus direkt meine Meinung, ich muss aber niemanden vor den Kopf knallen und ihn unnötig verletzten, dass mich seine Tweets aktuell langweilen/nerven/runterziehen. Davon hat dann ja keiner von uns beiden was. Zumal sich das bei mir auch gerne mal wieder ändert.

12. Würdest du im Nachhinein sagen, dass du deinen Blog naiv angegangen bist?

Nein. Absolut nicht. Ich wüsste auch nicht, auf welchen Aspekt bezogen. Ich habe mir vorher ziemlich genaue Gedanken gemacht, ob ich über Familie bloggen möchte, wie ich mit privaten Themen umgehe und weiß aus beruflichen Gründen schon sehr genau, welche Arbeit es macht, ein gewisses Level zu erreichen.

Ich finde daher auch immer Blogger-Workshops sehr absurd, die nebenbei bloggenden Eltern (neben Familie und oftmals Beurfstätigkeit) erzählen, was sie alles auf welchem Social Media Kanal wie optimal bespielen müssten, damit sie erfolgreich sind.

Das Optimum kann man nicht in wenigen Stunden die Woche rausholen. Der Gedanke ist absurd. Warum haben denn Firmen ganze Teams für die Betreuung ihrer Social Media Accounts. Wenn man hauptberuflich und erfolgreich bloggen will, dann ist das eben kein Teilzeit-Job sondern eine Selbstständigkeit, die mehr als 40 Stunden die Woche abverlangt.

13. Rezepte, Mode und Schminktipps – darf man als emanzipierte Frau über diese Themen bloggen?

Klar. Als emanzipierte Frau darfst du dich doch für Mode und Co interessieren oder gerne backen/häkeln/stricken. Emanzipation bedeutet ja nicht Desinteresse an leckeren Gerichten, kurzweiligen Hobbys oder der eigenen Optik, diese Dinge sollten vielleicht nicht dein einziger Lebensinhalt sein. 😉

Es ist doch Grundvoraussetzung für tolle Blogs, dass man über etwas bloggt, was in den eigenen Interessen liegt. Wenn Make-Up ein Teil deiner Interessen ist: Hau raus!

Ein Beauty-Blog spiegelt doch nur diesen einen Aspekt, dieses eine persönliche Interesse wieder. Ein kleiner selektiver Ausschnitt einer vielschichtigen Persönlichkeit.

14. Und überhaupt: Vermitteln wir ein einseitiges Frauenbild, wenn wir als Mütter rund ums Muttersein bloggen?

Wer kann besser über Mama-Sachen schreiben als eine Mama?

Und Blogs bedienen meist Teilaspekte und niemals die komplette Bandbreite. Wenn man sich alle existierenden Elternblogs mal ansieht, dann ergibt sich dort ein sehr buntes Bild mit vielen Schattierungen. Es gibt tiefschwarze Blogs mit schweren Gedanken, es gibt kantige Blogs mit lauter Sprache, es gibt quere Blogs in schillernden Farben und es gibt strahlendweiß-stylische Mutti-Blogs. Vermutlich gibt es in dieser bunten Vielfalt einen pastellfarbenden Schwerpunkt, aber jeder Leser darf sich seinen Lesestoff doch nach seinen Lieblingsfarben aussuchen.

15. Denkst du manchmal abschätzig über Kollegen und Kolleginnen?

Niemand ist frei von innerlichem Augenrollen und es wird niemand immer alle anderen mögen. So mag auch nicht jede Blogger*in jede einzelne andere Blogger*in. Ich auch nicht.

Aber ich erwische mich selten bei „abschätzigen“ Gedanken. Es gibt Blogs, die ich gerne lese und andere, die für mich belanglos sind. Die lese ich dann einfach nicht. Viel weiter gehen meine Gedanken da gar nicht.

16. Was denkt dein Partner über deinen Blog?

Er findet es gut. Er hat eh eine ziemlich abdrehte Meinung über mein Schreibtalent und Social Media Wissen. Besser als meine eigene.

Aber er liest hier nicht mit. Meine Texte sind ihm zu lang und der Inhalt für ihn nicht spannend. Die meisten Storys kennt er vorher schon zu gut.

17. Wer unterstützt dich beim bloggen?

Vermutlich die meisten meiner Freunde und Familienmitglieder, die auf dem Schirm haben, dass ich blogge. Irgendwie zumindest. Oben drauf kommt die wundervolle Gemeinschaft online auf Instagram oder Twitter.

Mal hilft mir einer mit Antworten auf (technische) Fragen, mal verschafft mir jemand eine Stunde kinderfreie Zeit zum Schreiben, mal tritt mich jemand in den Popo, wenn ich wieder alles doof finde und keine Motivation mehr finden kann.

18. Welche Unterstützung würdest du dir wünschen?

Keine Ahnung.

19. Welche Themen kommen in Elternblogs zu kurz?

Kaum zu beantworten, denn die Gesamtheit aller Blogs, die man in diese Schublade quetschen könnte, bietet Beiträge zu jedem denkbarem Thema.

Allerdings sind die Blogs schreibender Baby/Kleindkind-Mütter mit relativ klassischen Familienmodell zahlenmäßig klar überrepräsentiert. Trotzdem gibt es die anderen Blogs mit größeren Kindern, aus Regenbogenfamilien, von Alleinerziehenden oder mit besonderen Kindern. Leider hat nicht jede Nische ihre Sichtbarkeit.

20. Warum greifst du diese Themen nicht auf? (Oder tust du das?)

Ich kann als Mutter, die mit Mann und drei kleinen Kindern in einem Reihenhäuschen lebt, nicht aus persönlicher Perspektive Erfahrungen mit der Pubertät oder ähnliches schreiben. Ich habe aber zB eine alleinerziehende Dauer-Co-Autorin und versuche auch Themen aufzugreifen, die mich nicht persönlich betreffen wie zB Kinderarmut. Alles kann ich hier nicht beliebig unterbringen, denn über Regenbogenfamilien, schreiben andere deutlich authentischer, weil sie es leben. Man kann nur immer wieder auf andere Themen/Blogs verweisen, sie in den Fokus rücken.

21. Hast du schon einmal jemanden getroffen, den du im Netz toll fandest und persönlich unsympathisch?

Interessanterweise, nein.

22. Oder umgekehrt?

Das schon eher, wobei es dann nicht so war, dass ich die Person vorher absolut blöd fand. Meist war es eher, dass ich sie vorher nur am Rande wahrgenommen habe und für mich als uninteressant einfach nicht weiterverfolgt habe. Plötzlich merkt man aber bei einem persönlichen Treffen, dass dahinter eine irre coole Type steckt und schon nimmt man online deutlich mehr und bewusster wahr.

23. Bist du manchmal neidisch auf den Erfolg anderer Blogger?

Wenn es neidisch ist, dass ich mir schon einmal gedacht habe: „Warum wird XY in diesem Zusammenhang erwähnt/herausgehoben (und ich nicht)?“ oder „Was finden denn alle an diesem Text. Der ist nun wirklich nicht so sonderlich YEAH?!“, dann ja. Manchmal denke ich dann auch, dass ich etwas deutlich besser schreiben könnte, sowie ich manchmal denke „Boah so spitz und klug hättest du das nie schreiben können! Hut ab!“.

Und es gab schon Momente, bei denen ich mich geärgert habe, dass jemand etwa über ein Thema schrieb, das lange in meiner Kopfschublade vergeblich auf Niederschrift wartete und riesige Resonanz erfährt. Das nervt selbstverständlich. Sauer bin ich dann aber vor allem auf mich, dass ich schlicht nicht vorher das Thema umgesetzt habe. Diesen Moment habe ich in den letzten zwei Jahren um die achthundert mal gehabt, denn ich schreibe nur 1% meiner Textideen auf, komme einfach nie zu mehr, bin zu unorganisiert oder was auch immer. Dabei hätte ich das in jedem einzelnen Fall unbedingt sehr viel pointierter geschrieben als jeder andere. Natürlich.

24. Sind Blogaufrufe ein Indikator für Qualität und Kreativität von Blogs?

Nein. Blogaufrufe sind ein Indikator für Content, der eine breite Zielgruppe bedienen kann. Ein Indikator für gefällige Schreibe, angenehme Textlänge, für populäre Bildsprache. Ein Indikator für gute Social Media Arbeit, passende Visuals, griffige Teaser und gute Handwerksarbeit.

Texte für mäßige DIY, die man so auf hundert anderen Blogs ebenso finden könnte, können dank toller Bilder, guter Arbeit auf Pinterest und einem hoch infektiösen Posting auf Facebook viral gehen, irre Blogaufrufe generieren und bleiben doch mäßig kreativ.

Sie sind also allenfalls dann ein Indikator für gute Vermarktung.

Darüber hinaus gibt es extrem gute/wichtige/interessante Blogs, die niemals nie eine irre Reichweite erreichen werden, weil ihre Themenschwerpunkte schlicht nicht für die breite Masse interessant sind. Dafür erreichen sie aber punktgenau ihre ganz konkrete, klar umrissene Zielgruppe.

25. Wirst du manchmal für deinen Blog belächelt?

Das ist mir bewusst noch nie passiert. Ich vermute aber, dass auch in meinem persönlichen Umfeld und der erweiterten Familie nicht alle es ernsthaft als tolle Arbeit oder sinnvolle Freizeitbeschäftigung ansehen.

26. Wenn ja: Offen oder hinter deinem Rücken?

Siehe oben. 😉

27. Jetzt mal ganz ehrlich: Bist du immer authentisch?

BUZZWORD-Alarm!!! Klar sind wir Blogger*innen immer total authentisch. Und ich bin sowas von real und absolut echt und krass und voll authentisch und so.

Und in etwas ernsthafteren Worten verweise ich auf meinen älteren Text zu exakt dem Thema: Wie authentisch muss es denn sein? Sowie die Tatsache, dass ich einen wahnsinnig persönlichen Text zwar veröffentlicht habe, dafür aber sechs Monate Zeit brauchte.

Hier ist tatsächlich nichts gestellt und es gibt einige Bekannte, die mir schon gesagt haben, dass mein Blog erstaunlicherweise genauso ist wie ich. Oder ich einfach in echt so bin wie auf dem Blog. Nur dass das Blog nicht alles von mir zeigt oder alles von mir hier auch immer sofort und unverzüglich steht. Ich nehme mir heraus, privat noch mehr Kerstin zu sein, als hier in Worten steht. Alles andere würde jeden Leser auch überfordern.

27. Geht das überhaupt?

Siehe oben.

28. Und wollen deine Leser das?

Die Leser haben meinen Mitmenschen im realen Leben daheim gegenüber einen entscheidenden Vorteil: Sie können mich und meine Worte wegklicken. Somit in erträglichen Dosen genießen. 😉

Und über mein kleines Blog hinaus: Ganz sicher suchen sich auch Blogleser manchmal ganz bewusste Blogs zur Lektüre aus, die eine wundervolle Traumwelt beschreiben. Etwas heiles, sauberes, ruhiges. Eine Pause vom eigenen Alltag.

Ich finde das nicht verwerflich.

29. Was muss passieren, damit du aufhörst zu bloggen?

HAHAHA!!! Allein diesen kleine Chaos-Blog stand schon oft zitternd vor seiner Chef-Bloggerin, die es niedermachen wollte,
weil sie die komplizierten DSGVO-Vorgaben nicht in der ganzen Bandbreite umsetzen wollte/konnte,
weil sie das Ding einfach nur schlecht und mittelmäßig, ja belanglos fand,
weil sie Gedankenstau im Kopf hatte und Schreibblockaden,
weil sie soviele Texte schreiben wollte und ihr immer alle gefühlt zuvor kamen,
weil sie keine Zeit fand, überhaupt an den Rechner zu kommen,
weil es ihren Ansprüchen nicht genügte,
weil es frustrierte,…

Und ich schreibe immer noch. Hier.

30. Gibt es Posts, die du im Nachhinein bereust?

Nein. Es gibt Beiträge, die ich nicht gut geschrieben finde und einige, die ich heute nicht mehr schreiben würde. Aber sie gehören dazu und ich bereue keinen.

31. Was fehlt der Eltern-Blogger-Szene?

Ich denke, die Nische der Elternblogger ist mittlerweile gute vernetzt und teilweise hoch professionell aufgestellt. Ich fände einen konkreten Kodex sinnvoll und begrüße ansonsten die Entwicklung der zunehmenden Vernetzung. Das stärkt generell die Möglichkeiten, Familie in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu schieben.

Wie authentisch sind Mamablogs? Sind sie politisch relevant?
PIN it, baby!

32. Networking ist alles – bist du dabei aktiv genug?

Genug wofür? Vermutlich wäre die Antwort aber „nein“.

33. Vernetzt du dich gerne mit anderen Bloggern oder tust du es, weil es einfach dazu gehört?

Ich kommuniziere mit den Menschen, mit denen die Kommunikation Freude macht. Reicht das als Antwort?

34. Welche Ziele verfolgst du mit deinem Blog?

Ich verweise auf einen ganz konkreten Text zu diesem Thema.

35. Wird es deinen Blog in drei Jahren noch geben?

Ich hoffe es.

36. Und in zehn Jahren?

Da wäre ich mir ziemlich unsicher. Ganz sicher nicht so wie er hier steht. Er wird sich weiterentwickelt, ich werde immer schreiben. Aber ob ich das hier mache oder auf einem anderen Blog oder einer ganz anderen Plattform, wer weiß.

37. Was kommt nach dem Blog?

Für mich? Die Weltherrschaft.

Oder vielleicht eine Festanstellung, die mich so ausfüllt, dass ich einfach keine Zeit/Lust und vor allem überflüssige Energie für das Blog über habe. Das wäre mal ein guter Grund, das Ding plattzumachen. Wobei es kein ausreichender wäre. Also warten wir mal ab.

38. Glaubst du, dass Blogs langfristig eine Zukunft haben?

Blogs als Plattform, auf der jemand hauptberuflich für ein erträgliches Einkommen eigene Texte publiziert? Vermutlich, wenn es sich auch sicher schnell sehr verändern wird in seinen Erscheinungsformen.

Aber der nicht von klassischen Massenmedien oder Organisationen publizierte Content hat Zukunft, ganz sicher auch finanziell. Wir sind noch mitten in der Entwicklung, dass jeder in seinem Wohnzimmer Inhalte für Massen (auch gegen Geld) zur Verfügung stellen kann.

39. Würdest du gerne aus einer Social Media Plattform (Instagram, Facebook und Co.) aussteigen?

Nein. Aber ich verwende phasenweise auf einige diese Plattformen schlicht ganz wenig Energie.

40. Was hält dich davon ab?

Nichts.

41. Realität oder Inszenierung – Was möchtest du auf Instagram sehen?

Ich mag schöne Bilder und sehe sie mir gerne an. Ich bewundere Instagramer, die einen tollen Blickwinkel auf alltägliche Dinge haben und sie fotografieren können, dass wunderschöne und ästhetisch ansprechende Kunstwerke entstehen. Ich folge auch Accounts, die einfach nur gute Geschichten erzählen, aber auf Instagram bin ich vorwiegend ein visueller Konsument.

Allerdings mag ich keine reinen Inszenierungen im Sinne von gestellten Bildern. Das einzelne Bild auf dem eigens für für Fotos erworbenen Backround stört mich weniger, aber wenn es ständig die Kaffeetasse in der perfekt manikürten Hand auf dem weißen Bettlaken neben dem aufgeklappten ApfelSchlepptop sein muss, dann steige ich mangels Interesse irgendwann aus. Ich brauche keine #Istamums, die sich mit weißen Overknees auf weißen Sofas räkeln und im geschlossenen Raum eine hippe Beanie dabei tragen. Ich habe nichts gegen weiße Sofas, besaß sogar selber eines (und hätte es gerne noch), aber die Feeds dieser Instagramer sind für mich uninteressant.

42. Wie lange noch, bis der nächste „heiße Scheiß“ Insta und Pinterest ablösen wird?

Nicht lange. Haste schon nen Podcast gestartet?

43. Würdest du dich über eine neue Social Media Plattform freuen?

Freuen ist zuviel gesagt, aber sowas interessiert mich immer.

44. Oder hättest du Angst davor?

Nein. Niemals. Aber ich mache beruflich „was mit Social Media und so“ und das allein aus den beiden Gründen, dass ich es erstens kann und es mich zweitens extrem interessiert.

45. Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?

Um zu erzählen, wie wundervoll und überhaupt nicht schrecklich Zwillinge sind. Um Ängste zu nehmen und zu unterhalten. Und um zu schreiben. Auf meinem eigenen kleinen Plätzchen im Netz.

46. Bist du stolz auf das, was du tust?

Ja.

47. Machst du dir manchmal Sorgen um deine Daten und um die deiner Familie?

Selten. Ich versuche damit sehr bewusst umzugehen.

48. Welcher Kollege / welche Kollegin fasziniert dich (als Blogger und als Mensch)?

Das ist die Frage, bei der ich immer traurig bin, wenn mich niemand erwähnt. Sehr. ZUM HEULEN!!! Selber finde ich es dann immer schwer, korrekt zu antworten, denn nicht jeder ist immer in meinem Bewusstsein ganz vorne, wo er hingehört. Faszination ist übrigens ein faszinierendes Wort.

Mich fasziniert, wie konsequent Anni ihr Blog zu einem erfolgreichen und sehr reichweitenstarken Blog aufgebaut hat.

Mich fasziniert, wie Katharina mit vier kleinen Kindern daheim, so regelmäßig und in hoher Frequenz Content auf allen Kanälen generieren kann.

Ich bewundere die schönen Bilder von Leonie auf Instagram und die Qualität der Texte von Lisa, ich bewundere die erfolgreiche Arbeit von Bea auf Facebook und die spitzen Tweets von Bettie. Ich bewundere das Engagement von Markus und die Arbeit von Christine. Es gibt da aber noch viel mehr, die ich für ihre Texte/Bilder/Arbeit/Engagement sehr bewundere. Die Aufzählung wird immer unvollständig sein.

Echt auf ganzer Linie faszinierend ist dann vermutlich Nina. Die ist auf so vielen Ebenen faszinierend, dass man an ihr auch einfach alles toll finden muss. Eigentlich ein Skandal.

49. In welchem Bereich würdest du dich gerne weiterbilden?

CSS.

50. Was würdest du gerne an deinem Blog verändern?

Die Schriftgröße im Footer ist mir viel zu groß, aber ich habe nicht die Muße, mich daran zu setzen. Überhaupt gibt es Optimierungspotential im Webdesign. Aber wenn es nicht so technisch gemeint ist: ich würde gerne wesentlich häufiger und wesentlich mehr schreiben.

Außerdem wäre ein Vorrat von praktischen Symbolbildern sinnvoll, damit ich meine Texte einfach mit einem Bild versehen kann und raus damit. Diese Auswahl eines Beitragsbildes verzögert bei mir jeden Text um das Zwanzigfache seiner Bearbeitungszeit.

51. Hast du Texte im Entwurfsordner, für deren Veröffentlichung dir der Mut fehlt?

Man beachte meinen letzten Text. Auch wenn es dort nicht vorwiegend mangelnder Mut war, der ihn so lange in die Entwürfe verbannte.

52. Liest du Blogs aus persönlichem Interesse oder aus strategischen Gründen?

Ich habe kaum Zeit andere Blogs zu lesen und dann mache ich das immer aus Interesse. Immer.

53. Welche Elternblog hast du selbst als erstes gelesen?

Nieselpriem. Ist der, der mir besonders im Kopf blieb und bleibt. Ansonsten muss ich grübeln, wen ich in den Anfangstagen am meisten gelesen habe: Daily-Pia, Hebammenblog, Weddingerberg, Andrea Harmonika, Familienbetrieb, Einer schreit immer, Flavius und Brutus, Frische Brise, Das Nuf, Lucie Marshall, Grummelmama, der kleine Muck², das zweite Kind sind Zwillinge, Dachbuben,…

54. Liest du diesen Blog auch heute noch?

Nein. Nicht alle. Manche schon. Manche schreiben aber aktuell auch seltenst oder existieren nicht mehr (in der alten Form).

55. Oder gibt es ihn vielleicht gar nicht mehr?

Teilweise…


Sollte jemand ernsthaft alle 55 Fragen und ihre Antworten durchgelesen habe, hoffe ich doch, dass niemand weinen musste.

Eure Kerstin

Mama mit Augenringen und Laptop

Geschichten aus dem Hintergrund des Chaos #DSGVO

Liebe Leserinnen und liebe drei Leser,
lieber verirrter Internetnutzer, der du einem Link auf einer Suchmaschine gefolgt bist, um dich zu einem total hilfreichen Text über irgendwas zu bringen, auch du bist gemeint,

dies hier ist ja ein Blog. Also irgendwie Text und ein bisschen Bild, das die Kerstin meist im Alleingang meint ins Netz schreiben zu müssen. Seit ziemlich genau vier Jahren.

Diese Schreiberei ins Internet ist mein Hobby, eine Passion und tatsächlich sogar auch mein Beruf. Nur nicht hier. Auf dieser Seite. Hier schreibe ich nur für mich, meine Freude am Schreiben und für dich.

Jetzt haben wir heute DSGVO-Tag und alle so YEAH! In den letzten Wochen dürfte jeder Zahnarzthelfer, jede Shopbetreiberin, jeder Friseur und jede Vereinsvorstandsvorsitzende davon etwas mitbekommen haben. Dieses Ding mit den Daten betrifft uns ja alle. Ich verheddere mich auch gleich in Randgeschichten, deswegen kurz zu meinem eigentlichen Anliegen (kurz und Kerstin???):

DSGVO und das Chaos

Ich habe mir in den letzten Wochen schwer Mühe gegeben, die Verordnung zu verstehen. Habe gesucht und gelesen wie eine Besessene. Habe unfassbar viele Checklisten und Meinungen zu Detailfragen durchgeackert und bin dabei ungefähr so ziemlich gar nicht schlauer geworden.

Ich habe am Blog rumgebastelt, um alle diese Punkte, bei denen gar nicht klar ist, ob sie wirklich relevante Punkte sind, zu erfüllen. Kam deswegen kaum zum eigentlichen Schreiben. Aber ich will dir gerne erzählen, wie das mit deinen Daten und diesem Blog nach meinem Wissensstand nun aussieht:

Datenschutz-Gedöns

Fängt ja an mit der Datenschutzerklärung. Die hatte ich schon. Musste nun eine neue her, hab ich mit dem Datenschutzgenerator von Dr. Schwenke gemacht. Dafür herzlichstes Danke, denn so kleine Blogger dürfen dieses Tool kostenlos nutzen und dahinter steckt ganz, ganz sicher eine irre Arbeit. Trotzdem kommt am Ende ein ellenlanges Ungetüm in einer für mein Blog sehr untypischen Sprache raus, das ich selbst kaum lesen kann/mag. Aber ja, habe ich. Boah ist das Ding lang… wer liest das?

Diese Seite setzt Cookies. Das ist quasi Internet-Standard. Ich habe ein hoffentlich gut funktionierendes Plugin gesetzt, dass dir ermöglichen sollte, dieses weitestgehend nach eigenem Ermessen zu begrenzen. Am Ende braucht es aber mindestens nen Cookie, das sagt „hier keine Cookies setzen, bitte“. (Borlabs Cookie)

Statistiken, WordPress & Plugins

Ich erfasse Statistiken auf dieser Seite. Also eigentlich nicht ich, sondern Google Analytics. Dabei sollte die IP-Adresse allerdings anonymisiert werden und du hast auch die Möglichkeit, dich auszutragen.

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Meine Formulierung ist defensiv, denn ich kann nur behaupten, dass ich versucht habe, das alles korrekt einzubinden und davon ausgehe, dass es passt. Ich kann es aber nicht garantieren.

Das einfache, weil quasi von WordPress mitgelieferte Statistiktool Jetpack habe ich im Zuge der Vorbereitungen rausgeworfen. Und ich trauere ihm ein wenig nach, denn für meine Bedürfnisse reichte es aus. Da lies sich aber nicht wirklich zB das mit dem Austragen und um Erlaubnis bitten reinbasteln.

Warum erhebe ich Statistiken? Nun ich schreibe, um gelesen zu werden. Alle paar Wochen sehe ich mir dann auch durchaus mal an, was denn so gelesen wird. Für mich ist das (stummes) Feedback, welche meiner Texte interessant oder unterhaltsam sind und welche eher weniger. Manchmal beantworte ich sogar konkrete Suchanfragen.

Ich nutze diverse Plugins, um einige Funktionen der Seite hinzuzufügen oder manches einfacher bearbeiten zu können. Es sind gut ein Duzend. Gut möglich, dass das ein oder andere im Hintergrund dann doch irgendwelche Daten sendet. Bewusst habe ich aber keine Datenmonster installiert.

Google Fonts & Gedöns

Das meine Startseite aktuell etwas merkwürdig aussieht, liegt zum einen daran, dass nach dem Wegfall von Jetpack auch einige nette Widgets  fehlen (ich vermisse zB schmerzhaft die Anzeige der aktuell gern gelesenen Texte). Zum anderen aber auch, weil ich die Google Fonts rausgeworfen habe mit Hilfe eines Plugins. (Remove Google Fonts References) Diese Schriften stellt Google netterweise zur Verfügung und ich habe sie genutzt. Natürlich stellt Google sie deswegen nett zur Verfügung, weil via deren Verwendung ebenfalls Daten gesammelt werden können. Also raus damit.

Man kann das ganze dann lokal einfügen und ich habe das sogar gemacht, dabei mächtig geflucht und wertvolle Lebenszeit verschwendet, aber am Ende sieht das Ergebnis noch ziemlich merkwürdig aus. Ich muss da nochmal ran, wenn ich die Zeit finde. Also wahrscheinlich nie.

Kommentare & Kommunikation

Wenn du meine Blogposts kommentierst, dann musst du Daten in die Felder eintragen. Name und E-Mail-Adresse und zusätzlich wird noch die IP gespeichert. Darauf weise ich nun nochmals hin, auch direkt im Kommentarfeld. (Plugin: WP GDPR Compliance) Du kannst also ganz aufgeklärt, kommentieren oder es auch sein lassen. Was ich schade fände. Aber hey, dann kommentiere eben als PeppaPig und es sollte auch gut sein. Gravatar habe ich deaktiviert (das hätte ein nettes Bildchen neben dem Kommentar angezeigt, wenn du dort registriert bist, aber eben auch die Daten mit Gravatar abgeglichen). Die IP-Adresse wird nach 60 Tagen gelöscht. Das erledigt ebenfalls ein Plugin. (Plugin: Remove Comment IPs)

Wenn du mir aber nun eine E-Mail schreibst, dann habe ich auch deine E-Mail-Adresse. Ich habe damit nichts sonderlich vor, außer deine Mail zu beantworten, aber ich sage das nochmal: Achtung, schreibe nur Mails an mich, wenn du willst, dass ich deine Mail-Adresse kenne. Wenn es hier Verlosungen gibt, frage ich sogar nach den Gewinner nach seiner Post-Adresse, um einen Gewinn zuzusenden. Manchmal gebe ich die sogar weiter, wenn nämlich der Verlag selber die verschickt (sind ja in der Regel Bücher). Darauf versuche ich schon immer sauber hinzuweisen. Aber hier halt nochmal. Danach interessiert mich deine Adresse nicht mehr und wenn du magst, lösche ich dann auch gerne die entsprechende Mail in meinem Postfach. Aber dazu müsstest du mir eine Mail schreiben, denn Rauchzeichen kann ich manchmal von Chemtrails nicht unterscheiden und missverstehe sie möglicherweise. Meine Handynummer wirst du wahrscheinlich nicht haben, die gebe ich nämlich ungern raus.

selbstverständlich freue ich mich, wenn ihr meinen Beitrag auf PINTEREST teilt

Social Media

Jeder weiß ja, dass Facebook und Co die ganz bösen Datenfischer sind im Netz. Aber das fängt schon damit an, wenn du bei denen ein Profil hast. Darauf habe ich nun keinen direkten Einfluss. Aber natürlich sammelt Facebook auch Daten darüber, ob du mit meiner Facebook-Seite interagierst, Instagram zeigt mir Statistiken, ob jemand mein Bilder mag, Twitter weiß sowas auch ganz genau und bei Pinterest sieht es nicht anders aus. Interagierst du dort mit meinen Profilen, dann registrieren die Netzwerke das und auch ich bekomme irgendeine Statistik zu sehen, wenn ich sie mir aufrufe. Das könnte ich nur verhindern, wenn ich da keine Profile hätte, will ich aber.

Nun arbeite ich auch in meinen Texten immer mal wieder mit eingebetteten Inhalten dieser Seiten. Da gibt es dann einen Tweet, auf den ich mit einem Blogpost reagiert habe oder Insta-Bilder, die ich in einen Text einfüge. Ich habe das (leider) sehr viel gemacht in der Vergangenheit, weil es mir als einfacher und unkomplizierter Weg der plattformübergreifenden Kommunikation erschien. So kann man direkt auf den eigebundenen Tweet reagieren oder die Debatte weiterverfolgen. Technisch sind diese eingebetteten Tweets und Co aber kleine Stückchen Twitter und Co auf meiner Seite. Also kann darüber das entsprechende Netzwerk Daten erfassen. So richtig habe ich noch keine praktikable Lösung gefunden, das bei allen alten Beiträgen einfach zu verhindern, außer komplett die Links kaputt zu machen oder alles einzeln zu bearbeiten. Darüber habe ich lange nachgedacht und auch darüber, die ungefähr 300 betroffenen Beiträge zu löschen, weil es mir unmöglich erschien, alle händisch zu bearbeiten. Ich suche weiter nach einer eleganten technischen Lösung, lasse es jetzt aber erstmal so und sage dir:

Achtung, auf meiner Seite sind Inhalte von sozialen Netzwerken eingebunden und wenn du diese aufrufst, könnten diese Netzwerke Daten erfassen. Umso mehr, wenn du dort einen Account hast und angemeldet bist. Wenn du das nicht willst, dann meide diese Seite.

Was lernen wir aus der DSGVO?

Fein, wir haben uns alle einmal genau Gedanken darüber gemacht, an welchen Stellen wir Daten sammeln/erheben und ob wir das wirklich müssen/wollen. Ich fürchte nur, dass es eher die gemacht haben, die da sowieso schon nicht sorglos mit umgegangen sind. Es ist auch wirklich kein Nachteil, dass nun Seiten generell vernünftig verschlüsselt sein sollten und so weiter. ABER!

Aber boah hömma war das viel Arbeit und vor allem viel Verwirrung! Man findet unfassbar viele Informationen dazu im Netz aber gefühlt keine echten konkreten sicheren Sachen. Weil wegen: muss man noch warten, wie das später ausgelegt wird.

Dann kommen da die Hobby-Blogger mit ihrem Halbwissen und versuchen es umzusetzen. „Bloggen kann jeder, einfach irgendwo nen Profil machen, Blog aufsetzen und los.“ Nö. Ich habe von zuvielen gehört, denen die ganze Sache nun zu heikel oder aufwendig wurde, die aus Angst etwas falsch zu machen und Abmahnungen zu riskieren, lieber aufgegeben haben. Die letzten Tage hat das Netz schwer Verluste hinnehmen müssen, Vielfalt ging verloren. Manche veröffentlichen nun nur noch ausschließlich auf Facebook oder Instagram. Weil da ja überhaupt ganz zurückhaltend mit Daten umgegangen wird. Ja neee… aber die eigene Plattform ist halt zu riskant. Das ist verdammt nochmal schade!!!

Man hilft sich

Eine schöne Lehre aus den letzten Wochen ist aber die Gemeinschaft. Mag es theoretisch da draußen diejenigen geben, die nur darauf warten, Opfer zu Abmahnen zu finden, es gibt auch ganz viele hilfsbereite Leute. Das Netz hilft sich.

Die einen schreiben Blogposts über ihre Versuche, alles sauber umzusetzen. Die anderen reagieren auf meine verzweifelten Tweets.

In meinen Postfach landen konkrete Hinweise und Hilfsangebote, Steffen interviewe ich dann gleich telefonisch, auf Instagram supportet mich @lesulu quasi live in den Stories, als ich dort vor mich hin heule und fluche, weil ich mir nicht sicher bin, welche Code-Zeile ich nun aus dem Header meines Child-Themes umbedingt rauswerfen müsste, damit Pinterest nicht ständig hier nach Daten guckt.

Mein Freund verbringt einen ganzen Samstag damit, immer wortkarger und brummeliger, die total einfach umzusetzende Verschlüsselung dieser Seite wirklich sauber hinzubekommen und am Ende wehren sich immer noch drei Bildchen auf zwei Unterseiten gegen seine Bemühungen. (Ich hoffe übrigens, dass ich das nun sauber alleine hinbekommen habe.) Zu Juli habe ich teilweise eine WhatsAppSprachnachrichtenStandleitung (DATENKRAKE!!!), ob wir nun auch wirklich nix vergessen haben. Und Hannah schickt mir ausführliche Anleitungen.

Nein, das ist kein Gegeneinander. Wir wollen das hier alle vernünftig machen und helfen uns gegenseitig so gut wir können. Danke euch allen <3

Und nun liebe Leserinnen, liebe Leser und Verirrte,

Willkommen im Chaos. Fühlt euch wohl, ich versuche euch zu unterhalten und hier ein kleines bisschen netten Lesestoff zu hinterlassen, haltet eure Daten zusammen, ich will sie gar nicht haben. Habe schon genug eigene.

Eure Kerstin

Bilder aus der Fotobox von der Blogfamilia 2018

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 05/2018 #BLOGFAMILIA

Ich weiß ja auch nicht wirklich, was ich immer so alles treibe. Meistens sitze ich abends auf dem Sofa und habe NIX geschafft und bin davon extrem platt. Deshalb antworte ich ja immer gerne, wenn Frau Brüllen fragt #wmdedgt. Dieses Mal in einer Special-Edition von der BLOGFAMILIA in Berlin.


03:00 Uhr // Tanja aka Murmelmama ist wach. Also ich weiß davon nichts, obwohl ich (hoffentlich nicht schnarchend) im selben Hotelzimmer liege. Ich verpenne das. Aber sie spielte mir diese Information im Laufe des Tages zu. Ich aber schlafe.

07:30 Uhr // Tanja ist immer noch wach und regt an, ob ich es ihr nicht nachmachen wolle. Also das mit dem Aufwachen. Mache ich gleich. Erstmal überlasse ich ihr die Dusche und mir das Bett.

08:00 Uhr // Ich bin so ein bisschen wach und meine Zimmermitbewohnerin bereits aus dem Zimmer geflogen. Ich muss mich selbst zur Dusche überreden. Mache ich auch brav und nicht sonderlich murrend, denn gleich geht es zur Blogfamilia und darauf freue ich mich. Bisschen Fassadenfarbe auftragen und anziehen kommt auch gut.

08:30 Uhr // Ich habe den Zustand erreicht, in dem man so ein Hotelzimmer verlassen kann und folge Tanjas Spuren, um sie einzusammeln.

09:00 Uhr // Am Hauptbahnhof gegenüber holen wir uns ein Brötchen und einen Kaffee aus ToGo. Und ein Taxi. Weil wegen Tanja und wegen Rücken und wegen man ist ja nicht mehr die jüngste Zwillingsmutti. 😉

09:15 Uhr // Wir schlagen im Hotel Aquino auf. Einchecken oder Akkreditieren und so. Ich habe die erste Reizüberflutung. Sooo viele Menschen, die man lange nicht gesehen hat und viel zu lange nicht gedrückt hat.

Und Luftballons. Die gibt es auch. Viele Luftballons.

09:30 Uhr // Einlass. Von den Massen (es sind vermutlich nur gefühlte Massen oder Minimassen) mitreissen lassen und ständig neue Leute, die einen drücken, die man drücken will, mit denen man redet und die man wieder aus den Augen verliert. Dazwischen latsche ich dann elegant unserer Familienministerin Dr. Franziska Giffey in den Weg, die gerade mit Mitarbeitern und Veranstaltern eine Runde zwischen den Sponsorenständen dreht.

Nicht rot werden! Lächeln. Hand ausstrecken und „Schön, dass Sie da sind.“ Gut, wenn dann zurückgelächelt wird und das ganze absolut nicht peinlich verläuft. Dafür hätte ich ja auch durchaus Talent. (verlinkt ist oben übrigens tatsächlich ein Foto dieser eleganten Aktion von mir)

10:00 Uhr // Die Blogfamilia wird hochoffiziell eröffnet. Die Bundesministerin berlinert fein und hat für den Fall der Fälle Feuchttücher im Auto. Nein, so unpolitisch bleiben die Grußworte nicht, aber so locker im Ton. Es passt zur Atmosphäre.

10:30 Uhr // Die Keynote von Teresa Bücker schließt sich daran an. Eine tolle Rede einer klugen Frau. Dazwischen Kinder, die umherrennen. Übrigens auch das der Bundesministerin (gelebte Vereinbarkeit).

11:00 Uhr // Ich ergattere dank Nina (juramama) einen Kaffee und marschiere Richtung Workshop. Ich habe mir einfach die für mich am unterhaltsamsten erscheinenden Workshops ausgesucht, denn ich hatte kein Thema dieses Jahr, bei dem ich unbedingt etwas dazulernen wollte. Ich bin nur hier, um Spaß zu haben und Leute zu treffen. (netzwerken deluxe)

11:30 Uhr // Ich bin im Tigerentenclub gelandet oder zumindest bei Johannes Zenglein im Workshop „Gut rüberkommen im Bewegtbild.“ Der Johannes vergisst das mit dem Duzen ständig und erzählt uns, dass wir mal einfach ein bisschen blöder sein sollten. Und nicht so kontrolliert. Wenn also demnächst RTL2 anruft oder ich mitten in der Nacht plötzlich beschließen sollte einen YouTubeChannel aufzumachen, kann ich nun ganz blöd locker in die Kamera gucken. Ach nein! Man soll nicht in die Kamera gucken. Zumindest nicht beim Fernsehen. Bei YouTube schon. Ich glaube, das ist mir zu kompliziert. Ich bleibe besser bei blöd gucken in Insta-Stories. Aber lustig war es. 😉

12:30 Uhr // MITTAGSPAUSE! Essen! Yeah! Mir ist dummerweise so gar nicht nach Nahrungsaufnahme. Aber ich quatsche mich erstmal mit Pippa und Juli als Zwillingsmutti-Connection im Hof fest, schaffe dann drei Blatt Salat, um in den nächsten tollen Gesprächen zu landen. Da verquatsche ich gleich auch noch den Auftritt der Heavysaurus auf dem Hof, denn ich muss noch kurz mit Jette und Bea, mit Regine und Natalia, mit Sassi und Sandy, mit Jessi und Lisa, mit Hinz und Kunz und überhaupt allen reden. (An dieser Stelle habe ich beschlossen, nicht zu versuchen, alle zu erwähnen oder zu verlinken. Ich habe mich so unfassbar über sehr viele Menschen gefreut, so tolle Gespräche gehabt. Ich würde garantiert mehrere vergessen zu erwähnen, die es wert wären, erwähnt zuwerden.)

14:30 Uhr // Ich lasse mich bzw wir lassen uns von den wiederholten, charmanten Aufforderungen Jannis in das Gebäude zurücklotsen. Die Schlagfertigkeitsqueen Nicole Staudinger spricht und schlagfertig wäre ich auch gerne mal. Ach was.

Ich würde mir saugern ein Buch von ihr signieren lassen, aber die Schlange ist mir zu lang und der nächste Workshop ruft. DAS bleibt aber am Ende des Tages als dickes SCHADE hängen. 🙁 Hätte ich mal! Sie war mir nämlich verdammt sympathisch.

15:15 Uhr // Der nächste Workshop! Mit dem Fake-Influencer Frederik Feig und viel Selbstironie. Ich empfehle euch übrigens ALLEN die Reportage mal anzusehen.

16:45 Uhr // Wir haben irgendwie etwas überzogen. Was vermutlich weniger an dem Fake-Frederik liegt, sondern mehr an dem dazwischenquasselnden Teilnehmern. Jedenfalls ist die Kaffepause schon um und es geht direkt zur Podiumsdiskussion über Digitale Familienpolitik. Die ist gut. Und interessant. Und wichtig.

Und ich bin müde. Überspannt. Reizüberflutet. Hungrig und mental abwesend. Machen wir einen Haken bei ICH BIN DURCH und nicht mehr aufnahmefähig. Ach und der Traummann hat schon zweimal versucht anzurufen und ich komme nicht dazu, zurückzurufen. Aber gleich. Auf jeden Fall.

17:45 Uhr // Aber erstmal wird der Blogfamilia Award verliehen und ich bleibe sitzen. Weil ich ihn wichtig finde. Und alles andere auch unhöflich wäre. Und ja, ich freue mich für die Preisträger 22 Monate (hier muss ich dann auch tatsächlich heulen, aber es hat ja keiner gesehen), Minimenschlein und Lächeln und Winken. Aber erwähnte ich, dass ich durch bin. Ich kann nicht mehr.

18:30 Uhr // Ich bleibe höflich sitzen bei der Verabschiedung. Weil ich die Blogfamilia toll war und man allen herzlich danken sollte. Und weil ich zu platt bin um aufzustehen. Viel zu platt.

Aber die Bar wird eröffnet!

Man staune! Ich kann wieder gehen! Und tatsächlich irgendwann auch wieder reden.

Wir sitzen auf dem Hof, ich bin so klug mir noch eine Kleinigkeit am Foodtruck zu kaufen, denn ich habe heute kaum gegessen. Es ist so ein bunter und lustiger Abend. Die Blogfamilia ist eine ziemlich einzigartige Veranstaltung, denn es ist einfach nur schön, wie gut man sich unterhalten kann. Wie nah einem Menschen sind, die man noch nie gesehen hat oder nur einmal im Jahr. Ich mag wahnsinnig naiv sein, aber mir begegnen in Zickerein oder Konkurrenz. Mir begegnen da einfach nur unheimlich tolle Menschen. Kluge Menschen. Laute Menschen. Leise Menschen. Mit den unterschiedlichsten Gesichten und riesigen Herzen.

Der Tag hätte ewig so gehen können, auch wenn ich nicht mehr gehen kann. Bin nämlich völlig durch und sitze um Mitternacht völlig verfrohren und hundemüde noch draußen in einer Berliner Lokalität mit eben diesen wundervollen Menschen. Doch mein Bett ruft!

Am Ende des Tages bleibt für mich als inhaltliches Fazit der Blogfamilia 2018:

Öffentlichkeit für die Themen rund um Kinder und Familie, Beruf und Vereinbarkeit ist wichtig. Blogs sind ein lautes und starkes Instrument, diese Öffentlichkeit herzustellen und Aufmerksamkeit für familienpolitische Themen zu genrieren. Wo ist das Private so politisch wie in der Familie? Dieser Gedanke zog sich von der Begrüßung bis zur abschließenden Diskussion am späten Nachmittag durch den ganzen Tag. Zumindest begegnete er MIR immer wieder in allen Facetten und Formulierungen.

Und in mir bekräftigt das meine Motivation zu schreiben. Ich will weiter schreiben und dabei lauter werden.

Merk dir meinen Beitrag doch gerne auch auf PINTEREST.

Danke

Danke an das Team der Blogfamilia. Von ganzen Herzen. Es ist eine so wunderbare Veranstaltung. So entspannt und bunt, so familiär und jaaaa auch laut (hey, da laufen wahnsinnig viele Kinder rum! und ich.) Was ihr da jedes Jahr auf die Beine stellt, ist grandios. Eine für die Teilnehmer kostenlose Veranstaltung, zum Weiterbilden und Netzwerken, zum Kennenlernen und Wiedersehen. Mit Kinderbetreuung und rundum Verpflegung. DANKE.

Danke an Bundesministerin Franziska Giffey. Auch wenn das Familienministerium die Veranstaltung schon länger unterstützt, bringt das persönliche Erscheinen der Ministerin der Konferenz zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit. Ihr Erscheinen bringt also unseren Themen, die Themen der vielfältigsten Familien, deren Problemen und Anliegen Aufmerksamkeit. Öffentliche Wahrnehmung.

Ich hatte den Eindruck, Sie fühlen sich auf der Blogfamilia wohl. Sie wirkten offen und sympathisch. Danke, dass Sie da waren.

Danke an alle Referenten. Von der insprierenden Keynote über die Workshops bis zur Abschlussdiskussion: das Programm war gelungen. Ich hätte gerne noch mehr Workshops mitgemacht und bedauere bei einigen, dass ich mich immer noch nicht zweiteilen kann (Alter, ich bin Zwillingsmutti, warum kann ich das nicht?). Dabei war meine Aufnahmekapazität schon so völlig erschöpft.

Danke an alle Sponsoren. Ohne die Sponsoren wäre die Veranstaltung so nicht möglich. Die Sponsoren bestücken nicht nur die Goodiebags, sie bezahlen die ganze Konferenz, die für uns alle kostenlos ist. Die Räumlichkeiten, die Verpflegung, die Kinderbetreuung. Sie ermöglichen auch Familienbloggern mit wenig Geld, an diesem Tag dabei zu sein. Auch ganz konkret durch Reisekostenzuschüsse. Deswegen DANKE


TOMYRossmannBund der Freien WaldorfschulenHPAXAdas Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendrabach kommunikationBetreut.deJugendherbergen zwischen NORDSEE und SAUERLANDdie Verlagsgruppe Beltzscoyophaeno und der Kosmos Verlag.


Danke an alle Teilnehmer. Ohne euch wäre die Blogfamilia ziemlich MÖÖÖÖP und eine stinknormale Konferenz. Hab euch lieb!

Eure Kerstin

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Protokoll eines Tages im Leben einer Mutter

Wo geht es hin mit dem Chaos?

Aus der Kur kehrte ich hochmotviert zurück. Auch was meine kleine Passion das Bloggen angeht. Dann fiel direkt am zweiten Tag die Tagesmutter des Krümels aus… für nun wohl einige Wochen. Keine Zeit mehr für „überflüssiges“. Improvosation ist weiterhin Alltag im Chaos und ich musste wieder darüber nachdenken, welche Priorität hat das Blog für mich. Lohnt es sich überhaupt, die Zeit und Energie aufzubringen, das Ding hier fristgerecht fit für das Inkrafttreten der Datenschutzverordnung umzubauen? Sollte ich es nicht einfach ganz lassen?

Dann tauchten die ersten vereinzelten Kooperationsanfragen auf. Die ersten seit Monaten. Und beim Schreiben der Antworten ist mir bewusst geworden, dass ich für mich schon vor langer Zeit (unbewusst) beschlossen habe, dass das Blog keine relevante Einnahmequelle für mich werden soll. Das liegt weniger daran, dass ich generell monetarisierte Blogs ablehne. Es gibt sogar hoch professionelle Familienblogs von BloggerInnen, die ihr Blog als Haupteinnahmequelle betreiben, die ich sehr schätze und auch gerne mal lese. Aber ich will das für mich nicht.

Ich will nicht bloggen müssen. Ich will auch nicht das Blog unter den Gesichtspunkten des möglichst gut verkäuflichen, des klickbaren, des gefälligen Inhalts betreiben. Ich will nicht immer daran denken müssen, welchen Content ich reichweitenstark platzieren könnte. Ich will Instagram weiterhin einfach mögen dürfen und es nicht so nutzen müssen, dass ich endlich mal annehmbare Zahlen dort habe. Nochmal: Ich bewundere es durchaus bei anderen, wie gut und professionell sie dies machen. Ich will es nur selber nicht.

Aber was will ich denn?

Ich will schreiben. Denn ich liebe es zu schreiben. Meine Cousine fragte mich gestern noch, ob es schwer wäre, immer neue Themen und Texte zu finden. Ich habe gelacht. Nein. Ideen habe ich im Überfluss und Gedanken, die niedergeschrieben werden wollen. Ich komme nur zu selten dazu. Ich wünsche mir für mich mehr Zeit, meine Ideen umzusetzen und meine Texte zu schreiben. Ich für mich.

Ich will unterhalten. Ich will ein Schmunzeln im Gesicht meiner Leser. Ich wünsche mir, dass ich im Kopf bleibe als eine Seite unter den Milliarden im Netz, die man gerne liest, weil man lachen muss und manchmal weinen, weil sie Spaß macht und Geschichten anders erzählt. Geschichten, die man überall im Netz finden kann, denn ich erfinde die Themen nicht neu, ich würde sie nur gerne anders erzählen.

Ich will Ängste nehmen. Das war mein eigentliches und erstes Ziel auf diesem Blog zu schreiben. Ich will allen erzählen, dass Zwillinge doppeltes Glück bedeuten, dass man keine Angst vor einer Zwillingsschwangerschaft haben muss. Ich will Mut machen und Lust auf Familie. Ich will die schlaflosen Nächte und die Wutanfälle nicht schönreden, ich will herausschreiben, warum sie es wert sind.

Ich will Öffentlichkeit herstellen. Ich bin ein politischer Mensch. Ein interessierter und aufmerksamer Mensch. Gleichzeitig bin ich ein müder Mensch und einer, der sich ungern heftig empört. Ich höre gerade bei kontroversen Themen mehr zu und neige zur Kompromisssuche. Mein ehemaliger Deutschlehrer nannte mich rethorisch gewandt und beinahe krankhaft harmoniesüchtig. Ja, ich kann reden (und schreiben), aber ich bin nicht der Typ für Aufreger. Trotzdem will ich mehr Meinung hier zulassen, politischer werden. Nicht krawallig. Eher spiegelnd.

Ich wünsche mir mehr Aufmerksamkeit für die Themen, die Familien bewegen. Ich wünsche mir mehr Sichtbarkeit für die Probleme und Hürden im Alltag des kunterbunten Lebens mit Kindern.

Ich wünsche mir Relevanz. Ja, wir sind bei meinen egozentrischen Wünschen. Aber wenn ich in mich hereinlausche, dann wünsche ich mir tatsächlich kein Blog, das annehmbare Summen pro sponsored Post generiert. Ich wünsche mir keine zehntausend Instafollower. Ich brauche keine irren Klickzahlen. Ich wünsche mir, dass jemand sagt „Die Kerstin schreibt gute Beiträge.“ „Die Kerstin schreibt wichtige Texte.“ „Lest mal bei der Kerstin, die hat da was richtig toll zusammengefasst.“ Ja, das sind meine dunklen Wünsche. Ich wünsche mir tatsächlich weniger den kommerziellen Erfolg oder die breite Reichweite, ich wünsche mir schlicht als relevant wahrgenommen zu werden.

Für mich wäre es ein kleiner Traum, wenn DU demnächst deiner Freundin von Herzen empfehlen würdest, das Blog zu lesen oder einen konkreten Text. Weil du hier gut unterhalten wurdest, weil meine Texte dich eventuell sogar aufbauen, weil du die Themen hier wichtig findest und weil du es einfach für empfehlenswert hälst. DAS ist meine Motivation.

Und in diesem Sinne freue ich mich mit gemischten Gefühlen auf die Blogfamilia am Wochenende. Ich bin dieses Mal merkwürdig nervös.

Eure Kerstin

Ich freue mich, wenn du dir meinen Beitrag auf Pinterest merkst.

1. Anmerkung: Ich hoffe, dass ich die Tage auch dazu komme, Teil drei der Kur-Tagebücher zu veröffentlichen, denn der Text ist geschrieben… allein fehlte die Zeit für das Redigieren, Kürzen, Formatieren,… und dieser Text war mir wichtiger. 😀

2. Anmerkung: Ich werde das Blog nicht konsequent monetarisieren und lehne derzeit auch alle Kooperationsanfragen ab. Aber ich habe in der Vergangenheit schon einzelne Kooperationen gehabt, die ich richtig gut fand und die ich so auch nochmal wieder machen würde. Ich suche nur nicht danach. Aber ja, für den Campingplatz auf dem ich eh Urlaub mache und den ich gut finde, würde ich auch in Zukunft wieder bezahlte Werbung machen. 😉 (So als kleines Beispiel.)