Archive für Auszeit

Kinder haben ja bekanntlich Phasen. Nach der Phase ist vor der Phase und mit drei Kindern hat man dreimal soviel Phasen nach den Phasen, die vor den Phasen kamen, die nach den Phasen der vorletzten Phasen kamen. Oder so in der Art.

Das liegt an den Eltern von heute, die so einen riesigen Aufwand um ihre Kinder machen. Ich bin auch so eine. Schrecklich kompliziert. Ich könnte ja nachts den Krümel auch einfach mal schreien lassen. Hat noch keinem Kind geschadet. Oder ich könnte einfach mal weggehen bei der Tagesmutter und sie machen lassen. Ich könnte meinen Kindern einfach mal härtere Grenzen setzen. Zack! Dann müssen sie halt mal sich selbst beschäftigen! So!

Aber nein, ich bin ja da so eine moderne, weiche Mutti und überhaupt steht das auf einem ganz anderen Blatt. Das Blatt auf dem diese Geschichte hier steht, hatte ich nur kurzfristig verlegt. Bei dem Chaos hier, kein Wunder! Findet ja keiner mehr was wieder!

Da kann man auch keine Texte mit vernünftiger Struktur und sinnvollem Aufbau formulieren. Keine Gedanken fassen, denen irgendwer folgen könnte. Wo war ich stehen geblieben?

Achso… bei Phasen… und dann wollte ich zum Umbruch kommen, in dem wir seit Wochen feststecken. Wir haben uns im Sumpf zwischen neuem und altem Alltag  festgefahren: die Zwillinge strichen den Mittagsschlaf, die Zwillinge gingen in den Kindergarten statt zur Tagesmutter, der Krümel sollte stattdessen zu ebenjener gehen und am Ende stünde ein neuer Tagesablauf für alle, der sich fügen und verfestigen sollte. Soweit die Theorie.

In der Praxis sind die Zwillinge aus dem Stand heraus ganz wunderbare Kindergartenkinder. Noch beim Abholen in eben jeder Institution explodiert aber der eine und die andere implodiert. Sonnenschein  reagiert mit all seiner überschäumenden (und lauten) Emotionalität auf die neuen Eindrücke. Seine Zwillingsschwester fällt derweil zu einem weinenden Häufchen Elend zusammen. Sie brauchen gerade viel Aufmerksamkeit . 

Und es erzeugt Stress. Auch beim kleinen Bruder. Der neuerdings und zur unpassensten Zeit klammert wie nichts. Das kleine Klammeräffchen wohnt quasi auf Mama. Runter von ihr fliegt er meist nur, weil auch sein großer Bruder genauso mama-affin ist. Nur Mama bitte! Hätte die Schwester auch gerne. Mama hat es noch nicht geschafft sich zu klonen.

Ich komme seltener zum Duschen in diesen Zeiten als im ersten Jahr mit den Zwillingen. Von meinen Fingernägeln blättert der Lack und meinen Kaffee trinke ich kalt oder nie. Oft genug nehme ich abends das erste Mal Nahrung zu mir.

Alles weil ich so verweichlichte Mamakinder hier habe und mir den Arsch aufreiße, sie noch weiter zu verweichlichen und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Was ich dummerweise gerade nicht schaffe. Dazu müsste ich mich klonen, aber das funzt einfach nicht.

Krümels Eingewöhnung wurde erst einen Monat wegen dauerndem Fieber verschoben und dann durften wir feststellen, dass Krümel nicht von Mamas Schoß will. Mein abenteuerlustiges Kamikaze-Kind, dem kein Regal zu hoch zum klettern ist und keine Treppe zu steil, kommt nicht von Mamas dicken Bollen runter. Die sitzt dann stundenlang auf dem Boden eines Spielzimmers, während sie zu Hause nichts mehr gebacken bekommt. Und jetzt ist der Sonnenschein krank und der Krümel und  wir haben den nächsten Bruch und die nächste Herausforderung.

Ich habe letzte Woche schon alle Termine für diesen Monat abgesagt. Nicht nur, weil ich meinen Kinder nicht auch noch unnötig Mama entziehen will, sondern weil ich eh schon wild organisieren muss, damit unser Alltag halbwegs läuft. Weil ich kaum zu den nötigsten Dingen wie Körperpflege und Nahrungsaufnahme komme und es dann absurd ist, auch noch durch die halbe Republik zu reisen. Den Traummann sehe ich nur noch über kreischende Kinderköpfe hinweg oder schnarchend.

Ich komme auch nicht dazu hier zu schreiben. Oder sonst irgendwas zu machen. Mein Kopf platzt vor Texten und halbfertigen Dingen. Überfällige Texte für meine wenigen Kooperationen und unfassbare Mengen unbeantworteter E-Mails liegen schwer wie Steine in meinem Magen und am Ende bringt das Blog Stress. Das schlechte Gewissen belastet. Das Unerledigte. Es stresst mich gerade, dass ich nicht schreiben kann, obwohl ich wollte. Es stresst mich, dass ich Zusagen nicht einhalten kann. Es nervt mich kolossal, dass ich meinen Blogumzug seit Januar immer wieder verschiebe und er immer weiter aus dem Blickfeld rutscht.

Ich habe auch überhaupt keine Lust mehr auf diese immer gleichen Texte einer gestressten Mutti, die übermüdet irgendwelche Texte über die nicht enden wollende Phase schreibt. Aber das kommt dabei heraus, wenn ich mich abends noch dazu aufraffe, zu schreiben. Oft genug mache ich das nicht, denn nach einem durchschnittlichen Tag bei uns bin ich zum Umfallen müde. Schon weit vor der Tagesschau. Unsere Nächte sind ja schließlich nicht zum Schlafen da. Da machen wir Party mit dem Krümelchen. (Der verbreitet echt ne super Stimmung! Mag ihn mal wer einladen?)

Wie machen das eigentlich all die anderen ElternbloggerInnen? Wann schreibt ihr?

Und irgendwas wird immer sein. Mit drei Kindern sowieso.

Da ist es nur logisch, dass ich das Blog erstmal Blog sein lasse. Eine Logik, die schmerzt. Es ist irgendwie mein Baby. Ich habe es lieb. Sehr sogar. Aber derzeit ist es so verwahrlost, dass ich persönlich mir das Sorgerecht entziehen möchte.

Ich möchte die wenige Zeit, die ich nicht habe, zu 100% für meine Kinder da sein können und vielleicht sogar wieder dazu kommen, ein wenig für mich selbst zu sorgen. In ganz irren Träumen könnte ich sogar dazu kommen, zu schlafen oder zu lesen oder äh keine Ahnung, was macht man, wenn man freie Zeit hat heutzutage so? Ich habs vergessen.

Deswegen: Auch wenn es schmerzt, dass noch soviele fast fertige Entwürfe und ausstehende Rezensionen irgendwo da im Nirvanna von wordpress rumdümpeln: Ich mache jetzt nichts mehr hier. Ich stelle mich stumm und taub. Ich schreibe nur noch analog für mich, logge mich bei wordpress aus und sage:

„Bis bald. Vielleicht.“

Denn ich weiß nicht, wie lange die Phase andauern wird. Und was dann kommen wird?! Bevor ich mich nicht sicher in ruhigen Gewässern wähne, wenn ich mich nicht das erste Mal dabei erwischt habe, vor Langeweile Fensterrahmen zu polieren, schreibe ich hier nix mehr. So. Ich habe fertig.

Eure Kerstin

Und ja, ich werde euch vermissen. Sehr sogar. Aber meine Familie geht immer vor.


Die Gewinnerin der BABAUBA-Verlosung habe ich aber noch gezogen: Nicole! Herzlichen Glückwunsch! (Du bekommst noch eine Mail von mir .)

Geschichten von der Nordsee Teil 5:

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Der Krümel ist noch steigerungsfähig und beginnt nun gemeinsam mit den frühsten der frühen Vögel im Chor zu zwitschern. Vielleicht steht ihm eine ganz große Kariere als Bäckermeister bevor? Möglich wäre es…

Die Zwillinge wachen erst fast drei Stunden später – um 7:30 Uhr – auf, um jubelnd festzustellen, dass ihr verschlafener Onkel auf dem Sofa des Ferienhauses ist. Eine große Überraschung! Er selber ist so eine Lautstärke und Energie um diese Uhrzeit nicht gewohnt. Ich sehe Fluchtgedanken in seinen Augen aufblitzen. Muddis frischer Kaffee und die kindlichen Begeisterungstürme im richtigen Augenblick scheinen diese Gedanken aber offensichtlich schnell zu verscheuchen. Weiterlesen…

Geschichten von der Nordsee Teil 4:

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Am nächsten Morgen reizt das Klima unseren Krümel dazu, seine Qualitäten als Frühaufsteher weiter zu perfektionieren. Es ist nicht verwunderlich, dass er schon während des gemeinsamen Frühstücks wieder in sein Reisebett gepackt werden muss. Da schläft er tief und fest, als ein Großteil der Familie das Haus in Richtung Strand verlässt. Ich selber lege die Beine auf der Terrasse hoch und beschließe, die Ruhe einfach zu genießen. (Den Luxus habe ich schließlich eher selten.)

Der Vormittag zieht dahin, der Krümel pennt und per Telefon wird eiligst eine Ersatzgarnitur Kleidung für die Prinzessin angefordert, die wohl ihre zweite Buchse für die im Meerwasserpfützen gebadete erste Hose soeben eingenässt hat. Oma marschiert also Richtung Dünen und ich bleibe nun ganz allein im Haus zurück, um des Jüngsten Schlaf zu überwachen. Sehr praktisch, denn so kann ich gleich noch eine Maschine Wäsche anstellen und dem Baby Mittagessen kochen. Fast wie zu Hause. Nur mit mehr knirschendem Sand auf den Fußböden. Weiterlesen…

Geschichten von der Nordsee Teil 3:

Cuxhaven (58)

„Reizklima?!“ meinte der Kinderarzt vor unserem Urlaub skeptisch. Ob wir uns das Reizklima der Küste wirklich antun wollten? Manche kleinen Kinder würden darauf heftig reagieren.

Wir wussten es besser und nun ist es auch bereits unser dritter Frühlings-Familien-Nordsee-Urlaub in Folge. Immer auf Einladung meiner Eltern. Beim ersten Mal waren die Zwillinge 9 Monate alt. Das Reizklima störte sie nicht. Unsere Nächte waren beschissen. Es war völlig egal, ob Küstenklima oder Ruhrgebietsdunst. Höhepunkt in besagtem Jahr – im Sinne von herausstechendes, in Erinnerung verbleibendes Ereignis – war mein Schulterbruch in der ersten Nacht, dessen Folgen mich bis heute begleiten und den damaligen Urlaub meinerseits prägten. Es war einfach nicht sonderlich entspannt mit fixiertem Arm, unbehandeltem Bruch (man traute sich in der Provinz nicht ran und verwies auf die Kliniken im Pott) und der vollen Dröhnung Schmerzmitteln.

Im zweiten Jahr schliefen die Zwillinge weitestgehend durch. Ich aber deswegen nicht lange nicht. Ich war schwanger mit dem Krümelchen und schleppte dauermüde meine Schwangerschaftswehwehchen am Strand entlang. Das Reizklima war mir dabei ziemlich egal. Weiterlesen…

Wir waren im Urlaub. Familienurlaub. Ganz ohne Internetz und Klapprechner. Ich konnte also nicht bloggen. Amüsante Geschichten ereignen sich bei uns aber auch dann, wenn ich gar keinen Rechner zum Niederschreiben derselben zur Verfügung habe; und so habe ich unseren Urlaub für euch analog mitgebloggt. Ich werde ihn nun häppchenweise digitalisieren, hochladen und veröffentlichen.

Viel Spaß bei Teil 2!


Cuxhaven Strandkörbe

Der erste Urlaubstag im Watt

Strahlender Sonnenschein und sommerliche Wärme erwarteten uns nach (mal wieder) schlafloser Nacht am ersten Morgen nach der aufregenden Anreise.Warum kann so ein Baby eigentlich keine Rücksicht nehmen und wenigstens im Urlaub seine Eltern ausnahmsweise mal durchschlafen lassen? Wir hätten ja nichts dagegen, wenn der Krümel nachts noch feiern wollen würde, Weiterlesen…

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Ich finde das ja nach wie vor unmenschlich, dass meine Kinder mich nicht nur nachts um den Schönheitsschlaf bringen, sondern auch noch zwingen, dem frühen Vogel live zuzuhören. Der Samstag begann (wie immer) zu früh. Mit wachem, fröhlichen Baby und halb schlafendem, müden Elternteil.

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Nach dem Frühstück ging es fröhlich und beschwingt weiter. Ich musste mich mal dem Thema Wäsche widmen. Das ist (mal wieder) etwas ausgeartet bei uns und obwohl ich nur das allernötigste bügel, war ich den ganze Vormittag gut beschäftigt.
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Neulich waren wir im Urlaub. Familienurlaub. Ganz ohne Internetz und Klapprechner. Ich konnte also nicht bloggen. Amüsante Geschichten ereignen sich bei uns aber auch dann, wenn ich gar keinen Rechner zum Niederschreiben derselben zur Verfügung habe; und so habe ich unseren Urlaub für euch analog mitgebloggt. Ich werde ihn nun häppchenweise digitalisieren, hochladen und veröffentlichen.

Viel Spaß dabei!


Urlaub in Cuxhaven

Die Anreise

Um diesen verhassten, fürchterlich stressigen Urlaubsvorbereitungen, die mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns und weit darüber hinaus treiben, aus dem Wege zu gehen, habe ich den Familienurlaub dieses Jahr ganz besonders geschickt geplant. Oder ich habe vielmehr mich ganz geschickt räumlich weg geplant und die drei Tage vor diesem Großereignis in sicherer Entfernung in Berlin verbracht.

Völlig entspannt und noch ganz im Blogfamilia-Rausch kehrte ich pünktlich zum Abendessen am Vortag der Abreise zurück. Das hatte der Traummann bereits gemeinsam mit meinen drei entzückenden Kindern liebevoll vorbereitet und so war es schlicht naheliegend, meine Rückkehr zu feiern und die Familie zu genießen statt sich so profanen Dingen wie der Packerei zu widmen. Weiterlesen…