Archive für Elternblog

Alle Jubeljahre überkommt es mich wie im Fieberwahn und ich schreibe Meta-Texte, blogge über das Bloggen, twischter über Twitter, poste über Social Media Themen oder verrenne mich sonstwie in der Metakommunikation. Immer wieder nehme ich mir danach vor, das zukünftig nicht mehr (hier) zu machen.

Denn eigentlich halte ich doch recht viel von genauer Zielgruppenansprache und unterstelle jetzt mal, dass die meisten von euch hier nicht zwingend hinklicken, um Texte über Kommunikation in all ihren Facetten zu lesen.

Aber da ich gerade keinen anderen Blog zum Posten habe, grundsätzlich auf dem Chaos-Blog eh total inkonsequent mit meinen eigenen Vorgaben umgehe und es mir einfach gerade in den Fingerspitzen zuckt, müsst ihr dadurch oder ganz, ganz schnell diesen Link* klicken.

Online wütet der Mob im Hexenkessel

Erstaunlicherweise kommunizieren die meisten Menschen online oft sehr viel offener und direkter. Das zeigt sich täglich ganz gruselig exemplarisch bei den vielen kleinen und großen Scheißestürmchen auf den sozialen Plattformen. Da wird beleidigt und diffamiert, mit Worten umsich geworfen wie wild. Weiterlesen…

Kinder haben ja bekanntlich Phasen. Nach der Phase ist vor der Phase und mit drei Kindern hat man dreimal soviel Phasen nach den Phasen, die vor den Phasen kamen, die nach den Phasen der vorletzten Phasen kamen. Oder so in der Art.

Das liegt an den Eltern von heute, die so einen riesigen Aufwand um ihre Kinder machen. Ich bin auch so eine. Schrecklich kompliziert. Ich könnte ja nachts den Krümel auch einfach mal schreien lassen. Hat noch keinem Kind geschadet. Oder ich könnte einfach mal weggehen bei der Tagesmutter und sie machen lassen. Ich könnte meinen Kindern einfach mal härtere Grenzen setzen. Zack! Dann müssen sie halt mal sich selbst beschäftigen! So!

Aber nein, ich bin ja da so eine moderne, weiche Mutti und überhaupt steht das auf einem ganz anderen Blatt. Das Blatt auf dem diese Geschichte hier steht, hatte ich nur kurzfristig verlegt. Bei dem Chaos hier, kein Wunder! Findet ja keiner mehr was wieder!

Da kann man auch keine Texte mit vernünftiger Struktur und sinnvollem Aufbau formulieren. Keine Gedanken fassen, denen irgendwer folgen könnte. Wo war ich stehen geblieben?

Achso… bei Phasen… und dann wollte ich zum Umbruch kommen, in dem wir seit Wochen feststecken. Wir haben uns im Sumpf zwischen neuem und altem Alltag  festgefahren: die Zwillinge strichen den Mittagsschlaf, die Zwillinge gingen in den Kindergarten statt zur Tagesmutter, der Krümel sollte stattdessen zu ebenjener gehen und am Ende stünde ein neuer Tagesablauf für alle, der sich fügen und verfestigen sollte. Soweit die Theorie.

In der Praxis sind die Zwillinge aus dem Stand heraus ganz wunderbare Kindergartenkinder. Noch beim Abholen in eben jeder Institution explodiert aber der eine und die andere implodiert. Sonnenschein  reagiert mit all seiner überschäumenden (und lauten) Emotionalität auf die neuen Eindrücke. Seine Zwillingsschwester fällt derweil zu einem weinenden Häufchen Elend zusammen. Sie brauchen gerade viel Aufmerksamkeit . 

Und es erzeugt Stress. Auch beim kleinen Bruder. Der neuerdings und zur unpassensten Zeit klammert wie nichts. Das kleine Klammeräffchen wohnt quasi auf Mama. Runter von ihr fliegt er meist nur, weil auch sein großer Bruder genauso mama-affin ist. Nur Mama bitte! Hätte die Schwester auch gerne. Mama hat es noch nicht geschafft sich zu klonen.

Ich komme seltener zum Duschen in diesen Zeiten als im ersten Jahr mit den Zwillingen. Von meinen Fingernägeln blättert der Lack und meinen Kaffee trinke ich kalt oder nie. Oft genug nehme ich abends das erste Mal Nahrung zu mir.

Alles weil ich so verweichlichte Mamakinder hier habe und mir den Arsch aufreiße, sie noch weiter zu verweichlichen und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Was ich dummerweise gerade nicht schaffe. Dazu müsste ich mich klonen, aber das funzt einfach nicht.

Krümels Eingewöhnung wurde erst einen Monat wegen dauerndem Fieber verschoben und dann durften wir feststellen, dass Krümel nicht von Mamas Schoß will. Mein abenteuerlustiges Kamikaze-Kind, dem kein Regal zu hoch zum klettern ist und keine Treppe zu steil, kommt nicht von Mamas dicken Bollen runter. Die sitzt dann stundenlang auf dem Boden eines Spielzimmers, während sie zu Hause nichts mehr gebacken bekommt. Und jetzt ist der Sonnenschein krank und der Krümel und  wir haben den nächsten Bruch und die nächste Herausforderung.

Ich habe letzte Woche schon alle Termine für diesen Monat abgesagt. Nicht nur, weil ich meinen Kinder nicht auch noch unnötig Mama entziehen will, sondern weil ich eh schon wild organisieren muss, damit unser Alltag halbwegs läuft. Weil ich kaum zu den nötigsten Dingen wie Körperpflege und Nahrungsaufnahme komme und es dann absurd ist, auch noch durch die halbe Republik zu reisen. Den Traummann sehe ich nur noch über kreischende Kinderköpfe hinweg oder schnarchend.

Ich komme auch nicht dazu hier zu schreiben. Oder sonst irgendwas zu machen. Mein Kopf platzt vor Texten und halbfertigen Dingen. Überfällige Texte für meine wenigen Kooperationen und unfassbare Mengen unbeantworteter E-Mails liegen schwer wie Steine in meinem Magen und am Ende bringt das Blog Stress. Das schlechte Gewissen belastet. Das Unerledigte. Es stresst mich gerade, dass ich nicht schreiben kann, obwohl ich wollte. Es stresst mich, dass ich Zusagen nicht einhalten kann. Es nervt mich kolossal, dass ich meinen Blogumzug seit Januar immer wieder verschiebe und er immer weiter aus dem Blickfeld rutscht.

Ich habe auch überhaupt keine Lust mehr auf diese immer gleichen Texte einer gestressten Mutti, die übermüdet irgendwelche Texte über die nicht enden wollende Phase schreibt. Aber das kommt dabei heraus, wenn ich mich abends noch dazu aufraffe, zu schreiben. Oft genug mache ich das nicht, denn nach einem durchschnittlichen Tag bei uns bin ich zum Umfallen müde. Schon weit vor der Tagesschau. Unsere Nächte sind ja schließlich nicht zum Schlafen da. Da machen wir Party mit dem Krümelchen. (Der verbreitet echt ne super Stimmung! Mag ihn mal wer einladen?)

Wie machen das eigentlich all die anderen ElternbloggerInnen? Wann schreibt ihr?

Und irgendwas wird immer sein. Mit drei Kindern sowieso.

Da ist es nur logisch, dass ich das Blog erstmal Blog sein lasse. Eine Logik, die schmerzt. Es ist irgendwie mein Baby. Ich habe es lieb. Sehr sogar. Aber derzeit ist es so verwahrlost, dass ich persönlich mir das Sorgerecht entziehen möchte.

Ich möchte die wenige Zeit, die ich nicht habe, zu 100% für meine Kinder da sein können und vielleicht sogar wieder dazu kommen, ein wenig für mich selbst zu sorgen. In ganz irren Träumen könnte ich sogar dazu kommen, zu schlafen oder zu lesen oder äh keine Ahnung, was macht man, wenn man freie Zeit hat heutzutage so? Ich habs vergessen.

Deswegen: Auch wenn es schmerzt, dass noch soviele fast fertige Entwürfe und ausstehende Rezensionen irgendwo da im Nirvanna von wordpress rumdümpeln: Ich mache jetzt nichts mehr hier. Ich stelle mich stumm und taub. Ich schreibe nur noch analog für mich, logge mich bei wordpress aus und sage:

„Bis bald. Vielleicht.“

Denn ich weiß nicht, wie lange die Phase andauern wird. Und was dann kommen wird?! Bevor ich mich nicht sicher in ruhigen Gewässern wähne, wenn ich mich nicht das erste Mal dabei erwischt habe, vor Langeweile Fensterrahmen zu polieren, schreibe ich hier nix mehr. So. Ich habe fertig.

Eure Kerstin

Und ja, ich werde euch vermissen. Sehr sogar. Aber meine Familie geht immer vor.


Die Gewinnerin der BABAUBA-Verlosung habe ich aber noch gezogen: Nicole! Herzlichen Glückwunsch! (Du bekommst noch eine Mail von mir .)

Es ist jetzt schon ein paar Tage her, dass ich die Ankündigung des Eltern-Blog-Awards gesehen habe. Scoyo sucht humorvolle, ehrliche und inspirierende Texte, die Eltern Mut machen und Unsicherheit nehmen. Da steht so herrlich im Text, dass Elternblogger (also da gehöre ich wohl zu) zeigen: „Eltern sind wunderbar – und wer dem Bauchgefühl folgt, der kann nicht ganz falsch liegen!“

Das passt doch perfekt! Schließlich habe ich angefangen dieses Blog zu schreiben, weil ich (werdenden) Zwillingseltern Ängste nehmen und nebenbei  unterhalten wollte. Seit nun fast zwei Jahren schreibe ich mehr oder weniger regelmäßig über unseren chaotischen Familienalltag und habe dabei immer den Anspruch, wenn ich keine hilfreichen Tipps geben kann, dann doch wenigstens mit unseren kleinen Katastrophen zu unterhalten und den Druck zu nehmen, perfekt sein zu müssen. Also da muss ich mich bewerben! Weiterlesen…


Periscope
 ist einer dieser vielen, fast unzähligen, neuen Social-Media-Dienste und seit noch nicht einmal einem Jahr auf dem App-Markt. Mit Periscope kann man live Filmchen von seinem Handy aus streamen. Direkt und sofort sehen die Zuschauer live, was deine Linse filmt, können kommentieren und herzen. Nachberarbeitung und damit jegliche Möglichkeit der Veränderung gibt es nicht. Kein Schnitt, kein Nix, nur an und aus.

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müde Mutti ungeschminkt und unscharf spontan im hochformatigen Video-Stream

Deswegen gilt es als total authentisch, spontan, ungefiltert und „echt“. Der Rezipient sieht 1:1, was der Sender gerade sieht und erlebt. Er kann miterleben. Klasse!

Ich habe schon einmal fallen lassen, dass ich das ziemlich spannend finde. Das liegt vor allem daran, dass ich schon immer großes Interesse an jeder Art der Kommunikation hatte und in der Beziehung auch verdammt nerdig veranlagt bin. Ich finde es extrem interessant, wie sich das weiterentwickelt und welche Möglichkeiten sich eventuell daraus ergeben. Allerdings ist dieses Interesse nicht mit blinder Begeisterung zu verwechseln. 😉 Da schwingt durchaus Skepsis mit und die große Frage:

Was soll das Periscopen überhaupt bringen?

Ich habe in letzter Zeit immer mal wieder mit der App herum experimentiert und zuletzt auch quasi via Periscope mit Alu von Große Köpfe und anderen überlegt, was bringt uns das konkret als Elternblogger? Ergibt sich daraus ein Mehrwert für den Leser? Lohnt es sich reinzuschnuppern? Welche Möglichkeiten bietet Periscope? Weiterlesen…

Blogroll überarbeitet

Meine größte Stärke und meine größte Schwäche zugleich? – Das Chaos in meinem Kopf.

Ich bin der Typ Mensch, der platzt vor Ideen und kann auch problemlos zwei, drei oder auch vier Dinge gleichzeitig tun kann. Ich mache das dann auch keinesfalls nur so nebenbei oder ohne Herzblut, im Gegenteil. Mir fällt es eher schwer (Achtung es folgt eine die Schwäche) entspannt eins nach dem anderen zu machen.

Generell kommt mir mein Multitaskingwahn als 3-fach-Mama natürlich entgegen. Ich kann gleichzeitig mit Krümel in der Tragehilfe das Mittagessen kochen, die Spülmaschine ausräumen, mit Prinzessin Lieder singen und den Sonnenschein davon abhalten die Besteckschublade auszuräumen. Sehr praktisch.

Vom Ideenstau im stilldementen Hirn

In meinem Kopf stecken dann zusätzlich 20 Textideen fürs Blog, die ich aktuell gar nicht loswerden kann. Egal wieviel multi ich tasken kann, mit zwei Kleinkindern im Raum kann man sich nicht an den Rechner setzen. Und ich suche immer noch nach einem Assistenten, der auf Zuruf für mich tippt.

Ich habe also einen mittlerweile fast unangenehmen Ideenstau im Kopf. Meine linke Gehirnhälfte erzählt der rechten ununterbrochen die immer gleichen ausgelutschten Geschichten, weil sie diese nicht loswird und entdeckt fast täglich noch eine neue, die sie dann mit den alten durcheinanderbringt. Was ich nicht durcheinanderbringe, vergesse ich halt, bevor ich es je tippen konnte, Stilldemenz sei dank.

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