Tag: Serie

SERIE zur Mutter-Kind-Kur

SERIE: Das Abenteuer Mutter-Kind-Kur

Ich werde es wagen. 
Wir machen eine Mutter-Kind-Kur.
Der Weg dahin war lang.

Es hat drei Anläufe gebraucht

Das erste Mal hatte ich den flüchtigen Gedanken im zweiten Winter mit den Zwillingen. Wir steckten in Dauerinfekten, die Zwillinge schliefen besch*** und ich war so unendlich müde. Da denkt man über viele Lösungen nach, zwischendurch kam mir der Gedanke einer Kur, doch der Kinderarzt riet ab: Die Zwillinge seien zu klein, da wäre eine Betreuung während der Kur schwierig. Ich hätte die Omas nicht dabei, die immer mal helfen, vermutlich den Vater nicht einmal. Dann die anfälligen Eineinhalbjährigen zwischen vielen anderen Kindern, was wahrscheinlich das Immunsystem so richtig fordern würde. Am Ende wäre ich erschöpfter als vorher. Ich verwarf den Gedanken schnell wieder.

Das zweite Mal dachte ich im letzten Winter intensiv darüber nach. Prinzessin würde eine Luftkur vielleicht helfen?

Aber ich war selber so erschöpft und konnte mir nicht vorstellen, mit allen drei Kindern alleine zu fahren. Krümel der mies schläft und kaum bis gar nicht fremdzubetreuen ist. Die geschwächte Prinzessin… und vom Urlaub des Traummanns war schon im Frühjahr dank der Ausnahmesituationen kaum noch soviel übrig, dass er drei Wochen hätte nehmen können, um als Begleitperson mitzufahren. Wir ließen uns beraten bei einer Kur-Beratung im Familienzentrum.

Und wieder nix

Doch es gab keine echte Lösung. Man riet uns davon ab. Eine Familienkur für alle fünf Mitglieder hätte die Kasse nicht bezahlt, möglich sei das erst ab vier Kindern. Einzige denkbare Variante wäre gewesen, dass der Traummann eine Kur für sich und alle drei Kinder beantragt, mich als Begleitperson mitnimmt. Doch da sprachen dann auch wieder viele Zweifel gegen, am Ende fuhren wir in den Urlaub und verwarfen das Kur-Gedöns.

Jetzt wurde ich im Herbst ziemlich krank. Man riet mir von allen Seiten zur Kur. Idealerweise ohne Kinder. Da sträubt sich alles in mir gegen und Prinzessin bräuchte die Kur auch dringend. Also haben wir gegrübelt und gegrübelt, am Ende beantragte ich eine Kur für mich und die Zwillinge.

Mutter-Kind-Kur zu dritt

Für mich war klar, dass ich Prinzessin zur Kur mitnehme, denn es tut ihr hoffentlich gut. Ich kann Sonnenschein nicht von mir oder seiner Zwillingsschwester trennen. Er fühlt sich ohne Prinzessin nicht wohl und litt auch unter ihren und meinen Krankenhausaufenthalten sehr.  Wird schon passen, denn beide sind nun vier Jahre alt und seit eineinhalb Jahren gut im Kindergarten angekommen.

Krümel aber steht weiter nicht sonderlich auf spontane Betreuung durch Fremde. So gar nicht. Seine Tagesmutter findet er mittlerweile ok, aber ihn einzugewöhnen würde länger als jede Kur dauern. Zumal U3-Kinder während einer Kur in vielen Häusern nur kurzzeitig betreut werden während der Anwendungen der Mutter. Das Energiebündel wäre also meist bei mir. Und schläft nachts nicht.

Zu Hause wäre er bei Papa, von dem eine Trennung genauso blöd wäre wie von mir. Er hätte seine gewohnte Tagesmutter und die Omas, die Patentante, seine gewohnte Umgebung. Die Entscheidung fiel nicht leicht, aber sie scheint uns die richtige.

Mama mit Zwillingen auf Abenteuer und Papa mit Krümel daheim.

Bald geht es los!

Kurz nach Ostern ist es soweit: Wir fahren zur Ostsee. Das ist schon sehr bald und so langsam dämmert es auch mir, dass ich mich vorbereiten muss. Ich fange dann mal gleich schreibenderweise an und blogge drüber. Ich plane eine lose Serie über das Thema. Zum einen werde ich selbst über unsere Erfahrungen schreiben, ungefragt Tipps verteilen (nein, das würde ich nie!), habe aber auch schon viele Leserinnen um ihre Erfahrungen gebeten und werde diese als Gastbeiträge teilen.

Ein Pinterest-Board, um mir selbst ein paar Berichte zu sammeln, habe ich schon angelegt. Vielleicht habt ihr Lust zu folgen?

Hier findet ihr Erfahrungsberichte anderer Bloggerinnen:

Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auf weitere interessante Texte zum Thema hinweisen würdet.

Danke! <3 Eure Kerstin

Beitragsbild der Serie

Das erste Jahr mit Zwillingen: Wie transportiere ich das Doppelpack?

In den ersten beiden Teilen der Serie habe ich mit euch meine Erfahrungen rund um das Thema Ernährung – angefangen bei der Milch bis hin zur Familienkost – geteilt. Jetzt geht es um den Transport des doppelten Glücks:

Wie komme ich mit Zwillingen von A nach B?

Es mag anderen Eltern anders gehen, aber ich war in der ersten Zeit sehr unsicher, wenn ich diese Winzlinge, die meine Kinder waren, tragen sollte. Sie waren so klein, so zart und so zerbrechlich. Ich hatte ständig Angst, ich könnte mit meiner ungeschickten Art sie fallen lassen oder was auch immer. Jaja, lacht nur, aber ich habe wirklich in den ersten Wochen immer gedacht, eines dieser Bündel Leben rutscht mir gleich aus den Fingern.

Also hätte ich sie schon mal gar nicht beide gleichzeitig getragen! Musste ich auch nicht, denn wir waren komfortablerweise meist zu zweit. Auch so würde ich diese kleinen zarten Wesen, die noch keine Körperspannung haben und den Kopf nicht alleine halten können, nicht beide auf einmal tragen. Aber man kann sich beide in den Arm legen lassen, um auf dem Sofa zu kuscheln und den unvergleichlichen Duft zweier Säuglinge zu schnuppern.

Aber zwischendurch ist man auch allein und ganz sicher möchte man dann auch das Haus verlassen. Da fängt die Grundsatzfrage an: tragen oder schieben?

Tragen ist wunderschön, für das Kind und die Mutter. Aber Zwillinge zu tragen ist nicht ganz einfach und ich habe damit keine Erfahrungen. Ich verweise euch daher an eine gute Trageberatung in eurer Nähe. Ich habe immer maximal ein Kind getragen und das auch gerne. Daher würde ich immer empfehlen sich ein Tragetuch oder eine Tragehilfe oder beides und vor allem eine gute Beratung dazu zu gönnen.

Wer nicht trägt, braucht einen Kinderwagen. Wie man den richtigen Kinderwagen findet, soll an dieser Stelle aber auch nicht Thema sein. Ich habe dazu hier und auch dort schon etwas geschrieben. Einen ausführlichen Bericht über unseren Bugaboo Donkey findet ihr auch. Lest einfach da weiter. 😉

Aus der Wohnung zum Kinderwagen und zurück

Wir haben beim Kauf des Kinderwagens darauf geachtet, dass man die Babywannen oder Tragetaschen ganz einfach und schnell lösen kann. Die Wannen standen immer oben im Kinderzimmer und wenn wir mit den Kindern spazieren gehen wollten, habe ich beide Zwerge in Ruhe dort fertig gemacht, angezogen und in die Babywannen gelegt. So darin eingekuschelt, habe ich sie beide zum Kinderwagen getragen. Das hat den unschätzbaren Vorteil, dass man nicht zwingend gleichzeitig tragen muss (aber könnte) und die Zwillinge auch „abstellen“ kann. Vielleicht muss man den Wagen noch aufklappen oder den zweiten Zwilling holen?  In ihrer Kinderwagenwanne waren sie gut aufgehoben und lagen geschützt.

Kamen wir vom Spaziergang zurück, dann schliefen sie oft. Ich habe sie schlafend in den Wannen in die Wohnung getragen. Dort konnten sie in Ruhe weiterschlummern, auch wenn ich keine Lust mehr hatte, mit dem Wagen meine Runden zu drehen. Aber aufgepasst: Gerade wenn es draußen kalt war, müsst ihr aufpassen, dass sie dann in der Wohnung nicht zu dick eingepackt sind! Entweder stellt ihr sie an einer geschützte Stelle draußen oder ihr lüftet die „Verpackung“. Bei uns haben sich Einschlagdecken* bewährt. So musste ich ihnen relativ wenig anziehen und konnte sie oben schnell aufschlagen. Mütze ab und schlafen lassen.

Mit mobilen Zwergen in den Kinderwagen

Das klappt alles wunderbar, bis eure Kinder zu groß oder zu mobil für die Babywannen des Kinderwagens werden. Wird letzterer auf Sportsitze umgerüstet, brauchen die Eltern einen neuen Plan. Und den fand ich nicht so einfach zu finden. Denn gerade wenn ihr zwischen Wohnung und Kinderwagen ein paar Meter und gar Treppen überwinden müsst, dann ist das nicht so einfach. Die Kinder können sich nun bewegen. Sie rollen, sie versuchen zu robben oder gar zu krabbeln. Sie bleiben ganz sicher nicht still dort, wo ihr sie abgesetzt habt.

Also gab es die folgenden Varianten:

  • Ein Zwilling in der Wohnung sicher parken (Bett oder Laufstall) und mit dem zweiten schnell zum Kinderwagen, anschnallen, hochsprinten, zweiten holen, Tür abschließen, zweiten anschnallen. Diese Variante erfordert von den beteiligten Zwillingen etwas Geduld, die sie oft nicht haben. Oder eben bei der Mutter eine gewisse Stressressitenz und gute Sprinterqualitäten.
  • Die Autoschalen, die dann noch passen dürften, als Transportmittel missbrauchen. Zwillinge in der Wohnung darin festschnallen und so runtertragen. Beide sind sicher und können nicht weg, man kann sie abstellen und einen nach dem anderen anschnallen. Die Methode hat den erheblichen Nachteil, dass die Autoschalen alleine schon ziemlich schwer sind und auch die Zwillinge in diesem Alter bereits ein gewisses Gewicht erreicht haben. Ob ihr das noch gleichzeitig schafft? Wenn nicht, würde ich über Methode 1 nachdenken, denn dann spart man sich die Umschnallerei, wenn eh in den Autositzen gewartet werden müsste.
  • Das Tragetuch oder die Tragehilfe* kommt zum Einsatz. Ich persönlich liebe ja für solche kurzen Strecken den Ring Sling*. Dort kommt der eine Zwilling rein und der andere kann auf die Hüfte. So lassen sich mit ein bisschen Übung spielerisch ein paar Meter und auch mehrere Treppen überwinden. Während der eine weiter im Tuch bleibt, wird den andere schon einmal im Kinderwagen festgeschnallt. Dann kann man entweder den zweiten auch dort platzieren oder belässt es gleich beim Tragen. Ich hatte einen Zwillingskinderwagen, den man auch als Einsitzer fahren konnte.
  • Irgendwann erreicht man den Punkt, da sind Eltern und Kinder fit genug, dass man auch ohne Tragehilfe beide auf die Hüften nehmen kann. Spätestens wenn sie beide stehen können, kann man sie recht bequem links und rechts hochnehmen. Aber aufgepasst! Diese Methode hat ihre Tücken! Man muss zum Beispiel die Wohnungstür mit dem Fuß schließen können. 😉 Denn Absetzen bleibt bei immer mobiler werdenden Zwillingen in Trepenhäusern heikel.

Von der Wohnung ins Auto

Auch die Autoschalen waren immer in der Wohnung. Sie standen im Flur. Die Kinder wurden angeschnallt und dann einer links, einer rechts, ab geht’s. Die Dinger sind zwar schwer und unhandlich, aber man lernt schnell, beide auf einmal zu tragen. Der Kinderarzt war allerdings schwer besorgt, als er meine zahlreichen blauen Flecken an den Armen und Oberschenkeln bemerkte.

Lieber Kinderarzt,
wenn man links und rechts je einen schweren Autositz mit Kind über den Arm baumeln hat und diese dann auch bei jedem Schritt gegen die Oberschenkel stoßen, dann sieht man eben so aus und hat überall dicke blaue Flecken.
Aber danke, dass Sie auch auf mich geachtet haben.

Im Auto hatten wir passende Iso-Fix-Stationen*, sodass man die Autoschalen mit einem Klick fixieren konnte. Wenn man sich überlegt, wie oft man das im ersten Jahr macht, dann lohnt sich die Anschaffung allein deswegen. Da man nach Autofahrten oft mit schlafenden Kindern irgendwo ankommt, lohnen sich auch hier entsprechende Fußsäcke oder Einschlagdecken, die man dann in geschlossenen Räumen öffnen kann. Stichwort Überhitzung!

Irgendwann wird auch der sportlichsten Mama dieses doppelte Gewicht zu schwer werden. Bei mir setzte der Schulterbruch dem Ganzen ein Ende. Die Kinder waren neun Monate alt und wurden von dem Tag an mühsam einzeln in ihren Schalen getragen. Stück für Stück im Wechsel. Ohne dieses Problemchen, hätte ich mir aber sicher überlegt, die Autoschalen im Auto zu belassen und einen Zwilling in der Tragehilfe, den anderen auf der Hüfte zum Auto zu transportieren.

Vom Auto zum Ziel

Mit dem Auto fahrt ihr sicher irgendwo hin, oder? Bei Oma und Opa kann man vielleicht noch vor der Tür parken und die Kinder in den Schalen reintragen, aber was ist mit der Krabbelgruppe oder dem Einkauf? Oft muss man zwischen Auto und eigentlichem Ziel noch einige Meter machen.

Entweder trägt man dann beide Autoschalen (ui, das wird schwer) oder platziert die Zwillinge in den Kinderwagen. Dazu sollte dieser leicht genug sein, dass ihr ihn schnell aus dem Auto holen und aufklappen könnt. Jetzt müssen die Kinder umgepackt werden oder ihr habt Adapter für die Autoschalen. Wir hatten diese und ich war darüber sehr froh. Einfach klick aus der Isofixbase und klick auf den Wagen, Zwilling Nr. 2 sitzt zwei Klicks später daneben. Fand ich unheimlich praktisch.

Einkaufen mit Zwillingen

Ich gehöre nicht zu den Müttern, die nach der Geburt ihrer Kinder nur ohne diese einkaufen gehen. Ich war selten seither ohne Kinder im Supermarkt. Es gab bei uns verschiedene Varianten:

  • Mit dem Kinderwagen zu Fuß zum Supermarkt und entsprechend mit dem Kinderwagen durch denselbigen. Die schmaleren Zwillingskinderwagen passen durch die Standardkassen durch. Jeder Supermarkt hat aber auch eine Kasse für Rollstuhlfahrer und die sollte jeder Zwillingskinderwagen passieren können.
    Diese Art des Einkaufs ist allerdings mehr ein Zeitvertreib und Teil eines Spaziergangs, denn man kann immer nur soviel einkaufen, wie der Kinderwagen und die eigenen Kräfte an Tragfähigkeit hergeben.
  • Wenn wir mit dem Auto die größeren Einkäufe erledigt haben, waren wir in der Regel zu viert. Dann nahm einer den Kinderwagen mit beiden Autoschalen drauf und der andere schob den Einkaufswagen. Alternativ kann auch jeder einen Einkaufswagen schieben und darauf eine Babyschale platzieren. Will man jedoch zwei Autoschalen in einem Einkaufswagen platzieren, hat man keinen Platz mehr für irgendwelche Einkäufe. 😉
    War ich alleine mit dem Kindern im Auto unterwegs, griff ich auf den Kinderwagen zurück und habe nur selten noch zusätzlich einen Einkaufswagen hinter mir her gezogen. Diese Variante ist nicht sehr empfehlenswert, denn es verlangt schon enorme Fahrkünste, dann nicht überall anzuecken. Außerdem sind die Blicke der Miteinkaufenden teilweise etwas nervig.
  • Die Kinder können endlich frei sitzen! Glückwunsch! Aber die meisten Supermärkte haben keine Einkaufswagen für so ein Doppelpack. Also muss entweder doch der Kinderwagen mit oder eine Autoschale ( der andere darf dann im Sitz des Einkaufswagens thronen).

Und wie geht es weiter?

Wenn ihr den ersten Geburtstag eurer Zwillinge gefeiert habt, dann kommen warten auch beim Transport neue, spannende Herausforderungen auf euch. 😉

Zwillinge im Buggy Joei
Laufende Zwillinge laufen selten in die gleiche Richtung. Sie laufen auch ganz selten irgendwelche vorhersehbaren Wege. Ihr dürft mit zwei Rutscheautos und zwei Laufrädern die Koordination üben und kletterwütigen Kleinkindern auf ihren Abwegen folgen.

Es wird toll! 🙂

Eure Kerstin


*Amazon-Partner-Link: Diese Links führen zu Amazon. Ich empfehle euch darüber Produkte, die ich selber sehr mag – oder wie in diesem Fall die Kinder. Für den Kauf empfohlener Produkte erhalte ich eine kleine Provision von meist 5% des Produktwertes. Euch entstehen keine Kosten.

Beitragsbild der Serie

Das erste Jahr mit Zwillingen: Von der Beikost zum Familientisch…

Heute erwartet euch hier der zweite Teil meiner kleinen Serie rund um das erste Jahr mit einem Doppelpack. Ging es beim letzten Mal noch um die (Mutter-)Milch, so füttern wir dieses Mal ein bisschen zu. Es gibt BEIkost, also die erste feste Nahrung zusätzlich zur bereits bekannten Milch.

Ich möchte an dieser Stelle keine Ernährungsempfehlungen geben oder grundsätzlich diskutieren, ob ihr euren Zwillingen Brei geben solltet oder lieber Fingerfood, ob Gläschen ok sind oder man alles selber kochen sollte, das findet ihr zu Genüge im Netz. Mir geht es hier eher darum, wie man ganz praktisch gedacht zwei hungrige Münder (gleichzeitig) mit kleinen Leckerbissen füllt.

Aller Anfang ist schwer

Es trafen beim Start der Beikost wieder vier Neulinge aufeinander und das macht die ganze Sache aufregend. Ich habe die ersten Versuche mit Brei in den Urlaub des Zwillingspapas gelegt und das hat schon etwas Entspannung gebracht. Die erste feste Nahrung ist eine total neue Erfahrung. Aufregend, aber eben auch total fremd. Natürlich kann man nicht sofort Brei in zwei sperrangelweite Münder löffeln. Es ist ein erstes Kennenlernen und genau das machte es mir schwer. Wie sollte man beiden genug Zeit geben, ihre Erfahrungen machen zu dürfen? Wie hat man genug Zeit sich auf einen der beiden einzulassen und sein Tempo?

Die erste Zeit habe ich nacheinander gefüttert. Vom liebevoll geköchelten Brei landet – wenn überhaupt – nur die Hälfte im Mund und drei Löffel brauchen gefühlte Stunden. Nach einigem Ausprobieren kamen bei uns die Autoschalen auf den Esstisch – eine angenehme Arbeitshöhe. In die Schalen habe ich Moltontücher gelegt, Kinder angeschnallt und mit einem weiteren Tuch zugedeckt. Schicke Hochstühle mit Babyschalen täten es sicher auch, aber die hatten wir nicht.

Dann bekam der eine Zwilling etwas zum Lutschen in die Hand, eine Möhre, eine Reiswaffel,.. und der andere wurde gefüttert. Wenn dieser nicht mehr mochte, dann war der zweite dran. Wichtig war die Vorbereitung: Waschlappen, Wasserflaschen, Milchfläschen (am Anfang), Löffel, Schnuller, alles möglicherweise relevante lang in Reichweite.

Stereo-Löffeln im Akkord

Nach kurzer Zeit machte es Klick und beide fanden Brei super. Ich stand nun vor beiden und löffelt im Eiltempo – ein links – ein rechts – ein links – ein rechts… Und nein, wir hatten ab diesem Zeitpunkt keine zwei Schalen und zwei Löffel mehr. Eine Schale und ein Löffel sind deutlich praktischer (die Zwillinge hatten eh jeder noch einen eigenen in der Hand zum Spielen) und wer sich den ganzen Tag Schnuller teilt und gemeinsam an den gleichen Spielsachen lutscht, dem graut auch nicht davor, seinen Löffel zu teilen.

Wenn die Zwerge sicher sitzen können, dann geht es in die Hochstühle. Einer sitzt links am Tisch, der andere rechts und Mama dazwischen vor Kopf. Ein Löffel rechts, ein Löffel links, ein Löffel rechts, ein Löffel links,… Bei uns war das kein Problem, denn beide waren schnell ganz begeistert und konnten fast nicht genug bekommen. Wenn einer zögerlicher isst als der andere, dann kann man gut Fingerfood ausprobieren.

Vorbereitung und Organisation retten die Zwillingseltern

Wenn in dieser Zeit andere meine Küche sahen, waren sie oft verwundert. Leider habe ich das nie in Bildern festgehalten, aber es stand immer die gesamte Verpflegung für den Tag auf der Arbeitsplatte griffbereit. Morgens während des ersten Nickerchens der Zwillinge habe ich Brei gekocht. Täglich frisch zu kochen, war nicht unbedingt mein Plan, aber die Zwerge haben Gläschen verweigert und auch vorgekochtes mochte der Sonnenschein lange nicht essen. Ich habe auch das Getreidepulver für den Nachmittag und den Abend schon abgefüllt in Schälchen. Wir hatten günstige Schälchen mit Deckel, so konnte ich die Portionen auch einpacken und mitnehmen.

Anfangs dauerte jede Brei-Fütterung eineinhalb Stunden mit Vorbereitung, Platzieren der Protagonisten, Füttern des ersten, Füttern des zweiten und anschließender Grundreinigung des Essplatzes und der Wohnung im Umkreis von 5 Metern. Das schränkte unseren Aktionsradius massiv ein, denn so aufwendig wie das Essen nun einmal war, habe ich nicht alleine unterwegs gefüttert und zusammen mit den festen Schlafenszeiten der Zwillinge, blieb einige Wochen lang wenig „freie Zeit“ übrig. Aber auch diese Zeit ging vorüber – alles eine Phase.

Die Turbo-Zwillinge geben den Takt vor

Ich bin auch an die ganze Sache mit der Beikost wie oben erwähnt ohne „Plan“ gegangen und hätte ich einen gehabt, er wäre schnell über den Haufen geworfen worden. Der Start mit 6 Monaten mag zögerlich gewesen sein, aber schon bald forderten sie von sich aus die zweite und dritte Breimahlzeit. Milch war doof. Mit 8 Monaten verweigerte die Prinzessin die Flasche komplett. Damals waren wir gerade im Krankenhaus und ich war etwas verzweifelt, weil meine untergewichtige kleine Tochter nicht trinken wollte. Aber die Schwestern nahmen mir die Sorge, sie trank ja genug – Wasser. Und wenn sie keine Milch trinken wollte, dann gabs eben auch morgens Brei, den fand sie schließlich toll.

Zumindest für den Moment… denn mit knapp 9 Monaten probte sie zunächst abends den Aufstand und mochte keinen Milchbrei essen. Wie ich auf die Idee kommen konnte, ihr sowas vorzusetzen? Tja… Mama wusste es auch nicht und probierte diverse Sorten Brei aus, kochte mal dies und mal jenes und fiel in Ungnade. Erst als wir der kleinen Dame Brote schmierten, war sie wieder zufrieden. Brote fand sie super.

Großes Glück, dass auch der Sonnenschein Brot ganz ok fand und wir so gemeinsam auf Brot abends umsteigen konnten, denn das spart doppelte Arbeit. Morgens und abends gab es nun Brot und mittags bitte nichts püriertes mehr! Ich matschte das Essen nur noch grob an, aber am Besten waren Stücke, die mit Gabel gegessen wurden. Ja, die Gabel… die wollten sie unbedingt haben. Mama fand die Gabel ziemlich gefährlich und pieksig. Aber zum Glück gibt es ja auch kleine Plastikgabeln für kleine Kinderhände und so fanden wir unseren Weg.

Mit 10 Monaten aßen die beiden mehr oder wenig Familienkost. Selber. Mit Fingern und/oder der Gabel. Ich kann nicht genau sagen, wie es dazu kam, es war einfach so. Das Tempo haben die Zwillinge vorgegeben und wir haben ihnen ihren Willen gelassen.

Vielleicht ist es typisch für Zwillinge? Sie schauen von einander ab, machen einander nach. Wenn der eine mit Gabel isst, will der andere auch. Und Zwillingseltern sind immer dankbar, wenn ihre Kinder etwas selbstständig machen wollen. Ich hätte sie zumindest nie davon abgehalten. Denn es ist doch soviel entspannter, wenn die Kinder selber in ihrem eigenen Tempo essen statt im Akkord links und rechts löffeln zu müssen. Natürlich dauert die Grundreinigung nach jeder Mahlzeit eine Weile, aber man kann es sich auch einfach machen und den Boden vorher großzügig abdecken. 😉 Unser Esstisch hat bis heute eine hässliche Plastiktischdecke.

Und wie war das bei euch?

Wie habt ihr eure Zwillinge an die Beikost herangeführt? Haben sie auch beide ein ähnliches Tempo gehabt?

Ich freue mich über eure Tipps!

Eure Kerstin


*Amazon-Partner-Link: Diese Links führen zu Amazon. Ich empfehle euch darüber Produkte, die ich selber sehr mag – oder wie in diesem Fall die Kinder. Für den Kauf empfohlener Produkte erhalte ich eine kleine Provision von meist 5% des Produktwertes. Euch entstehen keine Kosten.

Beitragsbild der Serie

Das erste Jahr mit Zwillingen: Wie klappt das mit dem Stillen oder der Flasche?

Das erste Jahr mit Zwillingen“ ist eine von zwei neuen Serien auf Chaos². Ich möchte mit euch in einer knappen handvoll Beiträgen meine Erfahrungen aus dem ersten Jahr mit dem Doppelpack teilen.

  • Wie stille ich zwei Säuglinge?
  • Wie gebe ich gleich zwei Zwergen die Flasche?
  • Wie klappt das mit dem Füttern?
  • Wie transportiere ich Zwillinge von A nach B?
  • Und wie klappt das eigentlich mit dem Schlafen?

Es gibt viele Dinge, die man sich vorher in der Theorie nur schwer vorstellen kann und ich schrieb in der Vergangenheit schon einmal, dass für mich nie die der Status Quo der anstrengendste war, sondern die Umstellung auf einen neuen Entwicklungsstand der Zwillinge. Gerade hatte sich eine Methode bewährt, gerade wusste ich, wie ich optimal damit umgehen musste und dann war wieder alles anders. 😉

Ich kann euch bei all diesen Dingen nur meine eigenen Erfahrungen niederschreiben. Ich bin keine Hebamme, keine Erzieherin, keine Säuglingskrankenschwester, ich bin Mutter – Zwillingsmutter. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Stillen oder Flasche?

Macht euch frei vom Druck stillen zu müssen, denn es ist nicht immer so einfach, wie man es gerne hätte. Dazu braucht es nicht einmal Zwillinge. Aber wenn ihr gerne stillen wollt, dann lasst euch nicht von der Tatsache abhalten, dass es zwei Säuglinge sind. Denn auch das kann super klappen.

Wie war das bei uns?

Ich selber habe über das Thema Stillen in der Schwangerschaft nie nachgedacht, Wie vieles andere auch, habe ich es auf uns zukommen lassen. Unsere Zwillinge wurden bei 36+3 geboren. Das bedeutet, sie waren offiziell noch Frühchen. Außer einem entsprechenden Vermerk im U-Heft hatte es aber keine Auswirkungen. Beide waren fit und hatten prima Werte. Sie waren nur sehr zart und deutlich kleiner als die anderen Babys auf der Entbindungsstation. Das bedeutete zum einen, dass die Ärzte und Schwester sehr darauf bestanden, dass sie nicht noch weiter abnehmen (sonst drohte uns die Verlegung in ein Krankenhaus mit Kinderklinik) und dass sie noch nicht kräftig genug waren, sich an der Brust satt zu trinken.

Es trafen also am 2. Juli 2013 mitten in der Nacht vier absolute Still-Neulinge aufeinander: Ich hatte keine Ahnung und vertraute nur meinem Bauchgefühl, mein Mann hatte noch weniger Ahnung und kein Bauchgefühl (bezogen auf diese Still-Sache) und die Zwillinge hätten vielleicht ne Ahnung gehabt, waren aber zu klein. Da tauchte die Nachtschwester auf und hatte Ahnung! Sie half mir ganz selbstverständlich noch in der Nacht einen Mini anzulegen. Und dass das noch nicht klappte, fand sie völlig normal.

Die Morgen-Visite brachte uns dann den dringenden Ratschlag zuzufüttern und auch abzupumpen. Die Pumpe und ich sahen uns nur an und haben direkt eine ganz innige Feindschaft fürs Leben geschlossen. Sie war mir spontan zuwider und auch der Traummann im Nachbarbett des Familienzimmers fand sie nervtötend. Aber ich pumpte. Ich beschimpfte dieses olle Ding und benutzte es doch. Wirklich viel Erfolg konnte ich nicht vermelden, aber auch beim Stillen machte es noch nicht Klick. So perfektionierte ich noch im Krankenhaus das Füttern mit der Flasche.

Beide tranken winzige Mengen und wenn wir allein waren, weil der Neu-Papa zu Hause noch was herrichten musste, dann klappte das auch stereo. Ich lege mir einfach beide Winzlinge in ein Stillkissen und gab die Fläschchen. Ich wollte nach Hause. Ich wollte es alleine und ganz in Ruhe probieren können. Ich wollte raus aus dem Zimmer. Und da meine Hebamme versprach, uns zweimal täglich zu besuchen, gingen wir auch bald.

Der Weg von der Flasche zum Vollstillen

Wie lange kann so ein Winzling eigentlich trinken? Wieviel Zeit braucht man zum füttern? Ich kann es euch sagen!

Wir taten die ersten Wochen nichts anderes als zu stillen, füttern, spülen, pumpen, sterilisieren,…! Getrieben von der Ansage, dass beide zunehmen müssten und ihrem Unwillen sich selbst zwecks Nahrungsaufnahme zu melden, weckten wir die Zwillinge anfangs alle zwei, später dann alle drei Stunden und legten los.

Der Neu-Papa erwärmte die zuvor abgepumpte Muttermilch vorschriftsmäßig und machte ein Fläschchen für Zwilling Nr. 1, während ich mir Zwilling Nr. 2 schnappte und anlegte. Immer mal wieder wurde dies vom kritischen Blick meiner Hebamme auf korrekte Durchführung kontrolliert. So nuckelte Nr. 1 eine dreiviertel Stunde lang an einer Schnapsglas-großen Menge Muttermilch aus der Flasche, während Nr. 2 und ich das mit dem Stillen versuchten. Anschließend wurde Nr. 1 satt und frisch gewickelt wieder in die Wiege gelegt, das Fläschchen für Nr. 2 zubereitet und vom Neu-Papa verabreicht, während ich mich mit meiner Lieblingsfeindin der Milchpumpe gemütlich ins Bett kuschelte. Schließlich sollte auch für die nächste Runde genug Muttermilch vorhanden sein.

Auf Grund unserer innigen Zuneigung schafften die Pumpe und ich aber nie zwei volle Portionen in den Kühlschrank zu zaubern. So musste immer auch ein wenig Pulvermilch herhalten. Alles in allem waren wir meist eineinhalb Stunden mit dem Dreiklang aus Stillen, Zufüttern, Abpumpen beschäftigt. Da mag es nicht verwunderlich sein, dass ich keine Lust darauf hatte, das ewig weiterzumachen. Mindestens eines der drei Dinge musste demnächst wegfallen.

Entweder hörte ich auf zu pumpen (Pulvermilch wäre die Alternative) oder ich gebe das Stillen auf oder sie schaffen es endlich sich an der Brust satt zutrinken. Im Kopf hatte ich die Aussage meiner Freundin (fachlich da „leicht“ vorbelastet), die mir in Aussicht gestellt hatte, dass sie mit dreieinhalb Kilo Kampfgewicht bzw rund um ihren eigentlichen Geburtstermin herum schon kräftig genug sein würden.

3000 Gramm am errechneten Geburtstermin

Rund um diesen magischen Termin überschritt der erste Zwilling die 3-Kilo-Marke und auch die kleine Schwester war nicht mehr weit davon entfernt. Und tatsächlich: nach knapp 5 Wochen trank sich zum allerersten Mal ein Zwilling satt und mochte die angebotene Flasche danach gar nicht mehr haben! Ich habe es gefeiert wie ein bestandenes Abitur! Meine Kinder können trinken! Wow!

Es gab eine kurze Zeit im Anschluss, da bekam immer ein Zwilling die Flasche und einer wurde gestillt. Immer schön im Wechsel. Aber ich bin ja von Natur aus eine Mischung aus Neugier und Ungeduld und so machten wir uns zu viert an das große Abenteuer Tandemstillen.

Ich baute eine Burg aus (Still-)Kissen rund um mich herum und der Assistent, Mitbewohner und Neu-Papa reichte die Winzlinge an. Es klappte! Ab diesem Zeitpunkt habe ich der Pumpe neben meinem Bett freundlich aber bestimmt erklärt, dass unsere Beziehung nun beendet sei. Ich habe sie eh nie leiden mögen und von nun an würden wir getrennte Wege gehen. Ich glaube, sie war darüber genauso erleichtert wie ich.

Die Notfallflasche

Die Notfallflasche begleitete uns noch sehr lange. Wochenlang stand immer abends genau eine benutzte Flasche auf der Spüle. Wie sie dahin kam?

Ich wollte mich nicht stressen. Das bedeutete zum einen, dass in die Flasche immer nur Pulvermilch kam und ich wirklich nicht mehr pumpte. Zum anderen war sie mein/unser Notanker. Waren wir unterwegs, dann waren immer zwei Flaschen im Gepäck. Denn bekamen die Zwillinge unterwegs Hunger, dann habe ich immer nur einen gestillt. Diese Tandem-Aktion war mir in der Öffentlichkeit zu akrobatisch und auch zu exibizionistisch. Man sitzt da ja schon ziemlich offenherzig rum.

Auch zu Hause passierte es hin und wieder, dass ich mal den Verdacht hatte, einer der beiden wäre nicht satt geworden. Und dann habe ich meine kleine Notfallflasche hervorgezaubert. Immer öfter stellte ich sie allerdings unangerührt auf die Spüle. Das war ok so. Die Notfallflasche und ich waren Freunde und ich nahm sie trotzdem überall mit hin. Sie war mein Backup.

Irgendwann aber waren wir so ein eingespieltes Trio, dass wir den Neu-Papa nicht mehr als Still-Assistenten benötigten und abends keine benutzte Flasche mehr auf der Spüle stand. Und das war dann lange Zeit so völlig ok. Als es das nicht mehr war, habe ich einseitig nach langer Grübelei unser Still-Team aufgelöst und die Flaschen wieder aus dem Schrank geholt. Leichtfertig habe ich nicht abgestillt, aber nach fast 6 Monaten war bei mir der Punkt erreicht. Ich konnte und wollte nicht mehr.

Wenn man allerdings von 12 Stillmahlzeiten am Tag (im Schnitt) abstillen will, dann ist das keine leichte Sache. Da braucht es eine gute Hebamme, die einen begleitet. Und das hat meine auch. <3 Und sie hat mich beglückwunscht, dass ich so lange gestillt habe trotz der anfänglichen Stolpersteine.

Aber so konnte ich im Anschluss noch das Stereo-Flaschen-Geben ausreichend trainieren. Und so gebe ich euch heute meine Tipps zum Stillen und Fläschchen geben von Zwillingen weiter:

Zwillinge stillen

  • Die erste Frage ist: nacheinander oder gleichzeitig?
    Da scheiden sich die Geister und ich kenne sowohl Zwillingsmütter, die grundsätzlich nacheinander stillen, als auch reine Tandemstillmamas. In unserem Fall wäre nacheinander ohne Notfallflasche nie möglich gewesen, denn bis zum Abstillen brauchten beide jeweils mindestens 30 Minuten. So lange will kein Säugling warten müssen, bis er dann auch mal darf. Oder anders gesagt: solange kann man als Eltern keinem vor Hunger weinenden Säugling untätig zusehen.
  • Die Variante „nacheinander“ hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass man wesentlich bequemer stillen kann als Mutter. Ich bin zwar auch häufiger beim Stillen eingeschlafen, aber das lag eher an meiner Übermüdung als daran, dass es so bequem gewesen wäre. Während man Zwilling Nr. 1 stillt, sollte man Zwilling Nr. 2 idealerweise in Reichweite betten, um ihn beruhigen zu können.
  • Tandemstillen kann man auf viele Arten – mit und ohne Hilfsmittel wie Stillkissen. Es gibt extra Zwillingstillkissen, über die ich viele Lobeshymnen gelesen habe. Ich selber kann dazu wenig sagen, denn ich hatte keines. Ich habe mir aus zwei normalen Stillkissen und zwei kleineren Lagerungskissen eine kleine Burg gebaut. Wichtig ist, dass ihr halbwegs bequem sitzen könnt und nicht verspannt in der Position. Beide Kinder müssen sicher liegen und natürlich die Nahrungsquelle gut erreichen können, ohne das Mama sich dabei verrenken muss.
  • Viele Interessante Infos zum Thema habe ich hier gefunden: Zwillinge stillen?

Zwillinge mit der Flasche füttern

  • Auch hier ist wieder die erste Frage: nacheinander oder gleichzeitig?
    Das müsst ihr ausprobieren und für euch den richtigen Weg finden.
  • Nacheinander könnt ihr die Fläschchen geben, in dem ihr ganz gemütlich euer Kind im Arm haltet. Ganz so wie eine Einlingsmama. Aber was ist mit dem zweiten, wenn es gerade nicht schläft? Ich habe da von vielen Zwillingsmüttern gehört, dass sie währenddessen den zweiten mit dem Fuß in einer Wippe oder Federwiege sanft schaukeln.
  • Wenn ihr beiden gleichzeitig die Flasche gebt, dann müsst ihr sie irgendwo sicher und bequem hinlegen. Sie sollten so liegen, dass ihr beiden gut die Flasche geben könnt. Es gibt dabei unterschiedliche Varianten:
    • Es gibt Hochstühle, die Säuglings-Aufsätze wie Babyschalen haben.
    • Viele Zwillingseltern schwören auf Wippen zum Füttern und Fläschchen geben.
    • Ich habe immer ein Stillkissen auf Bett oder Sofa gelegt und dort beide mit leicht erhöhtem Oberkörper reingebettet. Eine Stoffwindel reichte, um beide Kinder abzudecken (sie haben gekleckert wie wild) und dann werden die Arme trainiert. Denn ja, wenn Kinder ewig brauchen zum Nuckeln, dann können auch Babyflaschen auf Dauer sehr schwer werden.
  • Anmerkung: Eine große Erleichterung war für mich der Zeitpunkt, an dem der erste seine Flasche alleine halten konnte. Sonnenschein konnte das mit einem knappen halben Jahr. Prinzessin macht das heute noch nicht gerne.

Kann man Zwillinge synchronisieren?

Kann man sicherlich und wir haben das auch im zweiten Lebenshalbjahr sanft gemacht, indem wir einen ziemlich exakten Tagesablauf eingehalten haben. Aber ob man das schon sehr früh beginnen sollte? Ich kann euch dazu keine klare Anwort geben.

Ich selber fand es recht angenehm, dass unsere Kinder von Anfang an immer ziemlich ähnliche Zeiten hatten. (Oder haben wir sie dazu gebracht, weil wir sie anfangs immer wecken mussten?) Manchmal hat sich auch erst nur einer gemeldet, weil er Hunger hatte. Da aber die gesamte Stillprozedur so lange dauerte, habe ich mir den zweiten immer schon mitgenommen und ihm ebenfalls einen kleinen Snack angeboten. Riskierte ich schonmal nur den einen Zwerg zu stillen, während der andere noch schlummerte, dann durfte ich ganz sicher 10 Minuten später mit einem Kind an der Brust zusehen, wie ich das zweite bei Laune halte. Nachdem die ersten Wochen überstanden waren, haben wir nachts auch nicht mehr geweckt, um zu füttern. So kam es, dass ein Zwilling nachts drei oder vier Mal gestillt wurde und der andere nach sechs Wochen mehr oder weniger durchschlief.

Zwillinge, die ihre ersten Lebenswochen im Krankenhaus verbringen müssen, weil sie deutlich zu früh geboren wurden, sind meistens vom Krankenhaus her schon eine ganz exakte Taktung gewöhnt. Wenn man als Eltern nicht das Gefühl hat, dass sie von sich aus es ganz anders wünschen würden, dann kann man sicher auch zu Hause bei diesem Rhythmus bleiben.

Und nun? Soll ich nun Stillen oder nicht?

Das kann ich dir nicht sagen! Wenn du deine Zwillinge stillen willst, dann versuche es! Es kann klappen und es kann ein wunderbarer Weg sein. Du sparst eine Menge Geld (doppelt soviel wie bei einem Flaschenkind) und Schlepperei (Flaschen, Wasser, Pulver in der Wickeltasche), musst nicht ständig spülen und sterilisieren. Und natürlich ist es gesund! Aber setz dich nicht unter Druck, denn vielleicht ist es anfangs nicht so einfach.

Die Flasche ist aber kein Versagen! Du kannst auch ruhigen Gewissens deinen Kinder hin und wieder oder auch ausschließlich die Flasche geben, ohne dass sie nachhaltig Schaden nehmen. Ich habe da nie Schuldgefühle gehabt und hätte es damals nicht geklappt, ich hätte auch wenig später ohne schlechtes Gewissen komplett auf Flasche mit Pulvermilch umgestellt. Und ja… Muttermilch ist und bleibt natürlich das Beste für eure Kinder.

Aber die Pumpe und ich… naja ihr wisst schon. Und eine gereizte, gestresste Mutter ist ganz sicher nicht die beste Voraussetzung. ;

Links zum Thema:


Dieser Beitrag spiegelt meine Erfahrungen wieder! Ich bin mir sicher, dass eine Hebamme oder Stillberaterin vieles ganz anders sehen würde. Dies ist kein fachlich korrekter Artikel sondern ein Erfahrungsbericht. 😉

Cookie Einstellungen

Diese Seite verwendet Cookies. Welche gesetzt werden, kannst du selbst entscheiden. Genauere Informationen findest du in der Hilfe.

Wähle eine Option aus

Deine Einstellungen wurden gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um weiterlesen zu können, musst du eine Auswahl treffen. Nachfolgend sind die verschiedenen Möglichkeiten aufgeführt und was sie bedeuten.

  • Alle Cookies akzeptieren:
    Alle Cookies wie zum Beispiel auch zur Analyse-Zwecken.
  • Nur first-party Cookies akzeptieren:
    Nur Cookies dieser Seite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Nur technisch zwingend notwendige Cookies.

Du kannst deine Auswahl jederzeit wieder ändern: Datenschutzerklärung. Impressum & Kontakt

zurück