Tag: Kleinkind

Mama, ich habe einen Umfug gemacht!

Kurzgeschichten aus dem chaotischen Alltag

Es fällt mir bekanntlich schwer, wirklich produktiv zu arbeiten, wenn die Kinder um mich herum sind. Ich kann dann vieles nebenbei machen, aber wirklich schreiben kann ich dann zum Beispiel nicht. Auch Buchhaltung ist für mich dann unmöglich.

Jetzt sind Ferien und das ist für mich dieses Jahr ok. Wir verbringen die Ferien recht unaufgeregt. Ich versuche viel mit den Kindern zu unternehmen und mutiere nebenbei zur Vintage-Mutti. Auch das ist ok, denn scheinbar bin ich so.

Doch so ganz ohne an den Schreibtisch zu kommen, der nicht einmal ein echter Schreibtisch im Büro sein muss, sondern nur ein Ort mit einem angemessenen Zeitfenster ohne Kindergeschrei, geht es dann doch nicht. So schwer es mir fällt, geht das nur am Wochenende*. Und zu Lasten der gemeinsamen Zeit.

So packte sich der Traummann samstags alle drei Kinder, um einzukaufen, in den Baumarkt zu fahren und sie vor allem aus dem Haus zu halten. Eine gute Stunde saß ich konzentriert am Rechner, dann waren sie wieder zu Hause. Geplant war wohl, dass sie draußen im Garten und auf dem Hof dieses und jenes spielen, während ihr Papa dort Ordnung schafft. Praktisch rief alle paar Minuten einer nach mir oder klingelte Sturm. So oft ich auch den Traummann rufen hörte „Lasst Mama in Ruhe. Ich – und nur ich – bin gerade euer Ansprechpartner“.

In der Küche hörte ich es vom Dachboden-Büro aus klappern. Irgendjemand räumte da unten. Ich überlegte nachzusehen. Widerstand dem Drang, denn es war so ruhig und niemand rief, das konnte eigentlich nur der Traummann sein, der die Küche aufräumte und Einkäufe verstaute. Mich wunderte allenfalls kein Kind zu hören, das dabei irgendwas kommentierte.

Bis auf einmal der Krümel weinte und mich rief. Ich horchte auf. Krümel weinte. Weinte nicht wütend und auch nicht so, als habe er sich verletzt. Doch er weinte zunehmend bitterlich und rief nach mir. Ich ging runter und sah nach.

Dieses Bild! Ich musste kurz stehen bleiben, um den Abblick auf mich wirken zu lassen.

In der Küche war kein Traummann, sondern nur der Krümel allein.** Vor der Spüle stand er auf seinem Kinderstuhl und weinte. In der Spüle und auf der Spüle türmte sich ein riesiger Berg Schaum. Spülschaum. Daneben lag eine fast leere (vorher nahezu volle) Flasche Spülmittel. Und Krümel weinte. „Der Schaum geht nicht weg!“ Er streckt mir seine Hände und Arme entgegen. Voller Schaum. Der ganze Krümel nass und in Spüli eingeweicht. „Mama, der Schaum geht nicht weg. Ich kriege den Schaum nicht ab.“ Er weint.

Ich habe den Reflex zu fluchen und zu schimpfen, der aber irgendwie schnell durch innerliches Schmunzeln und nun Neugier abgelöst wird. (Dafür bin ich mir fast selbst dankbar.)

„Was hast du denn gemacht?“ –  „Ich habe einen Umfug gemacht, Mama“, schluchzt Krümelchen. Der Schaum ist ein großes Problem. Ein wenig wirkt er wie der Zauberlehrling, der nun von den Massen des Spülschaums erschlagen wird. „Mama, der Schaum geht nicht weg!“
Ich beruhige ihn, nehme ein Tuch, wische den Schaum von Armen und Händen. „Was wolltest du den machen?“

So ganz bekomme ich keine echte Antwort. Es lässt sich aus Spuren am Tatort und Satzfetzen des aufgewühlten Zeugen rekonstruieren, dass mein Baby wohl spülen wollte. Alles in die Spüle warf, was da noch vom Frühstück noch stand und als nicht ganz Dreijähriger daran an irgendeinem sehr schaumigen Punkt scheiterte.

Ja, der Traummann hatte weniger Humor als er kurz darauf in der Szenerie auftauchte. Aber er lies es unkommentiert, zog die Augenbrauen hoch, schnappte sich die drei Chaoten und bugsierte sie zum Auto. „So wir fahren jetzt in den Park auf den Spielplatz.“

Und nun sitze ich hier. Das Haus ist ruhig. Ich fühle mich ein bisschen blöd, denn ich würde nun auch gerne mit den Dreien im Park sein. Ein kleines bisschen fühlt es sich an, als würde Mama sich am Wochenende ständig aus der gemeinsamen Familienzeit herausziehen. Als wolle sie nicht. Dabei würde sie so gerne.

Gleichzeitig schmunzle ich auch über mein fleißiges Helferlein im Haushalt, das die Schaumgeister nicht weggezaubert bekam. Und ich genieße den Luxus, dass ich diese Geschichte gleich und ohne Umwege aufschreiben kann, für mich festhalten kann. Ich lausche in die Stille, höre draußen Kinder weinen, die Mama rufen, weiß dass es nicht meine sind.

Und ich bin ziemlich dankbar um den Traummann, der zwar gerade ein wenig gestresst bis genervt wirkte, aber einfach kommentarlos die Kinder in den Park ausführte. Nein, er hat nicht gesagt „damit du deine Ruhe hast“, aber so war es gemeint. Er weiß, dass ich gerne mitgehen würde. Und ich verstehe, dass eine halb überschwemmte Küche voller Schaum ziemlich unamüsant ist, wenn man gerade seit Stunden permanent versucht hat, das Chaos irgendwie zu bändigen. Ach… ich bin ziemlich emotional gerade.

Aus einem stillen Büro grüßt
Eure Kerstin


*Auch wenn ich früher ein nachtaktiver Mensch war und am produktivsten wurde, am effektivsten gearbeitet habe, wenn andere Menschen schon lange schliefen, habe ich mittlerweile ein Müdigkeitslevel erreicht, dass mir abends kaum Motivation zum Arbeiten übrig lässt. Auch da geht nur Kleinkram, denn meine Augenlider sind schwer, der Krümel wird bald unruhig im Bett allein und beendet die Nächte auch immer sehr zeitig.

**Falls wer brüllen mag, wo der Vater steckte: Der war wenige Meter weiter vor dem Haus und löste ein unaufschiebbares Anliegen des Großen. Krümel war nicht lange aus seinen Augen verschwunden, darf sich aber auch sonst durchaus bei uns am und im Haus auch mal einige Meter allein bewegen, bevor wir anfangen ihn zu suchen.

Unser Kleinkind findet keinen Schlaf

Jetzt schlaf doch endlich, mein kleines Krümelkind!

Schlaf mein Kindlein, schlaf. Bitte, bitte, liebes Kind, schlafe ein! Du bist müde. Es ist spät. Es ist dunkel. Du bist müde. Ich bin müde. SCHLAF!

Jetzt Schlaf doch endlich, mein kleiner Krümel!

VERDAMMTEHACKE!!! PENN ENDLICH!

Der Krümel & das Schlafen

Krümel und schlafen? Ach das war schon immer eine bescheidene Kombination. Und ich habe unfassbar viele Geschichten auf diesem Blog darüber verzapft, wie unendlich müde ich bin.

Ja, die Zwillinge waren schon die schlechtschlafensten Kinder aller Zeiten. Dachten wir. War auch phasenweise echt furchtbar. Aber irgendwann schliefen sie dann ja doch „durch“. Mit gut eineinhalb Jahren (20 Monate oder so?).

Heute gibt es zwar auch in zwei von drei Nächten irgendwann einen Ruf aus dem Zimmer der Großen wegen blöder Träume, verloren gegangener Bettdecken oder was auch immer, aber sie schlafen. Ich will nicht klagen.

Ihr kleiner Bruder dagegen? AUTSCH!

Mit einem halben Jahr nannten wir ihn Das-Baby-das-nie-schläft. Denn Krümel schlief nicht nur nachts sehr wenig und unruhig, er verzichtete auch tagsüber auf angemessene Nickerchen. Mal pennte er etwas länger in der Trage, meist blieb es aber bei zehn bis zwanzig Minuten Powernap. Wenn überhaupt. Ein, zwei Mal am Tag und ausgeschlafen war das Duracell-Häschen auf Speed.

Es dauerte sicher ein Jahr, bis man bei ihm ernsthaft von sowas wie Mittagsschlaf reden konnte. Das arme Kind hatte möglicherweise auch keine faire Chance, denn er musste immer irgendwie einfach mitlaufen (was er dann ja auch mit 9 Monaten wörtlich nahm), sich an den Rhythmus seiner Geschwister anpassen.

Die schliefen aber immerhin bis sie gut drei Jahre alt waren mittags noch drei Stunden!!! So lang schlief Krümel selbst nachts nicht an einem Stück, geschweige denn tagsüber.

Schlafen ist was für Anfänger, Krümel hatte immer wichtigeres vor.

Es ist eine Phase, mein Hase!

Krümel hat gerade Phase. Kinder haben ja immer Phase und wenn es nur die Phase zwischen den Phasen ist. Aber Krümel macht gerade offensichtlich wieder einmal einige große Schritte – Entwicklungsschritte.

In welche Richtung auch immer. Vermutlich drei vor, zwei zurück, einen auf der Stelle und sieben im Kreis. Seine Sprachentwicklung läuft im Eiltempo. Dazu kommt die wunderbar nervige Angewohnheit, plötzlich beim Essen alles doof zu finden, was vorher super war. Nebenbei hat ihn die Kleinkind-Pubertät fest im Griff, er macht alles alleine und selbst und auf jeden Fall sehr selbstbestimmt IRGENDWIEMUSSDASDOCHGEHENNOTFALLSSCHREIEICH!

Die Toilette ist auch super. Super spannend. Und er freute sich die Tage wie ein Schneekrümelkönig, dass er darauf Pipi machen kann. So ganz mit Absicht. YEAH!

Da kann man dann auch mal drei Stunden vor lauter Freude permanent auf dem Pott sitzen. Macht Mama alles mit, denn wer will denn ein so kompetenter Kleindkind ausbremsen. Soll mir ja recht sein, wenn er sich nur dann hin und wieder doch ne Windel anziehen ließe.

Mimimi – Mittagsschlaf – Mama müde!

Es blitzten in den letzten Wochen sogar Miniatur-Hoffnungsfunken bei den übermüdeten Eltern auf, als er einzelne Nächte (sogar drei am Stück!) durchschlief! Bis fünf Uhr. Aber immerhin! Er schlief. Wie so ein vorbildliches Kind.

Dafür passiert es immer mal wieder, dass er kein Bock auf Mittagsschlaf hat. Nicht einmal ein bisschen. Dazu ist er ja auch mit nun 26 Monaten eindeutig zu alt. Ja, neee, is klar, Baby.

Wäre ja ok für mich, wenn er dafür nachts schliefe. Er hält tagsüber bei unterhaltsamem Programm auch ganz gut ohne durch. Aber eigentlich mag ich diese Pausen am Tag. Uff. Krümels Tempo und Energie können nämlich anstrengend sein. (Hatte ich das schon einmal erwähnt?)

Jetzt hat er aber beschlossen, dass er abends auch nicht müde ist. Er will nies lafen! Auf gar keinen Fall! Bett ist doof. Arm wäre noch ok. Lieber: unna dehn, Sofa lafen. Oder noch besser: Arm lafen!

Wohl gemerkt im Stehen auf Mamas Arm schlafen. Diese 15 kg zarte Elfe in den Schlaf tragen. Ist ja auch nicht anstrengend.

Wir sind gerade ziemlich frustriert. Ziemlich sehr. Wir sind müde und gerade abends mangelt es an Geduld.

Ich überlege immer mal wieder, ob er vielleicht schlicht den Mittagsschlaf nicht mehr braucht. Immerhin hat er sonst mittags oder auch abends durchaus gesagt, dass er müde sei und ins Bett wolle.

Vielleicht ist es aber auch gerade einfach echt viel für ihn und die ganzen neuen Fähigkeiten halten ihm vom ruhigen Schlaf ab. Wäre es dann nicht falsch, wenn wir versuchen würden, den Tagesablauf zu verschieben?

Schreiben sortiert Gedanken

Und während ich so schreibe, werden mir einige Dinge klar:

  1. Krümel scheint tatsächlich mittags und abends nicht so müde, dass er ins Bett wollen würde. Zumindest nicht so müde wie sonst, denn er sonst hörte man von ihm oft „Müde. Bett.“ (Was ein krass kompetentes Kind.)
  2. Man muss den Mittagsschlaf ja nicht abschaffen, wir können einfach phasenweise vielleicht mit einem Buch über die Mittagszeit im Bett kuscheln. Runterkommen kann er nämlich – man glaubt es kaum – durchaus. Er liebt Bücher und Kuscheln.
  3. Wir brauchen trotzdem eine Lösung für abends.

Anfänger bei Einschlafdramen

Wir sind zwar Profis in durchwachten Nächten, aber wir haben wenig Erfahrung mit dem Thema „Einschlafen“. Die Zwillinge ließen sich in der überwiegenden Zeit immer problemlos ins Bett bringen. Es gab Rituale und feste Uhrzeiten und bis auf wenige Phasen schliefen sie zu zweit allein ein.

Seit der Krankheitswelle im Winter, als die Zwillingsschwester und ich viel in der Klinik waren, besteht Sonnenschein abends auf meine Anwesenheit im Raum, bis er einschläft, und das ist völlig ok für mich. „Mama, bleibst du bei mir, bis ich schlafe?“ Es war zwischendurch wieder weniger, aber seit dem Herbst wieder mehr. Er braucht es eben. Er kann es formulieren. Ich kann es ihm geben, auch wenn ich da nicht immer abends Lust drauf habe.

So mies und wenig Krümel immer schlief, eingeschlafen ist er abends idR gut. Früher stillte ich ihn in den Schlaf, dann gab es die Milchflasche und später die Wasserflasche. Meist brachte ihn in den letzten Monaten sein Papa zu Bett, da ich bei den Großen im Zimmer blieb.

Jetzt geht das aber gar nicht mehr. Er schreit nach Mama und Papa, will auf den Arm, nicht schlafen, nicht ins Bett. Daneben sitzen, auch mit Körperkontakt beruhigt ihn nicht. Ein wenig Licht im Zimmer (vorher war es immer dunkel) brachte auch noch keine Erleichterung.

Habt ihr Tipps? Oder aufmunternde Worte?
Eure Kerstin

Das Kind schläft nicht durch, es will keinen Mittagsschlaf. Abends ergeben sich Dramen am Bett und an Schlaf ist nicht zu denken. Was mache ich nur? #durchschlafen #nachtschlaf #babyschlaf
gemütliche Herbstnachmittag mit kleinen Kindern

So richtig entspannt und gemütlich! NICHT!

Heute lassen wir es ruhig angehen, dachte ich gestern. An einem Montag. Ich weckte gerade den Krümel aus seinem Mittagsschlaf, um die Zwillinge vom Kindergarten abzuholen.

Entspannt und gemütlich. Das muss doch möglich sein, oder?

Unser Wochenende war unaufgeregt, aber mir war mal wieder so richtig bewusst geworden, dass es die Antithese von gemütlich war.

Geht gemütlich mit drei kleinen Kindern überhaupt?

Ich wollte es versuchen. Lass dich auf die Kinder ein, Kerstin! Mach keinen Druck, habe keine Pläne. Das war durchaus ein realistischer Vorsatz, denn ich hatte keine Pläne außer einem möglichst stressfreien Nachmittag mit meinen Kindern. Auf geht’s!

Kindergarten

Wir holen die Zwillinge ab. Sie haben gute Laune und müssen noch im Kindergarten alles erzählen, was sie den Tag über so bisher erlebt haben. Wir lassen uns Zeit, ich habe keinen Stress.

Schuhe anziehen, Bild bewundern, Jacke suchen, mit dem Freund quatschen, anziehen, rausgehen, am Auto stehen bleiben, der Freundin winken. Einsteigen.

Was machen wir denn heute noch? Worauf habt ihr Lust? Mögt ihr vielleicht mit mir in die Stadt fahren und ein wenig bummeln? (also auf Spielgeräten in der Fußgängerzone turnen und vielleicht ein Brötchen oder ein Eis essen. Spielplatz wäre mir zu nass bei dem Dauerregen gewesen.)

„Stadt!“ sagt der Sonnenschein. „Hause!“ sagt der Krümel. „Ich will nur Bibi und Tina hören!“ jammert weinerlich die Prinzessin. Ok, den Stimmungsumschwung habe ich nicht kommen sehen.

Klar, wir können auch nach Hause fahren. Wir können das Puzzle von heute morgen weiter machen, etwas essen oder auch einen Kuchen backen. „Ich will Bibi und Tina!“ „Ich will in die Stadt!“ Hmmm ok, versuchen wir es zu Hause.

Trautes Heim

„Ich kann nicht laufen. Meine Beine sind müde!“ die drei Schritte vom Auto zum Haus sind für die Prinzessin zuviel. Sonnenschein hat nun auch umgeschwenkt „Ich habe Durst! Trinken! Sofort!“

Ja, Sonnenschein, wir gehen rein, ziehen die Schuhe (und Jacken) aus und du bekommst gleich als erstes etwas zu trinken. Diese Aussage  meinerseits reicht nicht.

Sonnenschein bricht schreiend vor der Tür zusammen. Er verdurste. Krümel rennt weg. Prinzessin schleppt sich ins Haus und krümmt sich heulend auf der Treppe: „BIBI UND TINAAAAA!!!“

Lasst uns doch bitte erstmal reingehen und ausziehen. Dann kriegt jeder, was er mag. Bitte.

Es hilft nicht. Unter Gebrüll und Geschrei gehen wir ins Haus. Ich fange den untriebigen Krümel ein, ziehe zwei weinende Kindergartenkinder aus, reiche einen Becher Wasser. „EIN GLAS!!! ICH HABE GESAGT! EIN! GLAS!“ Hattest du nicht, aber gut, dann eben ein Glas. Natürlich muss es ein Glas sein. Ganz logisch. Es muss immer ein Glas sein, wenn Mama einen Becher anschlörrt. Uff.

Ich will fernsehen!

Es wird nicht besser, als die Schuhe ausgezogen sind und das Glas leer ist. Krümel entert die Küchenarbeitsplatte und räumt das dort stehende Geschirr um. Prinzessin will auf gar keinen Fall, dass ich ihr eine CD anmache. Sie will Bibi und Tina im Fernsehen gucken.

Nein, wir gucken jetzt kein Fernsehen. Aber du kannst gerne in dein Zimmer gehen und die CD anmachen oder ich mache sie dir hier im Wohnzimmer an. FALSCH!!! FALSCH!!! So falsch! Also vermutlich aus zahlreichen Gründen, aber die leuchten mir nicht ein.

Ich kann auch kaum nachfragen, denn die zu befragende Person jault wie ein angeschossener Hund, während Krümel versucht die Oberschränke der Küche zu erreichen und Sonnenschein einen genialen Wutanfall hinlegt. Er will jetzt sofort Feuerwehrmann Sam gucken! Im Fernsehen.

Wer zum Teufel hat hier was von Fernsehen gesagt? ARG!
Ruhig Kerstin.

Sollen wir das Puzzle machen, dass ihr heute morgen so gerne machen wolltet? (Und deswegen einen Wutanfall hattet, weil ihr puzzeln und nicht in den Kindergarten wolltet.)

Puzzle sind doof. Alles ist doof, aber immerhin geht Sonnenschein zum Schrank und holt ein Spiel raus. „Das da!“

Gut, dann versuchen wir unser Glück, ein Brettspiel zu spielen, obwohl die kleine Abrissbirne auf Speed (aka Krümel) ebenfalls anwesend ist. Das findet auch Prinzessin gut und Krümel findet netterweise den Spieleschrank nun interessanter als die Küchenschränke. Er räumt selbstvergessen aus und wir beginnen am Sofatisch zu spielen.

Familien-Idylle!!1111!!!

Kurz genieße ich die Idylle. Das Kleinkind sitzt vor dem Schrank und räumt aus. Ganz lieb und still. Die Zwillinge spielen Autorennen mit mir, die Gesellschaftsspiele wirklich nicht mag, aber das gerade mal vergisst. Vielleicht kann ich gleich Kekse auf den Tisch stellen? Ein  wenig knabbern? Plaudern? Spielen? So idyllisch. <3

Ich freue mich, dass wir die Kurve gekriegt haben. Geht ja doch!

Nach einer halben Runde geht das Spiel zu langsam vorwärts. Krümel hat den Schrank leer und das Brettspiel entdeckt. Abwechselnd klaut er die Spielfiguren. Er will mitspielen!

Auch zwei überzählige Figuren, für jede Hand eine, helfen nicht. Sonnenschein wird wütend. Prinzessin weinerlich. Krümel räumt mit Schwung den Tisch ab.

Eskalation!

Wir machen eine Rolle rückwärts auf der Stimmungskurve und schließen gekonnt wieder eine Viertelstunde vorher an. Schreie! Wut! Tränen!

Ich könnte in den Tisch beißen und versuche Vorschläge zu machen. Sollen wir ins Spielzimmer gehen und die Eisenbahn aufbauen? Ach Mama. Du mit deinen doofen, hilflosen Vorschlägen. Es wird eine Viertelstunde geheult und getobt und dann will der Sonnenschein eine Höhle bauen.

Ich greife den Strohhalm, auch wenn ich weiß, dass meine Höhlen seinen Ansprüchen nie genügen und dem wilden Bruder nie standhalten. Ich baue und sie spielen. Immer zwei Minuten halbwegs friedlich ein Rollenspiel, deren Muster mir verborgen bleibt, um dann fünf Minuten zu eskalieren, weil die Höhle dort nicht ganz geschlossen ist oder der Krümel sich nicht an die Regeln hält!

Krümel beißt Sonnenschein heftig, weil er seinen Schlüsselanhänger haben will. Sonnenschein vergießt Tränen. Prinzessin ist wütend, weil Krümel sie seinen Puppenkrümel (aka Mümmel) nicht korrekt wickeln lässt und immer wieder Tränen. Wegen allem.

Mimimi. Ich möchte mich auf dem Boden zusammenrollen und den Daumen in den Mund stecken. 

Gemütlich? Können wir nicht (mehr)?!

Geht das nicht auch mal gemeinsam? Alle zusammen. Friedlich? Entspannt? Gemütlich? Für mehr als zehn Minuten am Stück?

Anscheinend nicht. Nicht bei uns.

Wir wurschteln uns durch den Nachmittag und ruhiger wird es erst, als der Traummann auf der Bildfläche erscheint. Der entert das Spielzimmer und in wechselnder Besetzung spielen die Kinder zwei oben, einer unten, dann kommt wieder einer runter, einer geht hoch, wir bereiten währenddessen Abendessen mit wechselnden helfenden Kinderhänden zu. Ziemlich friedlich.

Aber eben getrennt.

Kinder sind so wundervoll und nein, hier gibt es nicht den ganzen Tag Geschrei und Tränen. Aber oft dann doch.

Ich würde so gerne an einem herbstlich, verregneten Nachmittag mich mit den Kindern zu Hause einkuscheln, warmen Kakao kochen (mag hier keines meiner Kinder, aber die Vorstellung gefällt mir), gemeinsam Kekse backen, auf dem Sofa liegen und vorlesen, malen und basteln, lachen und scherzen.

Aber diese Idylle blitzt hier immer nur kurz auf. Immer mal wieder ganz kurz zwischen Geschwisterplüsch (sie sind so süß, wenn sie alle drei in der Höhle „schlafengehen“ spielen) und heftigem Streit, zwischen alle drei malen und einer wirft die Stifte durch den Raum, während der andere über den Tisch klettert und die dritte heult, weil sie deswegen nicht weiter malen kann.

Mäh! Ich mag das nicht.

Aber heute! Heute machen wir es uns gemütlich. Ich habe die Termine für den Nachmittag abgesagt, es regnet Bindfäden und ich habe Keksteig im Kühlschrank!

Ok, keines meiner Kinder mag Kekse (was habe ich für merkwürdige Kinder, die weder Kekse noch Kakao mögen?), aber das wird super!

Ganz bestimmt.

Hoffentlich.

Eure Kerstin,
die gerne wüsste, ob es nur bei uns so wenig Idylle im Familienleben gibt. Wie läuft das bei euch? Geht es da auch mal ganz kuschelig-gemütlich?

Geburtstag | Ach, mein kleines Krümelchen…

2 Jahre!

Ich könnte jetzt die obligatorischen Einleitungssätze raushauen und erstmal einen Absatz darauf verschwenden, wo bloß die Zeit geblieben ist, aber das wäre so fad und außerdem:

Scheiße! Mein Baby ist schon zwei!
😮


„Da fehlt noch einer“, sprach der eine. „Ja, da fehlt noch einer“, antwortete der andere vor ungefähr vier Jahren an einem lauen Spätsommerabend auf dem Balkon. Die zuckersüßen winzigen Zwillinge schliefen gerade (endlich), wir waren unendlich müde und es gab gar keinen Anlass über Familienplanung in diesem Moment zu sprechen. Wir waren gerade Eltern geworden. Zum ersten Mal. Gleich doppelt.

Wir beschlossen, dass dieses Gefühl absurd, vermutlich hormonverursacht waren und vertagten das Thema. Aber da fehlte noch einer.

Zwischen diesem Gefühl und seiner Ankunft vor zwei Jahren in unserer Familie lagen einige unschöne Turbulenzen. Doch unser Krümelchen hat uns komplett gemacht. <3


So ein besonderes kleines wundervolles Krümelchen. <3

So winzig war er. So bezaubernd und so anders als seine Geschwister. Ganz entspannt nahm er die stürmische Freude seiner Geschwister hin. Das wilde Leben tobte um ihn, während er ziemlich zufrieden in seinem Laufställchen lag (damit die „großen“ Geschwister ihn nicht umrennen) oder seiner Mama vor die Brust gebunden war (damit diese die Hände frei hatte für die Geschwister).

Nur schlafen, das fand und findet er ziemlich überflüssig. Er hat andere Pläne und haute das erste Lebensjahr im Zeitraffer runter, dass ich dann weit vor seinem ersten Geburtstag schon lange kein Baby mehr trug, sondern ein gewichtiges Kleinkind, das mit vollem Haar und blinkenden Zahnreihen auf seinen eigenen Beinen losstürmte.

Unser Turbo-Baby <3

„Du kannst dem Krümel auch gleich drei Kerzen auf den Kuchen packen. Das fällt nicht auf“, sagte man mir Tage vor seinem Geburtstag und ich habe doch nur zwei auf den abends noch schnell nach der Wubttika gezauberten kleinen Kuchen gesteckt.

Es ist müßig einen eigenen Beitrag über die ausschweifenden Feierlichkeiten zu Ehren unseres Jüngsten zu schreiben, denn wir waren mal wieder ziemlich unaufgeregt. Aber vielleicht ergibt es gerade deswegen Sinn, denn es muss ja Mitnichten immer alles außergewöhnlich pinterstastisch sein.


Der Morgen

Mit eilends abends noch gebackenem kleinen Zitronenkuchen, extrem müden Eltern, ein wenig Deko und Kerzen, einen sehr leeren Tisch (denn die Geschwister wünschten sich eine Nacht bei Oma und Opa) und einem glücklichen kleinen Geburtstagskind, das die Deko vom Kuchen naschte und Geschenkpapier zerriss.

Die Geschenke

Von uns gab es wie erwähnt den Krümel mit passendem Outfit, welches im Vorfeld der einzige besondere Aufwand war. Aber sowas macht mir wirklich Freude und es ist jetzt schon große Puppenpapaliebe. <3

Von den Gästen gab es eine Jacke für den Herbst, da die geerbten vom Bruder nun wirklich durch waren und auch ein kleiner Nachzügler mal etwas schickes, neues braucht. Ein paar Bodys (kann er gut gebrauchen), einen Fahrradsitz* (damit ich mit eigenem Fahrrad und Krümel den Geschwistern besser hinterherkomme auf ihren Fahrrädern), eine Tuttuuuuuuut-Lokomotive* (die ihn schwer begeistert und mich sehr nervt), ein Rennauto* (um das in der große Bruder beneidet), Malstifte und selbstgemalte Bilder und Bristle-Steine* (die alle drei Kinder gerade begeistern).

Die Feier

Familienfeier. Ganz klassisch und sogar nur ausschließlich zum Kuchen. Einen davon buken wir noch fix am Vormittag nach dem Schema: Zutaten in den Thermomix, kräftig mixen, ab in die Form und der Rest macht der Ofen. Zwei andere brachten die Gäste mit. Perfekt. Unaufgeregt und entspannt.

Und jetzt ist mein Baby zwei Jahre alt. So ein großer Kerl. <3
Eure leicht sentimentale Kerstin

Nachtrag zu den Nähwerken: Die Pullis entstanden nach einem Schnittmuster von mamahoch2, das ich allerdings ein wenig schmaler für den Großen mache und auch durchaus ein wenig frei interpretiere. Die Puppenkleidung findet ihr ebenfalls dort. Den Stoff habe ich im örtlichen Stoffladen gekauft und mal wieder gar keine Ahnung, was das für einer ist. 😉

Nachtrag zu den tollen Fotos: Ich habe mal wieder den Umstand ignoriert, dass ich eventuell darüber schreiben würde und habe keine blogtauglichen Fotos gemacht. Muss ohne gehen.


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Wutanfall eines Zweijährigen

Supermarkt-Storys ODER eine Ode an das Kleinkind

Es war einmal eine junge Mutter dreier entzückender kleiner Kinder, die wollte musste einkaufen gehen. Was dann geschah, lies sie ein Loblied auf die Kleindkinder dieser Welt singen.

So oder so ähnlich jedenfalls.

Also. Ich musste einkaufen. Muss ich ja beinahe täglich, denn so sehr ich es immer versuche, das mit dem planvollen Wocheneinkauf ist nicht so ganz meins. Das Konzept geht bei uns irgendwie nicht auf.

Ein Einkauf mit ein bis drei Kindern ist bei uns tägliche Routine. Entsprechend fuhr ich gut gelaunt nach dem Einsammeln aller drei kleinen Chaoten von Tagesmutter und Kindergarten auf den Parkplatz eines ansässigen Discounters.

Wir steuerten auf den Eingang zu und dort standen sie:

Diese entzückenden kleinen Kindereinkaufswagen.  Die hatte der Discounter kürzlich neu erworben und ganz familienfreundlich seinen Kunden zur Verfügung gestellt. Meine drei waren ganz aus dem Häuschen und stürmten darauf zu.

Das kennen sie vom Drogeriemarkt. Hier brauchte ich aber erstmal eine entsprechende Anzahl Einkaufschips für die Wagen. Drei mussten es sein, denn auch Krümel wand sich in schierer Vorfreude schon ungestüm auf meinem Arm.

Ich wühlte mit dem freien Arm in meiner Tasche und überlegte kurz: Bleibe ich bei dem Plan, Krümel im großen Einkaufswagen und somit halbwegs unter Kontrolle durch den Discounter zu schieben, oder wage ich es, ihn mit so einem Rammbock in den Laden zu schicken?


Krümel ist aktuell 23 Monate alt und im besten Alter für wunderschöne Wutanfälle. Landläufig wird das Trotzphase genannt, netter sei Autonomiephase, ich nenne es anstrengende Krisenzeit.


Würde ich den Zwillingen einen Einkaufswagen geben, dem Krümel aber nicht, hatte ich den Wutausbruch sicher. Ab sofort.

Würde ich allen drei Kindern einen Einkaufswagen verpassen, würde es ähm interessant, etwas turbulent und am Ende ganz sicher auch wütend. Aber ich beschloss, es zu riskieren.

  1. Könnte ja rein theoretisch der Wutanfall ausbleiben, während er mir ohne Einkaufswagen sicher war.
  2. Schiebe ich so den wahrscheinlichen Wutanfall ein wenig nach hinten.
  3. Ich habe mal irgendwo im Internetz gelesen, dass man angeblich seinen Kindern etwas zutrauen darf und sie eigentlich immer kooperieren wollen.

Ich schloss also drei Miniatur-Einkaufswagen auf, verteilte sie auf meine Kinderschar, atmete Zen-mäßig ein und war entschlossen ganz kooperativ zu bleiben. Aufregende Shopping-Touren haben bei uns schließlich Tradition. Lasset die Spiele beginnen!

Die beiden Großen marschierten vor. Ich konzentrierte mich auf das Kamikaze-Kind. Krümel nahm Anlauf und rollte das Feld mit Schwung von hinten auf. Ich bremste ihn alle paar Sekunden kurz vor einer Kollision ab, bewahrte Hacken der Mitkunden vor schmerzhaften Eindrücken und versuchte an meine Einkäufe zu denken (den Zettel hatte ich wie immer vergessen).

Krümel fand das überhaupt nicht angemessen, dass ich ständig in sein Fahrverhalten eingriff. Was ich mich erdreiste immer wieder kurz an diese doofe Stange zu fassen. Er kann das alleine!

Ja, kann er. Schwungvoll sogar. Macht er super. Aber halt mit dem Ergebnis von ein wenig Bruch hier und einem blauen Fleck da. Entsprechend nahm ich den Unmut des Jüngsten zu Gunsten der Unversehrtheit der Mitkunden und Ladeneinrichtung auf mich.

Man sah und hörte uns durch den ganzen Laden. Der Sonnenschein sang, die Prinzessin rief. Kinder die man hört und sieht. Krümel raste, wurde gebremst, schimpfte und immer wieder dazwischen mein melodisches, zartes Stimmchen, das die Horde versuchte ein wenig zu lenken.

Überall grinste es über die Regale, man beobachtete uns. Wir amüsierten und unterhielten.


Immer wieder, wenn ich so mit den dreien im Getümmel unterwegs bin, muss ich feststellen, dass der deutsche Max Mustermann und seine liebste Melanie Musterfrau überhaupt nicht so kinderfeindlich sind, wie man sein müssten/sollten, um ihrem Muster zu entsprechen.


Ich fischte das ein oder andere Lebensmittel aus den Regalen, zupfte Krümel mit seinem Wagen aus dem Obst, strich gedanklich die nicht unbedingt notwendigen Einkäufe von meiner nicht vorhandenen Liste und bemerkte natürlich auch Karla Klischee hinter dem Regal mit dem knallroten Sonderangeboten.

Karla verzog den Mundwinkel merkelistisch und zog beinahe orkanartig die Luft ein. Ah! Es gibt sie also doch. Sonst wäre das Ensemble auch nicht komplett.

Karla blinzelte immer wieder mit bis an den Haaransatz hochgezogenen Augenbrauen zu uns herüber. Wir kauften weiter ein.

Ja, wir waren eher das Gegenteil von unauffällig leise, aber über normale Kinderlautstärke ging nichts hinaus. Die Zwillinge verhielten sich vorbildlich; der Krümel gab ein absolut perfektes Kleinkind ab, was leider nun wirklich bedeutete, dass wir bei jeder Richtungsänderung einen kurzen Disput hatten.

Der ist meist noch sehr wortkarg, denn Krümel spricht nur einzelne Worte. Vorwiegend schimpfte er also „NEIN!“ keifend vor sich hin, wenn seine Mama ihn mal wieder nervte.

Ich fand wir hielten uns super! Bis zur Kasse.

Ich dankte dem Elterngott, das diese gerade völlig leer war und lies alle drei Kinder ihre Wagen alleine ausräumen. Die Waren landeten beinahe unbeschädigt auf dem Kassenband der ganz entzückt lächelnden Kassiererin, die fröhlich mit den Kindern scherzend den Kassiervorgang begann. Hinter uns folgten Max, der belustigt grinste und zwei Melanies, die schwer danach aussahen, als unterdrückten sie sich nur mühsam ein Wangenkneifen.

Da reihte sich Karla ein. Schnaubend. Vermutlich hat Karla wirklich ein kleines Asthma-Problem? Und eines mit zuckenden Augenbrauen.

Wir näherten uns derweil dem Höhepunkt. Vor uns war der Weg frei, die Zwillinge durch den Kassenbereich durch und Krümel zuckte fröhlich vor Vorfreude auf die unendlichen Weiten dahinter. Endlich Auslauf mit dem Wagen! Endlich Gas geben!

Mutti – die Spaßbremse – fand aber den Gedanken, eines auf dem Parkplatz fröhlich Einkaufswagenscooter fahrenden Krümels, wenig amüsierend und beschloss ihn zu sichern. Unter Protest klemmte ich mir die 14 kg Kleinkind unter den linken Arm, während ich mit der rechten Hand mein Portemonnaie zückte.

DAS WAR NICHT NETT! Die Kleinkind-Synapsen des Krümelkinds schlugen Alarm und erwartungsgemäß rebellierte er. Lautstark. Was mir recht egal war. Ich tauschte weiter mit der Kassiererin die nötigen Kassenabwicklungsfloskeln aus. „Ja, mit Karte bitte.“

Max und die Melanies grinsten, die Kassiererin auch, die Zwillinge warteten geduldig und Karla wurde knallrot.

Ich gab meine Geheimzahl ein. Der Krümel tobte. Dummerweise hat er verdammt viel Kraft und ordentlich Schwungmasse. Es wurde zunehmend unangenehm, das zeternde Bündel unter meinem Arm zu bändigen. (Zumal der Arm dummerweise an meiner demolierten Schulter hängt).

Kurz vor dem finalen Geldbeutel-einstecken-und-Sachen-zusammenraffen bat ich den Krümel bitte lieb bei Mama zu bleiben (Hey, man kann es ja mal versuchen!) und setzte ihn kurz ab.

Seine Beine rotierten schon in der Luft und mit Bodenkontakt düste Krümel mit Einkaufswagen zielsicher auf die Tür zu. Die Zwillinge traten freundlich ein Stück zur Seite und ich lächelte die Kassiererin an „Entschuldigen Sie kurz…“ Geldbeutel auf das Kassenband geworfen und dem Krümel nachgesetzt.

Der Sprint traf mich nicht unvorbereitet, trotzdem erwischte ich den Ausreißer erst hinter der Tür. Die sich sofort schloss.

Also mit wütendem Krümel unterm schmerzendem Arm durch den Eingang wieder rein, eine Ehrenrunde durch den Laden, das lachende Publikum und die grinsende Kassierin um den Geldbeutel erleichtern. Während ich schreienden Krümel, super kooperative Zwillinge, Einkäufe und drei Kindereinkaufswagen nach draußen befördere, überlege ich allerdings kurz, ob ich für Karla einen Rettungswagen rufen muss.

Sie hat sich in Atemnot geschnauft und ihre Gesichtsfarbe sieht überhaupt nicht mehr gesund aus.


Kleinkind-Krisen gehören dazu

Der erste Wutanfall eines Kleinkindes bringt einen noch aus dem Konzept. Aber sie sind netterweise so garantiert, dass man sich ein oder zwei Jahre permanent darauf einstellen und ihnen gelassen entgegen sehen kann. Sie kommen. Sie gehen auch wieder. Die dauernde Krise bleibt für Kind und Eltern auch eine Weile sehr anstrengend, aber sie halt irgendwie einfach normal.

Ich freue mich immer wieder, dass die allermeisten Mitmenschen das zu wissen scheinen und frage mich dann doch, ob wir auf einer exotischen Insel leben. Karla wohnt hier zwar auch, aber ich treffe sie recht selten. Meist wird gelächelt, wenn die drei blonden Chaoten auftauchen. Es wird gegrinst, wenn sie im Supermarkt Kinderlieder anstimmen und milde geschmunzelt, wenn Krümel wütend wird.

Wie erlebt ihr das bei euch?

Neugierig,
eure Kerstin

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