Archive für Kleinkind

Das ist doch Betrug!

Kerstin —  29. Juli 2016 — 4 Kommentare

Über Krümels erstes Jahr (und seine Taufe)

So Leute, jetzt wollte ich euch hier eigentlich einen fluffigen Text über unsere herrlich, entspannte Familienfeier zu Krümels Taufe servieren, aber dann kam mal wieder alles anders.

Ich fühle mich nämlich betrogen! Man hat mich um das mir zustehende erste Jahr mit meinem Baby gebracht. Mir wurde ein Zeitraffer-Modell ausgeliefert im letzten September und so hocke ich nun hier als Mama eines Kleinkindes (und zweier großer Kindergartenkinder) weit vor offiziellem Ablauf des Babyjahres! Das ist hochgradig unfair! Denn aktuell sieht es so aus, als wäre dies auch mein letztes Babyjahr gewesen. Ich habe zumindest kein weiteres auf meiner mittelfristigen Agenda eingeplant.

Krümel wird getauft

Mein kleines Riesenbaby, das nun wirklich kein Baby mehr sein will, marschierte auf seinen eigenen kurzen Stummelbeinchen in die Kirche. Unterwegs fischte er sich interessante Andenken aus dem Schirmständer im Eingangsbereich und kletterte unter den ersten Bänken durch. Die Planscherei mit dem Wasser beim Gottesdienst fand er eher ziemlich erheiternd und nur die Predigt eher langatmig. Diese Meinung teilten aber alle Gemeindemitglieder. Weiterlesen…

Mein Leben in Lönneberga

Kerstin —  24. September 2015 — 3 Kommentare

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Nein, der Sonnenschein heißt nicht Michel. Auch wenn er ein kleiner blonder Strubbelkopf ist. Michel heißt nur seine Puppe. Und Ida ist auch nicht seine Schwester, hätte es aber gut werden können. Ich mag den Namen.

Vermutlich muss man es aber als Omen ansehen, dass ich nach Oles kleiner Schwester aus Bullerbü benannt wurde, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass man ständig auf sie aufpassen muss, damit sie nicht sich und ihr Umfeld mit schwarzer Schuhcreme behandelt.

Man sollte den Sonnenschein niemals nie unbeaufsichtigt lassen. Niemals nie. Auch nicht ganz, ganz kurz.

Dummerweise spielen die Zwillinge mittlerweile schon immer mal wieder so wunderbar alleine oder gemeinsam, dass man dazu regelrecht verführt wird, doch mal eben kurz… die Wäsche aufzuhängen, eine Tasse Kaffee im Nebenraum zu trinken, irgendwas aufzuräumen, wegzuspülen, abzuwaschen, den kleinen Baby-Krümel zu wickeln, eben auf Toilette zu gehen,… Weiterlesen…

Den berühmten Murphy zitiert man frei „Was schief gehen kann, wird schief gehen“.

Der olle Murphy war also ein ziemlicher Pessimist. Mit einem zudem nicht sehr freundlichen Menschenbild, denn die ganzen feinen Fehler, die zu all den möglichen (und vermeidbaren) Katastrophen führen, sind in der Regel menschengemacht. Ich hatte es nie so mit Murphy und seinem Fatalismus. Bis ich Mutter wurde.

Seitdem ist mein Leben unberechenbar und es folgt einer interessanten Gesetzmäßigkeit von einem Problem zum nächsten. Kinder machen es möglich. Wenn gerade alles super läuft, dann werden sie krank. Oder sie bekommen Phase. Ganz doll. Oder Zähne. Oder man selber fällt die Treppe runter, um sich die Schulter zu brechen oder die Betreuung fällt aus.

Dieses Gesetz geht auf dem Murphy seine Mutti zurück und ist Teil der arbeitgebereigenen Phobie vor berufstätigen Müttern. Die Mütter (korrekterweise müsste man von Eltern sprechen, machen die Arbeitgeber aber selten) sind nämlich eben wegen dieser Gesetzmäßigkeit in der einen Lesart unzuverlässig, in der anderen schlicht gezwungen ständig zu improvisieren. Als Eltern kannst du dich nicht auf ruhigen Zeiten ausruhen! Sei wachsam, die nächste Hürde kommt und erwartet von dir, dass du springst! Weiterlesen…

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Wenn man Kinder hat, dann ändern sich soviele Dinge. Das ganze Leben ändert sich und, ja, auch ich habe mich verändert. Ich bin kein anderer Mensch geworden, aber als Mama bin setze ich heute andere Prioritäten und habe die Schwerpunkte in meinem Leben verschoben. Ich finde das immer wieder sehr interessant an mir selber zu beobachten.

Ich habe zum Beispiel immer schon gerne gekocht und fast noch lieber gebacken. Als Studentin träumte ich davon, mir später eine ganz schicke und super praktische Küche einzurichten, darin würde ich jeden Tag die tollsten Gerichte aus frischen Zutaten vom Markt für eine große Anzahl von Gästen zaubern… Die schicke Küche habe ich mittlerweile tatsächlich und ich koche immer noch gerne. Trotzdem ist alles anderes.

Auf die Qualität der Zutaten habe ich schon früher geachtet, aber als Mama lege ich noch viel größeren Wert darauf, ausgewogen zu kochen. Ich bin nämlich kein Gesundheitsapostel, der nur und ausschließlich mit ganz viel Gemüse und super mega gesund kocht. Hier gibt es sogar (selten) Schokolade zu naschen, Pizza am Abend oder mittags mal nur einen Milchreis. Deswegen schaue ich, dass sich „ungesundes“ über den Tag oder die Tage ausgleicht. Wenn es abends eine Pizza geben soll, dann wird bei den restlichen Mahlzeiten des Tages verstärkt Obst und Gemüse eingebaut. Wenn gestern der Tag so komplett gemüsefrei ablief, dann muss heute was ganz gesundes auf den Tisch.

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„Boah Kerstin! Du bist echt hart!“ So begrüßt heute in der lokalen Kinderarzt-Praxis von einer flüchtigen Bekannten. Hmmm… echt? Bin ich das?

Ok, heute galt der Ausspruch wohl meinem dezenten Bauch, den ich hinter den Zwillingen in das Wartezimmer geschoben habe. Aber ich erinnere mich, dass wir uns schon einmal beim Kinderarzt trafen – vor vielleicht einem guten Jahr?!

Damals waren die Zwillinge noch Säuglinge und noch lange kein Jahr alt, ich trug 2 MaxiCosi und die Wickeltasche und war allein mit ihnen beim Kinderarzt. Aus meiner Perspektive war das damals (wie heute) eine schlichte Notwendigkeit, die dann eben so ist und fertig, klappt schon. Muss ja. Aus ihrer Perspektive schien es eine kleine Heldentat zu sein. Ist es nicht, liebe Einlings-Mama. 😉 Zwillingseltern können das. Sie müssen es und sie schaffen es. Weiterlesen…

Osterfeiertage an der See, die frische Brise um die Nase wehen und die Seele baumeln lassen. Das klingt doch schwer verlockend. Ist es auch. Kann aber mit Familienanhang eine kleine Herausforderung darstellen. Wir sind Gründonnerstag nach dem Wahnsinn der Urlaubsvorbereitungen bedingt entspannt und zumindest vollzählig im hohen Norden der Republik angekommen.

In einem früheren Leben hätte ich nun mein Koffer abgestellt, mich kurz frisch gemacht und wäre zu einem Erkundungsspaziergang inkl. erstem kleinen Begrüßungsgetränk aufgebrochen. Im Hier und Jetzt laden wir einen Miniatur-LKW mit unserem Hausstand aus, teilen die Erwachsenen in zwei Orga-Einheiten auf und beginnen mit der Arbeit. Die Zwillinge dürfen mit Papa und Opa die Betten beziehen und Koffer auspacken, während die kugelrunde Mutti (also ich) und die Oma den Job bekommen, die Nahrungsmittel zu beschaffen. Einkauf im Supermarkt ist ansich ohne Kleinkind-Begleitung keine große Sache, aber an Anreisetagen vor Feiertagen in großen Ferienregionen kann es schon einmal interessant werden. Weiterlesen…

Ich bin die Königin des Scheiterns. Ich scheitere täglich. Und das mehrfach. Mein Leben lang. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und komme damit ganz prima zurecht. Denn für mein tägliches Scheitern gibt es eine extrem einfache und sehr eingängige Erklärung: Meine Ansprüche an mich.

Der ein oder andere bezeichnet ebendiese als völlig überzogen und absurd. Einer von denen, die dies tun, lebt seit Jahren mit mir zusammen. Soweit würde ich jetzt nicht gehen (also ich würde schon mit mir zusammen wohnen, aber meine Ansprüche nicht als absurd bezeichnen), aber im Kern steckt da ein Fünkchen Wahrheit.

Ich züchte ToDo-Listen bis in die Unendlichkeit und hege einen kleinen Hang zum Perfektionismus. Ich habe immer wahnsinnig viel vor und noch viel mehr zu erledigen. Vieles davon ist schlicht notwendig, einiges mag Schnickschnack sein, unterm Strich habe ich immer zu wenig Zeit. Weiterlesen…