Krümel und die überspannte Helikoptermutter

Kerstin —  10. Juni 2017 — 43 Kommentare

Jedes Kind ist anders. Und jedes Kind fordert seine Eltern ganz anders. Blabla… Kennen wir den Kram. Jetzt habe ich drei Exemplare im heimischen Haushalt versammelt und kann das selbstverständlich bestätigen.

Klar, die ersten beiden sind Zwillinge. Aber davon ab, dass es ein zweieiiges Zwillingspärchen ist, sind sie selbstverständlich total unterschiedlich. Und waren es schon immer. Auch und vor allem im Naturell.

Da ist der fröhliche, temperamentvolle Sonnenschein. Der früh viel lachte und ein echt angenehmes Baby war. So zufrieden. Außer nachts. Da brauchte er viel Nähe. Seine Zwillingsschwester war da ganz anders und forderte immer angemessenes Unterhaltungsprogramm, hatte dafür aber nachts gerne ihre Ruhe.

Zwei Anfängerbabys. Nicht, dass sie früh durchschliefen oder wir den ganzen Tag total entspannt chillten. Aber unterm Strich, waren die beiden entspannt. Ich habe nicht nur einmal gehört, ob ich denn wohl so entspannt sei, weil meine Babys es seien oder ob die es wären, weil wir so sind. Wayne. Wir waren es eben.

Und es gibt diese High-Need-Babys aka Schreibabys (Vermutlich packe ich da jetzt unwissend zwei nicht zusammengehörende Dinge in einen Topf? Oder passt das?), von denen ich immer gelesen habe. Die muss es wohl geben. Die haben dann ziemlich unentspannte Eltern. Wobei die Kausalkette hier eindeutiger anmutet. Kann ich aber keine Details zu liefern. High Need Babys kenne ich nicht. Habe ich nicht.

Denn auch der Krümel ist ein total zufriedenes kleines Kerlchen. Trotzdem wurde ich neulich als überspannte Helikoptermutter bezeichnet. Wie konnte es dazu kommen? 😮 Beim dritten Kind!

Anfängereltern beim dritten Anfängerbaby

Wir sind keine unerfahrenden Eltern mehr. Wir haben sogar zwei Kindchen gleichzeitig schon geschaukelt und das selig, entspannt grinsend gewuppt. Voll gechillt und so.

Nun, der eine Punkt mag sein, dass man beim dritten Kind zwar total routiniert und krass erfahren ist, aber leider eben auch schon zwei ebenfalls aufmerksamkeitsbedürftige Exemplare nebenher hat. Das kann den Stresspegel grundsätzlich schon einmal auf ein anderes Niveau heben. (Kann. Muss nicht.)

Zudem ist halt jedes Kind anders – erinnert euch an die krasse Floskel der Einleitung – und die ganze Erfahrung ist fürn Arsch.

Krümel ist ein ziemlich äh…anders… hmmm… wie kann man es ausdrücken… ähm… aufregendes Kind? „Kamikaze“ höre ich immer wieder. „Abrissbirne auf Speed“ wäre auch so eine mögliche Beschreibung. Vermutlich passt der Ausdruck „betreuungsintensiv“, den der Patenonkel neulich lachend fallen lies, ganz gut. Denn ja, beim Krümel muss man lachen. Ungläubig grinsen. Aber man kommt nicht umhin, seine Energie zu fürchten.

Krümel war von Anfang an ein zufriedenes Baby. Der Ausdruck „entspannt“ passt bei ihm aber nicht so wirklich. Er ist zwar das einzige meiner drei Kinder, dass sich schon früh einfach in Kissen kuschelte und mal kurz ne Pause einschob, aber man wusste nie wie lange, die gerade anhält. Denn Krümel hat viel vor. Im September geboren, drehte er sich schon vor dem Jahreswechsel auf den Bauch, stemmte sich bald darauf auf seine vier kräftigen Gliedmaße und setzte sich kaum war er sechs Monate zügig auf ebendiesen in Bewegung. Er war nicht zu bremsen.

Der Krümelchaot

Er kletterte auf Möbelstücke, bevor ihm überhaupt klar war, dass es sowas wie Höhenunterschiede gibt. Wie oft habe ich das Kind vor Abstürzen vom Sofa retten müssen, einfach weil er nie schnallte, dass es dort bergab geht. Das räumliche Sehen brauchte länger als seine Kletterkünste. Er war keine neun Monate alt, als er einfach losmarschierte. Auf zwei Beinen. Zack.

Krümel hat seinen eigenen Plan. Man kann mit ihm einen total entspannten Tag haben, wenn man ihn machen lässt. (Und immer brav hinter ihm steht, bereit ihn aufzufangen.) Er ist zufrieden und klettert, öffnet Türen und Treppengitter, klettert auf Möbel und marschiert Treppen selbstverständlich auf zwei Beinen rauf und runter. Schon immer.

Das mit diesem umständlichen auf-den-Hosenboden-und-dann-langsam-runter-Zeugs hat er nie akzeptiert als mögliche Methode. Lieber wurde das Stummelbeinchen ausgestreckt und dann ging es vorwärts. Wird schon schiefgehen. Entweder fing einen Mama am Ärmchen noch ab oder man landete bäuchlings unten. Aber er kam unten an. Immer. (Hin und wieder auch auf dem Kopf. Auf dem Straßenpflaster. Autsch.) Also eine erfolgreiche Treppen-Technik. Aus seiner Sicht. Mutters Adrenalinpegel stieg dank dieser Technik aber dauerhaft an.*

Es macht Spaß Krümels Energie zu bewundern und ihn den ganzen Tag zu beobachten, wie er die Welt entdeckt. Aber wenn man nicht den ganzen Tag Zeit hat, den Krümel zu bewundern und im Notfall aufzufangen, dann ist dieses Kind ziemlich anstrengend. Anstrengender als seine zwei Geschwister je im Doppelpack waren.

Das glaubt mir kaum einer, der ihn nicht erlebt hat. „Klar Kerstin, Kleinkinder sind in ihrer Neugier anstrengend. Kennen wir doch alle.“ Nein! Ihr kennt Krümel nicht.

Wer ihn einmal in Aktion erlebt hat, behauptet das nie wieder.

Papa lässt mich nicht an seinen Laptop? Dann gehe ich eben in den Flur, klettere auf das Schuhregal und räume geräuschvoll die Schlüssel ab. Das soll ich nicht. Also kommt Papa um die Ecke und hebt mich schimpfend vom Regal, sammelt die Schlüssel ein und meine kurzen Beine tragen mich im schnellsten Laufschritt um die Ecke, zack auf den Stuhl und YEAH! Laptop! Selbst schuld, wenn Papa seine Verteidigungslinien nicht geschlossen hält.

Mama hat die Kekse nicht auf den Tisch gestellt, sondern oben auf der Arbeitsplatte? Kein Ding, dann trage ich mir eben den schweren Esszimmerstuhl (schieben ist was für Babys) durch das Zimmer, während meine Geschwister für Ablenkung sorgen und kann ganz entspannt auf der Arbeitsplatte sitzend snacken. Da ich wenig Zeit haben werde, schiebe ich vorsichtshalber drei Kekse auf einmal in den Mund.

Krümels Taufe. Er war 10 Monate alt. Ich nervte alle mit der ständigen Frage „Wo ist Krümel? Behältst du ihn im Auge?“ „Kerstin, hier sind genug Leute. Wir haben ihn alle im Blick. Entspann dich mal.“ „Nein, ich will nicht, dass ihn ALLE im Blick haben, ich will einen, der sich dafür verantwortlich fühlt!“

Ich war überspannt. Man rollte die Augen. Krümel marschierte fröhlich vom Wohnzimmer in den Garten. Vom Garten ins Wohnzimmer. War hier, war dort. Er fühlte sich sichtlich wohl. (Die Terrassentür nebst Stufe nahm er übrigens damals schon aufrecht.) Und auf einmal gab es ein: „Oh Kerstin, der Krümel sitzt im Planschbecken. In Klamotte.“ Krümel war einfach über den Rand geklettert, der ihm bis auf Schulterhöhe reichte. Zack. Drin war er. Waren genug Leute da, die ihn im Blick hatten.

Spielplatz. Mit meinen drei Kindern und einer Handvoll erfahrender Mütter (alle mit einem gleichaltrigen Kind). „Könnt ihr kurz auf Krümel achten, ich muss kurz… Sonnenschein muss mal.“ „Klar.“ …….. „Wo ist Krümel?“ „Oh, eben war er doch noch…ups…“ Krümel saß auf dem Klettergerüst. „Oh der ist echt verdammt schnell.“ Ja, ist er.

Urlaub. Mit der Großfamilie. „Kerstin, entspann dich. Hier sind soviele, die deine Kinder im Auge haben. Lass den Kurzen doch mal laufen, du musst ihm nicht permanent hinterher, wir können ihn doch alle sehen.“ Und ich sprang vom Tisch im Restaurant auf, legte einen Sprint hin, bei dem Usain Bolt vor Neid erblasst wäre, fing Krümel im Laufschritt ab und erwischte ihn über dem Pool im Flug. An meiner Hand tauchte er dann nur bis zur Windel ein.

Er wuselte über die Parzelle, Mutti versuchte ihn „entspannt machen zu lassen“, ganz viele Augen waren auf ihn gerichtet und er fand die Getränkedosen. So fix kann ich gar nicht sprinten, wie der Krümel sie ansetzt. Zumal er genau weiß, was kommt und in die entgegengesetzte Richtung mit der Dose losspurtet.

Krümel ist schnell. Verdammt schnell.
Krümel ist wendig. Wendiger als man seinem kompakten Körper zutraut.
Krümel ist stark. Sehr stark.
Krümel ist hartnäckig und gibt nicht schnell auf.
Krümel ist gewitzt und hat immer einen Plan.

Es ist gefährlich, Krümel zu unterschätzen!

Ja, ich bin eine überspannte Helikoptermutter und behalte meinen Jüngsten permanent im Auge. Ja, ich frage ständig nervös suchend „Wo ist Krümel?“, denn dann hockt er wahrscheinlich auf irgendeinem Zaun oder kauend unterm Tisch, nachdem er vom selbigen eine Tüte Chips ergattert hat. Krümel ist anders.

Ein zufriedenes kleines Kerlchen, dass es faustdick hinter den Ohren hat. Das aber auch kuschelt wie kein anderer, Körperkontakt liebt, unzählige Küsschen verteilt und sich mit zufriedenem Seufzen auf dem Sofa langstreckt, das Kissen unterm Kopf, die Kuscheldecke über die Beine gezogen. Ganz entspannt.

Frag sich nur, wie lange.

Ich schaue Krümel übrigens nicht nur deswegen ständig hinterher, weil er sich nonstop in Gefahr bringt. Sondern ganz einfach, weil es richtig Spaß macht, dieses Kind zu beobachten. Man muss einfach grinsen, wenn man ihn in Aktion erlebt. Abends falle ich auf das Sofa. Wie erschlagen. Um mich auf eine kurze Nacht mit einem Nähe bedürftigen Riesenbaby zu freuen. Meinem Riesenbaby.

Eure Kerstin


*Falls mir wer gerade kluge Ratschläge geben will: Ja, wir haben immer, immer, immer, immer wieder versucht ihn total konsequent die Methode rückwärts-auf-allen-Vieren-runterklettern nahezulegen. Erfolglos. Jetzt – mit 21 Monaten – kämen die Ratschläge auch etwas spät, denn er läuft Treppen sehr sicher. Rauf und runter. Aufrecht.

 

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Kerstin

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Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

43 Antworten zu Krümel und die überspannte Helikoptermutter

  1. 

    Das wird noch lustiger, liebe Kerstin.
    Ich habe auch so einen mit fehlender Impulskontrolle…
    Hat uns unter anderem Mal ne (fremde) Motorhaube gekostet. Da sollte auch jemand anders kurz mal ein Auge drauf haben, der sich die ganze Zeit darüber amüsiert hatte, dass ich permanent „Nein, die Steine bleiben liegen!“ Gesagt hatte …

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  2. 

    Liebe Kerstin,
    ich habe Tränen lachen müssen, weil ich deine Schilderungen einfach unglaublich gut beschrieben finde. Mein einer Bub ist zwar eher von der ruhigen Sorte, aber ich kann es irgendwie trotzdem gut verstehen, wie du deine Situation schilderst.
    Ein schönes Wochenende!
    Iggy

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  3. 

    Ich habe Tränen lachen müssen, weil deine Schilderungen einfach soo gut geschrieben sind und obwohl ich nur einen eher ruhigen Vertreter hier habe, kann ich dich voll verstehen!
    Liebe Grüße Iggy

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  4. 

    Hey, du schreibst über mein K4! Was dürfte ich mir schon anhören, dass er wegen meiner Erziehung so wäre…. meist von Einkindeltern, deren Kind Marke „endentspannt“ ist und die daher denken, das wäre ihr Verdienst. (So war ich auch bei K1…) Super Text ❤

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  5. 

    Hach, was bin ich froh, dass meiner schon siebeneinhalb ist und noch lebt.
    Ein Leben in der Vertikalen! Ein Kind, das sich den Gips bricht, der um das bereits gebrochene Körperteil herumgepflastert ist. Zwei Mal! An zwei verschiedenen Körperteilen. Das soll Dein Krümel erst mal nachmachen. Anfänger. Pfffffff…

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  6. 

    Hahaha…. das ist die perfekte Beschreibung meines mittleren ( gerade 4 geworden)
    Man kann ihn mittlerweile zwar auch mal aus den Augen lassen ohne dass er versucht sich umzubringen, aber irgendwas passiert dann trotzdem immer. Auch wenn man diesen kleinen charmbolzen gar nie richtig böse sein kann. 😉

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  7. 

    Danke für diesen Artikel! Das könnte mein Sohn sein, den du da beschreibst :))) Und das mit der falschen Erziehung muss ich mir auch oft anhören, aber eher so Sachen wie ich sei ja viel zu locker und inkonsequent…

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  8. 

    Jo, kenn ich alles. Da stand mein 1 Jähriger auch schon mal eine Straße weiter entfernt von unserem HAUS, weil er als ich kurz im Keller war, einfach aus der Haustüre spaziert ist. Genau deshalb schließe ich normalerweise die Wohnungstür ab…

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  9. 

    Großartig!!!!! Ich habe beim Lesen pausenlos genickt und wissend gelacht! Ich habe auch so einen Krümel zu Hause, der GENAUSO schnell, gewitzt und völlig ohne Angst ist. Ein Beispiel: wir haben eine kurze Treppe im Garten. Er weiß, dass er weder mit Puky noch mit dem Bobbycar da runterfahren darf. Im Zweifel stehe ich mit meinem Kaffee neben der Treppe Hallo Helikoptermama! 😉 Kürzlich lehnt er sich – auf dem Bobbycar sitzend – in den nahen Brunnen, kopfüber natürlich – ich sprinte hin, er saust nass an mir vorbei und mit dem Bobbycar die Stufen runter. 🙈 Ja, ich stand direkt daneben und nein, ich war nicht schnell genug. Ist glücklicherweise außer Beulen, blauen Flecken und einer aufgeplatzten Lippe nichts passiert. Aber ganz ehrlich: er ist jetzt zwei. Was heckt er denn aus, wenn er vier ist…?!? 😉 Also: ich bin auch eine Helikoptermama – besser ist das bei diesem Kind… 😂😂😂
    Liebe Grüsse, Tina

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    • 

      😀 OOOOOooohhh! Das liest sich so bekannt.
      Besser ist es wohl, dass über solchen Chaoten ein Helikopter schwebt.
      Die Vorstellung sagt mir mehr zu als Rettungshubschrauber und Krankenwagen.

      LG Kerstin

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  10. 

    Das hört sich nach meinem an!
    Und ich hab nur eines. Der wunsch nach zwei kindern flammte bei mir dadurch nie auf. Immer hinterher, um das kind vor dem ungewollten suizid zu bewahren! Die nachbarin meinte auch, warum ich so unentspannt wäre, sie lässt ihren immer im hof laufen (2). Grrrrrr….. mir doch egal ob du deinen laufen lässt, schön fuer dich!
    Und selbst wenn man ihn jetzt (4) einfach mal machen lässt u er streunt alleine ums haus….. es ist unglaublich wie kreativ u ideenreich er ist im blödsinn machen! Aber ich las ihn, wir räumen dann gemeinsam wieder auf! Machmal entspannt, manchmal nicht!
    Und so langsam, aber wirklich so langsam, weis er auch was gefährlich ist und was nicht!

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    • 

      Man kann das halt echt nicht vergleichen. Es gibt wirklich solche und solche Kinder. Selbstverständlich gibt es auch entspannte Eltern und überängstliche, aber nur weil man das eigene Kind entspannt laufen lassen kann, gilt das nicht für andere.
      Ich habe drei. Die ersten beiden werden gerade vier und auch wenn der Sohn viel tolle Ideen für Blödsinn im Kopf hat, bringt er sich nicht ständig in Gefahr. Da ist das Laufenlassen echt einfacher als bei dem Kleinen.
      Deine Nachbarin kann nicht von ihrem Kind auf deines schließen!

      LG Kerstin

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  11. 

    hehe, schön dass es scheinbar noch mehr kinder dieser art gibt! haben schon beim pekip den beinamen kamikaze verpasst bekommen. mit 5 monaten lagen wir eine nacht im krankenhaus, weil der herr beschlossen hatte er könne nun aufstehen und das auch morgens im schlafsack im beistellbett tat, nur um umgehend im saltovorwärts über die gitter zugehen. werde oft als unentspannte erstlingsmama belächelt, aber ich weiß es besser.

    Gefällt 1 Person

    • 

      Vielleicht habe ich da den Vorteil, dass man bei mir weiß, dass ich keine übervorsichtige Erstlingsmama sein kann, weil es eben das dritte ist. 😀 Da muss ich nicht mit diesem Vorurteil kämpfen. Aber du siehst, auch mich bewahrt es nicht vor dem Verdacht, zu übertreiben. 😛

      Übrigens habe ich mit vier Monaten den Krümel in den Sportsitz packen müssen, weil er mir bei IKEA fast aus der Babyschale des Kinderwagens gefallen wäre. Er ist einfach über den Rand geklettert. -.-

      LG Kerstin

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  12. 

    Tiefstes Maximalverständnis! Unsere Rübe (13 Monate) hielt auch nix vom vierfüßigen Vorwärtskommen. Mit fünf Monaten sitzen und sich an allem Hochziehen. Mit zehn Monaten durch die Gegend laufen. Jetzt nur noch am Rennen. Und ich hinterher! Höhenunterschiede werden bis auf Teufel komm raus ausgereizt. Und dann der Spruch von den Nachbarn: entspann dich doch mal!
    Nein, kann ich nicht, will ich nicht und darf ich nicht. Sie hat neulich mal die volle (!) 50 l Gasflasche vom Grill der Nachbarn hochgehoben und wollte sie wegtragen. Grill hing auch noch dran. Sie kam ein gutes Stück bevor ich die Katastrophe unter Kontrolle hatte. Zum Glück gab es viele Zeugen, die nun nix mehr sagen, sondern auch aufpassen wie der Luchs.

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  13. 

    Also bin ich doch nicht allein. Hab während der Schwangerschaft immer gesagt ich bekomme ein „tollwütiges Eichhörnchen“, denn genau so sah mein Bauch aus wenn sie boxte. Mit 6 Monaten gings aufrecht immer um den Tisch herum (nein, Krabbeln ging da noch nicht, aber laufen -.-). Blöde Blicke habe ich geerntet als ich mir einen Gurt mit Leine (getarnt als Elefantenrucksack mit langem Schwänzchen) geholt habe und mit ihr in die Stadt gelaufen bin. An der Hand ging nämlich nur mit Geschrei und im Buggy gabs noch mehr geschrei. Mit dem Rucksack auf dem Rücken war sie entspannt, weil sie frei laufen durfte und ich, weil sie nicht einfach auf die Straße rennen konnte. Mittlerweile ist mein Eichhörnchen schon 5 und macht nicht mehr soooo viel Mist. Aber im Kindergarten bekomme ich immer zu hören, wie unentspannt sie ist. JAAAAAA…. Häschen basteln ist ihr zu langweilig. Dieses Kind braucht INPUT nicht langeweile. (Nebenbei… sie konnte schon mit 3 Jahren ihren Namen schreiben und rechnet inzwischen im 10er bereicht so schnell im Kopf wie ihr Kumpel in der 1. Klasse.) Aber ich übertreibe ja immer… -.-

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    • 

      Das klingt nach einem aufgeweckten Kind. ❤

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    • 

      Tiefes Verständnis. Mein Mini saß in seinem ganzen kurzen Leben noch nie einfach im Kinderwagen, sonder steht oder turnt einfach die ganze Zeit darin herum, es sei denn, er schläft. Hab mich immer gefragt, was andere Eltern ihren Kinder geben, dass die so dröge in ihren Wagen sitzen/liegen und einfach nur indifferent gucken. Dafür lief er 2 Wochen nach dem ersten Krabbeln gleich an den Möbeln entlang (6 Monate), versteht einfach alles, macht alleine Tee, zählt bis 3 und weiß genau, was Links und rechts ist (ich kann mir das bis heute nicht merken). Er spielt – von sich aus, ohne Anleitung – kleine Melodien am Klavier und zupft die Gitarre, als hätte er nie etwas anderes gemacht. In der Kita war er ständig unterfordert und überdreht, bis man ihm spezielle Aufgaben gegeben und ihn sich hat ausgepowern lassen. Er klettert überall alleine hoch seit er 10 Monate alt ist, nichts hält ihn auf, die 2,3m-Leiter ist ihm am allerliebsten. Sekundenschnell, natürlich. Er ist jetzt 21 Monate. Wie soll das noch werden?!

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  14. 

    Ich musste so lachen. Und bin irgendwie froh, dass das Känguru-Mädchen so nur Stundenweise drauf ist, maximal einen Tag lang. Heute war so ein Tag. Aber mit 2 Erwachsenen, die sich zu 110% auf ein einziges Kind und deren Ideen konzentrieren, geht das. Auch wenn wir heute am Hafenbecken unterwegs waren.
    Heute ist außerdem der Mittagsschlaf ausgefallen und wir haben dann erst mal Kaffee gebraucht. (Normalerweise trinken wir keinen, irgendwie waren wir aber völlig k.o.)

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    • 

      Ooooh Hafenbecken! Horror!
      Das macht müde.

      Ja, Krümel ist permanent so drauf. Gerade die irre Frequenz seiner Einfälle/Aktionen und seine Ausdauer sind eine Herausforderung.

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  15. 

    Hey Kerstin ich habe eben geklaubt du sprichst von meinem Sohn. Noah ist inzwischen fast 10Jahre alt. Aber das was du da beschreibst passt eins zu eins auf Noah in dem Alter.Er ist auch mit neun Monaten gelaufen. Und als das ging hat er rennen gelernt….! Und dann war ich 2,5Jahre nur am rennen. Er war auch so verdammt schnell eine hohe Schmerzgrenze und konnte klettern wie ein Affe. Ich habe ihn mit 1,5J mehrmals von Bäumen runtergeholt. Nur kurz umgedreht und zack er war weg. Vor nix Angst. Ja was soll ich sagen er zappelt heute noch gern er hat einen grossen Bewegungsdrang und immer in Action. Auf der anderen seite ist er super beliebt bei allen Kindern und ein typ zum Pferde stehlen und Streiche spielen! Nur Unsinn im Kopf. Halte durch!!! Ich fühle mit dir
    Mfg Saskia

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  16. 

    oh man, ich hab gelacht *g* mein 2. ist auch so ein Haudegen, aber ganz schnell: der rennt immer weg: jedes Zaunloch, Straßen, der dreht sich nicht mal um. die Arme Mama kriegt irgendwann noch einen Herzinfarkt.. Ist dem Papa auch schon vors Auto gerannt. Die hektische Frage: wo ist der Kleene kommt mir täglich auch tausend mal über die Lippen.. und dann muss ich immer noch mit dem Tagespapa disktutieren, dass das verdammte Gartentor IMMER zubleiben muss. Und wir haben gerade 2 Tage Freunde besucht, die hatten auch drei Kinder, aber keinen Zaun!! wieso gibt es Leute mit Kindern ohne Zaun?!!!!

    Ich bin sehr häufig eine ängstliche Helikoper Mama, aber so ist es nun mal!! Ich kann mein Kind nicht ändern, nur beschützen, und insgeheim bewundere ich mein kleines Duracell Häschen auch *g*

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  17. 

    Sag mal Kerstin, woher kennst du mein Kind so gut😂😂😂? Irgendwie hast du da gerade mein Jüngster 1:1 beschrieben. Ok, er ist nur 20 Monate und hat nur 1 Bruder, der ist dafür nur 3. aber sonst hast du ihm wirklich gut beschrieben😂. Ich trinke jetzt ein Kaffee und sammele Energie für den überallgleichzeitigseinunddauerndworettenmüssen-Nachmittag:)!

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  18. 

    Hui. Hier auch, Sohn lief mit 8,5 Monaten und hielt uns auf Trab. Andere Mutter auf dem Spielplatz: „Da wissen Sie abends aber auch, was Sie getan haben…“
    Zur Beruhigung: Er ist jetzt 17 und lebt noch ;-), passendes Hobby: Downhillradfahren. Der Ferientrainingskurs im Fichtelgebirge hat sich sowas von rentiert… Ein paar Monate später flitzte er im Ort zu schnell um eine Hausecke – „da kommt sonst nie jemand aus dem Gässle“ – diesmal aber doch. Stuntman-artig hat er sich über die Motorhaube gerollt, die Autofahrerin bekam den Schreck ihres Lebens, war andererseits auch beeindruckt 😎, dass ihm praktisch nichts passiert ist.
    Also: Vertrauen haben, machen lassen und unterstützen…
    Liebe Grüße Anne

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  19. 

    Grandios! Was habe ich gelacht, danke. Hier gibt’s auch so ein Exemplar, leider auch noch (trotz Frühreife) permanent mit der eigenen Leistung unzufrieden – das hebt die „Begleitmusik“ nochmal auf ein anderes Level. Besonders schön, wenn einem von (kinderlosen) Nachbarn tolle Tipps wie „einfach Ablenken“, „er hat bestimmt Hunger/Durst/will auf den Arm“,“Schreiambulanz“, „Lass ihn doch einfach schreien, der hört schon irgendwann auf“, „Lass ihn doch einfach“ und der Klassiker: „Entspann‘ Dich doch mal“ (gern auch in der Version: „Wenn ich mal Kinder habe, entspanne ich einfach mit ihnen, versuch‘ das doch mal“) mitgegeben wird. Immer wieder toll.
    Tja, das Mini ist halt anders.
    Und dabei unglaublich niedlich.
    Lasst uns die Krümel feiern!

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  20. 

    Liebe Kerstin, wundervoll geschrieben – klingt als hättest du über meinen Sohn geschrieben, einige Situationen habe ich genau so erlebt. Mein Sohn ist schon erwachsen – aber es ist inspirierend und erlebnisreich gewesen und ist es immer noch.

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  21. 

    Oh wie schön, es gibt sie doch, also Eltern, die ebenso schrecklich schöne Erlebnisse mit ihrem Nachwuchs teilen wie wir. Wir haben diesen Jackpot gleich beim ersten Kind gewonnen. Schnelligkeit, null Risikobewusstsein und eine nicht zu unterschätzende körperliche Kraft (für ein kleines wirklich ganz zartes Mädchen) gepaart mit der Energie eines Duracell-Hasen lassen einfach keine Entspannung zu…also nur wenn der „Endgegner besiegt ist, am Boden liegt und sich nicht mehr bewegt“ sprich das Kind schläft, können wir Kraft tanken. Dann schleicht man allerdings zum Bettchen, guckt dem zufrieden lächelnden kleinen Menschlein zu und freut sich auf die Sachen, die man morgen zusammen entdecken kann.

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Trackbacks und Pingbacks:

  1. Gartenzeit & Grillabende #WiB 23/2017 « Chaos² – Familienwahnsinn im Doppelpack - Juni 11, 2017

    […] Samstagvormittag erledigt ein Großteil der Familie den Einkauf, während ich unterm Dach einen Beitrag über das Krümelchen schreibe, seine unfassbare Energie und seine überspannte Helikoptermama. […]

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