Tag: LebenmitKindern

Geburtstagsshirts für Zwillingspärchen zum 5. Geburtstag

Aus dem kunterbunten Leben: Zwillingsgeburtstag

Servus, da bin ich. Mich gibt es noch. 😉 Theoretisch liegen in den Entwürfen ganz viele fast fertige Texte und doch schreibe ich heute einfach mal, wonach mir der Kopf steht. Wie so ein Buddenbohm. Mag ich ja. Mach ich selten.


5 Jahre Mama

Das Blog wurde vor ein oder zwei oder drei Wochen vier Jahre alt und ich habe es nicht gefeiert. Skandal.

Viel spannender ist der Umstand, dass ich nun bereits fünf Jahre Mama bin! Zwillingsmama! Denn meine kleinen Babys wurde gestern fünf Jahre alt! Yeah!

Und sie sind so gar nicht mehr klein und gar keine Babys mehr. Sie sind richtige kleine Leute mit sehr eigenem Kopf und zudem auch schon im körperlichen Sinne wahnsinnig groß. Ja, das geht tatsächlich alles furchtbar schnell.

Die Geburtstagsvorbereitungen verliefen wie jedes Jahr ziemlich spontan-chaotisch. Das liegt zum einen daran, dass ich nachwievor nicht viel davon halte, es zu übertreiben und es dann aber gerne kurzfristig vermutlich doch mache. Spontan-Eskalation kann ich eben. Zum anderen planen die Zwillinge ihren Geburtstag seit elfeinhalb Monaten und auch ich immer habe immer mal wieder tolle Ideen. Aber die sind halt immer nur im Kopf.

Ja, ich könnte und wollte tolle Kuchen zaubern und Deko basteln und boah so ein Themengeburtstag wäre auch fein. Wenn es nach den Zwillingen ginge, dann hätte es einen Regenbogen-Feuerwehr-Ritter-Glitzer-Batman-Einhorn-Schmetterlings-Transformer-Geburtstag gegeben, denn die Wünsche wechseln täglich. Zumal sie vermutlich das Konzept Themen-Geburtstag nicht ganz verinnerlicht haben und leider über keinen eigenen Pinterest-Zugang verfügen.

Spontan ist super. Chaotisch.

Immerhin hatten sie mehr oder weniger präzise Wünsche geäußert. Der eine mehr, die andere weniger. Was das Besorgen von Geschenken erleichtert oder halt auch erschwert. Da waren wir dann aber nicht einmal knapp dran.

Richtig vorbildlich hatte ich auch schon vor Wochen Stoff für die Geburtstagsshirts besorgt, denn das war der einzige konkrete Wunsch der Tochter: Ein Elfen-Geburtstagsshirt.

Dummerweise habe ich mit dem Nähen bis wenige Tage vorher gewartet, dann meine Schnittmuster alle nicht mehr gefunden (fragt nicht!), dann ewig gebraucht neue Schnittmuster vorzubereiten, natürlich erstmal alle Teile verkehrt zusammengenäht und musste chaotische Überstunden schieben.

Fünf Tage vor dem Geburtstag wusste ich nicht einmal, wann wir Kindergeburtstag feiern. Da habe ich mich dann schon gefragt, worum das bei mir quasi immer so läuft. Warum ich mir niemals nie angewöhnen kann, etwas früher anzufangen. Nicht, dass ich Sorgen hätte, am Ende nicht fertig zu werden oder meine, dass alles perfekt sein müsse, aber es könnte doch entspannter ablaufen!!!

Tut es hier aber nicht. Weil wegen isso.

Geburtstagsshirts für Zwillinge zum 5. Geburtstag

Wir feiern wie die Feste fallen

Sonntag stand ich dann also in der Küche und rührte ganz liebevoll drei Backmischungen Muffins zusammen. Denn für den Kindergarten mussten es Schoko-Muffins mit Smarties werden. So muss das. Sagen die Zwillinge.

Hat Mama fein gemacht.

Und dann noch Schoko-Mini-Guglehupf gebacken, denn meiner Meinung nach gehören auf die Teller der Geburtstagskinder am Morgen KUCHEN! Ohne geht nicht.

Die Nacht vor dem Geburtstag ist mit fünf Jahren nicht mehr zum Schlafen da. Wer sich also fragt, wann das anfängt: Bei uns jetzt!

Ab ein Uhr musste Sonnenschein stündlich prüfen, ob schon Morgen und Geburtstag ist. War es dann um fünf. Weil wir aufgaben. Es gab ein Wohnzimmer voller Luftballons und Girlanden und Luftschlangen und Kerzen, die alle bunt und thematisch exakt auf GEBURTSTAG!!! abgestimmt waren. Kommentar Krümel: „Oh das ist schön geschmückt! Wo ist der Tannenbaum?“

Kerzen auspusten, Geschenke auspacken, Kuchen anknabbern, keine Zeit haben!!! Kindergarten! Ja, machen wir. Alles. Mit Sack und Pack, denn auch Smarties zum Verteilen im Stuhlkreis („Es müssen Smarties sein, weil die dürfen alle essen, Mama!“) Vermutlich waren wir schon seit einem Jahr nicht mehr so zeitig im Kindergarten. Uff.

Das Geburtstagsshirt wurde übrigens vom Sonnenschein gekonnt ignoriert. „Ziehe ich irgendwann später vielleicht mal an.“ Und von seiner Zwillingsschwester kritisiert. „Die Elfe hat keine Flügel, deswegen ist sie keine Elfe und überhaupt ist mir das Shirt zu lang.“ Ich habe es wohl drauf.

Nachmittags reihten sich im Garten um das Planschbecken und liebevoll von der Tiefkühltruhe gebackene Torten die Omas und Opas, ein Patenonkel schaute auch noch rein und alles war fein.

Denn wir werden nochmal feiern am Wochenende. Und zum Kindergeburtstag. Und dann habe ich ja noch bald Geburtstag und dann der Krümel. Der fand das nämlich doof, dass er gestern nicht Geburtstag hatte. Ist es ja auch.

Und sonst so?

Habe ich wie immer keine Zeit. Oder einfach zuviele Dinge für zu wenig Zeit. Ja, ich schreibe gerade wenig hier, aber da war halt dieses Geburtstagsding, dann ganz nebenbei noch das neue Podcast-Projekt KommaKaffee (WERBUNG: dürft ihr sehr gerne reinhören) bei dem immer noch nicht alles fertig ist, dann Arbeit abseits dieses kleinen Blogs, dann soviel Sommer zum genießen, dann Alltag und nochmehr Alltag und ach das Leben. Ich mag das Leben.

Und nun muss ich schon wieder fix machen. Gleich steht das erste Fußballspiel der jungen Mini-Kicker-Karriere an. Ich muss noch Fähnchen besorgen und mich in ein Fan-Outfit werfen, unqualifizierte Zwischenrufe üben und meine Nerven vorbereiten.

Es grüßt mitten aus dem Leben,

Eure Kerstin


P.S.: Die Erzieherinnen haben ausrichten lassen, dass die Muffins sehr lecker waren. 😉

Kur-Tagebuch: Und jetzt? Alltag nach der Mutter-Kind-Kur

PLATSCH! Alltag. Wieder zurück! *wumms*

So eine Mutter-Kind-Kur hat ja eine begrenzte Dauer. Irgendwann ist sie zu Ende. Und im Idealfall sollte man aus dieser Kur etwas mitnehmen in den Alltag. Wie gut hat das denn bei uns geklappt?

Der Alltag kommt mit Vorschlaghammer

Mittwoch. Der Tag nach der Kur. Die Kinder sind im Kindergarten und bei der Tagesmutter und ich? Ich bin wieder zu Hause!

Frisch erholt und entspannt. Ich habe unfassbar viele optimistische Pläne. Vor allem will ich so viele Dinge jetzt sofort angehen und sehr viele Dinge müssten nun dringend, weil sie liegen geblieben sind. Aber ich sage mir mantra-artig: Nicht alles gleich am ersten Tag!

Setze Prioritäten und hab Mut zur Lücke. Ich überlege mir tatsächlich, was mir wichtig ist und was ich wann erledigen möchte, beschließe die Wäsche heute am Tag eins danach zu ignorieren und mich auch sonst nicht zu überschlagen. Ja, ich bin produktiv, denn ich bin total moviert und habe Power. YEAH!

Und dann kommt die Keule. Es fühlt sich für mich zumindest so an, als am Donnerstagmorgen auf meinem Handy die Nachricht erscheint, dass die Tagesmutter ausfällt. Für eventuell Wochen. Sie ist gestürzt.

Es fühlt sich an wie eine Strafe für mein sorgloses und optimistisches Denken am Vortag. Es fühlt sich an wie die Bestätigung dafür, dass ich niemals nie einen Tag langsam machen kann, denn es könnte der letzte Tage für die nächsten Wochen sein, an dem ich produktiv sein kann. Ich heule, ich fluche, ich stammel, ich bin neben der Spur und kriege mich den ganzen Tag nicht mehr ein.

Ich sei pessimistisch, höre ich. Ich sähe alles so negativ. Und vermutlich ist es bezogen auf die schlichte Tatsache, dass die Betreuung des Krümels für eine unbestimmte Zeit ausfällt, eine absolute Überreaktion. Ich werde da ja nicht völlig allein durch müssen. Aber für mich fühlt es sich an dem Tag einfach furchtbar an. Alle meine Pläne sind über den Haufen geworfen. Der ganze Schwung ausgebremst. Die Hoffnung auf fröhlich, chaotischen ALLTAG, in dem ich mir meine Insel schaffen kann: mit einem Schlag weg.

Selbstverständlich arrangiere ich mich dann damit und da ich ein #Glückskind bin, bekomme ich viel Hilfe, damit ich zumindest ein bisschen was von meiner Agenda schaffe. Am Ende wird die Tagesmutter auch nicht mehr als zwei Wochen ausfallen, ich verweile nicht als heulendes Elend, aber ganz viel positive Energie war am Tag zwei nach der Kur mit einem Knall verraucht. *peng*

Die guten und sportlichen Vorsätze

Tja, der Plan war: Ich gehe laufen – also nicht dieses sportliche Gerenne und auch nicht das mit den albernen Stöcken – aber ich wollte schauen, dass ich zweimal die Woche durchaus eine Strecke laufe. Oder walke – wie man jetzt hochdeutsch sagt.

Ich wollte mich mal nach einer Yoga-Butze umsehen, denn ich fand das ja wirklich nett. Und ich kenne mich: alleine mit mir auf einer Matte wird das nichts. Denn da hat mein Schweinehündchen ein Wort mitzureden. Und der ist laut.

Ganz rein theoretisch, aber bei dem Gedanken habe ich mich schon selbst ausgelacht, würde ich auch hin und wieder ein paar Übungen für meine kaputte Bauchmuskulatur oder ramponierte Schulter machen.

Das Resultat bzw die Praxis der theoretischen Überlegungen könnte ich jetzt auf den Vorschlaghammer schieben. Kann ich auch zum Teil. Denn ganz viel Motivation war einfach ab Tag zwei bei mir weg und für das Ding mit dem Sport bräuchte ich sehr viel Motivation. Innerlich steht das bei den Prioritäten auf „du solltest“ oder auch irgendwo auf minus 10.

Wer jetzt nicht Intervallläufe macht sondern nur so ein bisschen was strammer spazieren gehen wollte, der sollte nicht nur zehn Minuten gehen. Und die Stunde, die ich dafür eingeplant hatte (SIE STAND TATSÄCHLICH IM KALENDER!!!!), war einfach echt nimma über. Die paar Stündchen, die ich mit Omas und Traummanns Hilfe mir für meine Dinge freischaufelte, reichten nicht für Sachen, die unterhalb der allerobersten Priorität standen. Klar tät mir das gut. Ja, wäre wirklich fein den Kopf eine Stunde frei zubekommen und ohne Handy durch die Felder zustapfen. Aber dann muss man mehr als sechs Stunden auf eine Woche für irgendwas Zeit haben oder die ToDo mit extrem dringenden Sachen vielleicht weniger als 20 Punkte beinhalten.

Bei den restlichen Vorsätzen denkt euch Augenrollen. Ich habe gerade (leider) andere Probleme. Ich bin voll damit ausgelastet, trotzdem noch ein paar meiner Wünsche/Pläne umzusetzen und versuche verzweifelt mir meinen Optimismus zu bewahren oder ihn mir wenigsten einzureden. Für sowas abwegiges wie Sport oder Beauty oder Gedöns habe ich keine Zeit.

Das Krümelchen

Wie hat es eigentlich das kleine Krümelchen verkraftet, dass die Rabenmutter ihn alleingelassen hat? ALLEINE! Bei seinem Papa, den Omas, Patentante,… zu Hause in seiner gewohnten Umgebung.

Tja nun, wenn ich Ahnung von so Zeugs hätte, könnte ich irgendwas von sicher gebundenes Kind schreiben. Aber das habe ich nicht. Tatsache ist: Er hat es gut verkraftet und Mama vermutlich weniger schmerzhaft vermisst als sie ihn.

Ja, während der Kur hat er nach mir gefragt. Auch immer wieder und auch täglich. Aber nicht weinend. „Wo ist meine Mama? Meine Mama ist in Kur. Mama kommt wieder.“ Er hat sich riesig gefreut, mich wieder zusehen und seine Geschwister, klebte aber nicht einmal am ersten Abend an mir. Dabei hatte ich so Nachholbedarf in Sachen Krümelknuddeln.

Schon am nächsten Morgen hat er mich bei der Tagesmutter nach zwei Minuten rausgeworfen. „Mama, geh!“ Dabei hatten wir uns noch über die Kur unterhalten wollen. Doch bei der Tagesmutter ist Mama nicht vorgesehen, die hat zu gehen. Zügig bitte.

Aber es ist nicht, als wäre nichts gewesen. Mir ist mit Erschrecken aufgefallen, was für einen Sprachsprung er gemacht hat, Plötzlich sind alle Pronomen da und die ganze Palette Hilfsverben wird gerne und korrekt angewendet. Das wäre mir so nie aufgefallen. Wie lang so zwei Wochen in der Entwicklung eines Kleindkinds sind (WEHMUT!)

Ich darf aktuell auch nicht ohne ihn das Haus verlassen. Zum Einkaufen oder was auch immer: Niemals nie ohne Krümel. Dann weint er bitterlich. Mama darf nicht ohne Krümel gehen. Ihn bei Oma lassen. Bei der Tagesmutter. Alles kein Ding. Aber nicht ohne ihn das Haus verlassen. Auf gar keinen Fall.

Naja, außer die Patentante ist da und macht Babysitter. Das ist dann halt cooler als Mama daheim. 😉

Freundschaft: Die anderen Mütter

Der Punkt hinterlässt bei mir Wehmut. Während der Kur habe ich es einfach genossen, dass da viele nette Frauen waren, um eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Ein Kaffee und ein Plausch. Gemeinsam auf der Bank am Spielplatz sitzen. Bei manchen auch echt ganz plötzlich aus dem Nichts sehr tiefgehende, ehrliche Gespräche.

Das ganze für mich immer mit dem Gefühl, dass man nur eine kurze Zeit gemeinsam verbringt. Eine schöne Zeit. Eine Zeit des Luftholens von den ganzen Problemen, die zu Hause auf uns alle warteten. Und das waren viele, viele unterschiedliche und oft sehr heftige. Die Gespräche ergaben sich, man musste sich nicht vollständig erklären und mir eicht es für gute Gespräche, wenn man das Gespräch gut führt. Es gab so wunderbare Momente, in denen es um tiefe Gefühle ging, es aber unwichtig war, wo man herkommt, welche Geschichte diese Gefühle haben, denn keiner teilte die eigene Vergangenheit. Die muss man übrigens auch nicht erklären, um im JETZT ein Gefühl zu verstehen. Und am Ende teilen wir auch alle nicht die Zukunft. Es ging um das JETZT. Um das Gespräch jetzt und die gemeinsame Zeit jetzt.

Mich hat das eigentlich auch sehr befreit, doch nun denke ich oft an diese Frauen, mit denen ich diese Zeit geteilt habe. Ich habe von mir aus nicht wild meine Telefonnummer verteilt, sie nur gegeben, wenn mich jemand danach fragte. Jetzt habe ich bei der ein oder anderen eine theoretische Kontaktmöglichkeit, bei sehr vielen nicht. Das ist schade.

Doch auch bei denen, bei denen ich mich melden könnte (also rein technisch, weil ich die Nummer habe), habe ich mich noch nicht gemeldet. Wir sind alle zurück in unserem Alltag. Mit unseren Sorgen. Problemen. Kindern. Glück. Alltag. Freunden und Familie. Wir sind weit weg voneinander und unsere Leben weit weg.

Zudem fällt es mir teilweise sowieso schon schwer, Bekanntschaften ausreichend zu pflegen. Das klingt komisch, aber mittlerweile habe ich das Glück sehr, sehr viele liebe Menschen zu kenne, von denen ich erstaunlich viele Freunde nennen würde. Aber all diesen lieben Menschen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen würden, fällt mir bei begrenzter Zeit und Energie schwer. So viele bei denen ich seit Wochen oder gar Monaten denke, du solltest mal wieder anrufen, schreiben, vorbeischauen. Bei so vielen bedauere ich es, sie so lange nicht gesehen zu haben.

Jetzt sind es einige mehr. Einige mehr, bei denen ich es schade finde, dass unsere gemeinsame intensive Zeit vorbei ist. Ja, da ist vermissen.

Hat es dir denn gut getan?

Ja. Ja, es tat gut raus zu sein. Es tat gut von den vielen Aufgaben des Alltags befreit zu sein. Es ist erstaunlich wieviel es dann doch ausmacht, dass man eben nicht täglich mehrere Mahlzeiten einkaufen, zubereiten und die Küche im Anschluss wieder saubermachen muss. Es ist irre, welch Unterschied es macht, dass man nur abends mal eben den Sand zusammenfegt oder mal eine Maschine Wäsche wäscht (Nein, ich hatte nicht genug Kleidung für drei Wochen mit und habe es auch gar nicht versucht, sondern gewaschen.) Das bisschen Haushalt ist ganz schön viel.

Es tut gut, aus dem Alltag raus zu sein, auch über den Haushalt hinaus. Es tut gut, wenn sich ein ganzes Programm um dich bzw dein Wohlbefinden dreht. Ob es nun Massagen und Gespräche oder lustiges Spazieren gehen mit albernen Stöcken am Strand ist. Es hilft tatsächlich, wenn einem jemand immer wieder die Selbstverständlichkeiten predigt, dass man auf sich achten solle und sich selbst was Gutes tun muss. Wenn die Möglichkeiten dafür auch einfach da sind. Und die Zeit.

Es tut gut, am Meer zu sein. Am Strand. Sich es einfach nur gut gehen zu lassen. Einfach im Moment zu sein. Eine schöne Zeit zu verbringen.

Ich habe anfangs in einem Gruppengespräch gesagt, dass mir meine Gelassenheit in den letzten Jahren abhanden gekommen ist. Gelassenheit im Umgang mit den Kindern. Meine Geduld und meine Ruhe. Auch wenn viele da dann irritiert aufschauten, weil sie mich auch in der Kur für so entspannt im Umgang mit den Kindern empfanden. Ich selbst weiß, wie sehr ich das eben nicht mehr bin/war. Bzw wie es noch vor zwei Jahren aussah. Wieviel schneller ich nun laut werde oder ungeduldig, barsche Dinge sage, die ich nicht sagen will, den Lärm einfach nicht ertrage gerade. Wie sehr mir das oft leid tut.

Diese Gelassenheit kam nicht auf Knopfdruck zurück, aber mich hat die Kur dort ein großes Stück wieder hingebracht. Ich bin nicht die Kerstin oder die Mutter, die ich vor zwei Jahren war. Denn es sind zwei Jahre vergangen. Die schwer waren. Aber ich habe gespürt, dass diese Kerstin heute, noch die Gelassenheit haben kann. Zumindest ein gutes Stück davon. Nicht immer. Unbedingt. Aber es geht noch und ich kann dahin zurückfinden. WENN ich auch viel auf mich selbst achte, denn da liegt der Schlüssel. Bewusste Zeit für mich bringt die Ruhe im Umgang mit den drei Chaoten.

(Auch einer der Punkte, warum mich der Vorschlaghammer an Tag zwei danach so heftig traf.)

Ansonsten hat es mir aber bezogen auf meine tatsächlich ja immer noch präsenten gesundheitlichen Phänomene bzw Symptome nicht geholfen. Die hat es schlicht nicht tangiert. Mag der Stress nachlassen, die Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen nehmen sich davon nichts an. Mein rechtes Auge will auch ganz entspannt immer noch nicht wieder wirklich so wie es sollte. Es hat mir nur geholfen, dass ich aktuell weder panisch bin, noch es krampfhaft versuche einfach wegzuignorieren. Ich werde einfach weiter versuchen herauszufinden, was da bei mir nicht stimmt.

Eure Kerstin

IPINTEREST: ch freue mich, wenn ihr diesen Beitrag pinnt. 🙂

Lieblinge mit liniert-kariertem Spargel und linksfüßigem Kaffee

Ich mag es, die schönen Momente der Woche festzuhalten. Was hat mich berührt, inspiriert, erfreut. Was war schön im Alltag und was gab es leckeres zu essen? Also versuche ich mir diesen positiven Rückblick mal wieder häufiger zu gönnen.

Jedes Essen im Sonnenschein zählt als Lieblingsessen, oder?

Lieblingsessen: Es ist Spargelzeit

Leute, es ist Spargelzeit und da die sehr kurz ist, muss man das feiern. Bei uns gab es diese Woche gleich zweimal Spargel. Einmal ganz klassisch wie bei Oma und das andere Mal habe ich einfach wild Pasta mit grünem Spargel und Gedöns in die Pfanne geworfen. Sowas genieße ich und da bei uns nur eins von drei Kindern Spargel ist (das aber in rauen Mengen), gibt es dann für die Kiddies einfach nackte Nudeln und ein bisschen Rohkost, welche sie gekonnt ignorieren.

Wie machen das eigentlich andere Eltern? Essen, dass die Kinder nicht mögen einfach nie kochen? Oder kocht ihr gar dann zwei vollständige Gerichte: für groß und klein?

Symbolbild, denn merkwürdigerweise fotografiere ich leider immer noch nicht JEDEN Kaffee, den ich trinke

Lieblingsmoment mit doppeltem Kaffee

Mitte der Woche war Juli bei mir zu Besuch und das war für mich meine Auszeit dieser Woche. Denn das war Besuch einer Freundin und Arbeit mit einer Kollegin, es war lustig und produktiv, es war ein tolles Gespräch unter Zwillingsmüttern und Ablenkung vom Zwillingschaos. Es war doppelter Kaffee!

Ich tanke bei solchen Kaffeeklatsch-Momenten mit Freunden immer richtig auf und hole mir nicht unbedingt die Energie, aber die zwingend notwendige Gelassenheit für die Zeit mit den drei Chaoten aus dieser Zeit. Und für euch gibt es da vielleicht auch noch später etwas nettes. 😉

links ist pink oder so… die Schuhe für Fußballer mit links-rechts-Schwäche

Lieblingskinderkram auf dem Sportplatz

Ich werde wohl Fußballmutti. Ich bin mir ja nicht so sicher, ob ich mich darüber freuen sollte, aber ich mache es einfach mal, denn man soll ja positiv denken. Eine Karriere als Spielerfrau habe ich ja verpasst, denn der Traummann ist herzlich unbegabt auf dem Sportplatz. Umso irritierender wäre es, wenn das bei einem unserer Kinder mit sportlicher Begeisterung was würde.

Aber ich versuche es nach Kräften zu unterstützen und würde sehr gerne nachsimpelnd am Spielfeldrand stehen. Leider renne ich nur am Spielfeld vorbei, ums Spielfeld herum, mitten auf das Spielfeld in die trainierende A-Jugend rein, weil ich während des Trainings der Zwillinge permanent dem Krümel nachrennen muss. Der will auch den Ball. Oder ein Eis. Oder auf die Schaukel. Oder was anderes, aber das ganz schnell und uff… so habe ich verpasst, dass mein großer Sohn wohl ein Linksfuß ist. Was was tolles sein muss, denn alle waren schwer beeindruckt. Bin ich nun auch, obwohl ich nix mitbekommen habe.

Also Moment der Woche: Ich habe einen Linksfuß geboren und übrigens auch noch zwei andere linke Füße und drei rechte. YEAH!

Meisterin des schönen Wortes und klugen Textes.

Lieblings-Text vom liniert-karierten Wort

Sassi hat für mich den Text der Woche geschrieben. Ohne Wenn und Aber. Ich habe mich schon einmal als hormongeplagte Linguistin auf Schlafentzug geoutet und bleibe dabei: Ich mag es, wenn man mit Worten bewusst umgeht. Es geht bei Sassi um Aussagen wie:

“Ich liebe meine Kinder, aber manchmal bin ich froh, wenn sie abends endlich schlafen.”

“Ich bin so gerne Mutter, aber ich genieße es sehr, mal einen Abend ohne meine Kinder zu verbringen.”

Nicht der Inhalt der Sätze ansich ist doof. Nein. Es ist total normal, dass man seine Kinder abgöttisch liebt UND sie einem manchmal echt den allerletzten Nerv rauben. Dass man sie nicht missen möchte UND Auszeiten von ihnen sehr genießt. Aber genau hier liegt der kleine Wortzauber: Wir lieben sie UND wir sind manchmal gerne alleine. Da braucht es kein ABER, denn das widerspricht sich nicht. <3 Danke Sassi.

Ein freundlicher Text über feindliche Äußerungen oder so

Noch ein Lieblings-Text: Frau Papa ist freundlich

Ein weiterer Text geht in eine ähnliche und doch ganz andere Richtung: Nina hat ihren Kindern zugehört und sich Gedanken gemacht, ob immer alles gleich feindlich ist, was nicht freundlich ist. Ist man transfeindlich, wenn man unbewusst Sätze nicht transfreundlich formuliert oder ist man dann nur einfach transunfreundlich. Ist man ausländerfeindlich, wenn man nicht ausländerfreundlich ist, etc. Ich mag diesen Text über Freundlichkeit und positives Denken sehr, denn er regt zum Nachdenken an.

Merkt euch meine Lieblinge doch auf Pinterest <3

Die Freitags-Lieblinge sind eine Idee von berlinmittemom. Dort findet ihr jede Woche viele schöne Bilder und Inspiration von ganz vielen anderen Bloggern.

Da kommen weder Schlaf noch Kaffee hin… Der Preis der Vereinbarkeit.

Müdigkeit ist wohl ein Dauerthema für Eltern… Alu vom Blog Grossekoepfe schrieb kürzlich über Watte im Hirn und Kerstin grub – vermutlich aus gegebenem Anlass – einen älteren Artikel über die Anzeichen der elterlichen Müdigkeit aus.

Und auch ich bin müde. Ich bin so unendlich müde. Schlaf alleine scheint nicht mehr zu reichen, um diese Müdigkeit zu vertreiben. Diese Müdigkeit sitzt an Stellen, da kommen weder Schlaf noch Kaffee hin.

Eigentlich läuft es super

Die Murmels sind mittlerweile 6 Jahre alt und kommen in diesem Jahr in die Schule. Ich darf eigentlich (fast) immer durchschlafen. Sie fahren teilweise alleine mit dem Roller zur Kita oder kommen alleine nach der Kita nach Hause, was mich nach Feierabend viel weniger abgehetzt sein lässt. Dadurch habe ich ein (kleines) zusätzliches Zeitpolster. Der Murmelpapa kümmert sich mehr denn je. Ich kann mich um Dinge kümmern, die seit Jahren auf Erledigung warten. Ich kann meine Gewerkschaftsmandate pflegen und für meine neue Chefin findet Vereinbarkeit nicht nur auf dem Papier statt. Sie hat eine saubere Regelung gefunden, dass ich auch mal mehr zu Hause arbeiten kann, ohne dass es immer eine „Ausnahme“ sein muss. Das gibt mir Sicherheit und ein starkes Gefühl von Akzeptanz.

Und trotzdem bin ich müder denn je.

Warum ist das so? Warum jetzt?

Ich lebe seit fast 5 1/2 Jahren alleine mit den Murmels. Teilweise waren verdammt harte Zeiten dabei. In der Rückschau frage ich mich gelegentlich, wie ich das nur aus- und vor allem durchgehalten habe. Die einzige Antwort, die mir dazu einfällt: Ich hatte keine Alternative. Ich musste. Es wäre niemand anderes da gewesen.

Eigentlich könnte ich mich jetzt entspannen… Die Murmels sind auch wochenends regelmäßig bei ihrem Papa. Was hindert mich?

Tja: das Chaos, der Haushalt, die Wäscheberge, die Gartenpflege… all das bleibt zu Hause und will trotzdem erledigt werden. Dann sind noch all die hunderttausend Baustellen, die seit Jahren auf mich warten.

An den Wochenenden, an denen die Murmels bei ihrem Papa sind, schlafe ich weniger, als wenn sie da wären. Meine Tage sind viel voller und anstrengender. Zum Ausschlafen habe ich keine Zeit, weil ich muss ja die Steuererklärung noch machen, habe ich alle Unterlagen für die BeKo-Abrechnung zusammen, die letzte Gewerkschaftssitzung muss noch protokolliert werden, ich muss noch das Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag besorgen… eigentlich müssten auch die Kleiderschränke mal wieder aufgeräumt und ausgemistet werden, neue Klamotten brauchen die beiden auch noch, wo finde ich Hosen, die der Maus passen oder muss ich selber nähen, was muss an Termine organisiert und vereinbart werden, arbeiten muss ich ja auch noch und und und…

Ordnung, Struktur und Zeit

Ja, mein Leben ist ordentlicher und strukturierter, als es noch vor einem Jahr war. Als die „gute Zeit“ anfing dachte ich, ich kneif noch mal ein paar Wochen die Pobacken zusammen, um einige Brände zu löschen und ein wenig Struktur zu schaffen. Ich dachte ernsthaft, wenn ich das mache, habe ich danach echt mal Wochenenden zum Ausschlafen und Bücher lesen. Verarscht! Zeit, mich mal um mich selber zu kümmern. Freunde treffen. Arbeiten.

Habe ich überhaupt noch Freunde? Was ist nach 5 1/2 Jahre Vereinbarkeit übrig geblieben? Nicht viel. Die Beste. Der Beste. Die ein oder andere Kita-Mama. Diese wundervollen Menschen aus diesem schrecklichen fremden Internet – die alle so verdammt weit weg wohnen. Wenn ich das lese, drängt sich der Gedanke nach Einsamkeit auf. Bin ich einsam? Ich weiß es nicht. Ich habe keine Zeit darüber nachzudenken.

Ich bin Mama. Ich bin Tochter. Ich bin Arbeitnehmerin.

Alles andere bleibt dahinter zurück.

Ich habe mir –auch hier und auf Twitter – schon öfter die Frage gestellt, ob ich selber noch existiere, ob ich in meinem eigenen Leben noch eine Rolle spiele. Wann war ich zum letzten Mal auf einem Konzert? Wann bin ich zum letzten Mal mit Freunden um die Häuser gezogen? Wann saß ich zum letzten Mal mit einer Flasche Wein nachts am Strand?

Ich habe zwei wundervolle Kinder mit einem (mittlerweile) sehr engagierten und liebevollen Papa – den Mann, den ich liebe. Ich habe tolle Freunde und Bekannte. Ich habe meinen Traumjob. Ich habe so wahnsinnig viel.

Die Müdigkeit macht mich undankbar.

Ich bin ein mürrisches knurriges Etwas.

Warum ist das so? Ich zerbreche mir den Kopf darüber, warum ich mich nicht entspannen kann, warum ich nicht genießen kann, dass es gut läuft. Warum ich trotz Schlaf und Kaffee (literweise) so unfassbar müde bin.

Dieses Grübeln macht mich noch müder, noch nörgeliger, noch unzufriedener.

Ich bin zu müde, um die liebevolle, geduldige, zugewandte Mama zu sein, die ich gerne wäre. Was mich unzufriedener mit mir und der Gesamtsituation macht. Ich habe das Gefühl in einer Nörgel-Dauerschleife zu hängen, aus der nicht rauskomme. Diese Dauerschleife erschöpft mich noch mehr und macht mich noch unzufriedener…

Natürlich könnte ich mal alle Fünfe gerade sein lassen, alles stehen und liegen lassen und einfach mal nur Dinge tun, die mir gut tun – ganz bewusst Selbstfürsorge betreiben.

Den ganzen Kram macht aber kein anderer. Ein Wochenende nichts machen, bedeutet in der Konsequenz, dass ich danach noch viel mehr zu tun habe und wieder vor schier endlosen Bergen stehe, von denen ich nicht weiß, wie ich sie im Alltag alleine mit zwei Kindern bewältigen soll. Wie ich es auch drehe und wende, ich finde den Stein der Weisen nicht, um aus diesem Teufelskreis rauszukommen. Ich weiß nicht, wie ich meine innere Ruhe und Gelassenheit wiederfinden soll. Ich weiß nicht, wann und wie ich Selbstfürsorge betreiben soll, ohne das andere Dinge auf der Strecke bleiben oder sich zu riesigen Gebirgen auftürmen.

So lange ich planlos in diesem Hamsterrad rum renne, werde ich auch nicht Herr über die Müdigkeit.

Ich habe Angst vor dieser lähmenden Müdigkeit. Ich habe Angst, alledem nicht mehr lange gewachsen zu sein. Ich habe Angst, auf dem Weg zur Arbeit, zum Termin, nach Hause, zum Schwimmkurs am Steuer einzuschlafen. Ich mache im Auto keine Heizung mehr an, weil die Kälte mich wach hält.

Wo ist die Pause-Taste für mein Leben?

Und immer wieder die Frage, warum jetzt? Es ist der Preis für 6 aufreibende Jahre. Eine Müdigkeit, die sich so massiv über einen so langen Zeitraum aufbaut, verflüchtigt sich nicht durch etwas mehr Schlaf und Kaffee. Ich gehe seit Jahren regelmäßig über meine Grenzen und noch weiter. Genau das fordert gerade seinen Tribut. 6 Jahre Raubbau an Schlaf und Belastbarkeit lassen sich nicht durch ein entspanntes Wochenende reparieren… Das ganze braucht Zeit – Zeit, die ich nicht habe.

Ich habe 5,5 Jahre alles vereinbart… nur mich nicht.

Sorry, Ihr Lieben, das musste raus. <3

Passt auf Euch auf!

Liebe Grüße

Eure Tanja

Familientisch im Alltag

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 03/2018

Wow! Wir haben schon März und dann ist ja auch immer fix der 5. und Frau Brüllen will wissen, was wir den ganzen Tag so treiben. Nun war gestern (ich schreibe mit einem Tag Verspätung) ein MONTAG.

Montags ist hier Krümeltag, denn montags geht Krümel nie zur Tagesmutter. Also trödeln wir montags immer mit den Sachen rum, die man mit Krümel machen kann. Auch Sachen, die mit Krümel doppelt solange dauern und doppelt so aufregend sind, denn dafür muss ich sie an den anderen Tagen nicht mehr machen.


5:20 Uhr // “Mama? Aufstehn! Bin nich müde! Auslafen hat!” Die Nächte werden langsam ruhiger, Krümel eloquenter, doch so ein Morgen fühlt sich immer noch sehr früh an.

6:30 Uhr // Ich quäle mich vom Sofa hoch, auf dem ich mir nun eine Stunde lang die selben drei Buchseiten des Wimmelbuchs total begeistert ansehen durfte, und backe Brötchen auf. Unmotiviert räume ich in der Küche Dinge von hier nach da. Krümel räumt sehr motiviert mit, will den Tisch decken und sofort frühstücken.

7:00 Uhr // Wir müssen aber erstmal die Zwillinge wecken, was diese sehr doof finden. Dem Sonnenschein sagt keine der sauberen Hosen im Kleiderschrank zu. Er wählt das Joggingbuchsenoutfit. Prinzessin versucht sich unsichtbar zu machen und Krümel besteht auf eine reichlich enge Jeans, nachdem er seinen gesamten Schrank gründlich begutachtet und vor allem ausgeräumt hat. Ich bemühe mich um Gleichmut und Fassadensanierung, denn heute ist mir nicht nach ungeschminkter Wahrheit.

7:40 Uhr // Frühstück. Ereignisarm.

8:00 Uhr // Zähne putzen und die Feststellung, dass Sonnenschein viel zu wenig Spielzeug besitzt. Es findet sich kein optimales Spielzeug für den Spielzeugtag. Der Drache wäre super, würde nicht der Peter immer sagen, Plüschdrachen seien doof. Ich finde Peter hat keine Ahnung.

8:30 Uhr // Packe Plüschdrachen und drei Kinder, Einkaufskorb und Rucksäcke in das Familienauto. Ab zum Kindergarten.

8:45 Uhr // An der Tür noch wird Prinzessin das ausgefüllte Freundebuch sehnsüchtig aus der Hand gerissen, Sonnenschein verschwindet im Gruppenraum und ich bin abgemeldet. Suche stattdessen den Krümel und finde ihn auf dem Außengelände auf dem Kletterturm. Er hat wenig Lust herunterzukommen.

9:00 Uhr // Einkaufen mit Kindereinkaufswagen und Krümel, der dem riesigen Aufsitzwischdings durch den Laden nachrennt. Super Teil. Will er auch.

9:45 Uhr // Wir machen Halt bei meinem Papa im Home Office. Ich kriege Kaffee und eine Wahlanalyse der gestrigen Bürgermeisterwahl. Wobei wenig analysiert wird, trotzdem muss ich mit Papa immer alle politischen Entwicklungen durchquatschen, weil das eben so ist zwischen Vater und Tochter. Krümel spielt mit meinen alten Matchboxautos und lässt Opa als Andenken noch eine duftende Windel da.

10:30 Uhr // Wir könnten kurz zu IKEA, denn was sinnvolleres fällt mir nicht ein. Krümel pennt 10 Minuten auf dem Weg und SPOILER das wird für den Tag reichen.

10:45 Uhr // Ich brauche zwei Schubladen für das Büro und kaufe Kaffeetassen, Tischläufer, Plastikboxen, einen Sparschäler und sogar Schubladen. Ich verbuche es als Erfolg, zumal wir ohne Bruch durch die Haushaltswaren und Geschirr gekommen sind.

11:30 Uhr // Ich will nun eigentlich nach Hause, aber Krümel hat sich in den Kopf gesetzt, dass eine Runde Waschanlage jetzt super wäre. Ich denke an die Familienkarre in Streusalzkruste und dass Montagvormittag es sicher nur halb so wild an der Waschanlage sein kann. Das dachten sich bei strahlendem Sonnenschein auch 200 andere und während Krümel begeistert ALLES kommentiert, muss ich mir Langmut zureden. Wir haben Zeit, wir haben keine Termine, wenn das Kind so gerne Ewigkeiten vor einer Waschanlage parkt, dann ist das jetzt halt so. Nur die 30 besten Dingsdalieder von CD kauen kontinuierlich an meinen Nerven.

12:00 Uhr // Wir haben ein sauberes Auto und sind zu Hause! Yeah! Mittagessen?

12:30 Uhr // Hunger hat Krümel durchaus. Aber die Frage nach einem möglichen Mittagsschlaf weist er weit von sich!

Wie stellen stattdessen mal eine Maschine Wäsche an und während ich die Küche aufräume, will Krümel staubsaugen. Ein Quadratmeter des Wohnzimmers wird engagiert fünfzehn Minuten lang gesaugt. Mutti darf den Staubsauger aber nicht haben!

13:30 Uhr // Ich würde ja extrem gerne Schlafen oder zumindest den Schlaf des Jüngsten ausnutzen. Ich versuche mich mit Krümel gemeinsam hinzulegen. Der turnt aber nur durchs Bett und erklärt Schlaf für eine absolut absurde Idee. Will aber!!!

14:00 Uhr // Auf mich hört hier niemand und so muss ich wieder aufstehen.

Also dekorieren wir das Wohnzimmer um, Krümel schlägt eine andere Tischordnung vor und schiebt die drei TripTraps mehrere Runden um den Esstisch, bis die Anordnung ihm genehm ist. Ich verteile meine neuen rosa Tischläufer auf dem Tisch.

Meine Mutter ruft an, dass sie sich opfern würde, den restlichen Kuchen vom Wochenende mit uns zu vernichten. Da sie auch gleich die Zwillinge abholt auf dem Weg, können wir noch etwas aufräumen.

15:00 Uhr // Oma und die Zwillinge sind da. Kaffee und Kuchen auf dem Tisch. Sonnenschein würde aber lieber zu den Nachbarsjungs!!!

Ich nehme also den Sonnenschein und schlurfe mit ihm in Hausschuhen drei Häuser weiter. Prinzessin ist sauer, denn sie will auch. Aber mir ist nicht wohl dabei, gleich zwei meiner Kinder unangemeldet irgendwo abzuladen.

Sie hätte sich nicht so echauffieren müssen, denn die Brüder sind nicht zu Hause. Sie haben heute russisch. Morgen vielleicht.

16:00 Uhr // Oma eröffnet auf der Terrasse ein Friseurstudio, da zwei der drei Kinder mit ihren langen Fransen kaum noch aus den Augen gucken können. Bei Krümel können die Haare nun sehr lange wachsen, bevor er wieder zum Friseur muss/kann.

16:30 Uhr // Der Traummann erscheint zu Hause und ich bemerke ganz freundlich, dass er sämtliche Kreuzschlitzschraubendreher des Haushalts gründlich verbummelt habe, während ich versuche auf der Küchenarbeitsplatte mit unpassendem Werkzeug meine Schubladen zu montieren. Er weist die Vorwürfe von sich und behauptet, sie seien nur kindersicher auf einer seiner Baustellen auf dem Spitzboden versteckt.

17:00 Uhr // Da hauen doch besser alle schnell ab. Oma nach Hause und die Kinder mit ihrem Vater raus zum Fahrradfahren. Ich stelle derweil das Büro auf den Kopf und verbaue meine Schubladen. Natürlich muss der Inhalt sämtlicher Schränke nun in andere Schränke umgeräumt werden und so räume ich erstmal alles aus.

17:45 Uhr // Die Schubladen sind montiert, das Büro im Chaos versunken, die Kinder mit dem Traummann wieder zu Hause und ich wärme liebevoll Reste vom Vortag wieder auf.

18:15 Uhr // Abendessen. Sonnenschein mag das Essen, das gestern noch sooo lecker war, absolut nicht essen. Krümel fällt vor Müdigkeit fast mit der Nase in die Soße und Prinzessin schaufelt, als gäbe es kein Morgen mehr.

18:45 Uhr // Während der Traummann die Küche aufräumt und die Kinder kurz KiKa gucken dürfen, nutze ich die Chance auf eine Dusche ohne Zuschauer.

19:15 Uhr // Kinder-Bett-Gedöns so mit ausziehen, umziehen, Zähne putzen, Pippi machen, Windeln wechseln, Diskussionen und Büchern. Vielen Büchern. Denn  auf einmal ist keiner mehr müde.

20:00 Uhr // Alle Kinder sind im Bett und ich hocke unbequem auf dem Fußboden, um den langwierigen Prozess des Einschlafens zu begleiten. Doch heute muss Prinzessin nur dreimal wieder aufstehen, um etwas ganz wichtiges zu erledigen und sogar Krümel fallen die Augen schnell zu.

20:30 Uhr // Ich habe die Ehre eine Einladung für irgendwelchen Elternbeiratskram zu formulieren und da mein PC dann schonmal an ist, könnte ich auch noch mal eben… ich klicke Facebook und Blog aber fix wieder weg. Heute nicht. Morgen ist auch noch ein Tag…

21:30 Uhr // Zwei Folgen Pastewka später kriechen wir müde ins Bett. Ich hoffe auf Schlaf…


Dienstag 5. März 2018: Da ich mich gestern über die nun ganz passablen Nächte gefreut habe, musste Krümel heute Nacht viermal laut alles zusammen Brüllen und ich habe seit 2 Uhr im Stundentakt mit ihm Debatten darüber geführt, ob man denn nun ausgeschlafen habe und endlich runtergehen könne.

Deswegen ganz wichtiger Tipp: Genießt und schweigt, wenn eure Kinder schlafen. Sprecht es nicht aus und lasst nicht einmal einen Gedanken daran zu! Es wird sich rächen!!!

Eure Kerstin