All articles written by: Kerstin

Kinder am Hillesee

Sauerland mit Großfamilie

* kann Werbung enthalten

Es ist Hochsommer und hier im Ruhrgebiet drückt die Luft. Umso mehr, da wir gerade erst drei Tage Kurzurlaub im Hochsauerland gemacht haben.

Kinder beim Blaubeer-Sammeln

Da ist es bekanntlich kühler; raus aus der Stadt in die Wälder und auf die Hügel, es lässt sich aushalten. Für mich ist das Sauerland auch pure Kindheitserinnerungen, denn hier hatten meine Eltern Jahrzehnte eine Ferienwohnung, hierher bin ich zu Kinderfreizeiten gefahren und habe sie später selbst betreut.

Dieses Mal haben wir den Geburtstag vom Opa gefeiert. Und seine Rente. Opa hat jetzt viel mehr Zeit und das kann man dann auch mal mit der Großfamilie ordentlich zelebrieren.

Familie unterwegs

Für die Kinder bedeutet Urlaub mit Onkel, Oma und Opa, dass viel mehr Personal für das kindgerechte Unterhaltungsprogramm zur Verfügung steht. Dass an der Sommerrodelbahn jeder einen erwachsenen Mitfahrer hat, Krümel nachts auch mal mit Oma kuscheln kann und die Eltern deswegen vielleicht sogar ein bisschen entspannter Urlaub machen.

Auf dem Spielplatz schaukelt der Onkel so wild mit den dreien, dass ich am besten gar nicht hinsehe oder auf der Bank liegend einfach mal entspannt die Augen schließe. Der bremst nämlich auch nicht auf der Sommerrodelbahn, weswegen er auch da cooler ist als Mama. Die hat dann Zeit für einen Kaffee.

Morgens früh kneift uns nicht um fünf Uhr der Krümel in die Wange sondern kommt eben erst um sieben aus dem großelterlichen Schlafzimmer herüber gedackelt. Beim Frühstück hat jedes Kind seinen persönlichen Kakao eingießenden Assistenten und wenn die Eltern noch unter der Dusche stehen, kann man mit Opa schon einmal eine Runde durchs Dorf drehen.

Ach ich hätte noch länger bleiben können, aber skandalöserweise sind Kurzurlaube kurz. Das bemängelte auch der Sonnenschein, der es für absolut unfassbar unangemessen hielt, nach nur zweimal schlafen wieder zu fahren. Er hatte doch noch soviel vor!

Das kanns ja nicht gewesen sein.

Find ich auch.
Eure Kerstin


* Dieser Beitrag kann Werbung für Urlaub enthalten und für Großfamilien, für Onkel und für Großeltern und mit Sicherheit auch für das beschauliche Sauerland. Gebucht und bezahlt haben wir den trotzdem selber bzw der Opa, der keine Kooperation mit irgendwem eingegangen ist.

Anmerkung: Wir haben in Küstelberg genächtigt. Die Bildern entstanden rund um den Kahlen Asten bzw an der Ruhrquelle und auch am Hillesee in Niedersfeld. Ist schön da. (Nur damit sich das mit der Kennzeichnung als Werbung auch lohnt.)

Und noch ne Anmerkung: Auch auf #KommaKaffee geht es aktuell um den Familienurlaub. Da quatsche ich mit Juli über Urlaubsvorbereitungen und was man so alles mitnehmen muss.

Familienurlaub im Sauerland
Merkt dir diesen Beitrag doch gerne auf PINTEREST!
Mut machen Zwillingsschwangerschaft - gegen Sorgen und Angst

Zwillingsschwangerschaft: Ein Gastbeitrag gegen die Angst von Daniela

Kommentare bzw Rückmeldungen aller Art sind das Salz in der Suppe des Bloggens. Warum schreibt man denn ins Internet. Öffentlich. Wenn nicht um gelesen zu werden. Bei mir ging es von Anfang an darum, Ängste zu nehmen. Umso mehr habe ich mich die Tage über eine Mail von Daniela gefreut, die sich bedankte, dass ihr das Chaos-Blog Mut gemacht habe. Gefunden hat sie das Blog in ihrer Zwillingsschwangerschaft. Und heute gibt darf ich von ihr einen Text veröffentlichen. Ich freue mich sehr!

Sehr vieles in dem Text erinnert mich an meine eigene Schwangerschaft und nicht nur die Tatsache, dass es auch bei mir ein Pärchen war.


Diesen Text möchte ich für werdende Zwillingsmamas schreiben, die es von Unruhe und Sorge getrieben nicht lassen können im Internet zu lesen, auch wenn das meistens alles andere als Beruhigung bringt.

Mir ging es jedenfalls letztes Jahr so. Nach ein paar Tagen habe ich mir selbst verboten die Kombination der Worte „Frühschwangerschaft“ und „Zwillinge“ in Suchanfragen zu verwenden – 90% der Treffer wollte ich einfach nicht finden. Ich möchte Euch daher gern hier den Verlauf meiner Zwillingsschwangerschaft erzählen, weil sie so wenig dramatisch war und weil ich glaube solche Geschichten gibt es im Netz zwischen all den schlimmen Stories viel zu wenige. Einige kleine Aufreger gab es natürlich schon, aber ganz ohne kommt glaube ich kaum eine Schwangerschaft aus.

Wir haben sehr früh erfahren, dass wir gleich doppeltes Glück hatten. Weil wir in Urlaub wollten waren wir noch vorher beim ersten Ultraschall, nur eine gute Woche nach dem positiven Test. Zu dem Zeitpunkt waren die beiden nur jeweils mit viel Phantasie ein heller Punkt in einem dunklen Fleck – aber das da zwei Fruchthöhlen waren, das war unbestreitbar. Ich hatte mir von dem Termin eigentlich erhofft, dass damit alles greifbarer und realer wird – stattdessen war die Verwirrung nur größer! Nach diesem Schreck sind wir am nächsten Tag erstmal weg geflogen und haben uns auf den Kanaren plötzlich sehr für die dort zahlreich anzutreffenden Zwillings- und Geschwisterwagen interessiert…

Erst während des Urlaubs erwischte mich dann nach anfänglicher Dauermüdigkeit auch immer mehr die Übelkeit – und zwar 24/7, das ging ab dann für etwa 6 Wochen so. Aber ich hatte noch ziemlich Glück, denn mir war mehr latent schlecht. Eigentlich habe ich immer alles drin behalten was ich gegessen habe, nur Spaß gemacht hat Essen definitiv in diesen Wochen nicht. Trotzdem habe ich für mich rausgefunden, dass Essen auch das Einzige war was half – meine Rettung waren Vollkornbrötchen und -kekse, die ich praktisch über den ganzen Tag verteilt bissenweise gegessen habe. Relativ gut funktioniert hat ungefähr so ein Bissen pro 20 Minuten. Und obwohl ich an manchen Tagen wirklich keine halbstündige Besprechung ohne Essen ausgehalten habe, ist mir erstaunlicherweise keiner meiner Kollegen dahinter gekommen, Glück gehabt!

Unser zweiter Ultraschalltermin war direkt nach unserem Urlaub in SSW9, da bekamen wir zwei exakt gleich große Gummibärchen mit Herzschlag zu sehen, alles prima also. Und darüber haben wir uns schon so richtig freuen können, die Zwillings-Nachricht war also ausreichend gesackt. Damit wurde es dann auch endlich greifbarer – es stimmt schon was alle immer sagen, diesen Herzschlag zu sehen das macht irgendwas mit einem. Wir haben trotzdem weiterhin unser Geheimnis bewahrt und bis in SSW12 gewartet. Es ist Wahnsinn was in den drei Wochen noch weiter passiert – bis dahin waren die beiden deutlich gewachsen, hatten Ärmchen und die konnten sie auch bewegen! Mit dem deutlichen Gefühl, dass sie uns beide zugewunken hatten, sind wir dann auch mit der Nachricht in die Welt hinaus.

Vom Timing her etwas gemein war, was dann ein paar Tage später folgte – ich habe nämlich geblutet. Nachts um 2 Uhr. Wahrscheinlich sieht das immer mehr aus als es ist, aber es war immerhin genug, dass wir direkt mal ins Klinikum gefahren sind. Um da erstmal zwei Stunden auf dem Gang zu warten. Als dann endlich eine Ärztin erschien um mich zu untersuchen, hatte die zwar keine Lust; Zitat: „Sie wissen aber schon, dass ich da nichts machen kann“. Aber was im Ultraschall zu sehen war, hat uns sehr beruhigt: zwei quietschfidele Purzelbäume schlagende kleine Wesen – so aktiv habe ich sie nie wieder gesehen, ich schätze die hatten einiges vom mütterlichen Adrenalin abbekommen. Eine Erklärung für die Blutung ließ sich auch finden, glücklicherweise eine recht harmlose: In dieser Phase haben die Dottersäcke langsam ausgedient und es bilden sich die Plazenten. Und die unseres führenden Kindes oder das was sie mal werden wollte lag blöderweise direkt auf dem Muttermund. In der Konstellation kann sich schnell mal ein kleiner Bluterguss bilden ohne dass das gleich gefährlich ist. Bevor wir gingen, legte die Ärztin aber noch mal nach: „Sie brauchen nicht wieder herkommen, es sei denn Sie bluten so stark, dass Sie eine Ausschabung brauchen oder aber ständig kollabieren…“. Na herzlichen Dank aber auch! Man sollte sich schon vor der Berufswahl klarmachen, ob man Nachtdienste und Arbeit mit Menschen kombinieren will… so sind wir ohne jegliche weitere Empfehlung wieder heim. Am nächsten Tag hat mich meine niedergelassene Gynäkologin dann beraten und für zwei Wochen nach Hause auf die Couch geschickt – danach war alles wieder gut. Und die Plazenta ist auch nicht dort unten geblieben sondern brav hochgewachsen in den nächsten Wochen.

Im Anschluss begann, so wie es alle immer sagen, die schönste Zeit der Schwangerschaft. Das zweite Trimester wie es im Buche steht: keine Übelkeit mehr, ein wachsendes Bäuchlein, das immer mehr wahrgenommen wird von der Umwelt, aber noch nicht sehr stört und die ersten zart spürbaren Kinderbewegungen. Gut, in der Phase wächst der Bauch dann irgendwann schon ziemlich rasant, was mitunter ganz schön spannt und auch die Tritte und Knüffe werden erheblich heftiger mit der Zeit, aber schön war es trotzdem. In diesen Wochen haben wir begonnen einzukaufen und die großen Anschaffungen wie Kinderwagen, Babyschalen, Möbel etc. zumindest auszusuchen. Anziehsachen haben wir praktischerweise im Paket von Freunden kaufen können, die ihre loswerden wollten und außerdem von Anderen zusätzliche Sachen geliehen bekommen. Beide hatten auch zierliche Kinder und deshalb einiges in Größe 50.

Außerdem stand natürlich noch eine andere wichtige Entscheidung an, um die wir uns in der Zeit gekümmert haben. Die Auswahl der richtigen Geburtsklinik. Für uns kristallisierten sich zwei Möglichkeiten heraus: zum einen das große Klinikum in dem wir schon mal nachts gewesen waren, mit Kinderstation höchster Stufe und allem drum und dran. Und zum anderen eine kleine familiärere Klinik, die Geburten ab SSW37 machen darf mit allgemein guten Bewertungen. Die Infoabende unterschieden sich deutlich. Im Klinikum hieß es zwar auch „wenn es gut läuft bekommen Sie gar keinen Arzt zu Gesicht“ aber reden durften nur der Chef der Gynäkologie und der von der Kinderklinik und beide zählten auf für welche Schwierigkeiten sie alles gerüstet seien. In der kleinen Klinik wurde die Veranstaltung von einer Hebamme geleitet! Vielleicht lag es auch an unserem nächtlichen Ausflug und der blöden Ärztin, aber ich habe mich sofort in der kleinen Klinik wohler gefühlt. Daher haben wir die Entscheidung erstmal vertagt – bei irgendwelchen Komplikationen kam ja ohnehin erstmal nur das große Klinikum in Frage und sollte es gut laufen blieb ja noch Zeit.

Der letzte, immer noch schöne aber beschwerlichere Teil der Schwangerschaft wurde dann in SSW28 von meiner Gynäkologin eingeläutet: Im Ultraschall war in meinem bis dahin mustergültig 4 cm langen Gebärmutterhals ein kleiner Trichter von 1,5 cm zu sehen – da hat sie mir sehr ruhig aber bestimmt direkt ein 100%iges Beschäftigungsverbot verpasst. Und das wo ich gerade erst wegen zunehmender Rückenbeschwerden eine Reduzierung auf täglich 5 Stunden organisiert hatte…möp! Ich muss schon sagen, dass ich einige Tage gebraucht habe um mich an diesen Gedanken zu gewöhnen. Ich war zwar nicht so naiv, dass ich dachte ich schaffe es sicher bis zum regulären Mutterschutz, aber ich hatte eigentlich gehofft, mit der Reduzierung geht das noch eine Weile. Ich habe mich dann aber doch ganz gut entschleunigt bekommen und war brav. Bedeutet konkret, ich habe ab da viel Zeit auf dem Sofa verbracht, immer abwechselnd auf der linken und der rechten Seite liegend. Das wurde damit belohnt, dass beim Nachschauen eine Woche später der Trichter wieder weg war. Daraufhin meine Gyn zu mir mit strengem Blick: „Sie wollen jetzt aber nicht wieder arbeiten oder!?“ Ich bin mir sicher, sie hätte das nicht zugelassen. Aber ich wollte auch gar nicht mehr. Langsam wurde der Bauch einfach schwer, langes Stehen machte keinen Spaß mehr, langes Sitzen auch nicht und Autofahren schon gar nicht. Aber abgesehen davon ging es mir gut. Rückblickend gesehen waren die Wochen, die dann folgten so etwas wie meine Mutterschutzzeit: da haben wir Möbel aufgebaut und ich habe Babysachen gewaschen, sortiert und eingeräumt, habe mir jeden Tag eingekauft und gekocht worauf ich Lust hatte und das dann – meist in mehreren Portionen – aufgegessen. Der Hunger war eigentlich groß, aber viel auf einmal Essen war nicht mehr möglich, eine eigentlich fiese Kombination – aber ich hatte ja den ganzen Tag Zeit.

Ewig ging das aber nicht so weiter, denn in SSW32 war der Trichter wieder da. Diesmal war es umgekehrt, der Trichter war 2,5 cm tief und der Rest 1,5 cm. Das macht, wie ich gelernt habe einen großen Unterschied, denn bei unter 2 cm funktionaler Restlänge wird die Schulmedizin standardmäßig nervös. Zumindest vor Ende der 34. SSW, solange die Lungenreife noch nicht abgeschlossen ist. Meine Ärztin formulierte es so: „Wollen sie heute noch ins Klinikum fahren oder lieber erst morgen?“ Ups! Bevor ich wieder gehen durfte, erwähnte sie noch einen Fibronektin-Test, den die im Krankenhaus machen könnten und sollten. Kleiner Tipp noch am Rande, besser nicht dem Ehemann schreiben „nimm dir morgen frei, wir müssen ins Klinikum“ kurz vorm CTG und dann eine halbe Stunde nicht antworten. Er war ziemlich aufgescheucht hinterher…

Den Fibronektin-Test haben sie dann im Klinikum am nächsten Tag auch direkt als erstes gemacht. Diesen Test kann ich wirklich nur jedem schwer ans Herz legen, der in eine ähnliche Situation kommt. Fibronektin ist ein körpereigenes Klebeeiweiß und es gibt davon wohl eine ordentliche Schicht zwischen der oder den Fruchtblasenhüllen und der obersten Gebärmutterschicht. Die Schicht klebt praktisch kindliche und mütterliche Infrastruktur zusammen. Am Ende jeder Schwangerschaft löst sich diese Schicht auf und das Fibronektin wird im Abstrich nachweisbar. Ist es das vor SSW35, deutet das auf eine drohende Frühgeburt hin. Super ist der Test aber im anderen Fall, wenn trotz z.B. verkürztem Gebärmutterhals kein Fibronektin nachweisbar ist. Eine solche Verkürzung kann nämlich ein Anzeichen auf eine drohende Frühgeburt sein – oft bedeutet es aber auch nur, dass die Schwangerschaft einfach 2 cm tiefer ganz normal weiter verläuft. Und leider steht eben nicht dran, welcher Fall gerade vorliegt.

Bei mir war der Test negativ. Daraufhin schaute mich die (übrigens sehr nette) Ärztin im Klinikum aber etwas seltsam an und meinte „ich muss Ihnen aber trotzdem empfehlen sich stationär aufnehmen zu lassen und die Lungenreife durchführen zu lassen“. Ich glaube da habe ich sie seeehr verständnislos angeschaut und daraufhin hat sie äußerst vorsichtig genauer erklärt: „Der Test ist für Zwillinge nicht zugelassen, daher kann ich Ihnen nichts anderes raten. Aber es ist Ihre Entscheidung, was sagt denn Ihr Bauchgefühl?“ Das war eine echt blöde Situation, doch nach einigem hin und her überlegen sind wir wieder heim gefahren. Und ich war die nächsten zwei Wochen zu Hause noch braver als zuvor. Ob das notwendig war weiß ich nicht, aber geschadet hat es nicht, denn alle Werte waren in den folgenden vier Wochen konstant – das wurde mehrmals kontrolliert, anfangs sogar alle zwei Tage – und dann war die Lungenreife kein Thema mehr.

Ich will hier auf gar keinen Fall gegen die Lungenreifespritzen reden, die sind wirklich ein Segen für Frühgeborene und können den Unterschied zwischen atmen können und nicht atmen können ausmachen. Aber sie haben natürlich auch Nebenwirkungen, können z.B. Wehen auslösen und daher sollte man sich schon genau überlegen, ob sie wirklich notwendig sind. Und in unserem Fall waren sie es glücklicherweise nicht, der Test und mein Bauchgefühl hatten recht.

Apropos Bauch, ich habe sehr oft die Bemerkung gehört „der ist aber klein für Zwillinge“. Das letzte Mal, **Achtung Spoileralarm** während ich durch die OP-Schleuse geklettert bin. Vielleicht sind mir deshalb die meisten üblen Nebenwirkungen einer Zwillingsspätschwangerschaft erspart geblieben, die man so im Netz lesen kann. Ich konnte meinen Ehering bis zum Schluss tragen, die Rückenschmerzen ließen nach sobald ich nicht mehr gearbeitet habe und schlafen konnte ich auch bis zum Schluss, zwar nur in kurzen Etappen, weil drehen im Schlaf ging irgendwie nicht mehr aber das war schon mal eine gute Vorbereitung auf die Stillzeit. Und von Ischiasschmerzen und Sodbrennen weiß ich jetzt zwar wie sie sich anfühlen, aber es hätte viel schlimmer kommen können… ich will damit nur sagen, nicht jeder bekommt alles, keine Panik! Sogar Schwangerschaftsstreifen habe ich erstaunlich wenige abbekommen, nur an einer Stelle in der Nähe des Bauchnabels sind welche. Da bin ich morgens davon wach geworden, das irgendjemand irgendein recht spitzes Körperteil so weit ausgefahren hatte, dass es richtig weh tat. Und genau an dieser Stelle sind jetzt ein paar – das war wohl zusammen mit der allgemeinen Dehnung einfach zu viel. Ich habe immer so viel gegessen wie ich konnte und Hunger hatte, aber zugenommen habe ich insgesamt weniger als 15 kg und mit der Geburt gleich wieder 10 kg davon abgenommen – ich erinnere mich noch gut was für ein herrliches Gefühl es war plötzlich wieder ganz einfach aus der Hocke aufstehen zu können! Dafür habe ich ein paar Krampfadern und eine lästige Hämorrhide gewonnen und jede Menge Haare gelassen. Irgendwas erwischt eben doch jeden 😉

So langsam wurde eine Entbindung in der kleinen Klinik realistisch. Meine Gynäkologin war einverstanden damit zweigleisig zu fahren und wir haben von ihr zwei Überweisungen für zwei Geburtsvorbereitungsgespräche bekommen. Aber irgendwie hatte ich mir die kleine Klinik in den Kopf gesetzt, das war auch einfach ein schönes Ziel. Und jetzt war ich fast soweit und jetzt wollte ich da auch hin.

Am Ende haben wir es sogar bis zum Termin des geplanten Kaiserschnitt bei 38+0 geschafft. Der Gebärmutterhals war zwar komplett verstrichen, der Muttermund schon ein wenig auf und meine Tochter hat sich die letzten Tage eigentlich Mühe gegeben ihre Fruchtblase zu sprengen. Aber letztlich kam das alles nicht dagegen an, dass ich erkältet war, so richtig fies mit Stirnhöhle – und der Bauch wahrscheinlich deshalb die letzten Tage völlig ruhig war bis es mir pünktlich zum vereinbarten Termin wieder besser ging. Mein Wunsch nach einer natürlichen Geburt hat sich leider nicht erfüllt. Das lag daran, dass unsere Tochter unten in BEL in einem eigenwilligen halben Schneidersitz saß. Daher wurde uns doch deutlich davon abgeraten es natürlich zu versuchen, auch in der kleinen Klinik. Aber letztlich war auch der Kaiserschnitt in Teilnarkose ok: beide Kinder waren fit und brauchten keinerlei Unterstützung, ich habe ihre ersten Schreie hören und sie direkt sehen und berühren dürfen. Und nach etwa einer Woche war ich auch wieder halbwegs hergestellt. Das habe ich bei der Fahrt nach Hause dadurch bewiesen, dass ich ins Auto hinten auf den Mittelsitz geklettert bin ohne dass mein Mann eine der Isofix-Stationen ausbauen musste. Meine Kinder wogen bei der Geburt etwa 2600 bzw. 2700 g – also genug und ziemlich genau gleich viel – und eigentlich war es ja nett von ihnen, dass es nicht viel mehr war.

Somit war für uns die Entscheidung für die kleine Klinik genau die richtige. Wir waren praktisch für die schon ein komplexer Fall, was uns hier und da ein bisschen extra Aufmerksamkeit eingebracht hat, im positiven Sinne. Sie hatten auch eine Menge Geduld mit mir, die unbedingt stillen wollte. Und wir hatten das große Glück, dass beide Kinder von Anfang an getrunken haben.

Ich habe in den folgenden Monaten sehr viel Zeit mit Stillen zugebracht. Wir hatten recht kurze Stillabstände von oft nur 2 Stunden oder weniger wenn sie wach und aktiv waren, vielleicht reichte die Milch nur so. Und einzelne Mahlzeiten gingen auch recht lang, weil mein Sohn so ein langsamer Genusstrinker war und schwer beleidigt wenn ich versucht habe ihn vorzeitig abzuwürgen – das wurde erst nach etwa vier Monaten schlagartig besser als das restliche Leben auch immer spannender wurde. Wir hatten ein Sofa dauerhaft zur Tandem-Stillburg umfunktioniert, sodass ich dabei bequem saß und die beiden die ersten Monate tagsüber eigentlich immer gemeinsam gestillt habe. Tandem-Stillen ist auch vor allem anfangs als Troststrategie unbezahlbar um allein zwei schreiende Kinder zu beruhigen – mein Mann war nach einem gemeinsamen Monat zu Hause dann wieder arbeiten. Nachts habe ich die Kinder aber abwechselnd gestillt, denn im Liegen kann man dabei sogar schlafen. Wer jetzt sagt „um Himmels Willen, das kann ich mir nicht vorstellen, da hätte ich zu viel Angst“, dem kann ich nur erwidern „das dachte ich vorher auch…!“ Aber mit den ganzen Stillhormonen habe ich mich im Schlaf tatsächlich keinen Millimeter bewegt, sondern bin stattdessen irgendwann davon aufgewacht, dass mir die Hüfte weh tat. Natürlich klappt Stillen auch nicht immer gut, der Anfang ist mühsam und auch wenn es dann gut läuft, kann es immer wieder plötzlich schlechter laufen. In solchen Phasen können Zwillinge sogar ein großer Vorteil sein – z.B. wenn man zwei Kinder auf einen Milchstau ansetzen bzw. -legen kann oder wenn ein Kind noch gut trinkt und den Fluss für beide am laufen hält.

Zusammenfassend kann ich sagen, meine Schwangerschaft lief wie am Schnürchen. Ein uraltes Programm, das einfach von alleine ablief und das genau so wie es sein sollte, auch ohne dass ich es in allen Einzelheiten verstanden habe. Früher fand ich den Ausdruck „guter Hoffnung sein“ immer altmodisch und sperrig, aber jetzt habe ich verstanden was er bedeutet, denn genau darum geht es. Und das heißt heute vor allem, sich bloß nicht in Panik versetzen zu lassen von all diesen möglichen aber nicht immer sinnvollen Tests oder statistisch leicht erhöhten Risiken. Eine Zwillingsschwangerschaft ist zwar per se eine Risikoschwangerschaft, aber den Stempel bekommen Dank der vielen Kriterien 70% (!) aller Schwangerschaften – da haben die anderen 30% schon fast das Pech einfach zu langweilig zu sein. Meine Schwangerschaft wurde zwar zeitweilig ziemlich engmaschig überwacht, aber letztlich haben auch die Ärzte nur zugeschaut und gestaunt aber nie eingegriffen – mal abgesehen von der Abkürzung am Ende.


Liebe Daniela, danke für deine Mail und deinen Beitrag. <3

Ich wünsche euch weiterhin alles gute im fröhlich, turbulenten Familienalltag. <3

Deine Kerstin

Brotboxen für Vorschulkinder

Vorschulkinder: Guten Tag, ich komme vom Gesundheitsamt.

Vor nicht einmal einen Jahr schrieb Tanja an dieser Stelle über ihr Unverständnis über die detaillierten Fragen zur Schuleingangsuntersuchung. Ich las es, so wie ihr es vielleicht gelesen habt.

Ich runzelte die Stirn, konnte sie teilweise verstehen und teilweise war ich auch gar nicht ihrer Meinung. Wir sind nämlich nicht immer einer Meinung, um mal ein Geheimnis zu verraten. 😉

Vor allem war der Text für mich noch sehr weit weg. Meine Zwillinge sind eineinhalb Jahre jünger, gehen ein Jahr später erst zur Schule. Meine Zwillinge werden erst in diesem Sommer Vorschulkinder.

Meine Zwillinge werden sehr bald Vorschulkinder!

Und auf einmal ist alles ganz nah, denn vor wenigen Tagen gab mir eine Erzieherin im Kindergarten ein Schreiben in die Hand. In doppelter Ausfertigung. Das Gesundheitsamt besuche den Kindergarten und wolle alle zukünftigen Vorschulkinder vermessen, betrachten, was auch immer. Ja, was auch immer?!

Wir sollten doch bitte das U-Heft und den Impfausweis, sowie den umseitigen Fragebogen ausgefüllt mitgeben. Inklusive einer Entbindung von der Schweigepflicht.

Und es fühlte sich komisch an. Es wurde auch nicht besser, als wir den Text das zweite oder dritte Mal lasen. Die Formulierungen im Schreiben waren merkwürdig. Unklar. Bei mehrmaligem Lesen verwirrend.

Das Ausfüllen des Fragebogens sei freiwillig, ob der Rest es auch sei, stand dort nicht explizit. Als Service für uns wurde angepriesen, man weise uns dann darauf hin, ob die Impfen und U-Untersuchungen vollständig seien und wann die nächsten Termine anstünden. Man schlage Förderung für das Kind vor, wenn es diese benötigen würde. Um Defizite vielleicht noch im Jahr vor der Schule aufzuholen.

Klingt vielleicht ganz gut oder eben auch nicht.

Für mich fühlte es sich unnötig an, denn ich weiß, dass alle Impfen vollständig sind, wann die nächsten U-Untersuchungen anstehen, ja ich habe sogar schon für alle drei Kinder entsprechende Termine. Und Förderbedarf?

Nun ich gehe davon aus, dass uns die Erzieher im Kindergarten auf möglichen Bedarf eines unserer Kinder in der Vergangenheit angesprochen hätten. Haben sie nicht.

Da das Gesundheitsamt wohl kaum an diesem einen Vormittag alle zukünftigen Vorschulkinder eines Kindergartens besser einschätzen kann, als die Erzieher in den letzten zwei Jahren durch ihre tägliche Beobachtung, fühlt sich da für mich der Mehrwert ziemlich überschaubar an.

Warum sollten wir da mitmachen?

Haben wir nicht. Wir haben diesen Zettel einige viele Male gelesen, es gemeinsam besprochen, uns Gedanken gemacht und die Kinder am besagten Tag normal in den Kindergarten gebracht. Ohne Fragebogen, ohne Impfausweis oder U-Heft.

Ja, ich erahne einen grundsätzlichen Sinn dahinter.

Ich kann durchaus vermuten, dass man die Kinder erreichen möchte, die nicht aufgrund neurotischer Eltern oder tatsächlicher gesundheitlicher Probleme quasi ständig im Wartezimmer des Kinderarztes campen. Die, die vielleicht nicht selbst so genau darauf achten, ob ihr Kind möglicherweise tatsächlich Förderung benötigen. Die, die nicht regelmäßigen im Austausch mit den Erziehern sind.

Aber hilft da diese Untersuchung, dieser Termin, dieses Sichten? Reichen da nicht die verpflichtenden Untersuchungen beim Kinderarzt und das durchaus nicht verpflichtende Gespräch mit den Erziehern im Kindergarten? Würden Eltern, die ein Hinweis der Erzieher auf möglichen Förderbedarf des Kindes nicht interessiert, sich an dieser Stelle etwas davon annehmen?

Ich komme da zu keiner schlüssigen Meinung, ob ein solcher Termin im Kindergarten sinnvoll ist oder ob es reiner Aktionismus ist.

Wie seht ihr das?


Über die Frage, was das Gesundheitsamt es angeht, ob meine Kinder per Kaiserschnitt geboren wurden und was der Sinn dieser Fragen in der Schuleingangsuntersuchung ist, habe ich fest vor in Zukunft noch einmal zu bloggen, wenn das Thema bei uns ansteht.

Ich persönlich finde ja auch spannend, welche Daten dann davon bei der Schule ankommen. Denn eine Klassenliste mit „Peter-Paul Karlson (Zangengeburt)“ oder ähnlichen Einträgen ist eine reichliche absurde Vorstellung.

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 07/2018

Alltag ist unspektakulär und fad. Ich bin großer Fan des Alltags. Deswegen erzähle ich heute euch und Frau Brüllen, was ich so am 5. des Monats Juli getrieben habe.


05:45 Uhr // Krümel will aufstehen. Er hat nicht in unserem Bett geschlafen. Ein Umstand, der vor allem darin begründet ist, dass sein Bett mittlerweile direkt neben unserem steht. 😉

Ich überrede ihn noch kurz mit mir zu kuscheln, denn aus mir wird niemals nie eine Frühaufsteherin werden.

06:05 Uhr // Ich gebe endlich (ENDLICH!!!) dem Drängen des Jüngsten nach und gehe mit ihn runter. Auf das Sofa. Krümel spielt mit den TipToi-Büchern seiner Geschwister und ich brummel vor mich hin.

06:30 Uhr // Wir machen uns ans Frühstück. Bestücken die Kaffeemaschine, schmieren Brote für den Kindergarten, waschen Obst, füllen Brotdosen, stellen Joghurt für das Frühstück hin und Krümel klaut hier eine Erdbeere und dort ein fertiges Butterbrot.

07:00 Uhr // Ich starte die Kaffeemaschine und während die Kaffeemühle unter Höllenlärm noch mahlt, gehe ich hoch, die Großen wecken. Krümel folgt mir nicht.

Sonnenschein kommt mir auf der Treppe entgegen. Prinzessin will nicht aufstehen. Ich husche ins Bad, um mich zumindest ein wenig frisch zu machen und anzuziehen.

Ruf von unten: „Mamaaaaa! Der Krümel isst Joghurt!“

Ich gehe runter (bei der vermutlich sechsten Wiederholung… es ist halt noch früh und ich gerade vorwiegend unbekleidet) und tatsächlich hat sich Krümel einen Teigschaber organisiert und macht sich über einen 500g  Becher Naturjoghurt her. Ich stelle den Joghurt zur Seite, wische auf und bitte den Krümel mitzukommen. Er bleibt unten, ich versuche Prinzessin aus dem Bett zu holen und mich fertig anzuziehen.

„Mamaaaaaa! Der Krümel isst Joghurt!“ Gleiches Bild wie zuvor, nur auf der anderen Seite der Küche. Mäh. Ich rufe Prinzessin und fülle Joghurt in drei Schüsseln, Alibi-Erdbeere, Schokostreusel und Haferkissen drauf, reiche Krümel einen Löffel und bitte ihn, es dann doch mal im Sitzen am Tisch zu versuchen. Sogar Prinzessin taucht dann auf, um zu frühstücken.

07:30 Uhr // Wir gehen wieder hoch. Kinder in Klamotte quatschen. Prinzessin macht das meist am ehesten, doch Sonnenschein will spielen und Krümel toben. So schminke ich mich in Etappen, versuche Kinder zum Selber-Anziehen zu motivieren, biete meine Hilfe an und muss sie am Ende dann doch recht deutlich überzeugen.

Zähne putzen, Gesicht waschen, Schuhe anziehen – Krümel ist weg. Barfuß aus dem Haus gerannt. Also Krümel einfangen, Schuhe anziehen, Sachen zusammenraffen, ab zum Auto.

08:06 Uhr // Theoretisch sind wir dreimal Krümel einsammeln später im Auto, praktisch muss ich nochmal zurück, weil etwas vergessen wurde. heute die Käppi der Tochter.

08:15 Uhr // Kindergarten. Die Zwillinge sind nun endlich soweit, dass sie sich vollständig selbst ausziehen bzw Schläppchen anziehen und in die Gruppe gehen. Nur Krümel kriege ich da jedes Mal schwerer weg. Er will auch. Er will hier bleiben. Er will hier spielen.

Noch 2 Monate!

08:35 Uhr // Ankunft Tagesmutter. Krümel hat nun anderes zu tun, als sich mit Mama zu befassen. Außer rauswerfen, das muss er immer persönlich machen.

08:40 Uhr // Ich sehe kurz bei meinem Papa rein, der ganz frisch in Rente ist. Kurzes Gespräch. Weiter.

09:30 Uhr // Arzttermin.

10:30 Uhr // Endlich zu Hause und ab an den PC. Ich arbeite meine ToDo-Liste ab, die in weiten Teilen mühsam und nervig ist, heute keine Höhepunkte für mich verspricht. Aber drücken ist nicht.

Ja, ich bin heute nicht motiviert, muss Dinge machen, die mir schwer fallen und darf mich am Ende nicht über Erfolge freuen, aber über den Umstand, dass ich sie erledigt habe. Weiter.

13:30 Uhr // Jetzt wenigstens noch ein Mindestmaß an Haushalt. Spülmaschine ausräumen und einräumen, Wäsche abhängen und aufhängen,… Einkaufen schaffe ich nicht mehr. Was denn auch? Ich habe mal wieder keine Idee, was wir heute essen und verwerfe den Gedanken erstmal.

14:30 Uhr // Ich muss los zum Kindergarten.

14:45 Uhr // „Mama, weißt du, was der Ben heute gemacht hat?“ „Mama, können wir heute Nachmittag im Garten von Karl spielen?“ „Mama, weißt du, ich…“ Währenddessen sammle ich die Taschen und Frühstücksdosen ein, lotse vorsichtig zum Auto.

15:00 Uhr // Wir treffen uns in der Stadt mit meiner Mama auf ein Eis. Die bringt netterweise den Krümel direkt von der Tagesmutter mit. 😉

15:30 Uhr // Wir haben uns einige Mal umentschieden (also nicht wir, eher die Kinder), bei welchem Eisdealer und definitiv nur bei diesem und niemals nie bei einem anderen, wir heute essen. Jetzt brüllen die drei sich am Tisch nieder zur Frage, was sie heute essen wollen:

„Pinocchio! Raupe Nimmersatt! Stracciatella! Ohne Sahne!  Das was der da hat!“

Der eine Tisch neben uns grinst, der andere verdreht die Augen. Ich versuche das Thema abzukürzen, denn am Ende bestellt Krümel immer Erdbeere und die Zwillinge Schokolade – jeweils gerne mit Streuseln drauf. Eisbecher lohnen wegen „Sahne ist ekelig“ „Die Waffeln sind doof, kannse selber essen, Mama!“ eher überhaupt nicht. Aber es gehört zum Ritual sich erstmal auszumalen, was man alles bestellen KÖNNTE, wenn man wollte und es dann entweder nicht zu machen (und bewährtes nehmen) oder Mama am Ende das Eis essen zu lassen. Mir ist nicht nach Eis heute, also… bitte bewährtes…

16:00 Uhr // Eis alle! Sitzen unmöglich! (Kindergesetz)

Oma braucht noch was aus dem Kaffee-Geschäft. (Keinen Kaffee!)

Wir kommen mit und bekommen für die niedlich lächelnden Kinder kleine Geschenke. (Keinen Kaffee!!!) Und somit sind meine drei nun im Besitz von drei Saugnäpfen für den optimalen Halt des Handys in der Hand beim Selfie knipsen.

16:30 Uhr // Fußweg zum Auto, auf dem das Saugnapfding an wirklich alles auf dem Weg einmal drangeknallt werden muss. Autofahrt nach Hause, auf dem festgestellt wird, dass das Ding an Autoscheiben richtig Spaß macht.

17:00 Uhr // Zu Hause! Prinzessin muss ohne Umwege Alexa gebieten, ihr Bibi und Tina abzuspielen. Sonnenschein muss nun dringend das neue TipToi-Buch mit den neuen Kopfhörern  auf den Ohren ausprobieren. Krümel hat es eilig mit dem neuen Playmobil (es grüßt der 5. Geburtstag) zu spielen, solange seine Geschwister abgelenkt sind.

Ein kurzer Moment der Idylle, der kurz darauf im Versuch ein Gesellschaftsspiel mit dem nicht gesellschafts(spiel)fähigen Krümel im Raum zu spielen etwas eskaliert. Der Traummann kehr um 18 Uhr nach Hause, als drei Brettspiele in Einzelteilen im Wohnzimmer verstreut liegen und drei von vier anwesenden Personen kreischen.

18:30 Uhr // Ich habe nicht eingekauft und so gibt es Nudeln. YEAH! Zum zwanzigsten Mal in den letzten zwei Wochen nehme ich mir vor, mir mal einen Plan zu machen und mich ausnahmsweise daran zu halten. Also zum Essen.

18:45 Uhr // Die Kinder dürfen Sandmann gucken, der Traummann muss einkaufen fahren, denn auch Mineralwasser ist alle.

19:30 Uhr // Zähne putzen und völlig unnötigerweise die krallenartigen Fingernägel von sechs Händen kürzen. Da kann man sich schon einmal zum einen über die nervige Mama aufregen und zum anderen sich gegenseitig durch die Betten jagen.

1955 Uhr // Ich darf Conni vorlesen. Die geht heute zur Schule. Haben die Zwillinge so beschlossen, der Krümel muss den zehnten Abend die Geschichte von Jakob und der nassen Hose hören. (Keine Werbung! Aber Erwähnung, weils die Kinder eben so vorgelesen haben wollten.)

20:00 Uhr // Seit Krümels Bett in unserem Zimmer steht und er sich sicher ist, dass wir da auch schlafen, klappt das einschlafen erstaunlich fix. Ruhe. Einer von uns macht Haushalt und die andere schreibt an ihrem Laptop einen Text. Was sie da wohl schreibt?

Eure Kerstin

Geburtstagsshirts für Zwillingspärchen zum 5. Geburtstag

Aus dem kunterbunten Leben: Zwillingsgeburtstag

Servus, da bin ich. Mich gibt es noch. 😉 Theoretisch liegen in den Entwürfen ganz viele fast fertige Texte und doch schreibe ich heute einfach mal, wonach mir der Kopf steht. Wie so ein Buddenbohm. Mag ich ja. Mach ich selten.


5 Jahre Mama

Das Blog wurde vor ein oder zwei oder drei Wochen vier Jahre alt und ich habe es nicht gefeiert. Skandal.

Viel spannender ist der Umstand, dass ich nun bereits fünf Jahre Mama bin! Zwillingsmama! Denn meine kleinen Babys wurde gestern fünf Jahre alt! Yeah!

Und sie sind so gar nicht mehr klein und gar keine Babys mehr. Sie sind richtige kleine Leute mit sehr eigenem Kopf und zudem auch schon im körperlichen Sinne wahnsinnig groß. Ja, das geht tatsächlich alles furchtbar schnell.

Die Geburtstagsvorbereitungen verliefen wie jedes Jahr ziemlich spontan-chaotisch. Das liegt zum einen daran, dass ich nachwievor nicht viel davon halte, es zu übertreiben und es dann aber gerne kurzfristig vermutlich doch mache. Spontan-Eskalation kann ich eben. Zum anderen planen die Zwillinge ihren Geburtstag seit elfeinhalb Monaten und auch ich immer habe immer mal wieder tolle Ideen. Aber die sind halt immer nur im Kopf.

Ja, ich könnte und wollte tolle Kuchen zaubern und Deko basteln und boah so ein Themengeburtstag wäre auch fein. Wenn es nach den Zwillingen ginge, dann hätte es einen Regenbogen-Feuerwehr-Ritter-Glitzer-Batman-Einhorn-Schmetterlings-Transformer-Geburtstag gegeben, denn die Wünsche wechseln täglich. Zumal sie vermutlich das Konzept Themen-Geburtstag nicht ganz verinnerlicht haben und leider über keinen eigenen Pinterest-Zugang verfügen.

Spontan ist super. Chaotisch.

Immerhin hatten sie mehr oder weniger präzise Wünsche geäußert. Der eine mehr, die andere weniger. Was das Besorgen von Geschenken erleichtert oder halt auch erschwert. Da waren wir dann aber nicht einmal knapp dran.

Richtig vorbildlich hatte ich auch schon vor Wochen Stoff für die Geburtstagsshirts besorgt, denn das war der einzige konkrete Wunsch der Tochter: Ein Elfen-Geburtstagsshirt.

Dummerweise habe ich mit dem Nähen bis wenige Tage vorher gewartet, dann meine Schnittmuster alle nicht mehr gefunden (fragt nicht!), dann ewig gebraucht neue Schnittmuster vorzubereiten, natürlich erstmal alle Teile verkehrt zusammengenäht und musste chaotische Überstunden schieben.

Fünf Tage vor dem Geburtstag wusste ich nicht einmal, wann wir Kindergeburtstag feiern. Da habe ich mich dann schon gefragt, worum das bei mir quasi immer so läuft. Warum ich mir niemals nie angewöhnen kann, etwas früher anzufangen. Nicht, dass ich Sorgen hätte, am Ende nicht fertig zu werden oder meine, dass alles perfekt sein müsse, aber es könnte doch entspannter ablaufen!!!

Tut es hier aber nicht. Weil wegen isso.

Geburtstagsshirts für Zwillinge zum 5. Geburtstag

Wir feiern wie die Feste fallen

Sonntag stand ich dann also in der Küche und rührte ganz liebevoll drei Backmischungen Muffins zusammen. Denn für den Kindergarten mussten es Schoko-Muffins mit Smarties werden. So muss das. Sagen die Zwillinge.

Hat Mama fein gemacht.

Und dann noch Schoko-Mini-Guglehupf gebacken, denn meiner Meinung nach gehören auf die Teller der Geburtstagskinder am Morgen KUCHEN! Ohne geht nicht.

Die Nacht vor dem Geburtstag ist mit fünf Jahren nicht mehr zum Schlafen da. Wer sich also fragt, wann das anfängt: Bei uns jetzt!

Ab ein Uhr musste Sonnenschein stündlich prüfen, ob schon Morgen und Geburtstag ist. War es dann um fünf. Weil wir aufgaben. Es gab ein Wohnzimmer voller Luftballons und Girlanden und Luftschlangen und Kerzen, die alle bunt und thematisch exakt auf GEBURTSTAG!!! abgestimmt waren. Kommentar Krümel: „Oh das ist schön geschmückt! Wo ist der Tannenbaum?“

Kerzen auspusten, Geschenke auspacken, Kuchen anknabbern, keine Zeit haben!!! Kindergarten! Ja, machen wir. Alles. Mit Sack und Pack, denn auch Smarties zum Verteilen im Stuhlkreis („Es müssen Smarties sein, weil die dürfen alle essen, Mama!“) Vermutlich waren wir schon seit einem Jahr nicht mehr so zeitig im Kindergarten. Uff.

Das Geburtstagsshirt wurde übrigens vom Sonnenschein gekonnt ignoriert. „Ziehe ich irgendwann später vielleicht mal an.“ Und von seiner Zwillingsschwester kritisiert. „Die Elfe hat keine Flügel, deswegen ist sie keine Elfe und überhaupt ist mir das Shirt zu lang.“ Ich habe es wohl drauf.

Nachmittags reihten sich im Garten um das Planschbecken und liebevoll von der Tiefkühltruhe gebackene Torten die Omas und Opas, ein Patenonkel schaute auch noch rein und alles war fein.

Denn wir werden nochmal feiern am Wochenende. Und zum Kindergeburtstag. Und dann habe ich ja noch bald Geburtstag und dann der Krümel. Der fand das nämlich doof, dass er gestern nicht Geburtstag hatte. Ist es ja auch.

Und sonst so?

Habe ich wie immer keine Zeit. Oder einfach zuviele Dinge für zu wenig Zeit. Ja, ich schreibe gerade wenig hier, aber da war halt dieses Geburtstagsding, dann ganz nebenbei noch das neue Podcast-Projekt KommaKaffee (WERBUNG: dürft ihr sehr gerne reinhören) bei dem immer noch nicht alles fertig ist, dann Arbeit abseits dieses kleinen Blogs, dann soviel Sommer zum genießen, dann Alltag und nochmehr Alltag und ach das Leben. Ich mag das Leben.

Und nun muss ich schon wieder fix machen. Gleich steht das erste Fußballspiel der jungen Mini-Kicker-Karriere an. Ich muss noch Fähnchen besorgen und mich in ein Fan-Outfit werfen, unqualifizierte Zwischenrufe üben und meine Nerven vorbereiten.

Es grüßt mitten aus dem Leben,

Eure Kerstin


P.S.: Die Erzieherinnen haben ausrichten lassen, dass die Muffins sehr lecker waren. 😉