Blogger für Flüchtlinge

Wirres Zeug… #bloggerfuerfluechtlinge

Es ist Montag Abend. Meine Murmels sind im Bett und ich weine…

Diesmal weine ich nicht, weil die Murmel-Maus mich mal wieder an meine Grenzen gebracht hat. Sie hatte zwar eine kurze Phase, wo ich Angst hatte, dass es wieder eskaliert, aber irgendwie ist es mir heute besser gelungen ruhig zu bleiben.

Warum? Vermutlich aus dem gleichen Grund, aus dem ich weine!

Dankbarkeit!

Dankbar dafür:

  • dass wir gesund sind,
  • dass wir ein Dach über den Kopf haben,
  • dass wir Kleidung haben,
  • dass wir satt zu haben,
  • dass wir in Sicherheit und Wohlstand leben,
  • dass wir keine Angst vor dem Morgen bzw. der Nacht haben müssen…
Obwohl?! Doch Angst habe ich! Ich habe Angst vor dem was ich sehe, lese und höre, sobald ich den Fernseher oder das Radio einschalte oder Twitter öffne. Angst vor neuen Horror-Nachrichten über ertrunkene Flüchtlinge, Staaten die ihre Grenzen schließen, Faschos die Kriegsflüchtlinge mit Böllern terrorisieren, Faschos die Flüchtlingsunterkünfte anzünden, Politiker die als verbale Brandstifter agieren oder schweigen.

Im Zusammenhang mit den Pegida-Demonstrationen hatte ich bereits meine eigene Flüchtlingsgeschichte und die Erinnerungen an die Ausschreitungen gegen Flüchtlinge aus den Jahren 1991 – 1993 verbloggt.
Beides Beiträge, die ich auch jetzt oder besonders jetzt genauso noch einmal schreiben könnte.
Am meisten setzt mir dieses elende Gefühl der Machtlosigkeit zu. Natürlich haben auch wir Kleidung und Geld gespendet. Natürlich stehe ich auch jetzt auf und sage meine Meinung. Und dennoch fühlt es sich so wenig – viel zu wenig an.
Am Mittwoch habe ich eine größere Gewerkschaftsveranstaltung. Ich habe mit meinen Kollegen bereits abgestimmt, dass wir – abweichend vom eigentlichen Thema – auch hier die Flüchtlinge thematisieren, uns klar gegen Rechts aufstellen und Spenden sammeln.
Heute habe ich eine Mail an unsere Geschäftsführung und unseren Betriebsrat geschrieben. Ich habe geschrieben, wie schlimm ich die aktuelle Situation empfinde und dass ich mir wünschen würde, dass unser Unternehmen öffentlich Flagge gegen Rechts zeigt, dass wir vielleicht auch in der Belegschaft eine Spendenaktion starten könnten.
Ich bin gespannt auf die Reaktion… ich gestehe, ein wenig Muffe habe ich auch. Auch wenn mein Arbeitgeber eigentlich sehr sozial agiert, ich weiß ich nicht, wie sie auf diese sehr direkte Aufforderung reagieren.
Und dennoch, es ist so verdammt wenig!
Blogger für Flüchtlinge
Es gibt aktuell in den sozialen Netzwerken eine ganz großartige Aktion #bloggerfuerfluechtlinge. Viele große und kleine, bekannte und unbekannte Blogger haben dazu geschrieben, Spenden gesammelt, Spendenaufrufe (hier auch) verlinkt usw.
Die liebe Sonja von Mama-notes hat auf ihrem Blog eine sehr umfassende und beeindruckende Link-Sammlung zusammengestellt.
Es passiert so viel Gutes! Auch wenn einem das Eigene viel zu klein und wenig erscheint. Zusammen sind wir viele und es entsteht was Großes!
Wir müssen das, was wir tun, nach Außen tragen! Es anderen zeigen! Andere motivieren es uns nach zu tun! Wenn jeder im kleinen hilft, DANN kann es ganz groß werden! Es muss ganz groß werden!
Das tolle Beitragsbild stammt übrigens Bea und Desi. Herzlichen Dank dafür <3
Dies ist vermutlich der wirrste Beitrag, den ich je geschrieben habe. Dies ist der erste Beitrag, den ich so gar nicht mit Kerstin abgestimmt habe. Dies ist ein Bauchgefühl, das raus musste!
Herzlichen Dank an alle die sich durch diesen wirren Text gemüht haben!
Alles Liebe
Eure Tanja

Mein Name ist Tanja. Ich bin alleinerziehende, getrennt lebende, berufstätige Mama eines fünfjährigen Zwillingspaares - meine Murmels. Auf Twitter findet Ihr mich unter @Murmelmum und hier im Blog hat die liebe Kerstin mir ein kleines Dauergast-Apartment eingerichtet :-)

0 comments

  1. Ich möchte mich Katinka anschließen. Ich empfinde genauso und glaube fest daran, dass hier bei uns die Guten gewinnen und am Ende allen (na ja, fast allen) geholfen werden kann. Gutes tun und nicht schweigen, wenn andere in unserer Gegenwart dummes, schlimmes Zeug sagen. Das kann und muss sein. Und eine dankbare und demütige Haltung dem eigenen Glück gegenüber kann auch nicht schaden. Nicht aufgeben!
    Sei lieb gegrüßt
    Britta

kommentieren

%d Bloggern gefällt das: