6 Monate als Miniatur-Großfamilie

Wir haben heute den 3. März 2016.

Heute vor vier Jahren war ich zwar schon weit mehr als eine Dekade mit dem Traummann liiert und auch schon ziemlich lang verheiratet (nimmt man durchschnittliche Maßstäbe dieser eher schnelllebigen Zeit an), aber Kinder waren allenfalls ein ziemlich hypothetisches Thema. Die haben andere. Die sind ganz niedlich. Mögen wir. Passen wir auch gerne drauf auf. Wir selber? Vielleicht mal irgendwann. Mal gucken.

Heute vor drei Jahren war ich unübersehbar schwanger. Mit Zwillingen. Die Schwangerschaft nahm gerade so richtig Fahrt auf und steuerte auf das Bergfest zu. Wir freuten uns auf dieses wunderschöne Abenteuer. Auch wenn wir keinen blassen Schimmer hatten, was uns da erwarten wird. (Ungeplant bzw unerwünscht war mein dicker Bauch übrigens keinesfalls. So schnell kann das gehen. 😉 )

Heute vor zwei Jahren waren die Zwillinge gerade 8 Monate alt. Wir waren Zwillingseltern. Stolze Zwillingseltern. Und abgesehen von ein paar dummen Viren, mit denen wir damals gerade genau zu dieser Zeit einen schlimmen Kampf ausfochten, fühlte sich alles perfekt an. Klar, wir kamen kaum dazu zu schlafen, oder zu essen, aber das erste halbe Jahr hatten wir schon mit Bravour und ohne größere Nervenzusammenbrüche gerockt. Dieses Familiending fühlte sich toll an und wir wussten beide seit einigen Monaten, dass unsere Familien wahrscheinlich noch weiter wachsen wird.

Heute vor einem Jahr war ich mal wieder unübersehbar schwanger. Die großen Zwillinge beschlossen netterweise nun auch endlich mal nachts zu schlafen und wirbelten ansonsten als zwei quietschfidele Kleinkinder wild um uns herum. Mein Bauch wuchs, das Chaos in unserem Haus ebenfalls und unser Familienglück sowieso.

Heute sind wir seit 6 Monaten zu fünft.

Krümel krobbelt

Ich glaube, wir machen das auch ziemlich gut. Es fühlt sich zumindest verdammt gut an. 😉

Die kleinen Großen

Die Zwillinge haben sich als souveräne große Geschwister entpuppt. Schon die Schwangerschaft hatten sie einfach so angenommen. Mama hat nen dicken Bauch, da ist ein Baby drin. Das Baby kommt irgendwann raus, dann muss Mama ins Krankenhaus. Wir dürfen nicht auf Mamas Bauch hüpfen. Mama kann uns nicht mehr gut hinterherrennen. YEAH!

Als der kleine Bruder dann nun wirklich sich auf den Weg gemacht hatte, wurde Oma morgens total abgeklärt begrüßt: „Mama is in Tantenaus? Baby tommt!“ Alles klar Oma und was machen wir jetzt nettes hier zusammen? Kannse mal Frühstück auf den Tisch hauen? Der kleine Krümel wurde nahtlos in die Familie aufgenommen. Das Thema Eifersucht tauchte interessanterweise nicht auf. Waren die beiden zu jung für sowas? Waren sie das einfach gewohnt als Zwillinge, dass man teilen muss? Ich weiß es nicht. Ist mir aber ganz recht so. 😉

Anfangs mussten wir die beiden gerade Zweijährigen etwas ausbremsen in ihrer Begeisterung und stürmischen Zuneigung. Mittlerweile ist der kleine Bruder Alltag. Prinzessin bemuttert ihn rührend, verwechselt ihn aber manchmal mit einer Puppe. Wenn ich nicht gut genug aufpasse, dann zieht sie ihn schon einmal netterweise für mich aus und versucht ihn zu wickeln. Seine neugierigen Patschefinger sind ihr etwas suspekt. Die erwischen nämlich gerne ihre Haare oder krallen sich in die Klamotte. Dann muss sie schockstarr abwartend kreischen „MAMAAAAAAAAAAA!!! Der Krümel (k)neift mich!“ Was der Krümel darf und was nicht, weiß sie genau und teilt es ihm immer mit „Krümel, du sollst das nicht in den Mund nehmen!“ und teilt mir Vergehen umgehend mit „Mama, der Krümel macht Unfug!“ 

Sonnenschein ist mehr so der Kumpeltyp und plant mit seinem kleinen Bruder schon die ersten Ausflüge. Er erzählt ihm Geschichten, zählt seine Finger ab, will ihn überall mit hinnehmen. Es scheint für ihn überhaupt kein Hindernis zu sein, dass Krümel ihm weder richtig antwortet noch hinterherlaufen kann. Die beiden führen bereits jetzt scheinbar intensive Gespräche und planen sämtliche zukünftigen Ausflüge. Ich muss ziemlich aufpassen, dass Sonnenschein nicht brüderlich seine Bonbons teilt oder es beim Toben mit dem Mini-Bruder übertreibt. Ohne Gute-Nacht-(Sabber)-Kuss vom Krümel kann er übrigens auf gar keinen Fall einschlafen. <3

Geschwisterplüsch

Der große Kleine

Ein-Kind-Mamis mit dem ersten entzückenden kleinen Baby lesen jetzt mal bitte kurz weg. Pssst! Aber so ein chilliger Einling ist ja schon verdammt entspannt. Zumindest unserer war das bis vor einigen Wochen tatsächlich. Der Krümel lief einfach mit. Die Zwillinge tobten ihre Kleinkind-Pubertät aus und das Baby strahlte dazu glucksend.

Seit dem Jahreswechsel hörte man mich aber immer mal wieder jammern, denn natürlich ist das erste Jahr mit Baby immer auch kräftezehrend und ziemlich schlaflos. Auch Krümel war kein auf wundersame Weise von Beginn an durchschlafendes Baby und seit einigen Wochen hatte er Phase oder halt Zähne oder war krank oder… Es war ein wenig verhext.

Der Krümel ist scheinbar ein Zeitraffer-Baby und hat es eilig zu seinen großen Geschwistern aufzuschließen. Deswegen kriegt er halt auch vier Zähne in einer Woche auf einen Schlag und wippt mittlerweile im Vierflüßler rum. Er schimpft ziemlich unzufrieden darüber, dass er bei seinen Krabbelversuchen aktuell noch meist auf der Nase landet und seine Gliedmaßen nicht machen, was sie sollen. Er wiegt soviel wie seine Schwester mit einem Jahr und trägt die Klamotten seine Bruders, als der schon längst sich aufrecht stehend zu den wirklich interessanten Dingen hochzog.

Aber er ist vor allem ein echtes Strahle-Kind mit verdammt breitem Grinsen, das ansteckend ist und fast jede bleierne Müdigkeit seiner Mama trotzdem durchdringt.

Unterwegs im Donkey bei Sonnenschein

 

Eine kleine Großfamilie

Wir sind zu fünft. Das fühlt sich gut an. Unsere drei Kinder unter drei Jahren haben einen ziemlich knappen Altersabstand und das ist durchaus manchmal anstrengend. Bis wir hier aus dem Gröbsten raus sind, wird es noch eine Weile dauern. Und wenn dann sowas blödes kommt wie diese ekeligen widerlichen Viren, die uns vor zwei Jahren schon einmal alle Kraftreserven ausgesaugt haben und auch nun wieder in den letzten Wochen heimsuchten, dann ist das echt heftig. Das kann ich nicht leugnen.

Aber das ist abgehakt. Jetzt herrscht hier wieder fröhlich, chaotischer Alltag. Der kostet auch noch Kraft, aber der macht meistens schon ziemlich Spaß und vor allem glücklich. Und spätestens in zehn Jahren darf ich dann sicher auch mal wieder ein paar Nächte durchschlafen oder sowas krasses wie ausschlafen an einem Sonntag.

Fröhliche Grüße

Eure Kerstin

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

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