Kerstin mit Kaffeetasse im Fokus

Niemals gut genug und doch die Beste, die man sein kann.

Kopfschmerzen aus der Hölle und ich friere schon den ganzen Tag erbärmlich trotz annehmbarer Temperaturen. Das Ruhrgebiet bejubelt den goldenen Herbst, wir bewundern dekorative Kürbisse auf Instagram und Kastanien im herbstlichen Garten, die Kinder hüpfen durch Pfützen und ich friere. Zitternd. Kein gutes Zeichen.

Ich ahne Böses. Bazillen seid so lieb und verschont mich. Ausruhen passt gerade ganz schlecht in meinen Terminplan. Meine ToDo-Liste wuchert und seit Tagen muss ich mich selbst ermahnen, nicht zu hart ins Gericht mit mir zu gehen.

Ich performe klar unter Plan. Mag daran liegen, dass meine Agenda mal wieder ambitioniert ist. Bei mir schrillt im Kopf aber eher das „Du musst nur schneller/besser/organisierter erledigen.

Durch die dicken Themen kämpfe ich mich durch, das Mutter-Ding rocke ich noch ganz passabel. Klar könnte ich eine bessere und geduldigere Mutter sein, mehr Nerven zeigen und vielleicht Freude über noch eine Runde Brettspiele nicht nur vortäuschen. Aber das grämt mich nicht, meistens zumindest.

Diese ganzen vielen kleinen Dinge jedoch – dieses neudeutsche Mental Load Gedöns – das rutscht mir gefühlt komplett durch und muss vom Mann aufgefangen werden. Der hier irgendwie immer an alles denkt und organisiert. Was auch keine sonderlich gleichberechtigte Aufgabenverteilung ist.

Ich denke dann gerne in schwachen Momenten, warum ich nicht so diszipliniert bin, um 5 Uhr aufzustehen, ein wenig Yoga zu machen und den Kindern dann frisch geduscht (und vor allem gut gelaunt) ihr Frühstück zu servieren. Vermutlich, weil der Krümel dann mit mir um 5 Uhr aufsteht, ich dann niemals nie gute Laune habe und mit Krümel Yoga höchstwahrscheinlich noch unwahrscheinlicher wäre als ohne. Aber das mit dem Frühstück bekomme ich hin. Weil ich es abends schon vorbereitet in den Kühlschrank stelle.

Ich denke dann, dass ich nicht organisiert genug bin. Andere kaufen doch das Brot auch eben auf dem Heimweg, beantragen nicht dann erst einen neuen Perso, wenn er Monate lang abgelaufen ist und haben ihre Steuern vermutlich längst schon erledigt. Dabei werden es andere genauso oft vergessen oder vertagen wie ich.

Ich denke dann, dass ich nicht fleißig genug bin, denn andere arbeiten ja auch jeden Abend bis um Mitternacht, wenn die Kinder im Bett sind. Aber dann bin ich froh, dass ich das einerseits nicht zwingend muss und mir andererseits erfolgreich abgewöhnt habe.
Dann liegen die Freundschaftsbücher bei uns halt ewig, weil keiner daran denkt, ein Foto auszudrucken. Na und. Irgendwas ist halt immer.

Ich arbeite 30 Stunden in der Woche festangestellt und lege die restlichen zur Vollzeit lockere freiberuflich obendrauf, ich habe drei Kinder und auch wenn ich nicht die einzige bin, die ihre Verwahrlosung verhindert (Danke Schatz!), so trag ich dazu meinen bescheidenden Teil bei. Ich leiste jeden Tag viel. Ich gebe immer mein Bestes. Dss ist mehr als nur „gut genug“.

Bleibt gesund,
Eure Kerstin

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

1 comment

  1. Vielen Dank, dass bei euch auch immer die Freundschaftsbücher liegen bleiben. Wir schaffen das mit den Fotos auch immer nicht und ich komm mir jedes Mal wie die unorganisierteste, schlechteste Mama im ganzen Kiga vor… (für einen klitzekleinen Moment😉🙈)

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