Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 01/2020

Am 5. jeden Monats fragt Frau Brüllen, was man so den ganzen Tag angestellt habe. Ich antworte dann meist sehr gerne, denn diese Tagebucheinträge sind mir eine wertvolle Erinnerung.

  • Dieser 5. Januar fällt auf einen Sonntag. Der erste Sonntag des Jahres und der letzte der Weihnachtsferien.
  • Wir gehen schwimmen. Alle. Also auch ich. Yeah.
  • Nachmittags gibt es sogar noch Waffeln und ein Glas Sekt. YEAH!

7:03 Uhr // Der Krümel fragte mich die Tage, warum bei uns denn so nen (altmodischer) Radiowecker auf dem Nachtisch stünde. In Aktion hat das Kind in seinem ganzen Leben noch kein solches Gerät erlebt. Was das sei? Und die Erklärung sorgte dann für noch mehr Fragen, denn der Sinn eines Weckers leuchtete ihm nicht ein.

Mein Smartphone gibt ihm laut Schlafauswertung recht. Demnach bin ich in den vergangenen zweineinhalb Wochen meines Urlaubs jeden Tag zwischen 7:00 Uhr und 7:03 Uhr aufgestanden. Von freiwillig oder nicht steht da nix, aber dass ich offensichtlich keinen Wecker brauche.

Heute auch nicht.

8:20 Uhr // Ich bin auf dem Sofa unten im Wohnzimmer wieder eingeschlafen. Das kann ich gut. Dieses wieder einschlafen. Krümel hat zwei Äpfel gegessen, was ich an den Spuren auf dem Wohnzimmertisch erahnen kann. Er schaut Fernsehen. Sonntagmorgens sind wir da sehr tolerant. Ich würde Sonntagmorgens auch Bogenschießen im Wohnzimmer oder Raketentests im Kinderzimmer erlauben, wenn ich nur schlafen dürfte.

8:30 Uhr // Ich sage dem Traummann Bescheid, dass ich wieder ins Bett gehe. Er ist jetzt dran mit Sonntagswache. (Nicht dass ich wach gewesen wäre, aber ich war anwesend!)

9:10 Uhr // Ich solle aufstehen. Frühstück. Na, das hat sich ja total gelohnt!

Wir frühstücken und die Kinder hüpfen aufgeregt herum, denn es soll ins Schwimmbad gehen. Das hatten wir für die Ferien fest versprochen und nicht eingelöst. Heute muss es dann sein, damit wir noch im Rahmen des Versprechens bleiben. Ich jubel innerlich. Yeah und so.

Die Kinder jubeln äußerlich. „Heute kommt sogar Mama mit!!! Sie hat es versprochen!!!“ Ich sehe, dass der Jubel auch sowas wie einen strengen Seitenblick auf mich beinhaltet und versuche angemessen begeistert über meine Kaffeetasse hinweg zu nicken. „Yeah!“

Nach dem Frühstück suche ich die Schwimmsachen zusammen, versuche die Kinder zum Aufräumen ihrer Kinderzimmer zu bewegen (Ich räume sie also auf.) und quatsche die Herrschaften in Kleidung. Der Traummann räumt derweil draußen auf, denn am Vorabend hatten wir mit Nachbarn unterm Caport ein kleines Neujahrs-Grillen.

10:30 Uhr // Wir fahren los. Schwimmbad und so. Begeistert kreischende Kinder im Auto, als ginge es auf Heiligabend zu. Mir schwant böses, denn vermutlich sind wir nicht die einzigen Eltern, die noch so ein Versprechen einhalten müssen.

Und richtig: Das Bad ist überfüllt wie ein Freibad im August. Nur mit Dach drüber und Reifenrutsche. Die Kinder finden es super und ich bin dankbar, dass wir nur noch einen Nichtschwimmer haben. Der auch glatt zwischendurch mal vergisst, wenn er keine Schwimmweste hat und einfach ins Becken hüpft.

Es ist trotzdem erstaunlich nett und erst in der Dusche erinnere ich mich wieder daran, warum ich Hallenbäder so verabscheue. Warum habe ich nur meine Badeschlappen vergessen.

Was bringt eine Dusche, wenn mann im Anschluss durch eine interessante Biokultur latschen muss, um in engsten Umkleidekabinen sich halb feucht in Winterkleidung zwängen muss. Den nackten Po an die Wand gequetscht, versucht man das Kind zu trocknen und saubere Socken in der Tasche zu finden für die es keine Abstellmöglichkeit gibt. Herrlich!

15:30 Uhr // Raus aus dem Bad! Die Kinder sind verhungert und machen sich über die mitgebrachten Snacks her. Im Auto pennt der erste gleich ein.

16:00 Uhr // Wir sind zu Hause, backen glutenfreie Waffeln, füllen die Waschmaschine mit Badesachen und begrüßen Oma und Opa.

Anstoßen auf das neue Jahr und das neue Wohnzimmer, das der Mann so unbedingt zwischen den Jahren renovieren musste. Weil er gerade Zeit hatte und weil ich angemerkt hatte, dass ich IRGENDWANN mal eine andere Farbe an den Wänden gut fände. Jetzt ist es fertig und hübsch.

18:30 Uhr // Wir sind wieder zu fünft und essen zu Abend. Ob der Krümel denn morgen in den Kindergarten wolle? Findet er abwegig. Also grundsätzlich jemals wieder in den Kindergarten zu gehen. Doch die Zwillinge wollen.

Wir einigen uns darauf, dass wir morgen früh fragen, ob die Großen den Kleinen an ihrem letzten Ferientag begleiten dürfen. Ihr dürft uns die Daumen drücken.

19:20 Uhr // Kinder umziehen und noch eine Folge fernsehen. Nein, mehr dürfen sie heute wirklich nicht. Nein, da hilft keine Diskussion. Weil bald auch wieder Schule ist und der Ferienmodus irgendwann ein Ende hat. Weil wir das sagen. Weil es eben so ist. Nein, wirklich nur eine Folge!

20:00 Uhr // Es gab wirklich nur eine Folge und danach noch ein Kapitel aus dem aktuellen Band der Schule der magischen Tiere für die Großen und eine Gute Nacht Geschichte für den Kleinen.

20:15 Uhr // Irgendwann ist auch Ruhe oben. Die drei sind groggy. Wir zwei auch. Sehr.

Aber ich wollte noch bloggen. Eigentlich dachte ich, dass ich im Urlaub einige Texte schreiben werde, hatte Stoff gekauft um viel zu nähen und noch zwei, drei Job-Projekte im Kopf. Habe ich nicht. Alles nicht. Nur Urlaub gemacht. Komisch für mich, aber es tat uns allen gut.

Ich freue mich auf das neue Jahr!
Euch allen ein glückliches und gesundes 2020,
Eure Kerstin

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

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