Von pflegeleichten Babys und entspannten Eltern

Das hier darf niemand lesen, der mich aus der Zeit vor meinen Kindern kennt. Der glaubt das nicht.

Ich gelte gemeinhin als entspannt.
Also wir gelten als entspannt.
Der Zwillingspapa und ich.
Entspannte Eltern.

Bei mir verwundert das, denn es gibt wenig Eigenschaften, die man früher mit mir weniger in Verbindung gebracht hätte als die des Entspanntseins. Meine Kinder haben mich (teilweise) entschleunigt und entspannt. Mit der Geburt der Zwillinge kam eine innere Ruhe und Gelassenheit, die überhaupt nicht allgegenwärtig ist, aber wohl doch auffällig.

Entspannte Babies – Entspannte Eltern

Mit unseren beiden Babys waren wir von Anfang an auf Achse. Besuchten Freunde und Babykurse, gingen spazieren und lebten. Und immer wieder hörten wir, dass unsere Babys so entspannt und zufrieden seien, dass wir so entspannt und gelassen seien. Doch was war zuerst da?

Sind die Babys so entspannt, weil wir es sind?
Oder sind wir einfach nur so entspannt, weil wir so pflegeleichte Babys haben?
Gibt es pflegeleichte Babys?

Zwillinge?! Bestimmt anstrengend!

Ja, es sind Zwillinge. Und ja, es sind Babys (gewesen). Natürlich ist das anstrengend.

Das erste Jahr im Leben eines Menschen ist wahnsinnig aufregend und auch enorm wichtig. Das erste Jahr im Leben eines Menschen ist auch verdammt anstrengend (für seine Eltern). Einen Säugling Tag und Nacht liebevoll zu versorgen ist anstrengend. Da braucht es wenig, um bei zwei Säuglingen zu vermuten, dass der Alltag anstrengend ist.

Also habe ich immer gesagt: „Ja, aber das wäre es mit einem auch.“

So war es eben. Grundsätzlich fand ich aber Sonnenschein und Prinzessin nicht anstrengend. Ich habe sie nie als besonders fordernde oder komplizierte Babys empfunden. Eher als Einsteiger-Modelle für Anfänger-Eltern wie uns.

Die Prinzessin hatte die berüchtigten 3-Monats-Koliken und schrie jeden Abend ausführlich im Fliegergriff. Sie war allgemein deutlich fordernder als ihr Zwillingsbruder. Der Sonnenschein gluckste und grinste früh, war ein sehr zufriedenes Kind, das schlecht schlief. Als führender Zwilling hatte er das Pech, eine ausgeprägte Blockade zu haben und erst mit knapp einem halben Jahr konnte er seinen Kopf endlich frei nach rechts drehen. Aber er war das Gegenteil eines Schreibabys und auch unsere kleine Diva war eher harmlos im Vergleich zu den Geschichten, die man so hört.

Wir hatten Tage, da war ich von den Nächten so unfassbar müde und die Zwillinge so quer drauf, dass das sinnvollste, was mir noch einfiel war, einfach mal ein Päckchen zu heulen. Aber meist lief es. Lief in seinem eigenen Tempo. Dem Tempo der beiden Babys.

Der Riesenkrümel aka das Baby, das nicht schläft

Unser Krümel schläft nicht. Bzw er schläft immer nur kurze Zeit am Stück und einschlafen geht oft auch nur schwer, denn er kommt nicht zur Ruhe. Aber der Krümel ist kein anstrengendes Baby! Er ist total fröhlich und verdammt charmant.

Die Nächte mit ihm sind anstrengend. Unsere Tage mit drei ganz kleinen Kindern und fettem Schlafmangel sind anstrengend. Die doppelte Kleinkind-Pubertät ist anstrengend. Ja, das ist alles sehr anstrengend und fordert aktuell auch körperlich alle Kraft von uns. Fast mehr als wir haben. Trotzdem wirken wir weiterhin entspannt (angeblich) und sind es vermutlich auch auf unsere Art.

Ich weiß einfach, dass es mit Druck nicht besser wird. Nur schlimmer. Ich kann nicht immer ruhig sein, aber wenn meine Vernunft noch irgendwie zu mir durchdringt, dann bin ich es. Und ich würde behaupten, dass der Krümel ein pflegeleichtes Baby ist, das halt nicht schläft.

Er zahnt aber auch massiv. Oben ist auf der Breite von sechs Zähnen alles geschwollen und zwei davon links gerade durchgebrochen. Er hat Schnupfen. Er entwickelt sind in einem unfassbar rasantem Tempo. Da würde es jedem schwer fallen, ruhig zu schlafen.

Vom Ei und dem Huhn

Babys sind nicht nur deswegen entspannte Vorzeigebabys, weil ihre Eltern irgendwas total richtig machen und zB entspannt sind. Aber ein entspanntes Umfeld macht es Kindern natürlich leichter, ausgeglichen zu sein.* Andersherum ist es natürlich ein leichtes als Eltern entspannt zu sein, wenn das eigene Baby fröhlich glucksend auf der Decke liegt. Bis zu einem gewissen Grad bedingt sich das vermutlich tatsächlich gegenseitig.

Eure Kerstin,

die jetzt mal wieder ihr Anfänger-Baby wickelt, füttern und schuckeln muss, bevor sie die beiden wilden Abrissbirnen abholt. 😉

*Ich bitte davon generell alle kranken Kinder und Kinder mit besonderen Bedürfnissen auszunehmen! Es gibt ganz klar Babys, bei denen hilft die entspannteste Grundhaltung nichts. Es sind Schreibabys und sie fordern ihren Eltern ALLES ab.

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

7 comments

    1. Im Vergleich zu dir bin ich auch eine überforderte, nervöse Mutti. 😉 Aber du hast es mal beschrieben, wie du mit deinen drei zum Bloggertreff bist. So ähnlich ist es bei mir. Ich finde es gibt einfacheres und es macht nicht unbedingt Spaß alle drei einzupacken, aber mit der nötigen Ruhe klappt es erstaunlich gut.

  1. Hej ho,

    darüber habe ich auch schon sehr oft nachgedacht, weil uns auch immer gesagt wird, wir wären ja so entspannt und der Kleine auch … Es bedingt sich auf jeden Fall, aber ich habe keine Ahnung, was zu erst da war!
    Ich war vorher auch schnell eher unentspannt, das hat sich mit Baby auch irgendwohin verzogen 🙂

    Liebe Grüße
    Lea

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