Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Tagebuchblog

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Kerstin? 04/2019

Fast jeden Monat beantworte ich am 5. desselbigen mir und euch diese Frage. Denn diese Tagebucheinträge bilden nicht nur ganz unterschiedliche Familienalltage ab, sie zeigen mir auch den Lauf der Zeit, die Veränderungen und Entwicklungen.

  • Der 5. April fällt auf einen Freitag in diesem Jahr und wie jedes Jahr auf den Geburtstag des Traummannes.
  • Nach dem Geburtstagsfrühstück gehen die Kinder in den Kindergarten. Das Geburtstagskind hat Urlaub, ich mache Home Office.
  • Nachmittags feiern wir ein wenig Geburtstag im recht überschaubarem Kreis.

Papa hat Geburtstag!

Es ist kurz nach 3 Uhr in der Nacht, als Krümel murmelt „Ich muss aufs Klo, Mama.“ Wir tapsen ins Bad und zurück. Ich fürchte um meine restliche Nachruhe, aber wir scheinen direkt wieder eingeschlafen zu sein, denn ich erinnere mich erst wieder an den üblichen Wecker um 6:30 Uhr. Den snooze ich dann gleich wieder. Beim ersten Mal murmelt Krümel nur. Beim zweiten Mal finde ich sein „Mama, wir müssen aufstehen, sonst kommen wir zu spät“ völlig unangemessen, nicht altersgemäß und vor allem absolut unsympathisch.

Ich stehe trotzdem auf. Kaum habe ich die Zähne geputzt, rufen zwei erstaunlich wach klingende Kinder aus ihrem Zimmer, ob denn jetzt endlich Papas Geburtstag sei. „Ja, ist es.“ Dass er vermutlich nicht ganz so wild darauf ist, an seinem Geburtstag so früh geweckt zu werden, überzeugt die drei nicht. Sie bringen ihm enthusiastisch ein Ständchen. Wobei… immerhin haben wir fast 7 Uhr und damit steht der Traummann heute knapp zwei Stunden später auf als üblich.

Buttercreme zum Geburtstagsfrühstück

Buttercreme zum Frühstück

Ich gehe runter und stelle den Kaffee an. Ich hole die Geburtstagsorte aus dem Versteck im Keller, zünde Kerzen an und suche die extra gebastelte Krone mit der 38 drauf. Dekoriert hatte ich gestern Abend schon, aber intelligienterweise habe ich vergessen Brot oder Brötchen zu kaufen. Unsere Bortvorräte reichen gerade noch so für die Frühstücksdosen der Kinder am heutigen Tage und so frühstücken wir Buttercremetorte.

Meine kleine Überraschung zum Geburtstag. Denn der Traummann liebt den Klassiker. Seit meiner Diagnose habe ich bisher aber kaum gebacken und mich wenn an Backmischungen gehalten. Das lag an einer Mischung aus Überforderung (erstmal den Alltag glutenfrei rocken und dann die Kür) und mangelnder Motivation (sicherlich hätte ich früher damit begonnen, wenn es eines der Kinder getroffen hätte und nicht mich).

Ich kann jetzt aber sagen, dass zumindest Biskuit auch ohne große geschmackliche Einbußen glutenfrei gelingen kann. Buttencreme hat eh kein Gluten. Nur Kalorien.

Home Office ohne Wohlfühlanzug

Nach dem Frühstück ziehen wir uns alle an und machen uns startklar für den Tag. Ich arbeite heute von zu Hause, damit ich die Fahrwege spare (und früher Feierabend habe). Der Traummann bringt die Kinder zum Kindergarten und fährt dann erst einmal einkaufen.

Ich sitze um 8:30 Uhr im Büro und lege los. Das Büro ist zwar leider ziemlich unaufgeräumt (was mich kolossal nervt), aber eine echtes Büro mit echtem Schreibtisch und ohne Bett und ich bin vollständig bekleidet. Und wer sich wundert, warum ich auf dieser recht selbstverständlichen Aussage herumreite, möge bei Patricia nachlesen.*

Tatsächlich habe ich den irren Vorsatz, das totale Chaos in meinem Büro im Laufe des Vormittags nebenbei aufzuräumen. Aber daraus wird nix, denn ich komme vor lauter Arbeit nicht dazu bzw vergesse es. Ich bleibe also auf meine knapp 40 cm freie Schreibtischfläche (von zweit über zwei Metern) beschränkt – aber mehr Platz braucht so ein MacBook ja auch nicht.

Zwischendurch kommt der Traummann vom Einkauf heim, geht in den Garten und macht dort einen irren Krach, dass ich es sogar bis ins Büro höre. Gegen Mittag finde ich ihn dort Pflastersteine kloppend vor und frage, ob wir noch einen Kaffee gemeinsam trinken wollen würden. Ja, gleich. Er will nur noch eben kurz die Terrasse neu pflastern.

Ich rolle mit den Augen und gehe zurück ins Büro.

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Geburtstagsparty

Als ich das nächste Mal auf die Uhr sehe, ist es dringend Zeit die Kinder abzuholen. Das übernimmt der Traummann und ich überlege, ob ich erst mich optisch ein wenig zurecht manipuliere oder das Wohnzimmer auf Geburtstagskaffeeklatsch tune.

Ersteres ist mir zu anstrengend und ich beschließe, dass ich auch ungeschminkt in Jeans und Hoodie familienfeiertauglich bin. Ich setze Kaffee auf, decke ein wenig die Kaffeetafel, werde erstmal von drei total aufgeregten kleinen Kindern über den Haufen gerannt, die aus dem Kindergarten kommen. Die drei sind überdrehter als sie es Weihnachten oder bei einem ihrer Geburtstage bisher je waren.

Dass Oma und Opa nun aufschlagen macht es nicht richtig besser. Die erste Stunde nach dem Kindergarten verbringen sie mit kreischendem Hyperventilieren. Als die Cousine direkt von der Schule aus bei uns aufschlägt wird es besser. 12-Jährige sind Superhelden und alles was sie machen ist toll! Alles! Die Chaoten sind beschäftigt.

Der Rest von uns trinkt Kaffee, isst Torte und plaudert. Ganz profan und nett.

Irgendwann gehen wir vom Kaffee zum Prosecco über, der Kuchen weicht dem Chili und der Käseplatte. Weitere Gäste tauchen auf und es wird Abend.

Am Ende landen die Kinder für ihre Verhältnisse unfassbar spät im Bett und die letzten Gäste verabschieden sich zu einer Uhrzeit, da hätten wir früher vielleicht gerade begonnen zu feiern. Heute aber sind wir müde nach diesem schönen Tag, kuscheln uns auf das Sofa, netflixen noch zwei Folgen einer Serie und gehen dann ins Bett.

Den 40. aber hat der Traummann angedroht groß zu feiern. Na dann… vielleicht sollten wir jetzt schon mal anfangen vorzuschlafen.

Habt ein schönes Wochenende!
Eure Kerstin


*Dazu existiert hier auch im Backend Entwurf Nummer 38 aus den letzten vier Monaten. Mir fehlt oft die Zeit oder vermutlich eher Motivation aus meinen Entwürfen fertige Blogtexte zu klöppeln. Aber oft – wie in diesem Fall – schaffen das andere ganz super und auf die kann ich dann ja verweisen.

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

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