Ich bin gerne Mama, aber ich arbeite auch verdammt gerne. Vollzeit-Mama fällt mir schwer

Das Modell Vollzeit-Mama und ich

Die letzten Wochen zuckte es immer mal wieder durch meinen Kopf: „Eigentlich müsstest du mal deine ganzen „über mich“-Texte ändern auf dem Blog und Co. Von wegen Arbeiten und so…“

Denn man kann an sovielen Stellen über mich lesen, dass ich erstens arbeite und zweitens sehr gerne (und früher auch sehr viel) arbeite. Mir war das immer wichtig. Aktuell arbeite ich aber defacto nicht mehr. Theoretisch müsste ich dort vielleicht sowas wie Hausfrau & Mutter hinschreiben, aber damit hadere ich. Und das liegt nicht an dem Etikett / die Schublade, über das man sinnieren könnte.

Es ist schlicht nicht wahr. Aber was ist wahr?

Kleiner Exkurs in meine Kindheit

Ich wuchs in den 80ern im Westen Deutschlands auf. Also ziemlich tief im Westen. Im Ruhrgebiet. Ich wuchs dort auf, wo ich heute noch wohne.

Statistiken besagen, dass in den 80ern in Westdeutschland die Kinder zumindest in ihren ersten Lebensjahren daheim und in den allermeisten Fällen von ihren Müttern betreut wurden. Anders als in Ostdeutschland gab es hier keine flächendeckende Betreuung für Kleinkinder und das Modell „Hausfrau & Mutter“ galt als normal.

Als Kind denkt man darüber nicht nach, weiß nichts von Statistiken und stellt die IST-Situation nicht in Frage. Die war bei uns damals offensichtlich (zumindest aus heutiger Sicht) nicht der Normalfall.

Meine Mutter war nie die klassische Hausfrau

Meine Mutter hat in meiner Erinnerung immer gearbeitet und ich habe mich nie gefragt, ob das andere Mütter auch tun. Davon ging ich vermutlich einfach aus. Natürlich blieb sie nach meiner Geburt und auch nach der meines jüngeren Bruders eine zeitlang zu Hause. Laut ihren Erzählungen beantragte sie bei mir drei Jahre auszusetzen, kehrte aber nach einem Jahr in Teilzeit zurück. Bei meinem Bruder nach sechs Monaten. Weil sie es so wollte.

Im Westen war keine U3-Betreuung vorgesehen

Die Betreuung für Kinder unter drei Jahren musste privat geregelt und bezahlt werden. Ich kann mich mich noch an unsere Kindermädchen erinnern und zumindest an die letzten beiden (der drei) habe ich sehr gute Erinnerungen. Die erste ist mir nicht im Gedächtnis geblieben.

Mit drei Jahren kam ich in den Kindergarten, später dann in die Schule. Morgens machte uns mein Vater fertig (und ja er kämmte mir auch meine langen Haare und flocht sie gemäß meiner Anweisungen zu Zöpfen). Meine Mutter fuhr sehr früh zur Arbeit, so konnte sie uns mittags wieder von Kindergarten und Schule abholen. Es gab keine OGS und keine Kindergärten, die nachmittags noch geöffnet hatten.

Hatte ich später als zur ersten Stunde Schule oder früher Schluss, ging ich zu meiner Tante. Oft gemeinsam mit meiner großen Cousine, die auf der gleichen Grundschule war.

Ups… es geht auch anders? Echt?

Und genau hier: in der Grundschule merkte ich erstmals, dass es auch andere Mütter gab. Es gab Mütter, die nicht arbeiteten! Das war mir im Kindergarten nicht bewusst.

Diese Vollzeit-Mütter fand ich spannend. Ich beneidete meine Mitschüler nicht, ich haderte nicht mit Mittagessen auf die Schnelle, weil Mama gerade erst mit uns gemeinsam nach Hause kam. Ich haderte nicht mit meinem Schlüssel, den ich dann irgendwann bekam. Ich fand die anderen Mütter spannend. Für mich waren diese Vollzeit-Mütter, die Mütter bei denen es einfach ein bisschen mehr gab. Mehr Zeit, mehr Klimmbimm, mehr geschnitzte Rohkostteller, mehr selbstgebastelte Dekoration an den Fenstern, mehr selbstgebackene Kekse, mehr Schischi.

Es war ein MEHR, dass ich toll fand, aber selber zu Hause nicht vermisste. 

Der Blick zurück

Heute ist mir bewusst, dass meine Eltern einen eher ungewöhnlichen Weg gingen. Das Einkommen meiner Mutter wurde in den ersten Jahren ziemlich aufgefressen durch die Kosten der Kinderbetreuung. Aber sie wollte arbeiten. Nicht weil es ihr absoluter Traumberuf gewesen wäre, sondern weil sie gerne arbeitete, weil sie auch etwas abseits von Haushalt und Kindern sehen wollte, weil es für sie selbstverständlich zu ihrem Leben gehörte, weil sie ihr eigenes Geld verdienen wollte.

Das war bei uns damals so, wurde nicht sonderlich thematisiert oder gar glorifiziert. Mama arbeitet. Fertig.

Und ich?

Warum fällt es mir nur so schwer?

Ich habe immer gerne gearbeitet. Ich habe mich schon in der Schule viel gelangweilt (ok, ja es war möglicherweise die falsche Schule, aber das steht auf einem anderen Blatt), fand das Studium nur Mittel zum Zweck und wollte nach Vollzeit-Praktika am Liebsten gar nicht mehr zurück. Ich wollte arbeiten.

Bevor die Kinder kamen, habe ich ziemliche viele Stunden die Woche gearbeitet, oft nächtelang durchgearbeitet. Weil ich es wollte. Ich wurde schwanger, arbeitete weiter (aber weniger), die Zwillinge wurden geboren, ich hörte nie ganz auf zu arbeiten. Ich wurde wieder schwanger und dann wurde es irgendwann kompliziert. Ich schrieb im Sommer schon, dass es eben nicht die perfekte Lösung für uns war „Mama arbeitet von zu Hause„.

Die Umstände. Es sind immer die Umstände.

2017 machte aus mir eine Freiberuflerin ohne nennenswerte Aufträge. Ich kann immer und überall arbeiten. Theoretisch. Ich kann zeitweise mal ganz wenig arbeiten, ich kann ja später aufholen. Ich kann morgen arbeiten, wenn das Kind heute krank ist. 2017 war immer irgendwer krank, immer war irgendwas und am Ende war mein virtueller Schreibtisch leer. Mir ging es damit nicht gut.

Am Ende wurde ich krank, nicht deswegen, aber eben auch das noch.  Ausgebremst. Ich sollte nun erstmal wieder ganz gesund werden. Mir die Ruhe antun.

Ich habe den Luxus, dass wir uns das im wahrsten Sinne des Wortes leisten können. Hier bricht nicht der totale finanzielle Notstand aus, nur weil ich gerade kein Einkommen habe (auch wenn es natürlich sehr fehlt).

Wir haben ja auch wieder Winter. Auch wenn dieser Winter keinem Vergleich mit dem vorherigen standhält, wissen alle Eltern kleiner Kinder, dass im Winter die Infekthölle brodelt. Irgendwer ist hier immer angeschlagen.

Ruhe und Gelassenheit

Ich versuche mir mit aller Macht die Ruhe anzutun. Dann bin ich eben mal eine zeitlang nur Hausfrau und Mutter. Ich muss mich nicht mit Deadlines stressen, ich kann täglich Kuchen und Kekse backen, kann mit den Kindern lustige Fensterbilder basteln, kann mit Freundinnen (bleiben nur die im akuten Mutterschutz) vormittags Kaffee trinken gehen, kann nähen und stricken, batiken und klöppeln, ich könnte schreiben… ohne Ende schreiben, ist doch wunderbar, oder?

Allein ich merke, wie wenig das zu mir passt. Nein, ich bin nicht mehr frustriert wie noch im Sommer. Mir ist nicht zum Heulen und ich sehe das Glück, dass wir haben. Aber ich habe mich hier ziemlich lustlos in meine Schublade verkrochen.

Ich schreibe kaum noch. Eigentlich gar nicht mehr. Ich mag nicht. Worüber auch? Und wieso? Ich nähe auch nicht. Was hätte ich Zeit zu nähen! Das war doch in den stressigsten Zeiten mein Ausgleich. Jetzt könnte ich ganze Kleiderschränke füllen und ich lasse es.

Die Tage gehen einfach so rum. Ich bin zu Hause, ich räume mal ein wenig auf, ich bin nicht gründlicher dabei als sonst auch. Ich mache nicht all die Dinge, zu denen ich sonst nie kam. Ich trödel so meinen Tag vor mich hin. Es deprimiert mich nicht, aber ich kann keine echte Begeisterung für dieses Leben aufbringen.

Zuviel Ruhe bekommt mir nicht

Ich bewundere die Eltern, die bewusst nicht arbeiten, um ihren Kindern von allem ein wenig MEHR zu bieten. Diese Mütter meiner Kindheit. Die waren doch toll, oder?

Aber so wenig ich damals mir eine Mutter wünschte, die so ist. So wenig kann ich mich heute in diese Rolle einfinden. Ich fühle mich einfach wie in eine Zwangspause versetzt. Meine Motivation ist nicht gerade überschäumend.

Und deswegen ist es einfach nicht wahr: Ich bin keine Vollzeit-Mama. Keine Hausfrau &Mutter. Zumindest keine aus Überzeugung. Ich bin eine derzeit-ausGründen-zwangsweise-nichtarbeitende-nebenbei-auch-sehr-gerne-Mutter-seiende-aktuell-ziemlich-gelangweilte-Frau, die ihre Berufstätigkeit vermisst.

Und jetzt?

Es fehlt das Mega-Fazit des Textes. Da schreibe ich mir 1.300 Wörter zusammen, die wunderbar aufzeigen, dass ich ich vielleicht einfach nicht der Typ für dieses Vollzeit-Mama-Ding bin. Dass vermutlich meine Eltern daran Schuld sind. Dass es mich irgendwie ziemlich langweilt oder zumindest nicht sonderlich begeistert.

Aber das braucht es für mich gar nicht. Ich wollte nur schreiben. Ich habe geschrieben. Und das ist gut wie es ist.

Eure Kerstin

https://www.pinterest.com/pin/419960733998306528/

P.S.: Übrigens beruhigt es mich sehr, dass es anderen Müttern genauso geht. Nachzulesen bei nullpunktzwo, die nämlich genau deswegen arbeitet. Als Mutter von vier Kindern.

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

22 comments

  1. Ich bin übrigens genauso aufgewachsen: Sogar noch westlich vom Ruhrgebiet, auch mit einer Kinderfrau statt Mama, die nach der Grundschule/ Kindergarten auf uns mit Mittagessen wartete. Bis ich 11 war und mein 3. Geschwister geboren wurde. Danach machte Mama sich selbstständig und war dann Mittags zuhause bzw im Bett, weil sie abends arbeitete.
    Auch erinnere mich gut an das Erstaunen, dass es bei anderen Kindern Mütter gibt, die nur zuhause sind.
    Vielleicht bin ich auch wegen meiner eigenen Mutter immer wieder nach 13/14 Monaten eingestiegen?
    Doch jetzt, nach dem 4. Kind und in dieser Rotz- Jahreszeit merke ich auch wieder, wie anstrengend das ist und wünsche mir manchmal, einfach nur zuhause zu sein. Direkt danach die Frage im Kopf: „Wäre ich dann glücklich?“

    1. Ich finde es ja in der Theorie ganz wundervoll, dass wir dieses Modell leben könnten. Ich bin auch sehr dankbar und eigentlich nichtmal unzufrieden. Aber wie im Wartemodus, unausgeglichen, möglicherweise gelangweilt und ein wenig unterfordert. Es fällt mir schwer, es in Worte zu fassen.
      Oft ärgere ich mich über mich selbst, dass ich nicht einfach jetzt eine Weile lang mit voller Begeisterung dieses Modell leben kann.

    2. Klingt so, wie ich mich fühle… Ende der Elternzeit von 14 Monaten in Sicht, zum ersten Mal Mama und freue mich schon auf Teilzeitarbeit im Büro.
      Meine mit-Muttis und Westfreundinnen verstehen mich oft nicht, andere Muttis gehen dafür schon eher wieder arbeiten und müssen sich so nen Mist nicht anhören 😉
      Ich bin im Osten geboren und im Westen (auch Ruhrgebiet <3) aufgewachsen. Mit Vollzeit-KiTa und spät nachmittags mit pubertierender, lieber Spielgefährtin und später im Hord (nach der Grundschule im Kindergarten). Es fiel mir nicht auf, es war halt so. Ich mochte es, es gab Freiheiten die andere nicht hatten, wir waren selbstständiger!
      Jetzt will ich Zeit um mich wieder auf mein Kind zu freuen.
      In diesem Sinne : ich bin auch froh nicht allein zu sein :* alles liebe aus WAT

  2. Als jemand der mit 3 Kindern insgesamt 8 Jahre zu Hause war kann ich dieses „Tage vertrödeln“ echt gut nachvollziehen. Es ist einfach langweilig. Nicht weil nichts zu tun wäre, oh Gott es ist sooo viel zu tun, allein es befriedigt einen halt nicht. Jeden Tag Spülmaschine ein- und ausräumen, jeden Tag Wäsche waschen, jeden Tag Tisch decken, Tisch abräumen, Tisch abwischen … Jeden Tag durchgehen und verkippte Milch aufwischen …und es „bringt nichts“ es ist kein echter Erfolg sichtbar, denn am nächsten Tag fängt man wieder von vorne an. Oder bereits nach 5 Minuten, denn zumindest meine drei haben zuverlässig sofort nach dem wischen was verkippt und das aufgeräumte Zimmer hielt auch nur wenige Minuten.
    Und neben all dem ist Hausarbeit nunmal wirklich keine geistige Herausforderung. Und deswegen geht man halt irgendwann ein wie ’ne Primel. Wozu anstrengen wenn oder beeilen wenn da doch sowieso nur noch mehr langweilige Hausarbeit auf einen wartet.
    Die Kinder wollen ja auch nicht pausenlos basteln und backen und kochen und wenn dann steht man mit den Aufräumarbeiten hinterher ja auch ziemlich allein da. Trotzdem bringt sowas ja immerhin Abwechslung und Spaß in den Alltag. Aber ich habe mich irgendwann wirklich enorm nach erwachsenen Gesprächspartnern und anderen Themen gedehnt und nach einer Tätigkeit die sichtbare Ergebnisse bringt.
    Ich bin jetzt so glücklich mit meiner Arbeit. Und das bedeutet nicht im geringsten, nicht ansatzweise das sich vorher unglücklich war. Höchstens auf Dauer etwas unausgelastet.
    Ich bereue die 8 Jahre zu Hause nicht, denn sie haben uns auch sehr viel ermöglicht. Aber ich habe eben auch gemerkt das es mich auf Dauer mürbe gemacht hat und deswegen kann ich deinen Text so gut nachvollziehen.

    (Bin übrigens aus dem tiefsten Osten und somit auch ganz selbstverständlich so sozialisiert das Mütter arbeiten gehen.)

    1. Ja, es fehlt einem an Herausforderungen für den Kopf. An ernsthaften Gesprächen. An Themen ganz abseits des Kinderkrams. Auf Dauer ist das Recht fad. Aber es werden andere Zeiten kommen. Gerade scheint hier wohl dafür nicht die Zeit. Danke für deinen Kommentar.

  3. Ich kenne es nur so, dass Mamas arbeiten. Haben bei uns alle (DDR) im Umfeld. Ich möchte gar nicht ohne Arbeit sein. Daher habe ich in allen drei Elternzeit-Freiräumen gearbeitet oder gelernt, quasi an mir gearbeitet. Ich brauche immer ein Ziel und ich möchte etwas erschaffen.
    Ohne Arbeit nur mit Kinder zu Hause hocken war noch nie mein Ding.
    Und Bilder mit Kindern malen ist zwar toll, erfüllt aber nicht meine „Erschaffungsliste“.
    Alles ist gut, was glücklich macht. <3
    Liebe Grüße
    Sarah

  4. Ich arbeite auch gerne und hier pendelt der Gatte täglich um die 90 min, wenn es einigermaßen läuft nach Stuttgart, damit ich arbeiten kann und unser familiäres Netzwerk so manche Unwegbarkeit abfangen kann. Ein Leben ohne meine Arbeit kann ich nicht…ich war 3 mal je ein Jahr in Elternzeit und lief nach 5 bis 6 Monaten Rillen in den Fußboden, war unzufrieden und wusste nicht wohin mit mir. Zu tun gab und gibt es genug, aber mir fehlt(e) etwas abseits von der Sisyphosarbeit im Haushalt. Ich bin oft müde und fertig, aber es gibt mir mehr als nur mehr Geld und weniger Zeit mein halbes Deputat als Lehrerin. Und es ist was anderes als mit den eigenen Kindern zuhause. 🙄

  5. Oh ich kann dich sowas von verstehen. Ich bin nun schon so lange aus meinem Beruf raus. Ich musste und muss mich immer noch in diese Rolle einfinden.
    Ich hoffe das auch dein virtueller Schreibtisch bald wieder füllt und du dann auch wieder Lust auf andere Dinge hast😊.

  6. Wie gut ich das nachvollziehen kann. Bin mittlerweile über 20 Jahre Zuhause. Das erste Kind gleich schwer krank und somit keine Möglichkeiten mehr gehabt in den 1. Arbeitsmarkt einzusteigen. Nachdem das 2. Kind in die Schule kam, hab ich mich mit nem Homeoffice selbständig gemacht. … das ist knapp 10 Jahre her. Es folgten Kind 3 und 4. Arbeiten wann man will…. Ich kam ganz schnell an meine Grenzen. Mein Tag ist durchgetacktet und war ich abends zufrieden? Was hatte ich geschafft? Alles und nix. Es frustet ungemein. Konnte ich zeitlich arbeiten, wollte ich nicht. Wollte ich, konnte mein Kopf nicht. Meine sozialen Kontakte bestanden aus Kinder, Partner, Ärzten und Elternabenden. Ich wurde krank – der Zustand hält nun schon 15 Monate an. Es wird zwar besser, aber ich brauch nen Ruck und eine für mich verträgliche Perspektive.

    Ich war Einzelkind und meine Mutter nur Hausfrau. Sie wäre gern arbeiten gegangen. Das ließ sich aber damals mit mir irgendwie nicht vereinbaren. Sie hat wohl auch sehr darunter gelitten. Das hab ich aber erst später mitbekommen, als Kind war mir das nicht bewusst.

    Abschließend wünsche ich dir noch alles Gute. Es kann irgendwann nur besser werden.

    LG

  7. Wie schön, wieder von dir zu lesen! Ich bin überhaupt kein Karriere- oder Durcharbeitsmensch, aber meine Arbeit tut mir auch einfach gut. Auch als das erste Kind noch ganz klein war, habe ich einige Stunden pro Woche studiert – das reichte mir, und jetzt eben Lehrerin. Aber wie ich es auch drehe und wende: Perfekt ist das Lebe nie, vielleicht muss das so sein, damit wir immer in Bewegung bleiben. Ich bin jedenfalls froh, wieder von dir zu lesen!

    1. Auf PERFEKT darf man wirklich nicht warten. <3
      Aber ich habe merkwürdigerweise heute schon gemerkt, wie gut es mir tat, endlich mal wieder zu schreiben. Schreiben <3 Das Blog ist für mich eben auch ein zentraler Ausgleich.
      Liebste Grüße und ich freue mich selbst wieder hier zu sein.

  8. Vllt. ist es auch dieser „Schwebezustand“ was die Situation so nervig macht. Ich war gerne Vollzeitmama und Hausfrau, aber ich wusste eben auch, dass dieses Modell genau für 2 Jahre ist und ich am Zeitpunkt X wieder in die Berufswelt einsteige. Meine Zeit als Vollzeitmama konnte ich genießen, weil ich wusste as diese nur begrenzt ist.

    LG und hoffentlich kommt bald der Frühling

  9. Hi Kerstin,
    mir geht es genau wie dir. Aber ich bin seit 5 Jahren mehr oder eher weniger freiwillig Zuhause (Beschäftigungsverbot in den SS, dann Elternzeit). Meine jüngsten sind jetzt 2+2+4 und es hätte sich einfach nicht gerechnet, arbeiten zu gehen, wenn man für drei Kinder Kita und Kiga bezahlt. Hab bei dir schon Mal was von der Herdprämie hier in Bayern gepostet, dazu kam dann noch doppelte Landeserziehungsgeld. Wir hätten nur die Hälfte des Geldes übrig gehabt, wenn ich arbeiten gegangen wäre. Also bin ich immer noch daheim und irgendwie bin ich auch unterfordert/ gleichzeitig manchmal überfordert, mit den kleinen daheim. Jedenfalls fühle ich mich nicht ausgeglichen, geistig gefordert und habe das Gefühl, das ich langsam verblöde. Ich komme mit der Bezeichnung Hausfrau auch gar nicht klar. Wenn jemand fragt, was ich mache, sage ich immer: sozpäd in Elternzeit. Meine Mutter war als Alleinerziehende auch immer Vollzeit arbeiten, wir lebten bei den Großeltern. Deshalb kam das Modell für mich auch nie in Frage. Ich sehe mich einfach nicht als Hausfrau, da hab ich ein Problem mit der Rolle fürchte ich. Ich freue mich darauf, ab (hoffentlich) Herbst wieder zu arbeiten! Aber nur einige Stunden, mit vier Kindern kann ich mir Vollzeit ehrlich gesagt gar nicht vorstellen. Aber ich brauche Erwachsene und erwachsene Themen. Nach 5 Jahren reicht’s mir einfach. Fehlt nur noch der passende Job am Vormittag, weil ne Ganztagsbetreuung in der Kita ist utopisch teuer (800€ aufwärts für 2) und schon schwankt das Projekt Arbeit wieder. Wenn’s blöd läuft, muss ich warten, bis die kleinen in den Kindergarten kommen. Mangels Platz kann das bis September 2019 dauern😣 Hast du denn in absehbarer Zeit wieder vor, zu arbeiten oder wie lang geht deine Zwangspause noch? Alles Gute dir und viel Gesundheit!!

    1. Oha, da kommen dann noch die bayrischen Verhältnisse oben drauf. Erschreckend.
      Ja, ich erinnere mich, dass ich mich auch mal zu den Oportunitätskosten bzgl der sogenannten Herdprämie ausgelassen hatte. Aber auch diese Betreuungskosten hauen mich jedes Mal um, wenn ich sowas lese.
      Es kann doch nicht angehen, dass man erstens für Arbeit so finanziell abgestraft wird und zweitens es in Deutschland so furchtbar unterschiedlich ist. Hier in NRW zahlen wir ja grundsätzlich immer nur für ein Kind. Die weiteren Kinder sind – sofern sie gleichzeitig in diesem System sind – kostenlos. Außerdem haben wir noch ab Sommer den Luxus, dass die Zwillinge ihr drittes Kindergartenjahr beginnen und somit alle Kinder kostenlos betreut werden.
      Aber das nur am Rande erwähnt, weil es mir gerade wieder sauer aufstößt.

      Und ja, es ist eine merkwürdige Unterforderung. Ich bin zum Beispiel total müde und entkräftet, habe auch im Haus und mit den Kindern mehr zu tun, als ich schaffen könnte. Manche Tage „überfordern“ mich die Bedürfnisse der Kinder und trotzdem bin ich unterfordert. Permanent. Zumindest was die Arbeit mit dem Kopf und ähnliches angeht.

      Ich Grüße dich herzlich,
      Kerstin

  10. Aus den USA kenne ich einen Begriff, der mich zu Zeiten meines Hausfrauen-Daseins mit demselben versöhnt hat: homemaker. Hausfrau ist so ein Kackwort, ich rieche immer muffige alte Lappen, wenn ich das höre. homemaker ist das, was wir zu Hause Gestrandeten eigentlich sind: Wir machen ein Zuhause für uns und unsere Lieben.

    1. Der Ausdruck ist wirklich hübscher. Das stimmt. Aber ich glaube, ich wehre mich gar nicht so sehr gegen diesen Begriff. Also doch, der ist dumm. Aber mein eigentliches Problem ist mehr, dass es mich ziemlich langweilt. 😉
      Ich versuche mir immer wieder selbst Begeisterung dafür einzureden, hier alles ganz wunderbar zu machen, Zeit und Energie in etwas wirklich tolles zu investieren „ein tolles zu Hause für eine glückliche Familie“. So ganz ohne Ausgleich ist das aber für mich eher unbefriedigend. Schade eigentlich.
      LG Kerstin

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