idyllisches Familienleben auf Mamablogs

Sie sollte 55 Fragen ehrlich beantworten, doch was diese authentische Mamabbloggerin dann schrieb, wird dich weinen lassen!

Regine war auf der Blogfamilia. Ich auch. Wir trafen uns sogar. Auf dem Klo. Vor dem Spiegel. Den Lippenstift in der Hand.

Aber das ist hier kein eleganter Einstieg in den Text. Eigentlich wollte ich nur einleitend darauf verweisen, dass sie im Anschluss eine lange Liste an Hausaufgaben aufgegeben hat. Ich habe das Arbeitsblatt nun durch.

Es geht um bloggende Eltern, schreibende Muttis, um Erfolg und Neid, um Netzwerke, Freundschaft und Lästern.


1. Sind Elternblogs politisch?

Aktuell gilt vermutlich bubble-intern die Antwort: „Selbstverständlich, denn das Private ist politisch!“

Ich würde es aber nicht unbedingt ganz so allgemein formulieren. Es gibt sicherlich Texte mit mehr politischem Gewicht oder mehr Brisanz und andere mit völlig unpolitischem Inhalt. So wie es Blogs gibt, die sehr klare Kanten zeigen, laute Stimmen haben und andere, bei denen familienpolitische Fragen eher weniger markant auftauchen.

Ein Rezept für einen Marmorkuchen ist nicht politisch. Möglicherweise könnten wir da noch ein rückwertsgewanntes Frauenbild hineininterpretieren, wenn ich Ommas Kuchen verblogge. Aber da kennt ihr meine Omma schlecht. Darum geht es im Text auch nicht. Es ist nur ein Rezept.

Ein Text über Schwierigkeiten mit den Familienrollen ist dagegen ziemlich brisant.

2. Wenn ja, welcher deiner letzten Posts hatte politische Relevanz?

Mein Text über Kinderarmut.

3. Muss jeder Elternblog politisch sein?

Nein. Ein Rezept für ein Marmorkuchen oder ein Näh-Tutorial, eine Kinderbuch-Vorstellung oder Bastelideen für den Sommer dürfen gerne absolut unpolitisch sein. Sie müssen auch gar nicht mehr sein oder mehr Aussage haben.

Aber es wird darüberhinaus kaum gelingen Familie zu erzählen, ohne politisch relevante Themen anzufassen. Das muss dann ja nicht das Label Politik tragen, um eben genau das zu sein.

4. Wie wichtig ist es dir persönlich, gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen?

Für mich wird es immer relevanter, meinen Blog eben auch ganz bewusst dazu zu nutzen, Öffentlichkeit herzustellen. Ich wünsche mir nicht direkt Einfluss, sondern einfach Wahrnehmung der Themen, Aufmerksamkeit und damit vermutlich indirekten Einfluss. Das Blog ist für mich ein Platz für meine Themen. Die sind gerne unterhaltsam, aber eben oftmals nicht unpolitisch, denn mich bewegen viele Fragen.

5. Hast du jemals eine Kooperation im Nachhinein bereut?

Nein. Aber ich habe auch wenige gemacht bis heute. Absolut toll war nicht jede, aber keine die ich bereue.

6. Welches Unternehmen wäre dein Traumpartner für eine Kooperation?

Kein konkretes. Aber ich träume heimlich von festen Sponsoren, die das Blog ein wenig finanzieren. Unternehmen mit denen man sich gerne dauerhaft in Verbindung bringt, weil es einfach passt. Dummerweise suche ich selbst aktiv überhaupt nicht danach und so wird sich das höchstwahrscheinlich niemals rein zufällig ergeben.

Falls das der perfekte Kooperationspartner für das Chaos hier liest, darf er mich anschreiben. 😉

7. Liest du selbst gerne Werbung auf Blogs?

Gerne ist ein schwieriges Wort in dem Zusammenhang. Mich stört die Werbung auf den Blogs nicht, aber es ist nicht unbedingt jede Werbung auch unterhaltsamer Content, den ich gerne lese. Der berühmte Mehrwert für den Leser geht oftmals völlig ab. Manchmal ärgert es mich auch tatsächlich ein wenig, wenn die Werbung so beliebig wirkt. Heute die Windelmarke, morgen die. Diesen Monat ist diese Pflegemarke der Hit, nächsten Monat jene. Einmal wird in Texten behauptet auf Nachhaltigkeit zu achten und im nächsten Moment erscheint Werbung für Kindergetränke in Einweg-Plastik-Flaschen. Da leidet dann die Glaubwürdigkeit massiv und ich bleibe dann als Leser auch gerne mal weg. Aber das machen ja selbstverständlich kaum Blogger so.

8. Was macht deinen Blog besonders?

Einzigartig ist das Chaos-Blog nicht, aber ich denke, dass meine meist ellenlangen, oft doch angemessen unterhaltsamen Texte recht markant sind. Das Chaos hat einen sehr fröhlich-optimistischen und eher entspannten Tenor. Ich maße mir an, dass meine Schreibe relativ eigen ist. Das macht das Blog weniger massentauglich, aber eben besonders. Ich mags, wie es ist.

9. Was kannst du besonders gut?

Schreiben. Ja, ich glaube tatsächlich, dass ich gut schreiben kann. Und Social Media habe ich drauf, auch wenn man es nicht unbedingt allen meinen Accounts hier ansieht. 😉 Tatsächlich hüte ich zwischen meinen Ohren ein ziemlich umfangreiches Wissen, dass sich netterweise auch ganz praktisch abrufen und umsetzen lässt.

Dafür bin ich ein Vollpfosten in Sachen Bildbearbeitung.

55 ehrliche Antworten rund um Mamablogs
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10. Wem würdest du gerne entfolgen, traust dich aber nicht?

Ich folge niemandem, weil ich mich nicht traue, ihm zu entfolgen. Ich sortiere tatsächlich immer mal wieder aktiv aus. Aber auf Twitter zB mute ich oftmals statt zu entfolgen, wenn ich zu den Personen einen direkten Bezug habe. Ich bin zwar ehrlich und sage durchaus direkt meine Meinung, ich muss aber niemanden vor den Kopf knallen und ihn unnötig verletzten, dass mich seine Tweets aktuell langweilen/nerven/runterziehen. Davon hat dann ja keiner von uns beiden was. Zumal sich das bei mir auch gerne mal wieder ändert.

12. Würdest du im Nachhinein sagen, dass du deinen Blog naiv angegangen bist?

Nein. Absolut nicht. Ich wüsste auch nicht, auf welchen Aspekt bezogen. Ich habe mir vorher ziemlich genaue Gedanken gemacht, ob ich über Familie bloggen möchte, wie ich mit privaten Themen umgehe und weiß aus beruflichen Gründen schon sehr genau, welche Arbeit es macht, ein gewisses Level zu erreichen.

Ich finde daher auch immer Blogger-Workshops sehr absurd, die nebenbei bloggenden Eltern (neben Familie und oftmals Beurfstätigkeit) erzählen, was sie alles auf welchem Social Media Kanal wie optimal bespielen müssten, damit sie erfolgreich sind.

Das Optimum kann man nicht in wenigen Stunden die Woche rausholen. Der Gedanke ist absurd. Warum haben denn Firmen ganze Teams für die Betreuung ihrer Social Media Accounts. Wenn man hauptberuflich und erfolgreich bloggen will, dann ist das eben kein Teilzeit-Job sondern eine Selbstständigkeit, die mehr als 40 Stunden die Woche abverlangt.

13. Rezepte, Mode und Schminktipps – darf man als emanzipierte Frau über diese Themen bloggen?

Klar. Als emanzipierte Frau darfst du dich doch für Mode und Co interessieren oder gerne backen/häkeln/stricken. Emanzipation bedeutet ja nicht Desinteresse an leckeren Gerichten, kurzweiligen Hobbys oder der eigenen Optik, diese Dinge sollten vielleicht nicht dein einziger Lebensinhalt sein. 😉

Es ist doch Grundvoraussetzung für tolle Blogs, dass man über etwas bloggt, was in den eigenen Interessen liegt. Wenn Make-Up ein Teil deiner Interessen ist: Hau raus!

Ein Beauty-Blog spiegelt doch nur diesen einen Aspekt, dieses eine persönliche Interesse wieder. Ein kleiner selektiver Ausschnitt einer vielschichtigen Persönlichkeit.

14. Und überhaupt: Vermitteln wir ein einseitiges Frauenbild, wenn wir als Mütter rund ums Muttersein bloggen?

Wer kann besser über Mama-Sachen schreiben als eine Mama?

Und Blogs bedienen meist Teilaspekte und niemals die komplette Bandbreite. Wenn man sich alle existierenden Elternblogs mal ansieht, dann ergibt sich dort ein sehr buntes Bild mit vielen Schattierungen. Es gibt tiefschwarze Blogs mit schweren Gedanken, es gibt kantige Blogs mit lauter Sprache, es gibt quere Blogs in schillernden Farben und es gibt strahlendweiß-stylische Mutti-Blogs. Vermutlich gibt es in dieser bunten Vielfalt einen pastellfarbenden Schwerpunkt, aber jeder Leser darf sich seinen Lesestoff doch nach seinen Lieblingsfarben aussuchen.

15. Denkst du manchmal abschätzig über Kollegen und Kolleginnen?

Niemand ist frei von innerlichem Augenrollen und es wird niemand immer alle anderen mögen. So mag auch nicht jede Blogger*in jede einzelne andere Blogger*in. Ich auch nicht.

Aber ich erwische mich selten bei „abschätzigen“ Gedanken. Es gibt Blogs, die ich gerne lese und andere, die für mich belanglos sind. Die lese ich dann einfach nicht. Viel weiter gehen meine Gedanken da gar nicht.

16. Was denkt dein Partner über deinen Blog?

Er findet es gut. Er hat eh eine ziemlich abdrehte Meinung über mein Schreibtalent und Social Media Wissen. Besser als meine eigene.

Aber er liest hier nicht mit. Meine Texte sind ihm zu lang und der Inhalt für ihn nicht spannend. Die meisten Storys kennt er vorher schon zu gut.

17. Wer unterstützt dich beim bloggen?

Vermutlich die meisten meiner Freunde und Familienmitglieder, die auf dem Schirm haben, dass ich blogge. Irgendwie zumindest. Oben drauf kommt die wundervolle Gemeinschaft online auf Instagram oder Twitter.

Mal hilft mir einer mit Antworten auf (technische) Fragen, mal verschafft mir jemand eine Stunde kinderfreie Zeit zum Schreiben, mal tritt mich jemand in den Popo, wenn ich wieder alles doof finde und keine Motivation mehr finden kann.

18. Welche Unterstützung würdest du dir wünschen?

Keine Ahnung.

19. Welche Themen kommen in Elternblogs zu kurz?

Kaum zu beantworten, denn die Gesamtheit aller Blogs, die man in diese Schublade quetschen könnte, bietet Beiträge zu jedem denkbarem Thema.

Allerdings sind die Blogs schreibender Baby/Kleindkind-Mütter mit relativ klassischen Familienmodell zahlenmäßig klar überrepräsentiert. Trotzdem gibt es die anderen Blogs mit größeren Kindern, aus Regenbogenfamilien, von Alleinerziehenden oder mit besonderen Kindern. Leider hat nicht jede Nische ihre Sichtbarkeit.

20. Warum greifst du diese Themen nicht auf? (Oder tust du das?)

Ich kann als Mutter, die mit Mann und drei kleinen Kindern in einem Reihenhäuschen lebt, nicht aus persönlicher Perspektive Erfahrungen mit der Pubertät oder ähnliches schreiben. Ich habe aber zB eine alleinerziehende Dauer-Co-Autorin und versuche auch Themen aufzugreifen, die mich nicht persönlich betreffen wie zB Kinderarmut. Alles kann ich hier nicht beliebig unterbringen, denn über Regenbogenfamilien, schreiben andere deutlich authentischer, weil sie es leben. Man kann nur immer wieder auf andere Themen/Blogs verweisen, sie in den Fokus rücken.

21. Hast du schon einmal jemanden getroffen, den du im Netz toll fandest und persönlich unsympathisch?

Interessanterweise, nein.

22. Oder umgekehrt?

Das schon eher, wobei es dann nicht so war, dass ich die Person vorher absolut blöd fand. Meist war es eher, dass ich sie vorher nur am Rande wahrgenommen habe und für mich als uninteressant einfach nicht weiterverfolgt habe. Plötzlich merkt man aber bei einem persönlichen Treffen, dass dahinter eine irre coole Type steckt und schon nimmt man online deutlich mehr und bewusster wahr.

23. Bist du manchmal neidisch auf den Erfolg anderer Blogger?

Wenn es neidisch ist, dass ich mir schon einmal gedacht habe: „Warum wird XY in diesem Zusammenhang erwähnt/herausgehoben (und ich nicht)?“ oder „Was finden denn alle an diesem Text. Der ist nun wirklich nicht so sonderlich YEAH?!“, dann ja. Manchmal denke ich dann auch, dass ich etwas deutlich besser schreiben könnte, sowie ich manchmal denke „Boah so spitz und klug hättest du das nie schreiben können! Hut ab!“.

Und es gab schon Momente, bei denen ich mich geärgert habe, dass jemand etwa über ein Thema schrieb, das lange in meiner Kopfschublade vergeblich auf Niederschrift wartete und riesige Resonanz erfährt. Das nervt selbstverständlich. Sauer bin ich dann aber vor allem auf mich, dass ich schlicht nicht vorher das Thema umgesetzt habe. Diesen Moment habe ich in den letzten zwei Jahren um die achthundert mal gehabt, denn ich schreibe nur 1% meiner Textideen auf, komme einfach nie zu mehr, bin zu unorganisiert oder was auch immer. Dabei hätte ich das in jedem einzelnen Fall unbedingt sehr viel pointierter geschrieben als jeder andere. Natürlich.

24. Sind Blogaufrufe ein Indikator für Qualität und Kreativität von Blogs?

Nein. Blogaufrufe sind ein Indikator für Content, der eine breite Zielgruppe bedienen kann. Ein Indikator für gefällige Schreibe, angenehme Textlänge, für populäre Bildsprache. Ein Indikator für gute Social Media Arbeit, passende Visuals, griffige Teaser und gute Handwerksarbeit.

Texte für mäßige DIY, die man so auf hundert anderen Blogs ebenso finden könnte, können dank toller Bilder, guter Arbeit auf Pinterest und einem hoch infektiösen Posting auf Facebook viral gehen, irre Blogaufrufe generieren und bleiben doch mäßig kreativ.

Sie sind also allenfalls dann ein Indikator für gute Vermarktung.

Darüber hinaus gibt es extrem gute/wichtige/interessante Blogs, die niemals nie eine irre Reichweite erreichen werden, weil ihre Themenschwerpunkte schlicht nicht für die breite Masse interessant sind. Dafür erreichen sie aber punktgenau ihre ganz konkrete, klar umrissene Zielgruppe.

25. Wirst du manchmal für deinen Blog belächelt?

Das ist mir bewusst noch nie passiert. Ich vermute aber, dass auch in meinem persönlichen Umfeld und der erweiterten Familie nicht alle es ernsthaft als tolle Arbeit oder sinnvolle Freizeitbeschäftigung ansehen.

26. Wenn ja: Offen oder hinter deinem Rücken?

Siehe oben. 😉

27. Jetzt mal ganz ehrlich: Bist du immer authentisch?

BUZZWORD-Alarm!!! Klar sind wir Blogger*innen immer total authentisch. Und ich bin sowas von real und absolut echt und krass und voll authentisch und so.

Und in etwas ernsthafteren Worten verweise ich auf meinen älteren Text zu exakt dem Thema: Wie authentisch muss es denn sein? Sowie die Tatsache, dass ich einen wahnsinnig persönlichen Text zwar veröffentlicht habe, dafür aber sechs Monate Zeit brauchte.

Hier ist tatsächlich nichts gestellt und es gibt einige Bekannte, die mir schon gesagt haben, dass mein Blog erstaunlicherweise genauso ist wie ich. Oder ich einfach in echt so bin wie auf dem Blog. Nur dass das Blog nicht alles von mir zeigt oder alles von mir hier auch immer sofort und unverzüglich steht. Ich nehme mir heraus, privat noch mehr Kerstin zu sein, als hier in Worten steht. Alles andere würde jeden Leser auch überfordern.

27. Geht das überhaupt?

Siehe oben.

28. Und wollen deine Leser das?

Die Leser haben meinen Mitmenschen im realen Leben daheim gegenüber einen entscheidenden Vorteil: Sie können mich und meine Worte wegklicken. Somit in erträglichen Dosen genießen. 😉

Und über mein kleines Blog hinaus: Ganz sicher suchen sich auch Blogleser manchmal ganz bewusste Blogs zur Lektüre aus, die eine wundervolle Traumwelt beschreiben. Etwas heiles, sauberes, ruhiges. Eine Pause vom eigenen Alltag.

Ich finde das nicht verwerflich.

29. Was muss passieren, damit du aufhörst zu bloggen?

HAHAHA!!! Allein diesen kleine Chaos-Blog stand schon oft zitternd vor seiner Chef-Bloggerin, die es niedermachen wollte,
weil sie die komplizierten DSGVO-Vorgaben nicht in der ganzen Bandbreite umsetzen wollte/konnte,
weil sie das Ding einfach nur schlecht und mittelmäßig, ja belanglos fand,
weil sie Gedankenstau im Kopf hatte und Schreibblockaden,
weil sie soviele Texte schreiben wollte und ihr immer alle gefühlt zuvor kamen,
weil sie keine Zeit fand, überhaupt an den Rechner zu kommen,
weil es ihren Ansprüchen nicht genügte,
weil es frustrierte,…

Und ich schreibe immer noch. Hier.

30. Gibt es Posts, die du im Nachhinein bereust?

Nein. Es gibt Beiträge, die ich nicht gut geschrieben finde und einige, die ich heute nicht mehr schreiben würde. Aber sie gehören dazu und ich bereue keinen.

31. Was fehlt der Eltern-Blogger-Szene?

Ich denke, die Nische der Elternblogger ist mittlerweile gute vernetzt und teilweise hoch professionell aufgestellt. Ich fände einen konkreten Kodex sinnvoll und begrüße ansonsten die Entwicklung der zunehmenden Vernetzung. Das stärkt generell die Möglichkeiten, Familie in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu schieben.

Wie authentisch sind Mamablogs? Sind sie politisch relevant?
PIN it, baby!

32. Networking ist alles – bist du dabei aktiv genug?

Genug wofür? Vermutlich wäre die Antwort aber „nein“.

33. Vernetzt du dich gerne mit anderen Bloggern oder tust du es, weil es einfach dazu gehört?

Ich kommuniziere mit den Menschen, mit denen die Kommunikation Freude macht. Reicht das als Antwort?

34. Welche Ziele verfolgst du mit deinem Blog?

Ich verweise auf einen ganz konkreten Text zu diesem Thema.

35. Wird es deinen Blog in drei Jahren noch geben?

Ich hoffe es.

36. Und in zehn Jahren?

Da wäre ich mir ziemlich unsicher. Ganz sicher nicht so wie er hier steht. Er wird sich weiterentwickelt, ich werde immer schreiben. Aber ob ich das hier mache oder auf einem anderen Blog oder einer ganz anderen Plattform, wer weiß.

37. Was kommt nach dem Blog?

Für mich? Die Weltherrschaft.

Oder vielleicht eine Festanstellung, die mich so ausfüllt, dass ich einfach keine Zeit/Lust und vor allem überflüssige Energie für das Blog über habe. Das wäre mal ein guter Grund, das Ding plattzumachen. Wobei es kein ausreichender wäre. Also warten wir mal ab.

38. Glaubst du, dass Blogs langfristig eine Zukunft haben?

Blogs als Plattform, auf der jemand hauptberuflich für ein erträgliches Einkommen eigene Texte publiziert? Vermutlich, wenn es sich auch sicher schnell sehr verändern wird in seinen Erscheinungsformen.

Aber der nicht von klassischen Massenmedien oder Organisationen publizierte Content hat Zukunft, ganz sicher auch finanziell. Wir sind noch mitten in der Entwicklung, dass jeder in seinem Wohnzimmer Inhalte für Massen (auch gegen Geld) zur Verfügung stellen kann.

39. Würdest du gerne aus einer Social Media Plattform (Instagram, Facebook und Co.) aussteigen?

Nein. Aber ich verwende phasenweise auf einige diese Plattformen schlicht ganz wenig Energie.

40. Was hält dich davon ab?

Nichts.

41. Realität oder Inszenierung – Was möchtest du auf Instagram sehen?

Ich mag schöne Bilder und sehe sie mir gerne an. Ich bewundere Instagramer, die einen tollen Blickwinkel auf alltägliche Dinge haben und sie fotografieren können, dass wunderschöne und ästhetisch ansprechende Kunstwerke entstehen. Ich folge auch Accounts, die einfach nur gute Geschichten erzählen, aber auf Instagram bin ich vorwiegend ein visueller Konsument.

Allerdings mag ich keine reinen Inszenierungen im Sinne von gestellten Bildern. Das einzelne Bild auf dem eigens für für Fotos erworbenen Backround stört mich weniger, aber wenn es ständig die Kaffeetasse in der perfekt manikürten Hand auf dem weißen Bettlaken neben dem aufgeklappten ApfelSchlepptop sein muss, dann steige ich mangels Interesse irgendwann aus. Ich brauche keine #Istamums, die sich mit weißen Overknees auf weißen Sofas räkeln und im geschlossenen Raum eine hippe Beanie dabei tragen. Ich habe nichts gegen weiße Sofas, besaß sogar selber eines (und hätte es gerne noch), aber die Feeds dieser Instagramer sind für mich uninteressant.

42. Wie lange noch, bis der nächste „heiße Scheiß“ Insta und Pinterest ablösen wird?

Nicht lange. Haste schon nen Podcast gestartet?

43. Würdest du dich über eine neue Social Media Plattform freuen?

Freuen ist zuviel gesagt, aber sowas interessiert mich immer.

44. Oder hättest du Angst davor?

Nein. Niemals. Aber ich mache beruflich „was mit Social Media und so“ und das allein aus den beiden Gründen, dass ich es erstens kann und es mich zweitens extrem interessiert.

45. Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?

Um zu erzählen, wie wundervoll und überhaupt nicht schrecklich Zwillinge sind. Um Ängste zu nehmen und zu unterhalten. Und um zu schreiben. Auf meinem eigenen kleinen Plätzchen im Netz.

46. Bist du stolz auf das, was du tust?

Ja.

47. Machst du dir manchmal Sorgen um deine Daten und um die deiner Familie?

Selten. Ich versuche damit sehr bewusst umzugehen.

48. Welcher Kollege / welche Kollegin fasziniert dich (als Blogger und als Mensch)?

Das ist die Frage, bei der ich immer traurig bin, wenn mich niemand erwähnt. Sehr. ZUM HEULEN!!! Selber finde ich es dann immer schwer, korrekt zu antworten, denn nicht jeder ist immer in meinem Bewusstsein ganz vorne, wo er hingehört. Faszination ist übrigens ein faszinierendes Wort.

Mich fasziniert, wie konsequent Anni ihr Blog zu einem erfolgreichen und sehr reichweitenstarken Blog aufgebaut hat.

Mich fasziniert, wie Katharina mit vier kleinen Kindern daheim, so regelmäßig und in hoher Frequenz Content auf allen Kanälen generieren kann.

Ich bewundere die schönen Bilder von Leonie auf Instagram und die Qualität der Texte von Lisa, ich bewundere die erfolgreiche Arbeit von Bea auf Facebook und die spitzen Tweets von Bettie. Ich bewundere das Engagement von Markus und die Arbeit von Christine. Es gibt da aber noch viel mehr, die ich für ihre Texte/Bilder/Arbeit/Engagement sehr bewundere. Die Aufzählung wird immer unvollständig sein.

Echt auf ganzer Linie faszinierend ist dann vermutlich Nina. Die ist auf so vielen Ebenen faszinierend, dass man an ihr auch einfach alles toll finden muss. Eigentlich ein Skandal.

49. In welchem Bereich würdest du dich gerne weiterbilden?

CSS.

50. Was würdest du gerne an deinem Blog verändern?

Die Schriftgröße im Footer ist mir viel zu groß, aber ich habe nicht die Muße, mich daran zu setzen. Überhaupt gibt es Optimierungspotential im Webdesign. Aber wenn es nicht so technisch gemeint ist: ich würde gerne wesentlich häufiger und wesentlich mehr schreiben.

Außerdem wäre ein Vorrat von praktischen Symbolbildern sinnvoll, damit ich meine Texte einfach mit einem Bild versehen kann und raus damit. Diese Auswahl eines Beitragsbildes verzögert bei mir jeden Text um das Zwanzigfache seiner Bearbeitungszeit.

51. Hast du Texte im Entwurfsordner, für deren Veröffentlichung dir der Mut fehlt?

Man beachte meinen letzten Text. Auch wenn es dort nicht vorwiegend mangelnder Mut war, der ihn so lange in die Entwürfe verbannte.

52. Liest du Blogs aus persönlichem Interesse oder aus strategischen Gründen?

Ich habe kaum Zeit andere Blogs zu lesen und dann mache ich das immer aus Interesse. Immer.

53. Welche Elternblog hast du selbst als erstes gelesen?

Nieselpriem. Ist der, der mir besonders im Kopf blieb und bleibt. Ansonsten muss ich grübeln, wen ich in den Anfangstagen am meisten gelesen habe: Daily-Pia, Hebammenblog, Weddingerberg, Andrea Harmonika, Familienbetrieb, Einer schreit immer, Flavius und Brutus, Frische Brise, Das Nuf, Lucie Marshall, Grummelmama, der kleine Muck², das zweite Kind sind Zwillinge, Dachbuben,…

54. Liest du diesen Blog auch heute noch?

Nein. Nicht alle. Manche schon. Manche schreiben aber aktuell auch seltenst oder existieren nicht mehr (in der alten Form).

55. Oder gibt es ihn vielleicht gar nicht mehr?

Teilweise…


Sollte jemand ernsthaft alle 55 Fragen und ihre Antworten durchgelesen habe, hoffe ich doch, dass niemand weinen musste.

Eure Kerstin

Kerstin ist Mitte 30, seit Sommer 2013 Mutter von einem Zwillingspärchen. Der Sonnenschein, seine Zwillingsschwester die Prinzessin und das kleine Krümelchen (2015) halten sie gut auf Trab, wenn sie nicht gerade arbeitet, bastelt, backt, liest, im Netz rumwühlt,… Gerne macht sie auch alles gleichzeitig. Der beste Ehemann der Welt passt schon auf, dass das Chaos nicht ausartet.

6 comments

  1. Liebe Kerstin,

    da habe ich dir ja einen ordentlichen Berg Arbeit vor die Füße geworfen. Danke, dass du die Fragen beantwortet hast. Ich hab natürlich bis 55 durchgehalten. Ehrensache!

    Liebe Grüße

    Regine

    PS: Unser Treffen auf dem Klo war mir eine Freude!

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